Bahnhof

 

  • Bahnhof Littenweiler mit Gleisen in Tieflage – Vorschlag Dipl.-Ing Lumpp (27.2.2013)
  • Höllentalbahn im Bereich Littenweiler Bahnhof in Tieflage bauen – Schreiben L.S. (29.2.2016)
  • Bahnhof Littenweiler
  • Littenweiler

 

Bahnhof Littenweiler mit Gleisen in Tieflage – Vorschlag Dipl.-Ing Lumpp

 

(1) Bahnhof Littenweiler

Rückblick: In den 40er Jahren gab es in Littenweiler noch eine mehrgleisige Bahnhofsanlage mit überdachtem Mittelbahnsteig einem Abstellgeleis für Expressgutwagen, und zwei Industriegleisen zu den Firmen Holzhandel Faller und Betonbau Armbruster. Auf der Strecke verkehrten seinerzeit  Eilzüge, Personen- und Güterzüge. Das Bahnhofsgebäude enthielt die für den Bahnbetrieb erforderlichen Räume für Kartenverkauf, Expressgutaufgabe, Expressgutlager mit Anlieferungsrampen, einen Wartesaal, das Stellwerk für Weichen und Signale, Büros und die Wohnung des Bahnhofsvorstands im Obergeschoß.
Heute: Aus dieser Zeit übrig geblieben ist ein einzelnes durchlaufendes Bahngleis. Der ehemalige Bahnhof ist zur Bahnhaltestelle abgezont. Das noch vorhandenen Bahnhofsgebäude läßt  anhand seiner äußeren Gestalt, die ursprünglichen Funktionen und gleichzeitig ein Stück Bahngeschichte noch erkennbar werden. Mit der Aufgabe des Güter- und Fernverkehrs und dem Rückbau der Gleisanlagen auf ein einziges Durchgangsgleis war der Bedarf der Bundesbahn an der Nutzung dieses Gebäudes weitgehend entfallen. Der ehem. Warteraum ist vermietet. Der Kartenverkauf erfolgt über einen Automaten im Freien. Die Gepäck- und Expressgutannahme mit Lagerhalle ist aufgegeben, das Stellwerk abgebaut,  Die ehemalige Wohnung des Bahnhofsvorstands liegt quasi in Armlänge von der Starkstrom führenden Oberleitung der mittlerweile elektrifizierten Bahnstrecke. Der neue Bahnsteig ist schmal und von provisorischem Charakter. Zwei Kinderwagen können  unter Einhaltung des Sicherheitsbereichs, nur mit Augenmaß aneinander vorbei gebracht werden. Im Umfeld befinden sich Schmuddelecken. Die Auffahrtsrampe zur Expressguthalle ist halb abgebrochen und als Gefahrenstelle markiert. Die wartenden Fahrgäste sind auf dem Bahnsteig mangels Warteraum, auch bei Schnee und Regen, Wind und  Wetter ausgesetzt.. Die Entscheidung ob das Gebäude als Relikt vergangener Zeiten mit entsprechendem finanziellem Aufwand erhalten oder eine dem heutigen und zukünftigen Bedarf funktionell angemessene Lösung entwickelt werden soll, steht noch an.

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(2)  Littenweiler Öffentlicher  Verkehr
Rückblick: An den Bahnhof Littenweiler war die Endhaltestelle Littenweiler der Freiburger Strassenbahn von Beginn an und  über Jahre erfolgreich angebunden. Es gab vor Ort die Umsteigmöglichkeit zwischen den beiden Verkehrssystemen Bahn und Strassenbahn.
Heute: Die Strassenbahn-Endhaltestelle liegt an der Hans-Jakob-Strasse weit entfernt von der Bahnhaltestelle. Seit der Wegnahme der Endhaltestelle der Strassenbahn vom Bahnhof müssen alle Umsteiger den Weg zwischen Bahn, Strassenbahn und Bus mit jeglichem Gepäck und bei jedem Wetter zu Fuß zurücklegen. Fahrgäste, welche den Zug verlassen haben, warten  i.d.R. an der geschlossenen Schranke auf die Freigabe des Wegs zur Strassenbahn.

                      
(1) Bahnübergang 2/2013                        (2) Schranke unten, dennoch ….              (3) Schranke unten, Zug

(2) Bahnübergang Littenweiler am 30.10.2010 um 12.38 Uhr – Schranke unten, Fußgänger gehen dennoch durch
(3) Bahnübergang Littenweiler am 30.10.2010 um 12.39 Uhr – Schranke unten und Zug fährt durch

Sobald sich ein Zug von Osten her der Haltestelle nähert, wird die Schranke geschlossen und bleibt solange geschlossen, bis alle Fahrgäste ein- und ausgestiegen sind und der Zug den Übergang in Richtung Stadt wieder verlassen hat. Falls von Norden her kommende Bahnkunden nicht frühzeitig genug eintreffen, werden diese durch die geschlossene Bahnschranke vom Zug ferngehalten. Sie können zusehen, wie ihr Zug einfährt, die Leute aus- und einsteigen, und dieser dann Richtung Stadt  davonfährt, bevor der Weg zum Bahnsteig freigegeben wird. Die für die Akzeptanz der öffentlichen Verkehrsmittel so wichtige Verknüpfung der Verkehrssysteme ist  von der Stadt  Freiburg bisher auf einen unverbindlich definierten Zeitpunkt zurückgestellt.
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( 3) Littenweiler Strassenverkehr
Rückblick: Die durch die Bahnlinie erzeugte räumliche Trennung in einen südlich und einen nördlich liegenden Ortsteil war in früheren Jahren durch fünf  Bahnübergänge gemildert. Für die Bürger in Littenweiler war die Stadtmitte über den Waldsee und die Schützenallee auf kurzem Weg erreichbar. Heute sind die beiden Bahnübergänge am alten Friedhof und an der Hammerschmiedstrasse geschlossen, die Waldseestrasse ist abgezont und zeitweise gesperrt. Der Ziel- und Quellverkehr konzentriert sich zwangsläufig auf den innerörtlich einzig verbliebenen Bahnübergang an der Lindenmattenstrasse.

   Luftbild: Bahnübergang Lindenmattenstrasse

Die Züge halten an der Haltestelle Littenweiler lt. Fahrplan wie folgt: 5.47 Uhr, 6.06, 6.34, 6.49, 7.00,  7.09,  7.19,  7.39, 7.49, 8.09, … und so fort bis zum Abend. Dies bringt insgesamt ca. 60 Strassensperrungen vom Morgen bis zum Abend mit sich. Dementsprechend staut sich dort das Aufkommen an Fußgängern, Radfahrern, PKW, LKW und Bussen ca. alle 10 bis 15 Minuten an geschlossenen Bahnschranken, im Extremfall zurück bis zur Hans-Jakob-Strasse und bis zum alten Dorfplatz. Die Staus sind besonders ausgeprägt, wenn ein Zug aus Richtung Schwarzwald  einfährt.

  Stau Lindenmattenstrasse an Bahnschranke – Blick nach Norden

Die Zwangsaufenthalte an diesem Übergang lassen sich nur mit der Tieflegung des Gleises der Höllentalbahn auf das Niveau der B31 beseitigen. Hierzu müss die von Osten ankommende Gefällstrecke fortgeführt werden. Es geht dabei um kein Littenweiler 21, sondern um eine Maßnahme, wie sie in anderen Städten in Vielzahl realisiert wurde.

(4) Littenweiler Stadtteil-Zentrum
Rückblick: Das Dorf Littenweiler hatte seine Ortsmitte am Dorfplatz. Dieser Platz zwischen Dorfbrunnen und zwei alten Linden war Veranstaltungsort und Treffpunkt für Jung und Alt. Darum herum waren Kirche, Schule, Post, Kindergarten, Gemeindesaal, Sozialfürsorge, Konsum, Bäcker, Metzger, Milchküche, Schuster, Gärtnerei – mithin alle notwendigen Einrichtungen zur Deckung des tägl. Bedarfs in naher Umgebung zu Fuß erreichbar. Littenweiler ist seit dem Jahr 1946 mit einer Bevölkerungszahl von 1830 Einwohnern auf heute ca. 7800 Einwohner angewachsen. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die Stadtplanung mit Vorrang auf die Erfüllung des Wohnbedarfs konzentriert.

In den 70er Jahren sollten noch die Baulichkeiten der Pädagogischen Hochschule, auf dem Gelände am Kunzenweg zu  einer Hochschule der kurzen Wege konzentriert, und einzelne Gebäude der ehem. Lehrerakademie an der gegenüberliegenden Strassenseite nach und nach für andere Nutzungen freigegeben werden. Gebaut  wurde bereits im Untergrund ein begehbarer Verbindungskanal zum Anschluß zwei weiterer Institutsgebäude. Diese Gebäude sollten mit der Möglichkeit, vom Parkhaus trockenen Füßes in die Institutsräume  zu gelangen zur  allg. Akzeptanz für das Parkflächenangebot führen.

Heute: Auf dem PH-Gelände ist am Parkhaus entgegen früherer Planung ein Kindergarten errichtet und das Parkhaus damit räumlich isoliert. Dieses steht seither überwiegend leer. Die Gebäude der ehem. Lehrerakademie sind nach wie vor in vollem Umfang für Lehrzwecke genutzt. Es gibt in Littenweiler weder ein der Größe des Stadtteils angemessenes Stadtteil-Zentrum noch eine Planung oder Geländeausweisung für eine solche Einrichtung.
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    Luftbild Stadtteil-Zentrum

Die wirtschaftliche Situation der im Ortsteil verstreut liegenden kleinen Geschäfte lässt sich an der Häufigkeit der Inhaberwechsel ablesen. Gut  entwickelt  sich ein Markt an der Kapplerstrasse, welcher dort als Verteilerzentrum für das Dreisamtal etabliert ist. Dies wird schon von außen an der Größe des Parkplatzes sichtbar. Ein Wochenmarkt findet beim ehem. Dorfplatz, auf beengtem Raum. zwischen Schule und Kirche statt, und gelegentliche Flohmärkte auf dem Parkplatz an der Lindenmattenstrasse. Viele Einwohner fühlen sich gezwungen für ihre Einkäufe und Wege zur Arbeit vorzugsweise ein Auto nutzen. Daher gibt es  im Ortsteil heute mehr als 3000 zugelassene Kraftfahrzeuge. Die Strukturdefizite werden der Allgemeinheit erst dann richtig deutlich werden, wenn auf das Auto einmal nicht mehr im gleichen Umfang zugegriffen werden kann. Beneidenswert sind Umlandgemeinden wie Kirchzarten und Merzhausen, welche attraktive Zentrumskonzepte für Aufenthalt, Veranstaltungen und zu Fuß erreichbares Gewerbe realisieren konnten.

(5) Fazit – Was ist zu tun?
Ob in den Planungsworkshops mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen ein Verkehr und Zentrum umfassendes  Planungsziel vereinbart  wurde, lässt sich anhand der Veröffentlichungen im Littenweiler Dorfblatt und der Meinungsäußerungen im Internet unter www.littenweiler.de  nicht erkennen. Die Wünsche divergieren und reichen bis zur vollständigen Ablehnung jeglicher Baumaßnahmen. Dies ist bedauerlich, da gerade ein lückenloses Einvernehmen zwischen den Bürgern untereinander und mit den Vertretern im Stadtparlament, den schwierigen Verhandlungen der Stadtverwaltung mit der Bundesbahn, dem Land  und Aurelis  deutlich den Rücken stärken könnte. Das Wohnflächenangebot läßt sich in Littenweiler in  verträglicher Nachverdichtung an anderen Stellen erweitern. Wie für jedes einzelne Gebäude gilt auch im Städtebau, dass qualitätvolle Planung erst mit Erfassung aller Planungsziele möglich wird, so auch in Littenweiler. In einer Stadt, welche sich der Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs verpflichtet fühlt, muß es vorrangiges Ziel sein, den Umstieg zwischen Bahn und Strassenbahn zu erleichtern. Wirksame Abhilfe gegen die täglichen Behinderungen des Ziel- und Quellverkehrs kann nur mit Tieflegung des Gleises auf das Niveau der B31 erreicht werden. Zentrumsbildung ist mit Schwerpunkt zwischen Bahnstrecke und Pädagogischer Hochshule heute noch möglich. In die Planung muß miteinbezogen werden:

– ein kreuzungsfreier Bahnübergang,
– eine barrierefreienUmsteigemöglichkeit zwischen Bahn, Bus und Strassenbahn
– ein vor Wetter geschützter Warteraum für Bahnkunden,
– ein Platz mit Forum für Veranstaltungen,
– womöglich eine kleine Markthalle für den Verkauf regionaler Produkte,  wie im franz.  Nachbarland üblich
– viel Grün und eine Wasserfläche mit Zufluß aus dem unter der Erde verborgenen Dorfbach
– neue Einkaufsmöglichkeiten am Fußweg zur Wohnung

Es geht dabei nicht um Baumaßnahmen für Spiel und Sport, sondern um solche zur Erleichterung des ganz normalen Alltags der eigenen Bürgerschaft. Mancherorts werden für die Umnutzung von Bahngelände freie Ideenwettbewerbe unter Fachplanern ausgeschrieben. Warum nicht auch in Littenweiler?
27.2.2013

Dipl.Ing. Eckhart Lumpp
Reg.Baumeister, Architekt, info@freiburg-littenweiler.net
www.freiburg-littenweiler.net

http://.www.freiburg-breisgau.info

 

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Höllentalbahn im Bereich Littenweiler Bahnhof in Tieflage bauen

An die Bundesbahndirektion Karlsruhe                                                                  
An das Land Baden-Württemberg
An denZweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg
An den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg
An den Bürgerverein Littenweiler und Kappel

Verlängerung der Straßenbahn zum Kappler Knoten und
Ausbau der Höllentalbahn Wiere-Kirchzarten mit 2. Gleis

Wegen der starken Bebauung in FR-Wiehre wurde die Höllentalbahn im Stadtgebiet zum Problem. Deshalb wurde eine Brücken- und Tunnellösung schon 1908 geplant und 1934 fertiggestellt.

In Freiburg-Littenweiler und Kappel mit über 10.000 Einwohnern ist die Höllentalbahn auch so ein Hindernis geworden, nämlich die Bahnschranken in den beiden Zufahrtsstraßen Lindenmattenstrasse zur PH (5000 Studierende) und Kapplerstrasse (Zubringer).

2020 soll die Straßenbahn durch die Lindenmattenstrasse geführt werden. Bei beiderseits 6-Minuten-Takt bedeutet das: alle 3 Minuten Rotphase wegen der nach oder von Osten abbiegenden Straßenbahn.
Das bedeutet für den Autoverkehr und die Anwohner Stau, Stau, Stau, Lärm und Luftverschmutzung.

Die Höllentalbahn soll ein 2. Gleis bekommen, damit im 15-Minuten-Takt gefahren werden kann, mit dann vorgeschriebenen häßlichen Schallschutzwänden und vier beschrankten Fußgängerüberwegen oder Überführungen. (Lindenmattenstr., Ebneter Weg, Römerstrasse und Kapplerstrasse).

Aus Kostengründen soll vorerst nur im Bereich Bahnhof Littenweiler das 2. Gleis gebaut werden. Der eine Zug wartet auf den Gegenzug. Alle 7,5 Minuten gehen dann die Schranken runter.

Für die Autofahrer, die Fußgänger und die Anwohner bedeutet auch dies Stau, Lärm und Luftverschmutzung.

Eine nachhaltige Gesamtplanung muß deshalb die Tieflage der Höllentalbahn im Bereich Bahnhof Littenweiler und Kapplerstrasse vorsehen, bevor das 2. Gleis gebaut wird.
Schallschutzwände sind dann überflüssig. Auch die Rampen zu den Bahnsteigen werden dann in Tieflage hergestellt. Autos und Fußgänger können überall ebenerdig kreuzen. Das ist auch besser für die drei geplanten Straßenbahn-Haltestellen (Bahnhof, Römerstrasse und Kapper-Knoten).

Ludwig S. , 29. Februar 2016

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