Osterbrot – Karfreitagslaible

Viele Traditionen scheinen in den hektischen, konsumorien­­tierten Zeiten verloren zu gehen, so auch das Backen eines Osterbrotes. Am Karfreitag wurde das Osterbrot und dazu noch ein „Kar­freitagslaible“ gebacken, dem man besondere Segenskraft zusprach. Das „Karfreitagslaible“ wurde deshalb nicht ge­gessen, sondern sollte, wie andere Segenszeichen auch, das Haus vor Feuer und Unwettern schützen. Das Osterbrot galt im christlichen Sinne als Deutung auf die Auferstehung Christi. Mit ihm wurde am Ostersonntag die Fastenzeit beendet. Zu diesem Anlass wurden besondere Speisen auf den Tisch gebracht. Das Osterbrot aus süßem Hefeteig, wurde mit Mandeln, Nüssen und Rosinen in der klassischen Zopfform oder mit einem tiefen Kreuzeinschnitt gebacken und bevorzugt mit roten Eiern verziert. Alle Zutaten hatten symbolische Bedeutung, wie beispielsweise die safrangelbe Färbung des Brotes, welche die wiederkehrende Kraft der Sonne spiegelte und die eingebackenen Früchte, die den Wunsch nach einem fruchtbaren Jahr zum Ausdruck bringen sollten. 

Bäckermeister Klaus Feger knüpft an die Tradition an und  bietet zum Osterfest ein spezielles Brot an. Er backt in seiner Backstube in der Alemannenstraße ein griechisches Osterbrot, das dem Hefezopf sehr ähnlich ist. Seinen süßen Ge­schmack bekommt der Hefeteig für das griechische Oster­brot durch die Verwendung von Anis und geriebenen Oran­genschalen. Feger formt runde Brote und schneidet vor dem Backen ein Muster hinein, bestreicht den Teig mit Ei­gelb und bestreut ihn mit Sesam-Samen. Zum Schluss wird in der Mitte ein Ei platziert! Da ein Verkauf am Ostersonntag untersagt ist, kann das Osterbrot in Fegers Backstube bereits am Samstag erstanden werden.
2.2.2.13, Beate Kierey, Littenweiler-Dorfblatt

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