Pferdefleisch wird Rindfleisch

Bis vor kurzem haben viele Verbraucher – nicht nur aus Großbritannien – Lasagne und andere Tiefkühlfertiggerichte gegessen, in denen nicht “reines Rind” enthalten war, sondern Pferdefleisch, das vom Schlachter in Rumänien über Zypern, Italien, Südfrankreich und Luxemburg zur englischen Tiefkühlfirma Findus gelangte. Wer nun hat das Pferde- versehentlich für Rindfleisch gehalten oder auch nicht?

(1) Irgendwo ins irgendeinem Land grasen Pferde.
(2) Ein Schlachthaus in Rumänien erwirbt und schlachtet die Pferde, deren Herkunft geheim bleibt.
(3) Ein Händler aus Zypern kauft das Pferdefleisch und läßt es von einem holländischen Spediteur nach Nikosia transportieren und in seiner Kühlhalle einlagern.
(4) Der französische Importeur Spanghero mit Sitz im südfranzösischen Castelnaudary ordert das Pferdefleisch und liefert es an den in Metz ansässigen Tiefkühlkosthersteller Comigel, der das Fleisch in seiner Filiale in Luxemburg zur Herstellung von Lasagne und anderer Fertiggerichte wie Canneloni, Hackfleisch, Moussaka bzw. Spaghetti  Bolognese verwendet.
(5) Compigel verkauft die Tiefkühlfertiggerichte in 16 Länder, darunter an den Tiefkühllieferanten Findus.
(6) Findus beliefert hauptsächlich den markt in Großbritannien, wo das als “reines Rind” gdeklarierte Pferdefleisch dann entdeckt wurde.

Pferdefleisch ist gesundes Fleich
Pferdefleisch ist erkennbar an der faserigen und sehnigen Konsistenz sowie an der Farbe. Fachleute können das Pferdefleisch leicht von Rundfleisch unterscheiden.
Pferdefleisch ist gesund: fettarm, cholesterinärmer als Schweine- und Rindfleisch. Artgerechte Haltung, da es bei Pferden keine Massentierhaltung, denn Pferde lassen sich nicht so einfach mästen. Das frühere Arme-Leute-Essen
wird heute von gesundheitsbewußten menschen geschätzt.
12.2.2013

Der Verbraucher hat seine Macht noch gar nicht entdeckt
Der Kunde mit seinem individuellen Konsumverhalten ist mächtiger als der Staat mit seinen Verordnungen und Gesetzen: Je mehr Verbraucher beim Metzger ihres Vertrauens – um die Ecke oder auf dem Wochenmarkt – kaufen, umso geringer der Umsatz der fragwürdigen Fleischindustrie, die um jeden Preis auf Billigware setzt. Je öfters die Verbraucher auf vorfabrizierte Fertiggerichte verzichten, selbst kochen und dabei Fleisch nur als Beilage vorsehen, umso mehr schwindet die Macht der Agrarindustrie mit ihrer Massentierhaltung.
15.2.2013

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