Oberried-Peru 20 Jahre Partner

Seit 20 Jahren besteht zwischen der Pfarrgemeinde „Mariä Krönung“ in Oberried und der Pfarrgemeinde Inmaculada Concepción in Mollendo/Peru eine Partnerschaft, die nun mit einem großen Jubiläumsfest gefeiert wurde. Das Haus für Kinder in Mollendo, die „Albergue Infantil Krönung von Maria Inmaculada“ , wurde mit Hilfe der  Bevölkerung von Oberried und des Kindermissionswerks in Aachen in 2001 gebaut.

Das Fest begann mit einem Gottesdienst, passend zum Erntedankfest als Dankgottesdienst zum Thema „Dienst am Leben und an der Schöpfung – unser Auftrag als Kirche“. Monsignore Wolfgang Sauer, der über viele Jahre hinweg das Referat Weltkirche in der Erzdiözese Freiburg leitete, betonte in seiner Festpredigt, dass Partnerschaft „Menschen brauche, die aufeinander neugierig sind, füreinander Interesse entwickeln, miteinander und voneinander lernen und sich begegnen und immer mehr kennenlernen wollen – auch im Glauben -; so könne Partnerschaft gelingen“. Sauer hat das Entstehen der Partnerschaft in Oberried und viele Schritte des Wachsens und Reifens begleiten können.
Der Jubiläumsgottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenchor und dem Singkreis der Landfrauen. In  der Gabenprozession brachten einzelne Gruppierungen –so wie es in Peru üblich ist – „ihre Welt“ zum Altar: ein Musikinstrument, Briefe und Partnerschaftskerze, Früchte der Erde, die Kollekte für das Haus für Kinder, die Albergue, in Mollendo. Texte, Lieder und Fürbitten drückten Dankbarkeit und Freude, aber auch Sorge um weltkirchliche Entwicklungen aus.
Nach dem Gottesdienst waren die Pfarrgemeinde und alle Gäste zum Fest unter dem Motto „Buntes Peru“ in die Oberrieder Goldberghalle eingeladen. Dort stellten die Mitglieder des Eine-Welt-Kreises die Entstehung und Entwicklung der Partnerschaft vor und unterstrichen besonders den Solidaritätsgedanken, der seit 20 Jahren breite Unterstützung in der Bevölkerung findet. Während des Festes konnten Kinder und Eltern an verschiedenen Stationen erleben, wie und womit Kinder in Peru spielen oder basteln. Der Film „Die Bleikinder von Oroya“ zeigte Kinder im vergifteten Lebensumfeld von Blei- und Kupferminen – eine traurige Wirklichkeit. Filmausschnitte des Musicals „Damit Kinder leben können“, das von über 100 Kindern in Oberried aufgeführt wurde, riefen Erinnerungen an das 10jährige Jubiläum 2003 wach. Das Fest wurde musikalisch umrahmt von der Trachtenkapelle Oberried und der lateinamerikanische Musikgruppe WILKABAMBA.


   
Die Partnerschaft zwischen den beiden Pfarrgemeinden wird ganz besonders geprägt von der Säule der Solidarität, die sichtbar wird im Haus für Kinder in Mollendo, die „Albergue Infantil Krönung von Maria Inmaculada“ heißt. Das Haus am Rande von Mollendo wurde initiiert vom damaligen Pfarrer, Pater Alberto Chambila Condori. Mit Unterstützung der Bevölkerung von Oberried und des Kindermissionswerks in Aachen konnte es gebaut und 2001 eingeweiht werden. Die Albergue bietet Kindern aus den Armenvierteln Räume, in denen sie regelmäßig ein warmes gemeinschaftliches Mittagessen erhalten. Vormittags werden Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren und Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut. Zum Mittagessen kommen die Schulkinder, die am Nachmittag in der Albergue Hausaufgaben machen und dabei von Lehrern, die keine Arbeit haben, unterstützt werden. Eine Sozialarbeiterin kennt das familiäre Umfeld der Kinder und arbeitet mit den Eltern. Eine Psychologin kümmert sich um schwierige Kinder, die häufig Gewalt und Missbrauch erfahren haben. Zudem bietet die Albergue den Kindern Raum zum Spielen, Singen, Tanzen und Feiern. Sie erfahren ein soziales Miteinander im christlichen Glauben. In der „Werkstatt“ entstehen praktische Dinge, wie z.B. Schmuck und Grußkarten, die zum Verkauf in Oberried angeboten werden. Jugendliche erhalten Beratung und Unterstützung durch einen Ausbildungsfonds, wenn sie nach der Schule eine Berufsausbildung machen wollen.
Zwischen 80 und 100 Kinder finden in der Albergue ein zweites Zuhause dank des großen Engagements des Leiters, der Sozialarbeiterin und des übrigen Personals. Personelle Unterstützung erhält die Albergue seit Jahren auch durch die Mitarbeit von jungen Voluntariern, die im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres am Voluntarioprogramm der Erzdiözese Freiburg teilnehmen. Der Leiter der Albergue, die Sozialarbeiterin, Psychologin und weiteres Personal erhalten ein Gehalt von Oberried, um die zu bewältigenden Aufgaben sicherzustellen. Daneben müssen Lebensmittel, Schulmaterial und viele andere Dinge finanziert werden. Zur Finanzierung dieser Dinge werden zahlreiche Aktionen in und um Oberried durchgeführt. Auch die Gruppe „Juntos como hermanos“ in Mollendo führt mit dem Personal, den Kindern und Eltern der Albergue Aktionen durch, um zum Unterhalt beizutragen. Viele Menschen in Oberried tragen seit 20 Jahren aktiv dazu bei, dass die Kinder in der Albergue die notwendige Hilfe erhalten können. Im Namen aller Kinder wurde dafür mit dem Jubiläumsfest gedankt.
25.10.2013, Monika Huppertz und Ursula Steiert, www.dreisamtaeler.de

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