Naturschutz contra Wind Klima

Für den Laien ist es letztlich nicht nach vollziehbar, dass der Naturschutz den Klimaschutz derart blockiert, wie das bei der Windkraft der Fall ist. Denn richtig ist, wie Petra Zentgraf betonte, dass die Klimaerwärmung auch zur Vernichtung von Arten führt und zwar in noch viel höherem Maße als es Windräder tun würden.

Noch vor zehn Jahren malte die CDU im Land das Schreckensbild einer verspargelten Landschaft an die Wand. Doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht um einen maßvollen, landschafts- und naturschonenden Ausbau der Windkraft. Ziel ist die Ausweisung von Konzentrationszonen: man will Windräder an wenigen Standorten bündeln, um andere Gebiete bewusst frei lassen zu können. Arbeitsgrundlage bei der Standortsuche für Windräder ist der Windenergie-Erlass des Landes Baden-Württemberg. Dort ist genau festgelegt, wo keine Windräder stehen dürfen. Er benennt allerdings derart viele Restriktionen, dass manche von einem Windenergie-Verhinderungs-Erlass sprechen. Doch diese Restriktionen dieses Erlasses können von den Gemeinderäten weder ignoriert, noch außer Kraft gesetzt werden.
Wenn wir die Energiewende jedoch wirklich wollen, werden wir nicht umhin kommen, das ein oder andere Naturschutzgebiet zu opfern. Es ist eine unangenehme Erkenntnis: auch die regenerative Energiegewinnung hat ihre Nebenwirkungen. Die Windkraft vertreibt Auerhühner und Fledermäuse. Jedes Wasserkraftwerk verändert den Bachlauf und die darin befindliche Flora und Fauna aus. Holzheizungen blasen mehr Feinstaub in die Luft als Gasheizungen und keiner denkt darüber nach, wie und mit welchen Rohstoffen Fotovoltaikzellen produziert werden und wie sie irgendwann einmal entsorgt werden müssen. Man darf jedoch nicht aus dem Blick verlieren, um was es eigentlich geht: Deutschland will den Ausstieg aus der Atomenergie, einer hochriskanten Energie-Gewinnung (siehe Fukushima), die darüber hinaus auch noch Jahrmillionen strahlenden Müll hinterlässt, den keiner will (siehe Gorleben)! Windräder stellen einen Eingriff in die Natur dar, ja! Aber diese Art der Energiegewinnung ist reversibel. Windräder können wieder demontiert werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, und die Natur hat dann die Chance, sich das Gebiet wieder zurück zu erobern. Für Natur und Landschaftsbild nebenwirkungsfrei ist im Übrigen das Senken des Energieverbrauchs! Auch das sollte man nicht vergessen, wenn man die Energiewende will!
29.3.2013, Kommentar von Dagmar Engesser, www.dreisamtaeler.de

http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/windkraft-standorte-dreisamtal/ (10.4.2013)

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