Notschrei zu nordischem Ganzjahreszentrum ausbauen

In den letzten Jahren hat sich auf dem Notschrei, malerisch auf der 1.100 Meter hohen Passhöhe zwischen Dreisamtal und Wiesental gelegen, viel getan. Der Verein Notschreiloipe baute ein neues Loipenhaus und erweiterte den Parkplatz auf über 500 Plätze. Die in die Jahre gekommene Biathlonanlage erfuhr eine Rundumerneuerung mit Beschneiungsanlage und Skirollerstrecken für die Sommernutzung. Und mit der „Nordischen Juniorenweltmeisterschaft“ sowie den „Europäischen Forstlichen Nordischen Skimeisterschaften“ bestand der Notschrei seine internationale Bewährungsprobe. Und es geht weiter, wie das jetzt im Loipenhaus auf dem Notschrei vor Bürgermeistern, Sportfunktionären und Tourismusexperten von Professor Ralf Roth von der „Deutschen Sporthochschule Köln“ vorgestellte „Sporttourismus-Konzept für das Nordic Center Notschrei“ darlegt. Für den mit der Region vertrauten Sporttheoretiker Roth ist die Ausgangssituation auf dem Notschrei ausgezeichnet. Mit nordischer und alpiner Nutzung, dem hochwertigen Loipenangebot, der Biathlonanlage mit Skirollerstrecke, Flutlicht und Funktionsgebäude, dem Loipenhaus mit Parkplatz sowie den Trägervereinen und einer guten Hotelerie im Umfeld sei eine hervorragende Infrastruktur vorhanden. Hinzu kämen die positiv gestimmten Kommunen und die aktiven Sportvereine der Region sowie der Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald und die verschiedenen Verbände. „Und“, so Ralf Roth, „es gibt kaum ein nordisch interessantes Gebiet, das so gut angefahren werden kann.“ So läge es nahe, die Entwicklung des Notschreis zu einem Sport- und Tourismuszentrum mit Ganzjahresnutzung für alle nordischen Disziplinen mit internationaler Ausstrahlung voranzutreiben.

Wichtige Leitprojekte sind für den Sportprofessor Roth beispielsweise eine Nordic-Schule, ein Service- und Test-Center sowie Unterkünfte für Trainingsgruppen und Schulklassen. Schaltzentrale für das „Schwarzwald-Nordic-Center Notschrei“ müsse dabei ein attraktives, ganzjährig geöffnetes Loipenhaus mit Geschäftsstelle und Bauerncafe sein. Die „Nordic-Schule“ müsse im Winter z.B. Skilanglauf- und Biathlonkurse oder Schneewanderungen sowie im Sommer Nordic-Walking, Sommerbiathlon, Mountainbike oder Rollerski anbieten. Das Ganze sollte dann kombiniert werden mit touristischen und schulpädagogischen Aktionen. Die Leitung der „Nordic-Schule“ müsse betriebswirtschaftlich eigenverantwortlich arbeiten und auf Honorarbasis die Geschäftsstelle leiten. Mit dem Sportpsychologen Rainer Kiefer (26) aus Schönau im Wiesental präsentierte Roth dann auch gleich den ersten Schulleiter, der sich nun an die Umsetzung des Konzeptes machen soll.
Und auch beim zweiten Leitprojekt, einer „Nordic-Service-Station“, präsentierte der Sportprofessor die personelle Lösung mit: Egon Hirt vom „Intersport Ski-Hirt“ aus Titisee-Neustadt. Der im Sommer- wie Wintersport-Services und -Verleih erfahrende Sportartikelhändler baut derzeit bereits an das Loipenhaus aus eigener Tasche ein für das Service- und Testcenter funktionales Gebäude an, das er ab der Wintersaison ganzjährig auf eigene Rechnung betreiben will. Und als weiteres Leitprojekt soll bis April 2013 im Dachgeschoss des Loipenhauses eine Gruppenunterkunft für Trainings- und Schulgruppen entstehen. Für sinnvolle Schulungen im Nordic-Sport ist ein Medienraum geplant.
Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner, der auch Vorsitzender des Notschrei-Loipenvereins ist, zeigte sich begeistert von Ralf Roths Konzept und sagte die volle Unterstützung mancher Stelle für die Umsetzung zu. Und der Vorsitzende des Vereins „Nordic-Center Notschrei“, Oberrieds Bürgermeister Franz-Josef Winterhalter, stellte fest: „Der Notschrei ist ein gutes Vorbild für ein gemeinsames Miteinander von Sport, Wirtschaft, Politik, Kommunen und Vereinen.“
Gerhard Lück, 22.9.2012, www.dreisamtaeler.de

 

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