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Winter an der renaturierten Dreisam bei Freiburg am 31.1.2015

Winter an der renaturierten Dreisam bei Freiburg am 31.1.2015

 

 

Freiburg – ungeniertes Austoben der Bedürfnisse
Als jemand, der über 30 Jahre in Freiburg und Umgebung gelebt hat und nun schon längere Zeit in Leipzig wohnt, bin ich bei gelegentlichen Besuchen in der “schönen Schwarzwaldhauptstadt”, insbesondere in den letzten Jahren, geradezu erschüttert angesichts dessen, was sich vor allem an Wochenenden in der Stadt abspielt!
Ein schier nicht enden wollender Zug lärmender, grölender, zankender oder einfach nur lauter, vor allem junger Menschen, durchstreift die nächtlichen Straßen, ungehemmt noch weit nach Mitternacht bis in den frühen Morgen. Besonders in Richtung Augustinerplatz, in dessen Nähe ich gerade letzte Woche für einige Tage gewohnt habe, scheint sich das Ganze zu verdichten. Laute Trinkgelage, Gläser klirren, Flaschen bersten, Menschen schreien, kichern, rufen sich in den Straßenschluchten lauthals zu, sind betrunken, erbrechen sich auf dem Trottoir, pinkeln in dunkle Ecken oder gar in Hauseingänge, pöbeln herum und so weiter und so weiter.
An Schlaf ist unter solchen im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel schreienden und stinkenden Umständen nicht zu denken. Also: Was ist in dieser Stadt los, ich kenne “mein altes Freiburg” nicht wieder! In Studentenzeiten war es – selbstredend – hier auch oft lebhaft und munter, solche Exzesse jedoch – von Ausnahmen abgesehen – gab es nicht! Natürlich ist eine Stadt attraktiv, die ein lebendiges Nachtleben aufweisen kann, natürlich ist es schön, wenn sie jung (Universitätsstadt) und kunterbunt ist, und natürlich darf und soll gefeiert werden! Das aber, was ich hier nun schon wiederholt erleben “durfte”, übersteigt das, was man unter freiem und ungezwungenem Leben zu verstehen hat! Das völlig ungenierte Austoben seiner Bedürfnisse ohne Rücksicht auf andere ist zutiefst un(a-)sozial, freiheits- und demokratiefeindlich! Will man eine Stadt, in der die Zentrumsbewohner, die ja für eine lebendige Kommune und dafür sorgen, dass sie nicht zu leblosen Geschäftszentren degeneriert, endgültig aus ihrem angestammten Wohnumfeld vertrieben werden?
Oder Touristen, die nach Stadtbesichtigung und Restaurantbesuch eine erholsame Nacht haben wollen, jedoch auf dem Weg ins Hotel die oben genannten Szenen erleben und nicht selten verschreckt und eingeschüchtert in ihr Urlaubsdomizil flüchten? Das kann doch sicher nicht im Sinne einer bürgerfreundlichen, gastlichen und sozialen Kommunalverwaltung liegen – oder?
26.9.2016, Rainer Manertz, Leipzig
Freiburg – welch einmalig schöne Stadt
Wenn man Besuch von außerhalb bekommt und diesen in Freiburg herumführt, sieht man diese Stadt mal wieder aus einer ganz anderen Perspektive. Und ebenso den “Schwarzwälder Wald” wie mein Enkel (fünf Jahre alt) den Schwarzwald nennt. Er, im flachen Ingolstadt wohnend, erklärte mir sehr ernsthaft die hohen Berge und den ihn sehr beeindruckenden Todtnauer Wasserfall. Seine Geschwister und er waren hellauf begeistert, als ich ihnen das wunderschöne Freiburg mit den Bächle zeigte. Natürlich habe ich ihnen auch Bächle-Boote gekauft, die sie stundenlang durch die Bächle gezogen haben. Welche Stadt hat das schon zu bieten? Mein größerer Enkel (sieben Jahre), eine Leseratte, wollte natürlich sofort in die neue Unibibliothek, deren glitzernde Fassade ihn fasziniert hat, um dann zu beschließen, dass er später unbedingt in Freiburg studieren müsse. Ein erlebnisreicher Tag, der gezeigt hat, in welch einmalig schöner Stadt und Umgebung wir doch wohnen. Eben genau dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Und das müssen wir uns immer mal wieder bewusst machen.
26.9.2016, Elisabeth Mauthe, Freiburg

 

Freiburg hat’s: Viel Dreck und kaum Blumen

Freiburg ist dreckige Stadt. Dieser Zustand von Schmutz und liebloser Unachtsamkeit werden Einheimische wie Touristen besonders deutlich gewahr, da Freiburgs Häuser, Strassen und Plätze so keinen Blumenschmuck kennen. Zählen Sie doch nur mal die Geranien in der KaJo zwischen Dreisam und Siegesdenkmal. Blumen sind altmodisch? Von wegen, besuchen Sie mal Colmar, Strasbourg oder Basel und staunen Sie über die dortige Blumenpracht. In Freiburg wird gegrölt, gesoffen, wildgepinkelt, gehastet, geekelt, resigniert – dazu kann man keine Blumen gebrauchen.
Auch “Green City” ist Lüge: Vergleichen Sie z.B. die Achse Heinrich-von-Stephan-Strasse – Schnewlinstrasse – Bismackallee mit irgendeiner ebenfalls vierspurigen Allee in Freiburgs iranischer Partnerstadt Isfahan, dann können Sie staunen: In Ishahan beidseitig breite Bächle mit hohen Bäumen drin und mittig zwischen den zwei Richtungsfahrspuren   Blumen und Fahrradwege, in Freiburg hingegen nichts außer Asphalt. Dabei gibt’s in Freiburg Wasser in Hülle und Fülle, während Isfahan am Randes einer Wüste liegt.

Kommt man nach einer Visite im nahen Elsass zurück (Alsace fleuri), dann wird einem erst so richtig bewußt, wie wenig Blumen in Freiburgs Strassen blühen, wie armselig blumenlos-kahl z.B. Bertoldstrasse ist: Green City = Flowerless City. Im Elsass blüht es überall, nicht nur in Touristenhochburgen wie ColmarEguisheim, Kaysersberg und Riquewihr, sondern “im kleinsten Kaff”, an jeder Kreuzung von Dorf- und Kreisstrasse und hoch oben an jeder Strassenlaterne.
Und in Freiburg – Blumen sind weitgehend Fehlanzeige. Schuld sind bei uns die Finanzkrise und das Defizit der Kommunalen Haushalte. Eigentlich zu verstehen – nur, gibt es im Elsass keine Finanzprobleme? Oder könnte es sein, dass dort Anwohner bzw. Geschäftsleute Patenschaften für Blumen übernehmen und sebst zu Pflanzspaten und Gießkanne greifen? Wir Bobbele sind in dieser Hinsicht halt faul und bequem: In Freiburg sind immer mehr Palmen zu sehen, die blühen zwar nicht, machen aber auch keinen Dreck.

“Z Friburg in der Stadt, sufer isch un glatt” – das ist leider Historie.

 

 

Freiburg – die bunte, angesprühte Stadt
Für die einen Kunst, für die anderen Schmiererei: Graffiti prägen das Freiburger Stadtbild. Viele Hausbesitzer haben den Kampf gegen den Lack aufgegeben. …. Alles vom 21.2.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg-die-bunte-angespruehte-stadt

Ja wie die Zeiten sich ändern
… hätte man uns früher bei so etwas entdeckt und uns noch erwischt, gab es 2 Resultate:
1. wenn der “Geschädigte” älter war, hätten wir 14 Tage leicht verstümmelt die Welt gesehen und der Gang war eine leicht gebückte Grundhaltung…, und
2. die nächsten 3 Wochenenden waren für Reinigung und Renovierung im Aussendienst frei zu halten!
Stimmt! Damals gab es ja noch keine Anwälte, Betreuer, Therapeuten, Jugendbeauftragte oder sonstige “Freiberufler” welche an unserem angestellten Schwachsinn noch ein gutes (vielfach vom Staat bereitgestelltes ) Geld verdienen konnten. Damals gab es einen kurzen Vortrag – meistens ein Monolog- und die Richtung war klar!
Aber heute: “Ach, Kai-Jörge, ich finde das so nicht ganz Ok, lass uns mal darüber reden…….”
21.2.2015, Axel Biekert

Den angerichteten Schaden selbst beheben
Bei Jugendlichen dürfen die Eltern meist den Schaden bezahlen, auch dabei ist kein Lerneffekt vorhanden. Meiner Ansicht machen so etwas Menschen denen langweilig ist, die sich nicht beachtet fühlen, die frustriert sind wegen was auch immer, vielleicht auch unterfordert oder sich selbst überlassen. Aber auch die sollten irgendwann lernen, dass wenn einem etwas nicht gehört, man dieses auch nicht beschädigen oder wegnehmen darf. Wenn ich den Schaden wieder reparieren muss, weiss ich vielleicht was für Mühe so etwas macht und ich überlege mir ob ich den gleichen Mist noch mal mache. Das hat nichts mit Spießertum zu tun sondern mit Respekt und Achtung gegenüber anderen! Denn oftmals sind solche Sprayer auch aus “gutem Haus” und besitzen genug, nur haben sie es sich nicht selbst erarbeitet und können es deswegen auch nicht schätzen!
unsere Gesetzgebung sollte danach ausgerichtet werden, dass der Schaden vom Verursacher beseitigt werden muss!! Wenn einer von diesen aufmerksamkeitsdefizitären, gelangweilten, den Kick suchenden oder Tüte rauchenden Individuen erwischt wird, sollte er unter fachmännischer Anleitung seinen Dreck selbst entfernen müssen und mindestens 10 m Hauswand zusätzlich, bei Wind und Wetter und die Kosten tragen! Ich glaube wenn man solche Massnahmen ergreifen würde, bekäme man mit der Zeit wieder saubere Hauswände und der Verursacher keine Lust mehr darauf! Dies sollte für alle Altersgruppen Fakt sein! Auch könnte man so bei anderen Sachbeschädigungen verfahren, die anderen Leuten Geld und Zeit kosten. Kaputte Parkbänke, Müll und Glasscherben auf Straßen und Spielplätzen u.s.w.
21.2.2015, Brigitte Müller

Naturalrestitution statt Geldzahlung
Der in Deutschland herrschende Grundsatz der “Naturalrestitution” im zivilrechtlichen Schadensersatzrecht scheint wohl nicht allgemein bekannt zu sein: “§ 249 BGB – Art und Umfang des Schadensersatzes
(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. 
(2) Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen.”
Der Geldersatz ist also nur ein Surrogat, das auf Wunsch des Verletzten gewährt wird. Der aber dennoch faktisch der Regelfall ist, weil normalerweise der Verletzte kein Interesse daran hat, dass der Verletzer auch noch rumpfuscht und den schon eingetretenen Schaden u.U. noch weiter vergrößert. Hier ist das Verlangen der Naturalrestitution m.E. durchaus eine Überlegung wert, denn aus eigener Erfahrung auf der Seite von Geschädigten kann ich mitteilen, dass die zunächst jungen, zu Schadensersatzzahlungen verurteilten Sprayer idR auch nach vielen (zig) Jahren noch nicht in der Lage sind, in vollstreckbaren Urteilen titulierte Geldforderungen zu bedienen. Kann nichts zusätzlich kaputt gemacht werden, hat man vom Versuch der Schadensbeseitigung tatsächlich mehr als von einem vollstreckbaren Zahlungsurteil, das man sich 30 Jahre lang übers Bett hängen und danach nur verbrennen kann.
22.2.2015, Michael Keller

Lyon ist sauber
Es ist nicht nur die Innenstadt, die immer mehr verdreckt, nein, auch in den Außenbezirken liegt der Dreck auf den Straßen, wo man nur hinsieht. Vor kurzem war ich in Lyon und staunte, wie sauber die Stadt war. Selbst am Sonntagmorgen ging jemand mit einer Zange durch die Straße und hob noch das letzte Papierschnipsel auf. Anmerkung: Auch eine liberale Stadt muss nicht verdrecken. Ein finanzielles Problem kann es ja nicht sein, wenn man Millionen für den Bau von Sportstätten übrig hat. Den Stadtkümmerer kann man sich sparen, der macht den Dreck auch nicht weg.Dieter Müller, Freiburg
23.2.2015, Dieter Müller, Freiburg

Hilferuf der Bürger – Hilflosigkeit und Arroganz des OB
Da der offene Brief (von Sandra Gintaut-Lutz und Ute Plazek vom 5.2.2015) Fronten eher verhärtet als entspannt, muss man sich natürlich fragen, ob das klug war, ihn zu schreiben. Sieht man sich die Bilder an, wird auch einem Nicht-Anwohner klar: Es ist ein Hilferuf. Sieht man sich die Zitate unseres Stadtoberhauptes an, erkennt man ein erschreckendes Maß an Hilflosigkeit mit einem kräftigen Schuss Arroganz. Lediglich Verärgerung über die Reaktion der Bürger zu bekunden, ist ein billiges Ausweichmanöver. Die Probleme müssen gelöst werden. Die Politik hat doch jede Menge Vorschläge dafür in Form von Worthülsen entwickelt, zum Beispiel: Man muss dem Bürger zuhören, man muss die Menschen abholen, man muss in Augenhöhe miteinander reden, Transparenz herstellen, Streitkultur pflegen, sich einbringen und überhaupt offen und tolerant sein. Man kann nicht Liberalität verkünden und einfordern, um dann andere für die Begleiterscheinungen zahlen zu lassen. Singapur zu beleidigen ist billig und abwertend. Dort leben Millionen auf engstem Raum. Ohne Regeln und Disziplin gäbe es Mord und Totschlag. So aber gibt es dort einen hohen Lebensstandard, und der Staatsgründer hat eine enorme Leistung für seine Bevölkerung erbracht. Die Aussage vom OB: “Wir haben in dieser Stadt Regeln, es hält sich nur keiner daran” ist einfach nur peinlich. Den Bürgern muss man leider sagen: Freiburg ist dreckig und vollgeschmiert und vermüllt. Manche Stadträtinnen nennen das “urban”. Ich habe vor 40 Jahren für nächtliches Wasserlassen auf dem damals noch baumbestandenen Karlsplatz 10 Mark an eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife zahlen müssen. Heute würde die Polizei allenfalls reagieren, wenn man statt des Baumes den Streifenwagen nimmt. Ich bereue mein Verhalten natürlich. Die ASF bemüht sich nach Kräften, der Chef, Michael Broglin, ist ein freundlicher, fähiger und selbstkritischer Mann, aber der Umgang der Stadt mit diesen Problemen ist ein politischer. Deswegen wird sich an der Situation auch nichts ändern und man wird so lange an runden Tischen sitzen, bis man einen Drehwurm bekommt.
23.2.2015, Christian Hoene, Freiburg

Granada ist sauber
Leider bin ich etwas spät dran mit meiner Äußerung zur “Touristenstadt Freiburg”, aber es bleibt, solange nichts vonseiten der Stadt passiert, immer aktuell. Im November 2013 und 2014 besuchten wir die zauberhaften Städte und Orte Andalusiens. Welche Sauberkeit in den Städten!!!
In Freiburgs Partnerstadt Granada zogen nachts um 23.30 Uhr Putzkolonnen durch die engen Gassen der Altstadt (wo kein Reinigungsfahrzeug mehr fahren kann) und fegten und putzten und leerten die Abfallkörbe. Alles top gepflegt und sauber, keine Wandschmierereien wie in Freiburg. Leider greift die zunehmende Verschmutzung und Gleichgültigkeit nicht nur in Freiburg um sich, in unserer Bundeshauptstadt Berlin sieht es nicht viel besser aus. Kaffee und Pizza “to go” tun ihr übriges. Versagt haben natürlich erst einmal die Eltern, dann die Politiker – nicht in der Lage, für alle Getränkedosen, Flaschen und sonstige Behältnisse ein hohes Rückgabepfand festzusetzen. Dann hätten wenigstens die Ärmsten der Armen einen kleinen Zuverdienst. Im Jahr 1971 zogen wir nach Freiburg, seitdem hat sich die Sauberkeit der Stadt und Attraktivität der Geschäfte drastisch negativ verändert. Herr Oberbürgermeister Salomon, holen Sie sich Eindrücke und Beratung aus Granada !23.2.2015, Wolfgang Lublow,Stadtbaumeister i.R., Ehrenkirchen

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