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Klatschmohn am 1. Juli 2013

Klatschmohn am 1. Juli 2013

 

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(1) 29.5.2014 – Bild: Höpf                        (2) Garten zwischen Zarten und Ebnet am 29.5.2014

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(4) Margeriten bei Zarten                        (5) Margeriten bei Neuhäuser am 30.5.2014

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(7) Wiese am 16.6.2014: In 2013 viele Blumen, in 2014 “nur” noch blühendes Gras (da Mahd vor Aussamen erfolgte)

 

Wiesen am Till-Hof in Schluchsee-Äule – ausgezeichnet

BZ: Herr Till, es ist inzwischen ihr dritter Titel bei Wiesenmeisterschaften. Warum wurden Sie dieses Mal ausgezeichnet?
Till: Die Wiese ist aus ökologisch-botanischer Sicht wertvoll, zugleich eignet sie sich für die landwirtschaftliche Nutzung, da sie zur Vielfalt einen relativ hohen Ertrag hat.
BZ: Was kreucht und fleucht denn da?
Till: Es gibt eine riesige Vielfalt an Kräutern und Gräsern. Dort wächst unter anderem die Heilpflanze Arnika, dies ist selten auf solchen Wiesen. Die Arnika liebt Waldnähe, Kuhfladen und eine nicht zu intensive Bewirtschaftung. Weiter blühen Thymian, Glockenblume, Margeriten, Rotklee und vieles mehr. Die Insekten wie der seltene Schmetterling Ameisenbläuling profitieren von der Vielfalt, ebenso Eidechsen, Salamander und Blindschleichen – diese fühlen sich an der Natursteinmauer sehr wohl.
BZ: Was unterscheidet Ihre Wiese von anderen Wiesen?
Till: Auf steilen Weiden, die ja nicht mit dem Güllefass befahren werden können, ist so eine Vielfalt sicher öfter anzutreffen. Wiesen sind hingegen meist befahrbar – was den Menschen in Versuchung bringt, dort einen höheren Ernteertrag herauszuholen. Nicht selten wird dann mit Gülle – also mit der Mischung aus dem Kot und dem Urin der Tiere ohne Zugabe von Stroh – überdüngt. Dabei könnte man mit Gülle auch maßvoll umgehen.
BZ: Was passiert dann?
Till: Wer das Düngen mit der Gülle übertreibt, der hat bald nur noch Löwenzahnwiesen oder ziemlich langweilige Wiesen. Die Erträge an Heu sind natürlich enorm, doch die biologische Vielfalt leidet darunter. Gülle ist ein scharfer Dünger, den vertragen nur robuste Kerle mit tiefen Wurzeln wie Kerbel oder Ampfer, oder Weidelgras, feinere Gräser und Kräuter werden verdrängt.
BZ: Aber Sie düngen doch auch.
Till: Ja, aber ich habe mein eigenes Düngungsverfahren. Ich verwende kompostierten Festmist, also Kot plus Stroh. Der Mist erhält nachhaltig das Leben im Boden und die Fruchtbarkeit. Er lagert bis zu einem Jahr und stinkt im Gegensatz zur Gülle gar nicht, sondern duftet vielmehr nach Waldboden.
BZ: Wie bewahrt man die Qualität hochwertiger Bergwiesen? Indem man die Natur besser sich selbst überlässt?
Till: Nein, das wäre keine große Kunst. Ein paar Jahre lang gäbe es dort schöne Blumen, doch auf lange Sicht würde die Vielfalt zurückgehen. Nicht bewirtschaftete Flächen verbuschen und verwalden. Am Ende wäre dann nur noch Borstgras vorhanden – und das wollen ja weder die Touristen noch die Tiere, weil das kein gutes Futter ist. Es geht um das Maß, inwieweit der Mensch in die Natur eingreift. Meine Devise ist: Nutzen und gleichzeitig schützen.
BZ: Was machen Sie sonst noch anders?
Till: Viele Bauern machen bis zu vier Schnitte pro Saison. Dabei kommen manche Pflanzen zwar zur Blüte, aber sie schaffen es nicht, den Samen auszubringen. Irgendwann geht die Vielfalt verloren. Wir schneiden deswegen nur zweimal pro Jahr, auch sprühen wir Heilkräuterpräparate auf den Wiesen aus. ….
Alles vom 2.11.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/auf-der-wiese-mit-nutzen-und-schuetzen–112142365.html

Der Till-Hof liegt in 1200 m Höhe in Schluchsee-Äule. Heinrich Till (60) bewirtschaftet den Hof seit 1987 biologisch-dynamische: 35 Hinterwälder-Rinder, 15 Ziegen, 15 Schweine, 2 Pferde. Verkauf von Käse und Milchprodukte im Hofladen und auf Bauern in Freiburg und St. Blasien verkauft.

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