Elsass

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Blick von der Bergstation am Schauinsland nach Westen über den Rheintalnebel zu den Vogesen am 15.11.2012

De alt’ Alphonse

„Mini Ürgroßvätter un Ürgroßmüetere
han numme elsassich geredd’“,
sagt de alt’ Alphonse.
„Mini Großvätter un d Großmüetere
han viel besser elsassisch als franzö’sch geredd’.
De Babbe un d Mamme
han güet franzö’sch un güet elsassisch geredd’.
Ich verschteh elsassisch ziemli güet,
redd’ awwer meischt franzö’sch.
Mini Kender wisse noch,
dass Quetsch un Gugelhupf
elsassische Wörter sin.
D Enkelkender redde besser englisch
als franzö’sch.
Quetsch un Gugelhupf sin für sie luschtigi
französische Wörter.
Mini Uränkeli lehre kineesisch
für in Shanghai Arwet ze finde –
inere kineesische Gugelhupfbäckerei“,
sagt de alt’ Alphonse.

Stefan Pflaum, 16.7.2009, Wunderfitz

 

 

elsass-ill150920          elsass2fachwerk-bergheim150920          elsass3geranien-bergheim150920
(1) Blumen am Ill 20.9.2015                    (2) Fachwerk in Bergheim 20.9.2015     (3) Geranienschmuck

 

Die Elässer als 150-prozentige Franzosen kennen ihre eigene Geschichte einfach nicht

Das Problem ist, dass die Elsässer ihre Geschichte einfach nicht kennen. Wir sind 150-prozentige Franzosen geworden. …. Das Paradox ist, dass es heute keine Probleme (zwischen Badenern und Elsässern) mehr gibt, weil die Elsässer mittlerweile absolut französisiert sind. ….
Alles vom 28.7.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/die-elsaesser-kennen-ihre-geschichte-einfach-nicht–88036415.html

Martin Graff wurde 1944 in Munster im Elsass geboren. Er ist evangelischer Pfarrer, Autor und Journalist. Er wurde mehrfach mit dem deutsch-französischen Journalistenpreis ausgezeichnet.

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Jugendarbeitslosigkeit im Elsass – eine Schande, zudem unnötig 

Die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich liegt im Juli 2014 bei 25%, die im Elsass noch viel höher. Demgegenüber beträgt die Jugendarbeitslosigkeit in der Region um Freiburg gerade mal 1,8%.
In dieser schlimmen Lage finden die Jugendlichen aus dem Elsass keine Ausbildungsplätze bzw. Jobs im benachbarten Südbaden, da die Schulpolitik in Strasbourg zu verhindern wusste, dass sie in jungen Jahren an der Schule Deutsch lernen konnten. Die französischen Bildungspolitiker in dieser Grenzregion sahen lange Zeit untätig und z.T. aufmunternd  zu, dass Deutsch bei der jungen Generation und ihren Eltern als altmodisch bzw. uncool galt und weiter gilt.

 

 

Nur noch 43 Prozent sprechen gut Elsässisch
Bezeichneten sich 1900 noch 95 Prozent der Bevölkerung im Elsass als Dialektsprecher, waren dies nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 noch 90,8 Prozent und 2001 immerhin 61 Prozent. Die letzte große Umfrage stammt von 2012. Zu diesem Zeitpunkt sagten 43 Prozent der Befragten, sie würden noch gut Elsässisch sprechen. 33 Prozent sprechen nur noch wenig den Dialekt oder verstehen ihn wenig, 25 Prozent verstehen gar nichts.
Besser sieht’s mit dem Image des Dialekts aus, der lange als rückständig oder altbacken galt. Dies war nach 1945 auch eine Reaktion auf die Annexion des Elsass durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg. Lange war es danach “chic de parler français”, toll, Französisch zu sprechen. 91 Prozent der Befragten wiesen die Aussage zurück, Elsässisch sei “ringard”, altmodisch, und für 90 Prozent wäre das Verschwinden des Dialekts ein Identitätsverlust für die Region. Solche Aussagen mögen dadurch zu erklären sein, dass das Engagement für die Rettung des Dialekts in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. So findet derzeit die 13. Ausgabe des Elsass-weiten Festivals “Friehjohr fer unseri Sproch” statt, es häufen sich zweisprachige Straßen- und Ortsschilder und im Regionalfernsehen sind Dialektsendungen weiter sehr erfolgreich.

Die Umfrage von 2012 hat das Office pour la Langue et la Culture d”Alsace (OLCA), Elsassisches Sprochàmt, in Auftrag gegeben. Seit 1994 setzt sich die Organisation im Auftrag der elsässischen Gebietskörperschaften für die regionale Identität und den Dialekt ein. Mit acht Vollzeitstellen und einem Jahresbudget von 900 000 Euro kann sich das Engagement durchaus sehen lassen; den Hauptteil der Kosten trägt die Region Elsass.
Wenig überraschend ist, dass der Anteil der Dialektsprecher laut Umfrage mit dem Alter steigt. So sprechen von den über 60-Jährigen noch 74 Prozent gut Elsässisch, 54 Prozent der Befragten im Alter von 45 bis 59 Jahren und nur noch 24 Prozent der 30- bis 44-Jährigen. Zwölf Prozent sind im Alter zwischen 18 und 29 Jahre, bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren sinkt der Anteil auf magere drei Prozent. Am wenigsten verbreitet ist der Dialekt in den Städten Straßburg, Colmar und Mulhouse: Hier sinkt der Anteil der Erwachsenen, die ihn beherrschen, unter ein Drittel. Am besten gehalten hat er sich im Nordelsass, am schlechtesten im Süden. Der Grund für die Erosion liegt in der Familie: So haben 90 Prozent der Dialektsprecher Elsässisch von ihren Eltern gelernt, aber nur 56 Prozent geben es an eigene Kinder weiter. …
4.4.2014
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Elsass auf dem absteigenden Ast

Die Arbeitslosigkeit steigt schneller als im Rest von Frankreich. Viele Jahre ging es dem Elsass wirtschaftlich besser als dem Rest von Frankreich. Es gab sogar Zeiten, in denen man in Südbaden neidvoll über den Rhein blickte wegen der niedrigen Arbeitslosenzahlen. Das hat sich geändert. Die Arbeitslosigkeit im Elsass steigt schneller als im Rest Frankreichs. Erst vergangene Woche hat mit der Textilfabrik Virtuose im Sundgau wieder ein elsässisches Unternehmen Konkurs angemeldet. 100 Arbeitsplätze stehen dort auf dem Spiel. Und beim Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën, einem der Sorgenkinder der französischen Industrie, hängt die Zukunft vieler Arbeitsplätze am Produktionsstandort Mulhouse vom Erfolg des neuen, ausschließlich dort gefertigten Peugeot 2008 ab.
Die Zahl der Insolvenzen in der Region hat binnen eines Jahres um 16 Prozent zugenommen. Seit 2000 sind mehr als 40 000 Arbeitsplätze verloren gegangen, davon ein maßgeblicher Anteil in der Industrie. Nun legt in diesem Frühjahr die Arbeitslosigkeit im Elsass erstmals stärker zu als in Frankreich insgesamt. Der beunruhigende Trend gilt nicht nur für den Monat März. Auch wenn man die vergangenen zwölf Monate betrachtet, liegt der Zuwachs in der Grenzregion mit 12,6 Prozent über dem französischen Trend von 10,2 Prozent. Ist auf die elsässische Wirtschaft als Garant für Wohlstand kein Verlass mehr? 10,8 Prozent und damit 3,2 Millionen Menschen ohne Job meldet die französische Arbeitsagentur Pôle Emploi für das ganze Land, der höchste Stand seit 1997. Das Elsass ist bei 9,2 Prozent Arbeitslosen angelangt. In Südbaden liegt die Arbeitslosigkeit unter vier Prozent. Der Straßburger Wirtschaftswissenschaftler Bertrand Koebel sieht den Beginn dieser Entwicklung nicht erst mit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008. “Die Arbeitslosigkeit nähert sich bei uns schon seit 20 Jahren der französischen Kurve an”, sagt Koebel. Noch 2000 lag die Arbeitslosenquote im Elsass mit fünf Prozent unter dem französischen Durchschnitt von acht Prozent.
Dass die Arbeitslosigkeit zwischen 2001 und 2011 im Elsass von allen französischen Regionen am stärksten gestiegen ist, hat eine Reihe von Gründen. Koebel macht zum einen die schwindenden Deutschkenntnisse in der Bevölkerung für diesen Trend verantwortlich. Zum anderen habe Osteuropa in den 90er Jahren, also nach dem Fall der Mauer, mit niedrigen Produktionskosten und qualifizierten Arbeitskräften Investitionen abgezogen. “In den 90er Jahren ist der Arbeitsmarkt im Elsass am stärksten eingebrochen”, sagt Koebel. Insbesondere Deutschland habe sich Richtung Osteuropa orientiert.
Wenngleich dem jüngsten Konjunkturbericht der Banque de France zufolge ein Großteil der elsässischen Unternehmer eher zuversichtlich in das kommende Jahr blickt, so gibt doch ein Faktor zu denken. 45 Prozent der Industriearbeitsplätze im Elsass hängen von ausländischem Kapital ab. Nach Paris steht das Elsass an zweiter Stelle mit seiner Dichte an französischen, aber auch ausländischen Konzernniederlassungen. Werden die Konzerne bleiben? Sony etwa hat unlängst sein Werk in Ribeauvillé mit mehr als 520 Beschäftigten verkauft.
Frank Becker, stellvertretender Direktor der regionalen Wirtschaftsentwicklungsagentur in Straßburg, wirbt für eine differenzierte Sicht der Lage. “Die Entwicklung ist gewiss nicht erfreulich”, räumt er ein, “genauso wenig halte ich sie aber für katastrophal”. Becker verweist auf Bereiche wie Molsheim bei Straßburg oder die Grenzstädte Saint-Louis im Süden und Wissembourg im Norden mit einer Arbeitslosenquote von etwa sechs Prozent, also weit unterhalb des regionalen Durchschnitts.
Vor Kurzem erst hat der amerikanische Lebensmittelkonzern Mars einen Ausbau seiner Niederlassung im Elsass für 40 Millionen Euro angekündigt, und er steht damit nicht allein. “Das Elsass bleibt interessant, nur leider nicht in dem Maße wie vor 20 Jahren”, sagt Becker. Dennoch gilt auch im Elsass: Der Anteil der Langzeitarbeitslosen steigt und die Jugendarbeitslosigkeit trifft insbesondere die Randgebiete der größeren Städte. Vom Staat mitfinanzierte Arbeitsplätze, wie die sozialistische Regierung sie fördert, werden das Problem nicht lösen. Was die regionale Politik betreibe, den Deutschunterricht zu fördern und die Arbeitsvermittlung über die Grenze hinweg zu verstärken, sagt Bertrand Koebel, ziele immerhin in die richtige Richtung.
4.5.2013, Bärbel Nückles

 

Zweisprachigkeit im Elsass

ABCM
ABCM hat zum Zweck „Allen Eltern, die den Wunsch haben ihren Kindern, eine regionale zweisprachige Schulerziehung vom jüngsten Alter an zukommen zu lassen, dies auch zu ermöglichen“. Das angestrebte Ziel ist „die sowohl mündliche als auch schriftliche Beherrschung der beiden Sprachen am Ende der Schulzeit, d.h. einfach ausgedrückt zweisprachig zu sein“. „Mit Regionalsprache ist das Deutsche sowohl in der Standardsform als auch in den fränkischen und alemanischen Mundarten der Region“.
ABCM-Zweisprachigkeit ist von den Inspections d’Académie vom Haut-et-Bas-Rhin als ein Elternverein anerkannt
Tomi Ungerer ist Ehrenpräsident.
http://www.abcmzwei.eu/sprachigkeit/

Elsässisches Sagenbuch
http://sagen-elsass.blogspot.de/

Grenzgänger – Francois Holande im Elsass (8.12.2012)
http://www.badische-zeitung.de/grenzgaenger/grenzgaenger-seelenmassage-in-soultzeren

Heimetsproch
http://www.heimetsproch.org/

OLCA
Das Amt für Sprache und Kultur im Elsass (OLCA – Elsassisches Sprochàmt) setzt sich für eine stärkere Präsenz der elsässischen Sprache in allen Bereichen des Lebens ein und unterstützt Initiativen von Vereinen, Gebietskörperschaften, Verwaltungen und Unternehmen. Das OLCA ist ebenfalls Informations- und Dokumentationszentrum für die regionale Sprache und Kultur. Seine Aufgabe besteht darin, die durch den Elsässischen Regionalrat und die Generalräte des Ober- und Unterelsass initiierte Sprachpolitik zu begleiten.
http://www.olcalsace.org/de

Unsri Heimet
Unsri Heimet ìsch a Verein vun lokàler Recht wu ohna Galdàbsìcht ìsch. As ìsch im Oktober 2009 gegrenda wurra.
Dr Ziel vu Unsri Heimet ìsch d’Verteidigung un d’Förderung vu dr elsassisch Idendität un Kùltùr.
Unsri Heimet wìll oï d’Elsassisch Bsunderheit durch verschedana Àktiona békànnt ga, un dàss durch d’kùltùrella Mìttel un Medien.
Àn dr initiativ vu Unsri Heimet fìndet mr a Gruppa vu junga Elsasser wu bewust sìn vu erna Wurtzla, un gànz gnàï d’rechtig Gschìcht vu ern’ra Gegend kenna. Si wìssa àwer oï wia bànnfàllig ehra Landla steht.
http://blog.unsri-heimet.eu

 

 

Pierre Kretz – Elsässischer Schriftsteller

Wieder Dialekttheater. Er adaptierte und übersetzte Goldoni und Molière. Aber, sagt er, “seit den 90ern hatten wir zunehmend Mühe, junge Laiendarsteller zu finden, die mit dem Dialekt aufgewachsen waren”. Es folgt 1995 sein Essay über “Die verlorene Sprache der Elsässer”. Kretz bringt seine Gedanken in einem Pamphlet zu Papier: Wenn die Sprache schon sterben musste, so wollte er, Kretz, ihr zumindest eine angemessene Trauerfeier bereiten. War er zu fatalistisch? Mitte der 90er Jahre ist das Elsass auch in aller Munde, weil Jean-Marie Le Pens rechtsextreme Partei Front National und deren regionaler Ableger Alsace d’Abord bei Wahlen hohe Stimmenanteile holen. “Ich wollte verhindern”, sagt Kretz, “dass das Interesse am Dialekt und an der regionalen Kultur mit solchen Strömungen verwechselt wurde”. ….
Alles vom 6.7.2012 bitte lesen auf
www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/mehr-als-eine-identitaet–60324694.html
www.pierre-kretz.fr

Islamfeindlich ist nicht gleich rechtsextrem
Was hat Islamfeindlichkeit mit Rechtsextremismus zu tun? Herrn Cordonnier (von Alsace d’abord) ist allenfalls vorzuwerfen, dass er sich nicht offen zu den Dingen bekennt, die er durch die “angebliche” Islamisierung bedroht sieht, die christliche Kultur also, die das Menschenbild geprägt hat, auf welchem die gesamte Rechtsordnung auf beiden Seiten des Rheins beruht. Und da nun einmal das muslimische Menschenbild mit dem christlichen nicht vereinbar ist, wird den Muslimen die französische wie auch die deutsche Rechtsordnung immer fremd und letztlich unakzeptabel sein. Woraus erhellt, warum Zugeständnisse an das muslimische Weltbild dem öffentlichen Frieden in Westeuriopa notwendigerweise abträglich sind.
23.12.2012, Stephan Tomaschek, Freiburg, www.der-sonntag.de

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