Bachpaten

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Zwei Stein-Seen als Bad für Kinder in der Dreisam am 13.8.2012

 

 

Bachpatenschaften in Freiburg

Schulklassen, Firmen, Personen, … übernehmen Patenschaften von Bächen, Flußabschnitten und Biotopen. Noch frei: Der Bach entlang der Sonnenbergstrasse in Littenweiler sowie der Gewerbebach (beim Sandfang)
Bachpatenschaften e.V., Postfach 1575, 79015 Freiburg, Tel 0761/201-4456, Fax 201-4499
Mitgliederzahl: 64,
Hella Heuer-Klug, Biologin und Projektleiterin, Hella.Heuer-Klug@stadt.freiburg.de
Vorsitzende Hella Heuer-Klug, stellvertretender Vorsitzender Thomas Pantel, Schatzmeisterin Marion Klank, Schriftführerin Ulrike Stephan, Beisitzer Berthold Krieger und Silke Wrana (alle wie bisher).
Termine: Ausstellung bei der Badenmesse (14. bis 16. September), Ausrichtung der deutschlandweiten Bachpaten-Tagung (22./23. Oktober 2007).
Mitgliederzahl: 67.

Förderverein Bachpatenschaften Freiburg e.V.
Sundgauallee 25, 79114 Freiburg
www.bachpaten-freiburg.de
www.bachpaten-freiburg.de/erle

Eigenbetrieb Stadtentwässerung und Förderverein Bachpatenschaften Freiburg e.V.
c/o Technisches Rathaus, GuT
Frau Heuer-Klug, Frau Borodko-Schmidt, Frau Mousselon
Tel 0761 / 2014 -456
e-Mail: Hella.Heuer-Klug@stadt.freiburg.de und Monika.Borodko-Schmidt@stadt.freiburg.de
kontakt@bachpaten-freiburg.de

 

Freiburg packt an – Fusion mit den Bachpaten

Dieser Tage fand die diesjährige Mitgliederversammlung des “Fördervereins Bachpatenschaften Freiburg” statt. Als Grund für den späten Termin gab die Vereinsvorsitzende Hella Heuer-Klug den Umzug der “Bachpaten” ins Technische Rathaus an und die damit verbundenen Umstrukturierungen: “Seit Januar 2008 sind die Bachpaten nicht mehr beim Eigenbetrieb Stadtentwässerung sondern beim Garten- und Tiefbauamt angesiedelt”, erklärte die Biologin den 20 anwesenden Vereinsmitgliedern. Mit diesem räumlichen Umzug habe sich auch das Aufgabenfeld der Bachpaten verändert: “Wir sind jetzt auch für die Aktion ,Freiburg packt an’ zuständig”, betonte Heuer-Klug. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Harald Rehbein, der bisher beim Garten- und Tiefbauamt für dieses Projekt zuständig war, sei es sinnvoll erschienen, Bachpaten und “Freiburg packt an” näher zusammenzuführen: “Es gibt da nämlich zahlreiche Überschneidungen.” Mit der Fusionierung von Bachpaten und “Freiburg packt an” soll auch der Bachpaten-Förderverein einen neuen Zuschnitt erhalten: “Es ist fast unmöglich, nach der Fusion beider Projekte im Rathaus die Tätigkeit des Fördervereins strikt nach ,Bachpatenschaften’ und ,Freiburg packt an’ zu trennen”, begründete die Vereinsvorsitzende die geplanten Änderungen. Aus diesem Grund statteten die anwesenden Mitglieder den Vorstand mit einem Auftrag aus: Der Vorstand soll klären, welche Schritte notwendig sind, um die Aktivitäten des Bachpaten-Fördervereins auch auf ökologisch ausgerichtete Inhalte des Projekts “Freiburg packt an” auszudehnen. “Wenn wir den Vereinszweck erweitern, könnte das auch eine Möglichkeit sein, weitere Mitgliederkreise zu erschließen”, sagte Gründungsmitglied Berthold Krieger bei der anschließenden Diskussion. Das Vorhaben sei daher durchaus als “Chance” zu sehen. Allerdings müsse bei der konkreten Ausgestaltung darauf geachtet werden, dass die unmittelbare Bachpatenarbeit keine Nachteile erleide. Im zurückliegenden Vereinsjahr beliefen sich die Leistungen des Fördervereins auf 13 500 Euro; vorwiegend durch die kostenlose Ausleihe des vereinseigenen Bachpatenmobils, aber auch für die Anschaffung von Nisthilfen und sonstigen Gerätschaften. Ein besonderes Ereignis sei 2007 zudem die Auszeichnung der Bachpatenarbeit mit dem Landesnaturschutzpreis gewesen.
13.11.2008, Andreas Braun

 
Pflanzaktionen der Bachpaten im Rahmen von “Freiburg packt an”

Die roten Mütze von “Freiburg packt an” 11/2008Bild: Helga Heuer-Klug

An den drei Örtlichkeiten Jugendverkehrsschule, Mundenhof, Alter Friedhof waren folgende Gruppen für “Freiburg packt an”  engagiert: Calvary Chapel, Clara-Grunwald-Schule (3 Klassen), Lorettoschule (1 Klasse), Turnseeschule (2 Klassen), Vigeliusschule 2 (1 Klasse), KonTiKi-Kindergruppe
Insgesamt nahmen etwa 200 Freiwillige teil.

Aktionen: Pflanzen von Blumenzwiebeln: Schneeglöckchen, Winterlinge, Lerchensporn, Blaustern, Krokusse
Jugendverkehrsschule: 4.500 Stück insgesamt
Mundenhof:  10.650 Stück insgesamt
Alter Friedhof: 6.000 Krokusse
Zu Beginn der einzelnen Pflanzaktionen wurden den Teilnehmern mit großen Bildern die Pflanzen vorgestellt und die ökologische Bedeutung von Frühblühern für früh fliegende Insekten wie einige Wildhummelarten erläutert. Auch auf Besonderheiten wie Nektarien oder Elaiosomen wurde hingewiesen. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass es grundsätzlich 2 Vermehrungs- und Verbreitungsstrategien gibt: Samen (mit Elaiosomen, damit Ameisen die Samen verschleppen) bzw. Zwiebelknospung, die zu einer Verdichtung der Bestände an Ort und Stelle in den Folgejahren führt.
Unterschiedliche Pflanztechniken: Spatenschlag, Sodenaushub, einzelne Bohrlöcher – je nach Beschaffenheit des Bodens
Aktion am 8.11.08:
Alter Friedhof, Begrüßung durch den ehemaligen Amtsleiter (Gartenamt) Bernhard Utz: Klasse 3 a der Turnseeschule (18 Kinder und Frau Lissek-Voigtel);
Einsatzleitung: Monika Borodko-Schmidt;
Helfer: Markus Kuhn (FÖJ) sowie Johann Beischer und Guilherme Vorrath de Melo (aus Brasilien)

10.11.2008, Hella Heuer-Klug, Förderverein Bachpatenschaften Freiburg e.V.

 

Jugendliche aus den USA bringen die Freiburger Natur auf Vordermann

Noch bis Ende Juli machen insgesamt 1800 amerikanische Jugendliche in Freiburg Station: Sie sind Teilnehmer am Programm “People to people” (“Menschen zu Menschen”), bei dem jedes Jahr tausende Schüler aus den Vereinigten Staaten nach Europa kommen. Ihre 30-tägige Reise beginnt in England und endet in der Schweiz. Neben dem Kennenlernen von Land und Leuten steht auch gemeinnützige Arbeit auf dem Plan: In Freiburg helfen sie beim Biotopschutz und der Pflege von Grünanlagen mit.

Trotz Nieselregens sind gut zwei Dutzend jugendlicher Amerikaner am Kappler Sportplatz mit Eifer dabei, Wucherpflanzen zu entfernen und Langgras abzutransportieren, wofür die Stadt Freiburg kein Geld mehr hat. “Solche Arbeiten in der Natur machen uns viel Spaß”, sagt Lilia West. Wie ihre ebenfalls 17-jährige Freundin Mandy Hartford ist sie im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut zu Hause und erstmals in Deutschland. Die Naturschützer sind buchstäblich auf der Durchreise: Insgesamt 43 Gruppen mit zusammen 1800 Teilnehmern schauen zwischen Ende Juni und Ende Juli tageweise in Freiburg vorbei. Die Gruppe von Lilia und Mandy kommt aus Karlsruhe, hat vorhin im Waldsee restaurant gegessen und übernachtet nach dem Wucherpflanzenrupfen in einem Hotel. Am nächsten Tag geht es weiter in die Schweiz. Manchmal sind die amerikanischen Besucher auch in Gastfamilien untergebracht. “Wir sind solches Engagement von zu Hause gewohnt” , erläutert der 15-jährige Eric Guiliano: In den Vereinigten Staaten sei es üblich, während der Schulzeit gemeinnützige Arbeiten abzuleisten, wofür man dann im Gegenzug Punkte für sein Studium angerechnet bekomme. Und beim Umweltschutz engagiert sich Eric nach eigenem Bekunden besonders gern. “Unser Land tut bekanntlich zu wenig für den Klimaschutz, also wollen wir etwas für den Erhalt der Natur in Deutschland tun”, scherzt er. Dass die drei Jugendlichen ebenso wie der Rest der Gruppe auffallend freundlich und hilfsbereit sind, ist kein Zufall: “Es handelt sich um ausgewählte Jugendliche, die ihr Land würdig repräsentieren können”, erläutert Susan Paradis. Schon seit 17 Jahren ist die Lehrerin als Betreuerin dabei. Die Teilnahme am People-to-People-Projekt sei sehr begehrt; viele Schüler würden in ihrer Freizeit lange dafür arbeiten, um sich die Reise nach Europa leisten zu können. Die städtische Mitarbeiterin Hella Heuer-Klug von den Freiburger Bachpaten freut sich jedenfalls über die helfenden Hände zum Nulltarif: “Seit sechs Jahren kommen jeden Sommer amerikanische Jugendliche nach Freiburg, da kann man schon was machen” , meint die Biologin. Zirka 40 Tonnen eingeschleppter Problempflanzen wie Indisches Springkraut oder Japan-Knöterich, die einheimische Arten an Gewässerufern verdrängen, könnten so Jahr für Jahr beseitigt werden. “An mehreren Freiburger Gewässern hat sich die Situation dadurch deutlich verbessert”, so Heuer-Klug. Da die Bachpaten inzwischen zum städtischen Garten- und Tiefbauamt gehören und dort auch für die Aktion “Freiburg packt an” verantwortlich sind, ergeben sich neuerdings zusätzliche Möglichkeiten: “Jetzt stehen auch andere Sachen auf dem Programm, beispielsweise die Reinigung der Schilder im Verkehrsgarten” , erklärt Heuer-Klug.
Andreas Braun, 17.7.2008, BZ

People To People
Das Programm “People to People” wurde 1956 vom damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufen und möchte zur Völkerverständigung zwischen jungen Menschen weltweit beitragen. Es gibt ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Bewerbungsschreiben, Tests und Auswahlgesprächen. Die Teilnahme am Programm kostet etwa 6000 Dollar (etwa 3800 Euro). Für Bedürftige gibt es Teilstipendien.

 

 

Wir haben eine Gewässerpädagogik entwickelt

Am kommenden Montag und Dienstag findet im Freiburger Bürgerhaus am Seepark die erste bundesweite Bachpatentagung statt. Themen der Veranstaltung, die von mehreren Kooperationspartnern ausgerichtet und aus Mitteln der “Stiftung Naturschutzfonds” des Landes Baden-Württemberg gefördert wird, sind Gewässerpädagogik, Nachhaltigkeit und Möglichkeiten zur Bekämpfung eingeschleppter Pflanzen, die in der Fachsprache als “Neophyten” bezeichnet werden. BZ-Mitarbeiter Andreas Braun befragte die Vorsitzende des “Fördervereins Freiburger Bachpatenschaften”, Hella Heuer-Klug zu dieser Tagung.

BZ: Frau Heuer-Klug, was genau sind eigentlich “Bachpaten” ?
Heuer-Klug: Bachpaten sind Leute, die sich freiwillig für ein Gewässer engagieren. In Freiburg ist der Kreis der Bachpatenschaften in über 20 Jahren auf zirka 50 Gruppen angewachsen; darunter viele Schulen. Die Stadt legt Wert darauf, dass sich möglichst viele Bevölkerungskreise beteiligen können. Deshalb haben wir mit dem “Blauen Klassenzimmer” eine eigene Gewässerpädagogik entwickelt.

BZ: Worum geht es bei diesem Engagement in erster Linie? Eher um die technische Unterhaltung von Fließgewässern oder um den Naturschutz?
Heuer-Klug: Bachpaten helfen natürlich auch bei der Gewässerunterhaltung, aber ihr Schwerpunkt liegt eindeutig auf ökologischen Verbesserungen, also im Bereich des Naturschutzes: Die Kontrolle von Nisthilfen oder der Einsatz für Libellen und Amphibien seien als Beispiele genannt. Aber gerade dadurch, dass Bachpaten die Gewässerökologie verbessern, entlasten sie auch die Gewässerunterhaltung, denn das ökologisch intakte Gewässer ist auch pflegeleicht.

BZ: Wie kam es zu der Idee, erstmals eine deutschlandweite Bachpaten-Tagung zu veranstalten?
Heuer-Klug: Mittlerweile gibt es an vielen Orten Bachpatenschaften, und ihre Zahl nimmt ständig zu. Da macht eine Vernetzung Sinn. Vor rund zwei Jahren entstand die Idee einer gemeinsamen Tagung zwischen Hamburg, Rheinland-Pfalz und uns; dieses Jahr ist es nun so weit. Motivierend kommt hinzu, dass wir uns in der “Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung” befinden, und nächstes Jahr soll hier das Schwerpunktthema “Wasser” lauten.

BZ: Ein Schwerpunkt der Tagung ist die Bekämpfung von Neophyten. Sind eingeschleppte Pflanzen denn wirklich so problematisch? Das Indische Springkraut zum Beispiel wird von vielen Leuten auch als Bereicherung empfunden &
Heuer-Klug: Auf das Konto solcher Neophyten, die Verdrängungsprozesse großen Stils bewirken, gehen aber auch wirtschaftliche Schäden, etwa Hochwassergefahren durch Erosion oder die Destabilisierung von Böschungen. Bei uns sind inzwischen sogar Naturschutzgebiete gefährdet. Artenschutzmaßnahmen sind daher in Frage gestellt, wenn solche Pflanzen in der Weise bei uns Fuß fassen können, dass sie unsere Pflanzen- und Tiergesellschaften aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Bachpatentagung wird am Sonntag, 21. Oktober, um 18 Uhr mit einer ökumenischen Feier zum Thema “Wasser ist Leben” in der ökumenischen Kirche im Freiburger Stadtteil Rieselfeld eröffnet. Der fachliche Teil beginnt am Montag, 22. Oktober, um 9 Uhr; ab 8 Uhr sind noch Anmeldungen möglich.

Andreas Braun, 20.10.2007, www.badische-zeitung.de

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