Otteni Restauratorin Mode UKS

In der UKS Fabrik am Kreuzsteinacker 2-8 in FR-Littenweiler arbeiten 26 Künstler und Gewerbetreibende unter einem Dach. Am Klingelschild von Michaela Otteni steht: Dipl. Restauratorin, Wandmalerei, Architektur, Sichtbeton. Seit 2008 hat sie ihre Werkstatt in einer der ehemaligen Garagen der UKS, ist eine echte Littenweilermerin und näht auch noch handgemachte Unikate für „Kuscheltiereltern & flinke Flitzer“. 

 

Geboren ist Michaela Otteni in Littenweiler, besuchte den St. Barbara-Kindergarten und schließlich die Reinhold-Schnei­der Schule, die damals „noch ganz anders aussah“. Nach dem Besuch des St. Ursula-Gymnasiums absolviert  sie eine Lehre zur Bauzeichnerin im Erzbischöflichen Bau­amt Freiburg und kam über ein Praktikum nach Dresden. Hier besuchte sie die Hochschule für Bildende Künste und belegte den Studiengang „Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut“. Im Mittelpunkt des fünfjährigen Studiums stand die Arbeit an un­wiederbringlichen Kunstwerken, für die wissenschaftliche und praktische Kompetenzen unerlässlich sind.

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Im Jahr 2007 beendete Michaela Otteni mit Diplom ihr Stu­dium und kehrte in den Süden zurück, wo sie heute mit ihrer Familie in Ebnet lebt. 2008 mietete sie ihr Werkstatt-Lager in der UKS an. „Darüber habe ich mich sehr gefreut, dass man jetzt Räume in der UKS anmieten kann; ich kannte das ja hier noch alles aus Kindertagen; da sah das Ge­lände ganz anders aus  – auch die Reitschule Rosenstihl war ja noch da. Als ich den Raum vor sechs  Jahren an­mie­te­te, waren nur die Glastüren und -fenster drin. Da war es noch sehr ursprünglich und manchmal ganz schön kalt beim Arbeiten. Inzwischen hat die Vermieterin eine Hei­zung einbauen lassen und es ist sehr gemütlich geworden. Das Werkstatt-Lager nutzt Michaela Otteni beispielsweise zur Materialprüfung, „denn hier kann ich auch mal etwas liegen lassen, damit es in Ruhe trocknen kann.“  Für sie schließt sich eine Phase der Selbständigkeit an, in der sie unter anderem Stuckdecken restauriert, Bauuntersuchungen /Bauforschungen übernimmt, so zum Beispiel im Frei­bur­ger Münster oder im Augustinermuseum. Zu ihrer Arbeit gehören die Voruntersuchung, Analyse und Kon­zeptentwicklung über die eigentliche Konservierung oder Restaurierung bis hin zur notwendigen Dokumentation und weiterführenden Betreuung. Michaela Otteni benötigt dazu umfassende handwerkliche Fähigkeiten und ein großes künstlerisches Einfühlungsvermögen, Kenntnisse über die historischen Erscheinungsfor­men, deren Materialien, sowie chemisches und physikalisch­es Wissen. War der Restaurator früher vor allem ein künst­ler­isch ausgebildeter Fachmann, der die Wiederherstellung eines ursprünglichen Zustands zum Ziel hatte, eben das Rekonstruieren; so will die Restauratorin heute dem „Alters­wert“ mehr Bedeutung einräumen. Sie arbeitet mit Fach­leu­ten zusammen und tauscht sich über Vorgehensweisen der Ar­beit aus.
Inzwischen ist sie bei einem freien Restaurator in Freiburg fest angestellt und auch auf Baustellen unterwegs, prüft vor Ort, ob vielleicht an historischen Gebäuden alter Putz oder Mal­schichten vorhanden sind, bevor dort eine Elektroleitung verlegt werden kann.
Neben ihrer beruflichen Tä­tig­keit geht sie einer weiteren Leidenschaft nach, dem Nähen von Kinderkleidung wie coolen Hosen mit umlaufenden Innentaschen oder far­ben­froh­en Kleidern mit praktischen Elementen für alle Samm­ler­innen von Steinen und Schneckenhäuschen, tollen Acc­ess­­oires wie Mützen, Lenkertaschen, Tragebeutel in denen der geliebte  Teddy oder die Puppe sicher bei allen Kin­der­aben­teuern dabei sein kann. Dabei setzt sie auf Naturdrucke, die in irgendeiner Weise den Schwarzwald aufleben lassen und unterstreicht ihre Stücke mit dem Logo „Bollen­hüt­chen“, wobei jedes ihrer genähten Werke mit drei Filz­boll­enhütchen veredelt ist. So kann man bei ihr ganz individuelle Kleidungsstücke er­wer­ben, die sie auf Wunsch anfertigt und überwiegend aus öko­logischen Stoffen mit Fotodruck oder Retro-Motiven ge­arbeitet sind; wichtig ist ihr, dass die Harmonie stimmt. Als Restauratorin hinterlässt man seine Handschrift nicht, da ist „eine Arbeit gut, wenn man sie nicht sieht“. Die von Michaela Otteni genähten Unikate „für Kuscheltiereltern & flinke Flitzer“ fallen durch ihre leuchtenden, geschmackvollen Farben und kreativen Elementen jedem ins Auge – un­über­sehbar.
7.4.2014, Beate Kierey, Littenweiler Dorfblatt

Michaela Otteni, 
UKS Fabrik am Kreuzsteinacker 2-8, 79117 Freiburg,  bollenhuetchen@yahoo.de,
Tel 0177 – 68 104 86, www.bollenhuetchen.de

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