Milch

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Blick nach Osten in Burg-Höfen zwischen Kirchzarten und Himmelreich am 15.11.2012 – Thomashof, Herbstfarben


Allein in Uganda müssen täglich über 100 000 Liter Milch vernichtet werden, um den Milch-Weltmarktpreis in Balance zu halten. Versteh das doch endlich!

Bei Herstellung von 1 Liter Milch werden 900 Gram CO2 frei und 1000 l Wasser (=5 volle Badewannen) verbraucht 

 

Es ist einfach, der Landwirtschaft die Schuld zu geben
Dieser Leserbrief (“Resistenz durch die Milch vom Landwirt”, Frank Hiepe, 8.4.2015) kann nicht unkommentiert bleiben. Er vermittelt dem Leser eine völlig falsche Sicht auf die Milcherzeugung. Die Milch ist eines der Lebensmittel, die am besten kontrolliert werden.
Bei der Milch wird die ganze Tankfüllung bei jeder Abholung kontrolliert, also jeder Milliliter und demnach jede Kuh, die Milch liefert. Wenn Antibiotika in der Milch sind, wird keine Molkerei diese Milch verarbeiten, denn dann funktioniert keine Käse- oder Joghurt-Herstellung. Daher kann der Verbraucher sicher sein, dass jedes Milchprodukt zu 100 Prozent antibiotikafrei ist.
Es ist immer am einfachsten, der Landwirtschaft die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das lesen wir zur Genüge jeden Tag in den verschiedensten Zeitungen. Ich habe es satt!
18.4.2015, Susanne Weber, Milchbäuerin, St. Peter

Schwarzwaldmilch – Käse in Bayern und Milch nach China
Die Freiburger Schwarzwaldmilch-Molkerei will ins Käsegeschäft einsteigen. Badische Milch soll in Bayern zu Bio-Käse werden. Milch wird nach China exportiert. Die Gründe erläutert Geschäftsführer Andreas Schneider im Interview. …
Alles vom 6.12.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/interview-warum-die-schwarzwaldmilch-ins-kaesegeschaeft-einsteigt

… das ist nicht Bio
Für mich ist “Bio” nicht vereinbar mit täglichen LKW-Transporten nach Bayern und als Käselaib wieder zurück. Aber ich sehe auch, dass die Schwarzwaldmilch ihre Milch als Produkt irgendwie an den Kunden bringen muss. Wahrscheinlich werde ich diesen Käse nicht kaufen, dann lieber den Käse der kleinen Käsereien die es tatsächlich hier im Schwarzwald gibt, das ist Käse von Experten ohne Transportwege. Für mich geht der Trend immer mehr weg von Supermarkt.
6.12.2014, Marianne Schulz

Die Logistikbranche freut sich
Rosen nach Athen und Milch nach China … Ja weiter so, unsere Verkehrswege sind noch nicht überlastet genug. Ganz gelinde gesagt, was für ein Schwachsinn. genauso das mit dem Käsemachen. erinnert an Krappenpulen in Marokko. Oder der Joghurtbecher, der einmal die Welt umrundet, ist das grün, ist das nachhaltig? Da schreit niemand und die Logistiklobby freut sich. Ja, ja, wenn kein LKW mehr fährt, dann bleibt der Kühlschrank leer. Weihenstephan in Baden, Schwarzwaldmilch in Bayern.
6.12.2014, Andreas Jenne

 

Schwarzwaldmilch kaufen

Konsumenten können Einfluss nehmen, indem sie hochwertige Produkte kaufen. In Brüssel haben Milchbauern für Marktregelungen demonstriert, damit sich die Milchproduktion stärker am Bedarf orientieren kann. Die EU-Agrarpolitik steuert bis heute in die entgegengesetzte Richtung. Unter dem Schlagwort “Liberalisierung der Märkte” soll die bisherige Milchmengenregelung ab 2015 abgeschafft werden. Als Übergang in diese neue “Milchproduktionsfreiheit” wurden in den letzten Jahren die Milchkontingente der Bauernhöfe um jeweils ein Prozent pro Jahr aufgestockt. Eine Folge davon war die Milchschwemme 2009. Um dieser Überproduktion Herr zu werden, nahm die EU Steuermittel zur Hand und exportierte überschüssige Milch zu Dumpingpreisen nach Afrika. Dort mussten viele Kleinbauern aufgeben, und dass in Kamerun die größte Molkerei dicht machte, war sogar in der BZ zu lesen.
Viele Milcherzeuger interpretieren aus diesen Bedingungen den Zwang, weiter zu wachsen. Fit sein für die Zeit nach 2015, lautet die Devise. So werden derzeit Rinderställe für bis zu 250 Kühe gebaut und bezuschusst. Mit bäuerlicher Landwirtschaft hat dies sehr wenig zu tun, und die Bauernhöfe, die man zu unterstützen glaubt, bleiben auf der Strecke. Auch die Verbraucher profitieren nicht von der billigen Milch ab 2015. Quantität bedeutet sehr selten auch Qualität und ebenso selten zeichnet sich Kostenführerschaft durch Qualitätsprodukte aus.Werbung
Milchkühe aus solchen Agrarfabriken werden nicht mehr auf die Weide gelassen, weil so viele Tiere zu viel Schaden anrichten würden. Solche Kühe geben keine Weidemilch mit gesunden Omega-3-Fettsäuren. Sie müssen ihr (kurzes) Leben im Stall fristen mit Futterkonserven und Gensoja aus Übersee. Diese Kühe müssen auch Turbo-Milchleistungen über 10 000 Liter pro Jahr erbringen, damit sich der neue Stall rechnet. Ach ja, und es bedarf keiner Erwähnung, dass solche Industrielandwirtschaft nicht mehr im Schwarzwald betrieben werden kann, sondern im Flachland mit zusätzlicher Ausbeutung der Böden. Die Landschaft im Schwarzwald wird anderweitig offen gehalten. Mit was? Mit Steuergeldern, natürlich.
Die Konsumenten haben eine Möglichkeit, sich zu solidarisieren – mit dem Einkauf in regionalen Supermärkten, wo es hochwertige Milchprodukte mit dem Namen “Schwarzwaldmilch” gibt. Dort gibt es noch die Milch von glücklichen Kühen, die frisches Gras fressen und die Sonne sehen. Und das für Nahrung ausgegebene Geld bleibt in der Region. Auch das freut den Steuerzahler.
8.12.2012, Rainer Bank, Kirchzarten

“Traktorfahrt für höheren Milchpreis” vom 27.11.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/milchbauern–66127755.html

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