Politik + Medien: Corona-Angst

Coronavirus: Über den Einfluss von Politik und Medien – Das Geschäft mit der Angst der Menschen. Von Hanspeter Schweizer: Selten so allgegenwärtig wie zurzeit. SARS-CoV-2, das Coronavirus, hat uns im Griff . Seit dem 2. Weltkrieg hat sich das Leben in Deutschland nicht mehr so einschneidend verändert wie seit Mitte März, als Schulen und Kitas schlossen und kurze Zeit später auch die meisten Einzelhandelsgeschäfte und praktisch alle Gaststätten. Massive Ausgangsbeschränkungen beeinflussten ab diesem Moment den Alltag nachhaltig.
Einige Maßnahmen waren sicherlich berechtigt, hatte man schließlich den Infektionsverlauf in anderen Ländern, die uns voraus waren, vor Augen. Das beherzte und entschlossene Handeln der Politik hatte aber auch seinen Grund in einem Umstand, mit dem viele nur schwer umgehen können: Einem schwerwiegenden Kontrollverlust. In einem solch hochentwickelten Land wie dem unseren, das in den vergangenen Jahrhunderten so viele Krankheiten ausgerottet hatte, die dem Leben ein vorzeitiges Ende bereitet? Fast undenkbar.
Und nun das. „Eine seltsame Lungenkrankheit aus China“, der man noch am Jahresanfang wenig Beachtung schenkte und die dann schon Ende Januar zur mehrtägigen Betriebsschließung eines bekannten bayerischen Autozulieferers führte. Was dann kam, ist bekannt: Das Virus, das bemerkte man schnell, verbreitet sich zügiger als bisher bekannte. Und ein Impfstoff gab es nicht. Doch berechtigt diese Tatsache dazu, Angst und Panik zu schüren? Sobald sich ein gewählter Volksvertreter in Radio und Fernsehen zu Wort meldete, waberte Pessimismus mit.
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Und nach gut fünf Wochen, als die anfangs erhofften Fallzahlen deutlich unterschritten waren, warnte Angela Merkel vor einem „zerbrechlichen Zwischenstand“ und Lothar H. Wieler vom Robert-Koch-Institut meinte, das sei nur eine Momentaufnahme. „Wir müssen die Entwicklung immer wieder neu bewerten“. Hat jemals jemand gesagt „Mensch toll, wir sind auf einem guten Weg“ oder so? Warum die meisten Medien die pessimistische Grundhaltung der Entscheidungsträger eins zu eins aufgriffen und verbreiteten und dabei die durchaus auch erwähnenswerten Fortschritte in der Bekämpfung dieser Pandemie ignorierten, bleibt unklar. Dabei gibt es doch Fakten, die schwer zu widerlegen sind:
Medial verbreitet wurde . . . Die Zahl der Infizierten wächst derzeit um durchschnittlich etwa 3000 pro Tag auf aktuell 147.000 (Stand Dienstag Mittag).
Wahr ist aber auch: In diesen 147.000 infizierten Menschen sind 85.000 Genesene. Tatsächlich sind also „nur“ 62.000 erkrankt.

Medial verbreitet wurde . . . Die Zahl der Infizierten wächst derzeit täglich um knapp 3%.
Wahr ist aber auch: Die Zahl der Genesenen – zurzeit etwa 57% (!) der Infizierten – wächst im selben Zeitraum etwa doppelt so stark.
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Medial verbreitet wurde . . . Täglich kommen in Deutschland durchschnittlich etwa 3.000 Neuinfizierte hinzu.
Wahr ist aber auch: Nur 20% der Infizierten erkranken an Corvid-19. Von diesen 20% haben die meisten nur leichte bis mittlere Symptome.
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Medial berichtet wurde . . . 30% der Deutschen sind für die Einführung einer GesichtsmaskenTragepflicht.
Wahr ist aber auch: 70% der Deutschen sind demzufolge nicht dafür. Darunter sind sowohl erklärte Gegner als auch Menschen, denen es egal ist. Aber es ändert nichts daran: 70% sind nicht dafür.
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Medial berichtet wurde . . . Die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen liegt aktuell bei knapp über 5.000. Wahr ist aber auch: Während der letzten großen Grippe-Epidemie 2017/18 starben nach Informationen der Deutschen Apotheker Zeitung in Deutschland etwa 25.000 Menschen.

Medial berichtet wurde . . . Täglich gibt es in Deutschland durchschnittlich etwa 3.000 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus.
Wahr ist aber auch: Seit zwei Wochen ist die Zahl der täglich durchgeführten Tests bei über 100.000. Bedenkt man, dass nur Menschen mit klaren Symptomen getestet werden oder solche, die sich in Risikogebieten aufgehalten oder Kontakt mit Infizierten hatten, erscheinen die 3% der positiv Getesteten nicht gerade hoch.
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Man muss diese Pandemie ernst nehmen, keine Frage. Eine gesunde Vorsicht im täglichen Umgang ist angebracht. Aber es ist auch nicht verboten, sich über positive Tendenzen zu freuen.
In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund.
Hanspeter Schweizer. Herausgeber Dreisamtäler
22.4.2020, http://www.dreisamtaeler.de

Einige Leserbriefe zum o.a Beitrag. “Coronavirus: Über den Einfluss von Politik und Medien”
Vielen herzlichen Dank, Herr Schweizer,
für die überfälligen, mutigen, aufklärenden, zurechtrückenden, erhellenden Zeilen des Coronaartikels auf der aktuellen Titelseite. Ich bin von Haus aus Clownin. d.h. mein Job ist es, in ernste Angelegenheiten ein wenig Freude zu bringen . . . Und so hat sich die Clownin in mir einen Hörschutz gebastelt. Mein Hörschutz, der mich vor einseitigen Infos der Massenmedien schützt  und auf der Krone steht: http://www.IchbinandererMeinung.de Herzlichen Dank,
29.4.2020, Patricia Karcher, Kirchzarten und Freiburg
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Dankeschön
. . . für Ihre kritische Berichterstattung und Ihren Mut,
sehr geehrter Herr Hanspeter Schweizer! Ihr Artikel zur CoronaBerichterstattung im Dreisamtäler vom 22. 4. ist ein Lichtblick im Dunkel der aktuellen Medienlandschaft. Herzlichen Dank!
29.4.2020, Jörg Dürr, Freiburg
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Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt?
Sehr geehrter Herr Schweizer, vielen, vielen Dank für Ihren kompetenten, offenen, unaufgeregten und objektiven Artikel im Dreisamtäler. Ich hätte es nicht besser formulieren können. Als Volljurist und ehemaliger Anwalt mit über 30 jähriger Berufserfahrung schmerzt es mich zu sehen wie unsere Grundrechte derart eingeschränkt werden. Bei einer Einschränkung der Grundrechte bedarf es eines Gesetzes, u.a. wird hierzu das Infektionsschutzgesetz angeführt. Das Gesetz trägt jedoch meines Erachtens mitnichten Einschränkungen wie Ausgangssperren, Kontaktverbote, Maskenpfl icht, Anordnungen, dass sich in Privatwohnungen nicht mehr als 5 Personen (Ausnahme Familie) aufhalten dürfen. Selbst wenn das Gesetz diese massiven Grundrechtseinschränkungen tragen würde, muss der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Anwendung finden.
Ich frage mich ernsthaft, ob dieser Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt ist, wenn 99,7 % der deutschen Bevölkerung (hohe Dunkelziff er bei dieser Prozentzahl berücksichtigt) nicht infiziert sind. Grundrechtseinschränkungen können nicht aufgrund von (unsicheren) Prognosen und hypothetischen Vermutungen von Fachleuten (z.B. im Oktober 2020 wird unser Gesundheitssystem überlastet sein) erfolgen, sondern nur aufgrund der aktuellen tatsächlichen Lage. Im Übrigen ist die große Welle, wie immer wieder für Mitte April 2020 vorausgesagt, nicht aufgetaucht, dafür wurden zahlreiche auch lebensnotwendige Operationen zurückgestellt. Fazit: Es gibt mittlerweile ca. 650.000 Tests wöchentlich in Deutschland, davon sind nur ca. 3-8 Prozent positiv. 99,7% sind nicht infiziert, aber der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei dieser massiven Einschränkung der Grundrechte soll gewahrt ein. Da habe ich erhebliche Zweifel….
29.4.2020, Karl-Martin Öttinger, Kirchzarten
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Liebe Redaktion, mit großer Freude habe ich den Leitartikel “Coronavirus: Über den Einfl uss von Politik und Medien” gelesen. Da seriöser und kritischer Journalismus, zeitgleich mit Nudeln und Klopapier, Mangelware geworden ist, finde ich es umso erfreulicher, wenn es ihn doch noch gibt. Man macht sich damit ja leider aktuell nicht unbedingt beliebter. Deshalb möchte ich mich ganz herzlich für Euer Rückgrat bedanken! Bitte macht weiter so! Eigentlich mache ich für meine Firma keine “Offlinewebung” mehr. Aber wenn ich es noch mal versuche dann zuerst bei Euch.
29.4.2020, David Koetter,
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Das Geschäft mit der Angst der Menschen
Vorhin habe ich Ihren Artikel im Dreisamtäler gelesen „Über den Einfluss von Politik und Medien – Das Geschäft mit der Angst der Menschen: selten so allgegenwärtig wie zurzeit. Ich möchte Ihnen für diesen unaufgeregten, kritischen, reflektierten Artikel ganz herzlich danken! Es war eine Wohltat, einmal so etwas Vernünftiges zu der ganzen Debatte zu lesen. 29.4.2020, Alia Ciobanu, Stegen
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Sehr geehrter Herr Schweizer, sehr gefreut habe ich mich heute über den von Ihnen verfassten Artikel zum Umgang der Politik und der Medien mit der aktuellen Situation. Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, sondern nur gratulieren und Ihnen dafür danken, dass Sie sich öff entlich kritisch zu dem Krisen-Management unserer Regierung äußern und auch auf die Medien einen kritischen Blick werfen! Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich breit unterstützt fühlen und hoff e, dass Wir diesen Wahn-Sinn doch recht bald überwunden haben werden… In diesem Sinne – bleiben Sie weiterhin gesund und mutig!
29.4.2020, Martin Ebert, Stegen
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Sehr geehrter Herr Schweizer, endlich gibt es mal wieder etwas Interessantes, etwas Positives zu lesen! In Ihrem Artikel nehmen Sie eine eigene Perspektive auf die Corona-Krise ein, stellen kritische Fragen, bieten Informationen an, die sonst oft unter den Tisch fallen. Die freiheitlich demokratische Grundordnung lebt von einem lebendigen Meinungsbildungsprozess in freier Rede und Gegenrede sowie von einer breit aufgestellten Presse, in der die verschiedensten Meinungen, Expertenansichten und Erfahrungswerte unzensiert dargestellt werden, auf dass der mündige Bürger sich daraus selbst seine Meinung bilden kann. Nach dem Konsum einiger öffentlich-rechtlicher Medien fühlte ich mich in letzter Zeit eher, als hätte ich einen emotional manipulierenden Walt-Disney-Film geschaut: geschockt, bedrückt, verunsichert.
Danke, dass Sie und Ihre Mitarbeiter in Ihren Beiträgen auch den positiven Dingen Raum geben und zum selbständigen Denken anregen!
29.4.2020, Rebecca Rösch, St. Peter
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Lieber Herr Schweitzer, als ehemaliger Kontrolleur – Sie erinnern sich hoffentlich – lese ich jede Ausgabe mit großem Interesse und alter Verbundenheit. Diese Woche haben Sie mir mit Ihrem Aufhänger auf der ersten Seite absolut aus dem Herzen gesprochen. Seit Beginn dieser Pandemie dreht es sich nur noch um Angst, Angst und nochmal Angst und ich frage mich die ganze Zeit, wo der freie, mitdenkende und anders denkende Journalismus geblieben ist. Herzlichen Dank.
29.4.2020, Michael Neumann, Freiburg

Meine Frau und ich wollen Ihnen unseren herzlichen Dank aussprechen für den beherzten und aufklärenden Artikel zu Corona in der Ausgabe vom 22. April 2020. Wir wünschen Ihnen weiterhin den Mut solch starke Artikel im Dreisamtaeler heraus zu bringen. Wir freuen uns über diese hoffnungsvollen positiven Tendenzen!
29.4.2020, Benjamin und Jule Jäger, St. Märgen
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Hanspeter Schweizer: Coronavirus – sind die Maßnahmen gerechtfertigt?
Angst und Verunsicherung sind weit verbreitet, seit uns dieser ominöse Virus den Alltag versaut. Aber sind die verhängten Maßnahmen noch verhältnismäßig? Die Einschränkungen bei Aufenthalten außerhalb der eigenen Wohnung – maximal zu zweit, wenn man keine Familie ist – kann man schon schwer verstehen, die Wahl der erlaubten Branchenöffnungen noch weniger.
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Man hat nicht mal versucht, einen Katalog mit Auflagen zum Beispiel für die Gastronomie zu diskutieren. Jeder Gastwirt hätte die Zahl der Plätze drinnen wie draußen liebend gerne reduziert, Hygienemaßnahmen eingehalten und sein Personal mit diesen leidigen Gesichtsmasken ausgestattet. Apropos Gesichtsmasken: Es war schon letzte Woche schwer zu ertragen, wie scheinbar ganz normale Zeitgenossen schwerwiegendst gegen das Vermummungsverbot von 2019 verstoßen haben (BGB: Eine Straftat, die gemäß § 27 Abs. 2 bzw. § 29 Abs. 2 VersammlG mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr . . . und so weiter). Nochmal zur Erinnerung: Vor fünf Wochen stellte unser Ministerpräsident die Wirksamkeit solcher Stofflappen selbst noch in Frage, kaum einen Monat später präsentiert er sich vermummt in Zeitungsanzeigen.
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Wie blöd ist das denn? Und der in Diensten der Berliner Charité stehende Lockenkopf noch im März: „Auch alternative Masken sind sinnvoll“, und er meinte damit sicher auch Schals, die, so wissen mittlerweile auch Nicht-TV-Virologen, eher gänzlich nutzlos sind. Kretschmann keine fünf Wochen vor seiner unseligen Anzeigenkampagne: „Es wird bei uns keine Maskenpflicht geben“ . . . das Internet vergisst auch hier nichts.
Gesunder Menschenverstand demonstriert da schon eher der aus der Versenkung aufgetauchte Wolfgang Schäuble: „Wenn ich höre, alles andere hat vor dem Schutz des Lebens zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Grundrechte beschränken sich gegenseitig“. Und: „Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist es die Würde des Menschen“. Und die sollte auch in Zeiten der aktuellen Krise unantastbar sein.
29.4.2020, Hanspeter Schweizer, Kirchzarten im Dreisamtal
http://www.dreisamtaeler.de

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