Pro Schwarzwaldbauern 10 Jahre

Bei der Gründung des gemeinnützigen Vereins Pro Schwarzwaldbauern vor 10 Jahren habe ich betont, dass wir kein neuer Berufsverband sein wollen, sondern ein Kreis, in dem über eine Landwirtschaft nachgedacht wird, in der viele Schwarzwaldbauern ihre Zukunft finden. Heute fällt mir immer mehr auf, wie landwirtschaftliche Verbände im Wettbewerb um klassische berufs-ständische Forderungen (bessere Preise, höhere Prämien, neue Abgrenzungen  usw.) stehen. Diese materialistischen Forderungen versperren aber zunehmend den Blick auf die unterschiedlichen Standorte ebenso wie auf die Eigenheiten und Vorzüge der bäuerlichen Familienwirtschaft.

Verändern statt Weichen
ist unser Motto aus der Einsicht, dass nach dem herrschenden Wachsen und Weichen irgendwann der letzte Schwarzwaldbauer weichen wird. Verändern heißt aber nicht, nur gegen etwas oder gegen jemanden zu sein. Es geht um geistigen Wandel statt Strukturwandel. Verändern heißt für uns heute, unter den absehbaren Herausforderungen des demografischen Wandels auf dem Land, dem Klima-wandel sowie der Energiewende für die Berglandwirtschaft wieder eine Rolle zu finden. Also mehr als neue Ställe und schnelle Datenleitungen. Verändern heißt, den Blick wieder auf das Land zu richten, auf dem unsere Lebensgrundlagen nachwachsen. Unser Aschermittwochsgespräch 2013 wird diesen Fragen gelten. 

Zukunftsfähig werden durch Dialog und Empathie
Die auf Wachstum orientierte Entwicklung hat in der Landwirtschaft eine neue Gutsherrenart entstehen lassen. So zielen in diesem Stil landwirtschaftlichen Lobbyverbände nach wie vor auf Mitleid, obwohl oder weshalb die Gesellschaft sich immer weiter von der Minderheit Landwirtschaft entfremdet. Zudem kommt unter dem politisch forcierten Wettbewerbsdruck um (gute) Flächen, Quoten, Prämien und Marktanteile die dringend notwendige innerlandwirtschaftliche Diskussion über die Richtung der Landwirtschaft nicht in Gang, wie die Verhandlungen über die GAP 2020 zeigen.

Unser Forum findet in dieser Situation seine Rolle, indem wir nicht nur die Zukunftsthemen aufgreifen, sondern auch den Dialog (Gespräch und Austausch) darüber fördern. Als Schwachstellen erweisen sich das Verstehen (wollen) und Gewohnheiten. Noch wird zu wenig nachgefragt und zu viel vermutet. Das Zauberwort heißt Empathie, was nichts anderes heißt, als den/die Anderen gleich zu behandeln. Wir bedanken uns bei allen, die uns auf diesem Weg unterstützen. Unser aktueller Lesetipp zu unserer Arbeit:
Humus der Gesellschaft – Denkanstöße zur nachhaltigen Entwicklung von Land und Landwirtschaft
vom Ökosozialen Forum Niederalteich, ISBN 978-3-941425-47-7.
Erhältlich auch bei der Kontaktadresse für € 5 + Versandkosten. 

Liebe Mitglieder, FreundInnen und GönnerInnen,
wieder steht Weihnachten vor der Tür. Ein Fest zwischen Konsumrausch und Besinnung. Oder zwischen Rettungsroutine, dem neuen Wort des Jahres und Gelassenheit. Wir wünschen Ihnen/euch allen Zeit zur Besinnung und Hoffnung auf ein sinnvolles Neues Jahr. 
Herzliche Weihnachtsgrüße
Siegfried Jäckle, Forum Pro Schwarzwaldbauern e.V., spittelhof@t-online.de

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