Westarkaden

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 Westarkaden – Quartier in Freiburg-Mooswald

Das Quartier Westarkaden wurde Anfang April 2013 eingeweiht: Projektentwickler Peter Unmüßig verbaute 130 Mio Euro an der Berliner Allee im größten privaten Bauprojekt Freiburgs.
In 275 Wohnungen sollen einmal 900 Menschen zuhause sein (Mietpreis 8-12 Euro/qm).
Den Westarkaden kommt mit seiner Mischung von Wohnungen und Geschäften und einem “Gässle” die Funktion einer Stadtteilzentrums zu.
Zwei Dutzend Geschäfte, Parkhaus mit 320 Stellplätzen für Mieter und 400 für Kunden.
Kath. Kindergarten mit 70 Plätzen auf dem Dachgarten.
Eigentümer sind das Fondshaus Hamburg Immobilien FHHI (730 Anleger) und die Immobilien Kapitalanlagegesellschaft Düsseldorf. Freiburg als prosperierender B-Standort bietet den Anlegern Mindestrenditen von 5% (laut FHI-Geschäftsführerin Angelika Kunath)

                            
(1) Westarkaden am 12.4.2013                 (2) Blick südwärts in Gässle                        (3) Blick nordwärts

Westarkaden ohne Arkaden
Eine Arkade ist ein von Pfeilern bzw. Säulen getragener Bogen. Auch der Gang, dessen Seite von einer Bogenreihe begrenzt wird, wird als Arkade bezeichnet  Die Arkaden in den Zähringerstädten Freiburg (KaJo) und Bern sind so beliebt, da die Fussgänger beim Shoppen nicht naß werden. Im Brielmann-Neubau gibts keine Arkaden, der Name “Westarkaden” ist irreführend – bei Regen werden die Kunden naß.

Keine Arkaden, aber Waffen
Bei der offiziellen Eröffnung der “Westarkaden” ging es mir wie dem kleinen Mädchen in “Des Kaisers neue Kleider”. Alle einweihenden Oberen der Stadt mit Oberbürgermeister Salomon und dem Projektentwickler Unmüßig stolzierten in guter Stimmung durch eine zugige Gasse. Ich schaute mich um und sah keine Arkaden. Wo waren sie versteckt? Da sind nirgends Arkaden!
Im Gegensatz dazu war das Fachgeschäft Frankonia für Jagdbedarf und Mode im Schaufenster zwar dezent auf Kleidung, röhrenden Hirsch in schöner Landschaft ausgerichtet, schaute man sich die Filiale aber genauer an und das Angebot auf ihrer Internetseite, dann steckt da mehr dahinter: Waffen aller Art, was des Waffennarrs Herz begehrt. Erstaunte Passanten konnten es nicht begreifen, dass mitten in einem dicht bewohnten Neubaugebiet für “einkommensschwächere Schichten” (Unmüßig) ein Waffengeschäft seinen Platz gefunden hat. OB Salomon ist “Mayor for Peace” (Bürgermeister für den Frieden), Freiburg ist “atomwaffenfreie Zone”, aber in Freiburgs Märktekonzept passt ein Waffengeschäft.
15.4.2013, Uta Pfefferle, Freiburg

Hochgarage: Das erinnert bei Dunkelheit eher an einen Flughafen
Die Kritik des Bundes Deutscher Architekten, speziell die Hochgarage betreffend, ist noch viel zu milde ausgefallen. Die billige, offene Bauweise mit einer Pseudofassade zur Berliner Allee, welche keinerlei Funktionalität aufweist, hat zur Folge, dass die Leuchtkörper, welche nicht einmal über eine Blende verfügen, rund um die Uhr nach draußen leuchten, was bei Dunkelheit eher an einen Flughafen erinnert und die Wohnqualität der Häuser an der Grenzstraße erheblich beeinträchtigt. Ich kenne keine Hochgarage in Freiburg, wo das so primitiv und zu Lasten der Nachbarschaft gelöst wurde. Die Stadt Freiburg hat hier wieder einmal versagt, indem offensichtlich keine Vorgaben gemacht wurden, was aber für den Freiburger Westen nicht verwundert, man denke nur an die Sportfreunde-Problematik, wo auch erst juristische Schritte eines Betroffenen Besserung brachten.
8.4.2013, Barbara Schill, Freiburg

 

Warum ein hässlichen Neubau erstellen, den fast alle Bürger hässlich finden?
Alle (statt “alle” kann man auch sagen 95%) Architekten, Bauplaner, Bürgermeister (auch Baubürgermeister Haag), Bürger, Touristen, … empfinden den Brielmann-Neubau als häßlich, seelenlos und unfunktionell. Warum erstellt man ein Gebäude, das überhaupt niemand so will? Unsere Architektur ist Spiegelbild unseres Empfindens. Wenn unsere Architekten zunehmend Häuser bauen, die mißfallen, dann heißt dies, dass wir überhaupt kein Empfinden haben? 
1.4.2013, Anita Hildebrandt

 “Haag kritisiert Brielmann-Bebauung” vom 21. September 2012 auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/baubuergermeister-haag-kritisiert-brielmann-bebauung–63910638.html
  

Betonklotz-Architektur
Schon der Name “Westarkaden” verschleiert die Wirklichkeit dieser Betonklotz-Architektur. Was nach klassischer Schönheit klingt, bedeutet hier vor allem Lärm und Abgase. Der Slogan “Das Städtle in der Stadt” verschwand kurz vor Bauende – allzu offensichtlich war die Diskrepanz zwischen dem, was man sah und dem Werbespruch am Bauzaun. Für die Autos: extra Abbiegespur ins Parkhaus. Eine Reihe alter Platanen musste dafür dran glauben. Wie überwinden aber die Bewohner zu Fuß die vierspurigen Verkehrsachsen, von denen die Hochhäuser umspült sind? Vielleicht werden ja sogar Kinder und Jugendliche hier wohnen (müssen). Aber wo sollten die auch hinwollen, hätten sie dann schließlich die Straßen überquert? Da bietet sich doch wie immer eher das neue Einkaufszentrum an. Konsumiere dich glücklich!
6.2.2013, Susanne Glaubitz

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