Oekologischer Ausgleich – Natur

Ökologische Ausgleichzahlungen – wie moderner Ablasshandel. Die Bahn zahlt als Ausgleich für den Schienenausbau 1,3 Millionen Euro für den Eingriff in den Mooswald bei Freiburg. Nur 200 000 Euro sollen in Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes Mooswald für Fledermäuse durch die Herausnahme von Teilen des Waldes aus der Bewirtschaftung und Neupflanzungen investiert werden. Dagegen hat sich bereits Widerstand der Tuniberg-Gemeinden geregt, die ihre Nutzungsmöglichkeiten des Waldes nicht eingeschränkt sehen wollen. Der größte Teil der Ausgleichsabgaben soll in Bildungsangebote für nachhaltige Entwicklung fließen. Dabei handelt es sich um Vorzeigeprojekte der Umweltbürgermeisterin. Unter den geförderten Projekten befinden sich unter anderem das Planetarium, ein städtischer Abenteuerspielplatz und der Verein Solare Zukunft.
Der bisherige Verlauf der Suche nach sinnvollen Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen, wie sie die naturschutzrechtlichen Eingriffsregelungen festlegen, zeigt, dass diese Regelungen viel zu viele Schlupflöcher bieten, welche gerne von den Kommunen oder, wie im vorliegenden Fall, der Bahn genutzt werden. Häufig wird um die immer knapper werdenden Bodenressourcen mit Landwirten oder bauwilligen Kommunen gerungen. Die mögliche Lösung von Ausgleichszahlungen oder ökologischen Punktekontos, welche an anderen Orten und zu späteren Zeiten für fragwürdige Maßnahmen eingesetzt werden können, muten wie moderner Ablasshandel an. Häufig werden Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerdurchlässigkeit für Wanderfische zu Ausgleichsmaßnahmen erklärt, obwohl durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie alle Kommunen sowieso dazu verpflichtet sind, unsere Fliesgewässer ökologisch aufzuwerten. Ausgleichsbiotope müssen nur 25 Jahre von den Behörden gepflegt werden, danach kümmert sich niemand mehr darum, was nicht gerade nachhaltig ist.
Alle diese Tricks helfen Geld zu sparen, dem Naturschutz helfen sie oft wenig. Wurde denn von der Bahn und den Freiburger Behörden nicht geprüft, ob der Natur wirklich dienende Neuanlagen von Waldkorridoren und Grünbrücken zur Verringerung der zunehmenden Zerstückelung des Rheintals infrage kämen? Nur solche Maßnahmen würden der Tierwelt, wie beispielsweise der Wildkatze, zugute kommen und nicht die Förderung von städtischen Einrichtungen, welche den Stadtsäckel schonen. Der Stadt Freiburg mit ihren vielen Bauvorhaben, welche an den Stadträndern immer mehr Naturflächen zerstören, stünde der Einsatz von Ausgleichszahlungen der Bahn zum Wohle des Naturschutzes in der Fläche besser an. 
28.1.2015, Simone Rudloff, Kirchzarten

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