Regionalwert

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Kaiserstuhl: Blick vom Neunlindenturm nach Norden zum NSG Badberg (vorne) und Katharinenberg (oben)

 

 

 

Regionalwert AG – Bürgeraktiengesellschaft in Eichstetten

“Das Ziel der Regionalwert AG ist eine wirtschaftlich erfolgreiche und sozial – ökologisch vertretbare Wertschöpfungskette vom Acker bis auf den Teller. Dazu erwirbt sie landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen aus vor- und nachgelagerten Bereichen in der Region Freiburg und verpachtet sie dann an qualifizierte Unternehmer.”

Christian Hiß
Vorstand, Regionalwert AG, Hauptstrasse 140, 79356 Eichstetten, Tel 07663/942401
kontakt@regionalwert-ag.de
www.regionalwert-ag.de

Pachtbetriebe der Regionalwert AG:
Käserei Pieroth, http://www.demeterhof.de/kaeserei.html
Hiß Gartenbau Eichstetten

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Christian Hiss im Greenpeace Magazin zur Kohlrabiknolle

“Die Versorgungsökonomie des alten Hofes war eine Produktivität aus sich heraus. Saatgut wurde selbsr gemacht, Energie selber produziert. Arbeitskräfte kamen meist aus der Familie. Das Kapital war die selbst geschaffene Fruchtbarkeit des Bodens, das Vieh und die Wohngebäude. Und das existiert nirgends mehr. Es wird alles zugekauft. Es ist keine Industrie geworden.”
Am Beispiel einer Kohlrabiknolle erläutert Hiß die Problematik:
“Das Saatgut kommt aus China. Die Jungpflanze wird in Holland gezogen. Die Stickstoffdünger kommen aus der Ukraine, die Erntehelfer aus Rumänien. Die Pflanzen werden in heimischer Erde vor Wochen lang veredelt – und dann auf dem Markt als “Kaiserstühler Gemüse” verkauft. Die Betriebe sind nach industriell-betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgebaut.”

Christian Hiss (55) gründete die Regionalwert AG, die Biobetriebe in Südbaden vernetzt und finanziert.
Die Regionalwert AG überträgt die funktionalen Merkmale der alten bäuerlichen Substistenzwirschaft auf die heutigen Bedinungen, um damit eine lokale und regionale Versorgungsökonmie zu begründen.
in: Lust auf weniger, Greenpeace-Magazin 2.17 März/April 2017, S. 70-74, www.greenpeace-magazin.de

 

Jobs, Landschaftspflege, Bodenfruchtbarkeit sind auch Werte – nicht nur Gewinn
Gewinn im betriebswirtschaftlichen Sinn, der am Ende einer herkömmlichen Gewinn-und-Verlust-Rechnung offenlegt, wie es um das Unternehmen bestellt ist, steht für Hiss – und wohl auch für viele Anleger – ohnehin nicht im Mittelpunkt. Hiss stellt neben die betriebswirtschaftliche eine sozial-ökologische Bilanz. “Wenn neue Betriebe entstehen mit neuen Arbeitsplätzen, wenn ein Bauernhof erhalten bleibt, wenn die Landschaft offengehalten wird, wenn die Bodenfruchtbarkeit sich verbessert, dann sind das auch Werte.” Allerdings, räumt Hiss ein, kennt die traditionelle Betriebswirtschaft diese Werte nicht. Auch der RWAG-Chef hat kein System, wie die 40 sozial-ökologischen Kriterien, die bei der Regionalwert AG erhoben werden, eingeordnet werden können……
Alles vom 7.8.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/regionalwert-ag-will-kapital-erhoehen–88442623.html

Social Entrepreneur 2011: Christian Hiss von Regionalwert AG in Eichstetten

Christian Hiß (50), aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Gründer der Regionalwert AG, wurde am Mittwoch in Berlin als Social Entrepreneur 2011 ausgezeichnet, also als ein sozial besonders verantwortungsbewusster Unternehmer. Merkel empfing den Gewinner und die Finalisten des Wettbewerbs im Kanzleramt.
Den angesehenen Preis vergibt alljährlich die Schwab Stiftung für Social Entrepreneurship, die der Ravensburger Wirtschaftswissenschaftler und Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab (73) und seine Frau Hilde im Jahr 1998 ins Leben gerufen haben. Partner des Wettbewerbs sind in Deutschland die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und die Zeitung Financial Times Deutschland. Sozial-verantwortliche Unternehmer werden auch in neun anderen Ländern der Welt mit diesem Titel ausgezeichnet.
“Die Social Entrepreneurs sind Menschen oder Organisationen, die soziale Dienstleistungen oder Produkte anbieten, dabei jedoch unternehmerisch vorgehen und nicht ausschließlich von Spenden oder Zuschüssen abhängen. Kurz gesagt: eine Mischung aus Mutter Teresa und Bill Gates.” So heißt es in der Eigenwerbung der Preisstifter. Dass die Wahl in diesem Jahr auf den Kaiserstühler Christian Hiß fiel, liegt in dessen Idee einer Regionalwert AG begründet, mit der Landwirtschaft sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gesichert werden soll. Unter den unterstützten Projekten sind etwa die Gärtnerei Querbeet in Eichstetten, das Obstgut Siegel in Norsingen oder das Weingut Dilger in Freiburg. Gefördert werden auch Dienstleister wie das Biocatering Mocellin in Freiburg, der Marktladen Rieselfeld in Freiburg oder die Troki-Manufaktur in Gündlingen, die Obst und Gemüse trocknet, sowie die gemeinnützige landwirtschaftliche Forschungsgesellschaft Agronauten in Stuttgart.
Der Gärtnermeister und Landwirt Hiß sammelt seit 2006 mit der nicht börsennotierten Bürgeraktiengesellschaft Kapital für landwirtschaftliche Betriebe, um deren Existenz zu sichern oder eine Existenzgründung zu ermöglichen. In die Regionalwert AG haben laut Hiß 500 Bürger aus der Region rund zwei Millionen Euro Kapital eingebracht, das in 16 Projekten steckt. Auch seinen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb hat Hiß in die Aktiengesellschaft überführt. Er entstammt einer Familie, die bereits in den 1950er Jahren Landwirtschaft im Demeter-Standard am Kaiserstuhl betrieben hat.
Die Belohnung für Christian Hiß ist kein Preisgeld, sondern die Aufnahme in das globale Netzwerk der Schwab-Stiftung und die Teilnahme am stets hochkarätig besetzten Weltwirtschaftsforum in Davos. Zudem bekommt er Zugang zu Stipendien für eine Managementausbildung an renommierten Universitäten wie Stanford oder Harvard in den USA. Hiß hat vor zwei Jahren bereits den Titel eines Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit vom deutschen Rat für Nachhaltigkeit verliehen bekommen.
Heinz Siebold, 16.12.2011

 

Regionalwert AG will weiter wachsen – zweifache Rendite

Bei einem Besuch im Eichstetter Rathaus informierten sich die Agrarpolitiker der SPD-Landtagsfraktion am Dienstag über die Regionalwert AG, eine vielfach ausgezeichnete Initiative mit dem Ziel, die Bürger der Region Freiburg an der regionalen Landwirtschaft zu beteiligen. Wer soll künftig über die Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln entscheiden, wer über die Gestaltung der Landschaft bestimmen, fragte Christian Hiß, Gründer und Geschäftsführer der Regionalwert AG, in die Runde. Eher – wie bisher – ausschließlich am Gewinn orientierte Konzerne und Großlandwirte mit der damit verbundenen Mais-Monokultur, oder die in der Region lebenden Bürger? Vier Agrarpolitiker der SPD, deren Landtagsfraktion zur Klausurtagung in Emmendingen weilte, waren auf Initiative von Christoph Bayer nach Eichstetten gekommen, um sich über die Idee des Gärtnermeisters Hiß und den aktuellen Stand der Regionalwert AG zu informieren. Der Gemüsebauer hatte seinen eigenen Gartenbaubetrieb 2006 in die von ihm neu gegründete AG eingebracht. Es folgten zwei Kapitalerhöhungen, aktuell halten 360 Aktionäre Namensaktien im Wert von je 500 Euro, insgesamt hat die Regionalwert AG ein Eigenkapital von rund 1,4 Millionen Euro. Doch die AG soll weiter wachsen, im Frühjahr dieses Jahres sollen 1396 weitere Aktien im Gesamtwert von knapp 700 000 Euro ausgegeben werden. Ziel der Unternehmungen sei es, lege Hiß dar, sich an landwirtschaftlichen Unternehmen zu beteiligen oder sie zu erwerben, um sie dann an qualifizierte Unternehmer oder Existenzgründer zu verpachten. Dabei soll eine möglichst breite Palette an Unternehmen zusammen kommen, um zum einen das Risiko breit zu streuen, aber auch um die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette abzubilden. Von den Vorproduktion wie Saatgut und Dünger über die eigentliche Landwirtschaft mit Ackerbau, dem Anbau von Obst, Gemüse, Wein, aber auch Wald und Energiepflanzen bis hin zur Verarbeitung und Vermarktung der Produkte soll einmal das Portfolio der Regionalwert AG reichen, erläuterte der Geschäftsführer. Dahinter stehe die Idee, die Bürger an ihrer regionalen Landwirtschaft zu beteiligen und damit auch Kapital für die ökologische Regionalwirtschaft bereit zu stellen. Außerdem soll so eine Hofnachfolge auch außerhalb der Familie möglich sein. Die Regionalwert AG sei aber nicht selbst landwirtschaftlich tätig.

Wichtig für Hiß ist dabei das, was er “zweifache Rendite” nennt. Neben dem rein finanziellen Ertrag sollen auch volkswirtschaftliche, soziale und ökologische Bewertungen in die Bilanz einfließen. Zum Beispiel die Qualität der produzierten Nahrungsmittel, die Erhaltung der Kulturlandschaft, der Natur- und Umweltschutz, die regionale Wertschöpfung, die Schaffung von Arbeitsplätzen, auch für Schwächere, und die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Nach seinem Vortrag ergab sich eine rege Diskussion mit den Abgeordneten und Friedbert Schill, der als Vertreter des Bauernverbandes im Aufsichtsrat der AG sitzt. Insbesondere Alfred Winkler, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hatte viele kritische Nachfragen. Doch auch er sah in der Idee von Regionalfonds zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft einen Ansatz dafür, wie man letztendlich dem Höfesterben begegnen könne. Gleichzeitig kritisierte Winkler die Landesregierung, die immer nur lapidar von Strukturänderungen in der Landwirtschaft spreche, aber keine Ansätze habe, die Probleme zu lösen.
14.1.2010, Mario Schöneberg

 

 

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