Augustinerplatz

Home >Regio >Orte >Freiburg >Augustinerplatz

 

 

 
Lärm am Augustinerplatz: Auf Kosten anderer
Um das Lärmproblem auf dem Augustinerplatz zu lösen, muss nicht gleich mit dem Holzhammer vorgegangen werden. Eine lebhafte Innenstadt ist durchaus erwünscht. Nur nicht permanent auf Kosten anderer.
Haben Anwohner Anspruch darauf, dass die Stadt ihnen zu Schlaf verhilft, wenn vor ihrer Tür auf einem öffentlichen Platz Halligalli ist? Das Gericht hat noch kein abschließendes Urteil gefällt, aber legt man neben den Erfahrungsberichten der Anwohner noch die Fakten – fundierte Lärmmessungen – zugrunde, muss es eigentlich sagen: Ja! Denn die Lärmwerte sind nachts viel zu hoch und sogar gesundheitsgefährdend. Die Stadtverwaltung hat die Segel gestrichen, als sie 2014 zugab: Zu lösen sei das Problem nicht, allenfalls abzuschwächen. Und die Polizei? Hat für Lärmprobleme keine Zeit, und wenn sie kommt, resultiert daraus selten eine ernsthafte Sanktion, etwa ein Bußgeldverfahren. Ordnungswidrigkeiten wurden in drei Jahren insgesamt drei (!) ausgesprochen.
Da die Anwohner wissen, dass eh nichts unternommen wird, rufen sie kaum noch bei der Polizei an: Eine einzige Ruhestörung wurde im Mai gemeldet, jeweils vier im Juni und Juli und ganze drei im August dieses Jahres. ….
Alles von Frank Zimmermann vom 11.10.2018 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/bitte-keine-zweite-saeule-der-toleranz-auf-dem-augustinerplatz–157540248.html
.

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/verwaltungsgericht-verhandelt-ueber-naechtlichen-laerm-auf-dem-augustinerplatz–157540039.html

Ohne harte Hand der Polizei wird sich nichts ändern
Wenn ich mir Ihre Vita so anschaue, Herr Zimmermann, dann sind Sie vermutlich ähnlich erzogen worden wie ich, Jahrgang 59. Ich habe bis 1994 im Stühlinger gewohnt und bin sehr oft abends am Augustinerplatz gewesen. Da war kein Krach, nichts. Raus aus dem Feierling und ab nach Hause. Es gab auch noch nicht das Bermudadreieck. Man konnte problemlos noch am Martinstor etwas essen, ohne irgendwelche Krawalle. Und Besoffene sah man auch sehr selten. Heute ist das anders, Rücksicht auf andere ist unbekannt usw. So gesehen finde ich Ihren Beitrag relativ weltfremd. Ohne eine harte Hand der Polizei wird sich da nichts ändern. Und Mediation ist vermutlich rausgeworfenes Geld. Leider.
11.10.2018, Andreas Bartsch, BZO

 

Lokalverein Innenstadt protestiert wütend gegen anhaltenden Feierlärm – Schlaflos in Freiburg
Der Lärmpegel in Freiburg bleibt weiter ein Streitthema. Weil sich der Lokalverein Innenstadt von der Stadt komplett im Stich gelassen fühlt, startete er nun eine eigene Initiative: Mit Tüchern und Fahnen, die mit den Slogans: „Der Gemeinderat schläft – wir nicht!“ oder „Schlaflos in Freiburg“ bedruckt sind, setzen sich die Anwohner der Innenstadt nun gegen lautstarke Nachtschwärmer zur Wehr. Gleichzeitig protestieren sie gegen die, so Anca Rosler-Koslar, stellvertretende Vorsitzende des Lokalvereins Innenstadt, „seltsam mut-, konzeptions- und ideenlose Einstellung“ der Stadt. Die Tücher und Fahnen sollen sechs Wochen lang an den Gebäuden hängen. Im Vorfeld hat der Lokalverein eine Befragung der Anwohner durchgeführt, die ergab, dass der Lärm vor allem nach Mitternacht stetig zunimmt. 60 Prozent der Befragten fühlen sich demnach erheblich bis stark gestört, 40 Prozent empfinden den Lärm als leicht störend. Im Zentrum des Unmuts liegt der Augustinerplatz, der sich abends mit feierfreudigen Menschen füllt. Den Platz ziert seit einigen Jahren die 18.000- Euro teure „Säule der Toleranz“, deren lärmdämmende Wirkung bekanntlich gelinde ausgedrückt umstritten ist. Christina (24), Studentin in Freiburg, hat gleichwohl nur wenig Verständnis für die Anwohner-Aktion: „Ich selbst wohne in der Innenstadt. Ich kann verstehen, dass Leute nachts keine Lust auf Gegröle und laute Musik haben. Doch wenn ich das nicht möchte, muss ich mir vorher überlegen, ob ich eine Wohnung in der Innenstadt beziehe. Freiburg ist nunmal eine Studentenstadt und hat demnach ein reges Nachtleben.“
Nachdem im Januar der vom Lokalverein vorgeschlagene Ordnungsdienst einstimmig vom Gemeinderat abgelehnt wurde, folgte im Juli ein Fachgespräch zum Thema Nutzungskonflikte. Die Verwaltung der Stadt Freiburg schlug in ihrem Abschlussbericht vor, „die bisherigen Maßnahmen weiterzuführen“. Da es momentan keine Maßnahmen gebe, führe die Stadt also laut dem Vorstand des Lokalvereins „das Nichts“ weiter. Der stellvertretende Vorsitzende Christian Himmelsbach konstatiert: „Wir erhalten keinerlei Hilfe von der Stadt Freiburg.“ Vorstandsmitglied Henrike Beck ergänzt: „Vor Jahren hieß es, das Problem sei nicht groß genug. Nun scheint es der Stadt zu groß.“ Die Tücheraktion stoße vor allem in Bereichen wie dem Sedanquartier oder Oberlinden auf rege Beteiligung. Aber auch Stadtteile wie beispielsweise der Stühlinger seien sehr an der Aktion interessiert, erklärt Henrike Beck weiter. Das zeige, dass nicht nur die direkte Innenstadt von dem Problem betroffen sei.
Die Forderungen des Lokalvereins Innenstadt umfassen eine zonierte Sperrzeitenverlängerung, ein neues Gaststättenkonzept, das veraltete Genehmigungen neu überprüft und gegebenenfalls zurücknimmt, einen kommunalen Ordnungsdienst sowie ein erneutes Alkoholverbot.
In fast allen Studentenstädten wie beispielsweise Mannheim oder Heidelberg gebe es mittlerweile solch einen Ordnungsdienst und andere Maßnahmen, um dem Lärm entgegenzuwirken. Freiburg bilde hierbei eine große Ausnahme und man habe im Lokalverein Innenstadt das  Gefühl, man bewege sich von Fachtagung zu rundem Tisch und wieder zurück, sagte Anca Rosler-Koslar. Auf Nachfrage sagte Stadtsprecherin Edith Lamersdorf, dass der Gemeinderat im Spätherbst tagen werde und das Thema „sehr ernst“ nehme. Allerdings bräuchten solche Dinge eben ihre Zeit. Rund 100 Flaggen zum Stückpreis von 25 Euro hat der Lokalverein bisher an Anwohner verkauft. Weiteres Protestmaterial sei bestellt worden, so die Verantwortlichen. Das Thema Lärm dürfte die Freiburger also zweifelsohne auch weiterhin beschäftigen.
3.10.2013, Nils Kickert, www.stadtrkurier.de

 

Eigentlich nur zwei Probleme: Bass-Musik und Alkohol
Gegen Chillen, Sichtreffen, Lachen, Sichunterhalten, Lachen und Diskutieren hat niemand etwas einzuwenden. Auch nicht gegen das Spielen einer Gitarre (unplugged, ohne Verstärker) oder Mundharmonika. Es sind nur zwei Dinge, die Probleme bereiten:
(1) Das Gedröhne der tiefen Bässe aus den Lautsprecherboxen der Musikplayer bzw. Subwoofer-Karren und
(2) Das Gegröle der Betrunkenen.
Denn:
(1) Bassboxen – das rhythmische Wummern der Bässe von 100 bis 30 Hertz macht verrückt. Dieser Lärm ist Folter.
(2) Alkohol – die Promille machen aggressiv und unkontrollierbar.
Diese beiden Probleme müssten doch zu lösen sein? Es sollten doch alle Beteiligten endlich zur Einsicht gelangen, dass Bassboxen und Alkohol jegliche friedliche Kommunikation unmöglich machen. Und der Augustinerplatz soll doch als kommunikativer, öffentlicher Raum genutzt werden.
5.10.2013
Ballermann (Bermuda-Dreieck) und Toskana (Augustinerplatz)
Harry Hochuli, Leiter des Reviers-Nord, hat die neuralgischen Punkte der Stadt in Ballermann (Bermuda-Dreieck) und Toskana (Augustinerplatz) eingeteilt.
Es gibt das Präventionsprojekt PräRIE, über das kommunale Alkoholpolitik betrieben wird, so die dafür Verantwortliche Karin-Anne Böttcher. Teams sind in der Innenstadt und in Trams unterwegs, sprechen junge Leute an. Am Augustinerplatz verteilen sie Flyer. Doch es gibt einen Schwachpunkt: Um Mitternacht endet deren Arbeit. Da geht’s aber auf dem Platz erst richtig los.
Knapp 7400 Einwohner leben in der Freiburger Altstadt zwischen Hauptbahnhof und Schlossberg, zwischen Dreisam und Friedrichring. Die Bevölkerungsdichte ist mit 6229 Bewohnern pro Quadratkilometern etwa doppelt so hoch wie in den Innenstädten von Karlsruhe und Mannheim. Nur in München wohnen noch mehr Menschen auf so engem Raum in der Altstadt zusammen, erklärt Michael Bielecke vom Stadtplanungsamt. Die Einwohnerzahl ist stabil – aber die Zahl der Singlehaushalte und der Studierenden, die in die Innenstadt ziehen, nimmt zu, die Zahl der Familien ab. Große Teile der Altstadt sind per Bebauungsplan als besonderes Wohngebiet eingestuft. Das könnte wichtig werden, wenn über Sperrzeitregelungen diskutiert wird. “Unser Problem ist die Zeit ab Mitternacht”, erklärt Ordnungsamtschef Walter Rubsamen.
11.7.2013

Hinterlasse eine Antwort