PH Freiburg – Esskursion durch 50 Jahre Esskultur

Prof. Dr. habil. Udo Ritterbach, Professur in der Fachrichtung Ernährung und Konsum an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, hat sich zum 50-jährigen Jubiläum der PH etwas Besonderes mit seinen Studierenden überlegt und innerhalb von nur drei Monaten die „Esskursion durch 50 Jahre Esskultur“ mit mehreren Stationen entwickelt. Die an­gehenden Lehrer/innen haben in Eigenregie und Teamarbeit überlegt, wie sie das Thema Esskultur praxisnah und anschaulich vermitteln können.

In der großen Lehrküche der PH riecht es nach Schokolade. Eine Gruppe Schüler darf ein Stück vom kalten Hund pro­bieren, den Sonja Huber, Mitarbeiterin am Institut für Ernährung und Konsum, mit den Studierenden vorbereitet hat. Er besteht aus Schichten von Schokolade und Butterkeksen. Sonja Huber erklärt, dass nach dem Krieg die Mensch­­en froh waren, endlich wieder genug Essen zu haben und den Wunsch nach süßen und fettigen Gerichten hatten. Der Kuchen schmeckt lecker, aber für Übergewichtige ist das keine geeignete Speise. Dann geht es weiter durch die Jahrzehnte, in den 70ern gab es Fliegenpilze aus Eiern und Tomaten für die Party, 1975 erobern nach den schon lange beliebten Brausetütchen die Brauselollis den Markt. In den 80ern, nach Tschernobyl, gab es eine Besinnung auf regiona­le Produkte, dazu gibt es Buchweizengrütze mit Himbeeren zum probieren. Am Ende steht ein Schokoladenbrunnen, in den alle Schüler ein Stück Obst tauchen können. „Das soll die modernen Empfehlungen der Ernährungswissen­schaftler verdeutlichen. Es geht darum, gesunde Sachen, wie Obst, zu sich zu nehmen und sich ab und zu in Maßen da­zu etwas Leckeres, wie Schokolade zu gönnen, damit der Ge­nuss nicht zu kurz kommt“, so Sonja Huber, „aber es muss nicht gleich eine ganze Tafel am Tag sein.“ Allein für diese Erkenntnis hätte sich die Veranstaltung schon gelohnt. Zum Abschluss gibt es Rezeptkärtchen mit den leck­er­en Gerichten. Monika Hock, Lehrerin an der Karl-Brachat-Realschule ist extra mit ihren 27 Schüler/innen aus der 9ten Klasse aus Villin­gen zur Esskursion an die PH an­gereist.
Den Schülerinnen Michelle und Maike hat die Veranstaltung gut gefallen. Sie sind sich darin einig:  „Wir haben schon einige Dinge gewusst, aber es war viel Neues für uns da­bei und spannend gestaltet.“ Maike meint: „Am besten ge­fallen hat mir, als wir selber Pizza backen durften.“ Mich­elle: „Ich fand die Zeitreise durch die Jahrzehnte mit den Pro­bierhäppchen am schönsten.“ Den Schülern hat es Spaß ge­macht, es ist erstaunlich wie unterhaltsam Lernen sein kann. Das Ganze war spannend und spielerisch gestaltet. „Es geht mir darum, den Kindern Alltagskompetenzen zu vermitteln, damit sie sich selber versorgen können“, so Udo Ritterbach. Manch einer macht hier neue Erfahrungen. Das kann zum Beispiel die erste Begegnung mit Buchweizen sein, aber in der Gruppe wird das dann probiert. Die Kinder sind hier offener als Zuhause und bereiter Gewohnheiten zu ändern um ihr Spektrum zu erweitern. Zur Ernährungs- und Verbraucherbildung kommen bei Udo Ritterbach auch noch ökologische und soziale Aspekte dazu. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, die Kinder merken, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur für ihre eigene Gesundheit sorgen können, sondern auch für die Gestaltung  ihrer Zukunft mitverantwortlich sind.
10.8.2012, Anja Lusch, Littenweiler Dorfblatt

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