Rebound-Effekt Energieeffizienz

Steigende Energieeffizienz auch beim Wohnen kann den Verbrauch von Energie weiter ankurbeln, im Extremfall so stark, dass die Einspareffekte effizienterer Geräte komplett zunichte gemacht werden – man spricht vom Rebound-Effekt. Der Rebound-Effekt kann zwischen 10 und 80 Prozent der ursprünglichen Energieeinsparung zunichte machen – so eine  im Auftrag der EU durchgeführte Studie: http://www.ecologic.eu/de/4623. Skeptiker hingegen meinen, dass die Energieeffizienz komplett zu einem Mehrkonsum durch immer größere, hellere und wärmere Wohnungen und mehr gefahrene Kilometer führt, da die Energiekosten ja erschwinglich werden. Für den Wohnbereich dürfte realistisch sein, dass die durch Energieeffizienz verursachten Rebound-Effekte 25 % der Energieeinsparung wieder “auffressen”: Energieeffizienz kommt also zu 75 % als wirkliche Energieeinsparung an.

Die Fakten: Stolze 27 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Wohngebäude, davon 75 % auf Heizung und 11 % auf Warmwasser. Energetische Sanierungen (Dämmung, Heizung, …) ließen den durchschnittl.  Heizungs-Energieverbrauch zwischen 1998 und 2007 von 200 kWh/qm auf 161 kWh/qm sinken. Beim neugebauten Niedrigenergiehaus liegt die Obergrenze bei nur 70 kWh/qm, bautechnisch möglich sind 30 kWh/qm. Doch während die Energieeffizienz erfreulicherweise zugenommen hat, ist die Wohnfläche von 1991 bis 2007 um 23 % und die Anzahl der Wohnungen um 17 % gestiegen – bei einem Bevölkerungswachstum von nur 4 %. Der Trend zu immer größeren Wohnungen und mehr Ein-Personen-Haushalten durch Versingelung droht die Effizienzfortschritte bei Heizung- und Warmwasser aufzufressen. Und die Versingelung der Gesellschaft ist energieintensiv: Eine Person in einem Zwei-Personen-Haushalt verbraucht nur 74 % der Endenergie eines Singles in seinem einsamen Ein-Personenhaushalt. 
Rebound-Beispiele: Viele in die Decke eingelassene LED-Lampen verführen dazu, die Zimmerbeleuchtung überhaupt nicht mehr auszuschalten. Die durch die neue Heizung eingesparten Gaskosten werden für eine zusätzliche Flug-Urlaubsreise verwendet. Das neue kleine Auto wird viel häufiger gefahren als der alte große Wagen. Wir beanspruchen immer mehr Wohnfläche. E-Bike statt zu Fuß.
Das Auslaufen der Glühbirne als Beispiel positiver Effizienzentwicklung: In kurzer Zeitspanne von der Glühbirne mit ihren 12 Lumen/Watt über die Energiesparlampe mit 55 Lumen/Watt zu den LED-Lampen mit 100 Lumen/Watt.

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