Nachhaltigkeit

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Im Dreisamtal: Blick nach Süden zum Giersberg östlich Freiburg am 1. Mai 2009 – Frühling liegt in der Luft

 

Die Grenzen des Wachstums und Nachhaltigkeit
Als 1972 der Club of Rome seine Studie zu den Grenzen des Wachstums vorlegte, führte das in der Folge zu einem Umdenken in den westlichen Gesellschaften. Thema war das Hochrechnen der damaligen Situation von Faktoren wie Rohstoffverbrauch, Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion und weiteren Parametern mit Hilfe eines Großcomputers. Die berechneten Modelle führten nach einer exponentiell steigenden Wachstumskurve in allen Varianten zu einem dramatischen Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Je später dieser Zusammenbruch kam, desto mehr Menschen gab es zu diesem Zeitpunkt.
Die Lösung dieser Katastrophe bestand darin, das Konzept der Nachhaltigkeit fest in unserer Gesellschaft zu verankern. Dieses sieht vor, dass man der Natur nur so viel entnimmt, wie man zurückgeben kann. Also werden so viele Bäume gefällt, wie man nachpflanzen kann, aber fossile Brennstoffe sollen nach einer Übergangszeit gar nicht mehr verbraucht werden. Ich halte eine Politik der Nachhaltigkeit für notwendig und erwarte, dass Entscheidungsträger stets im Hinterkopf haben, was sie der Nachwelt hinterlassen. Unter dieser Prämisse möchte ich die aktuelle Politik auf die nächsten Generationen hochrechnen.

Alles zu “Ein Blick auf die nächsten 50 bis 100 Jahre Deutschland” von Dr. Jochen Heitermann vom 29.4.2017 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/ein-blick-auf-die-naechsten-50-bis-100-jahre-deutschland/
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Vor 2010 stand jede Entscheidung der Politik hinsichtlich ihrer Folgen auf dem Prüfstand, insbesondere welchen Nutzen und Schaden sie für die Bevölkerung haben würde. Dieses ungeschriebene Gesetz wurde nie abgeschafft, doch es gilt nicht mehr.
Dr. Jochen Heistermann hat in theoretischer Informatik promoviert. Er war dann selbstständig und lebt nun als Privatier am Bodensee.
 

 

 17 UN-Nachhaltigkeitsziele

Diese 17 UN-Nachhaltigkeitsziele wurden im September 2015 in New York beschlossen und sollen bis 2030 umgesetzt werden.

1. Armut in jeglicher Form beenden.

2. Hunger beenden, Ernährungssicherheit gewährleisten, eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

3. Ein gesundes Leben für alle Menschen gewährleisten, egal welchen Alters, und ihr Wohlergehen fördern.

4. Inklusive und hochwertige Bildung sicherstellen und Möglichkeiten für ein lebenslanges Lernen fördern.

5. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen.

6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser sowie Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

7. Zugang zu bezahlbarer und zeitgemäßer, nachhaltiger Energie sichern.

8. Inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle fördern.

9. Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.

10. Soziale Ungleichheit innerhalb von Staaten und zwischen Ländern verringern.

11. Städte und Siedlungen sicher und nachhaltig machen.

12. Sicherung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern.

13. Sofortige Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen.

14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten.

15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern; Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und den Biodiversitätsverlust beenden.

16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive Institutionen etablieren.

17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbelebe

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 Was bedeutet Nachhaltigkeit?


Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft und das Prinzip meint, nicht mehr Holz zu schlagen, als nachwachsen kann. Nachhaltigkeit hat also zu tun mit Geduld, Verantwortung, Auseinandersetzung, Augenmaß, Beharrlichkeit. Dieses Prinzip gilt nicht nur in der Forstwirtschaft, sondern in allen Lebensbereichen, wie z.B. beim Verkehr, in der Landwirtschaft, in der Verwaltung, Ökonomie und in Rahmen der politischen Entscheidungsfindung. Das englische Wort ,sustainable‘ gerät 1972 durch den Club of Rome auf die globale Tagesordnung. Der von der UNO in Auftrag gegebene Brundtland-Bericht (1987) formuliert: “Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die den Erfordernissen der gegenwärtigen Generation gerecht wird, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihren eigenen Erfordernissen zu begegnen.” Damit wird ein Prinzip ausgesprochen, das – so allgemein es gehalten ist – bereits eine Revolution bedeutete, wenn sie befolgt würde.

Drei Nachhaltigkeitsstrategien: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz

Nachhaltigkeit = Sustainable Development als Begriff

Das Wort Nachhaltigkeit bzw. Sustainable Development hat weltweit Karriere gemacht: “Sustainability is the key to human survival”, so der Internationale Gerichtshof in Den Haag.
Solange früher die Gesellschaft ohne Übernutzung ihrer Resourcen lebten und wirtschafteten, war der Begriff der Nachhaltigkeit unbekannt:
Die Reisterrassen in China sind seit ein paar tausend Jahren permanent fruchtbar, ohne BASF-Dünger.
Afrikanische Bäuerinnen haben ihr Saatgut nicht vermahlen, um dann bei Monsanto einzukaufen.
Erst seit Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714) den Begriff der Nachhaltigkeit prägte, schien etwas aus dem Lot geraten zu sein: Mit seiner “nachhaltenden Nutzung der Wälder” forderte er das “Nachhalten” bei der “Nutzung” ein, also das Austarieren der Polarität von Ökologie (Nachwachsen) und Ökonomie (Nutzen) – in der Sprache der UN  “sustain” und “development”.
Es geht um die Versöhnung von Natur = Ökologie und Markt = Ökonomie. Heute besteht die große Aufgabe der Transformation darin, die Ökonomie in die Biosphäre als ein umfassenderes System wieder einzubetten. Und diese Aufgabe muß gelöst werden. Denn schon Carlowitz sagte: Der Gegenbegriff zu Nachhaltigkeit ist Kollaps – weltweit.

In seinem Buch schlägt Ulrich Grober einen Test auf Nachhaltigkeit mit drei Fragen vor:
1. Reduziert sich der ökologische Fußabdruck?
2. Steigt – für jeden frei zugänglich – die Lebensqualität?
3. Wird die Teilhaber aller an den Entscheidungsprozessen gefördert?

Ulrich Grober: Die Entdeckung der Nachhaltigkeit
Kunstmann Verlag

 

Nachhaltigkeit in ökologischer und sozialer Hinsicht

Ökologische Nachhaltigkeit: Im Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987 unter Leitung der norwegischen Politikerin Gro Harlem Brundtland gewann der Begriff “Ökologische Nachhaltigkeit” seine heutige Bedeutung: Die Menschen sollen ihre Bedürfnisse so befriedigen, dass sie die Möglichkeiten anderer Bürger, dasselbe zu tun, nicht einschränken. Wer den Begriff Nachhaltigkeit in dieser Weise ernst nimmt, muss viele Verstöße feststellen, von Privat, Firmen wie Staaten, zum Beispiel:
– Privathaushalte, die Atom- und Kohlestrom beziehen.
– Das CO2 aus den Kohlekraftwerken des Vattenfall-Konzerns begünstigt den Anstieg des Meeresspiegels,
wodurch bald Millionen Küstenbewohner ihre Heimat verlieren, etwa in Bangladesh.
– Staaten bzw. Regierungen lassen das Leerfischen der Weltmeere zu

Soziale Nachhaltigkeit: Im Gegensatz zur ökologischen ist die soziale Dimension der Nachhaltigkeit nicht allgemein anerkannt definiert. Zwei Beispiele:
– Ist der Erhalt von Arbeitsplätzen bereits nachhaltig, wie Gewerkschaften zuweilen vertreten?
– Weltweit sollte einen Zustand sozialer Gerechtigkeit vorliegen, wie ihn die Mehrheit der Menschen akzeptiert; damit
würde Chancengleichheit Aller sowie generelle  Ausrottung der Armut zu fordern sein – leider utopische Ziele.
Da sich die soziale Nachhaltigkeit positiv so schwer definieren läßt, versucht man es negativ, also über das zulässige Maß sozialer Ungerechtigkeit. Beispiele:
– Ist ein Existenzminimum von 800 Euro in Deutschland angemessen?
– Welchen Mindestlohn haben Firmen wie Ikea,  oder Apple in ihren globalen Zulieferfabriken zu bezahlen?

 

NachhaltigkeitsTage Freiburg 2012 – Tag der Erde 2012 vom 20. bis 22.4.2012/

„Von Rio nach Freiburg“ und die Zukunftsfähigkeit Freiburgs, das ist der Rahmen für die „NachhaltigkeitsTage Freiburg 2012 mit Tag der Erde 2012“ vom 20. bis 22. April. Veranstalter des vielfältigen Programms für die Bürgerschaft ist ein großes Aktionsbündnis mehrerer Netzwerke Frei­burger Vereine und weiterer Gruppen sowie Einrichtungen in Zusammenarbeit mit dem Agenda 21 Büro Freiburg. Hauptanlass dieser großen Gemeinschaftsaktion sind 20 Jahre Agenda 21, ein Ergebnis des UN-Weltgipfels für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992. Dort wurde als Teil der Agenda 21 die Lokale Agenda 21 verabschiedet, in der die Kommunen aufgefordert werden, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Wege für eine zukunftsfähige Entwicklung zu erarbeiten und in der die Zusammenarbeit vor Ort in den Kommunen als entscheidend für die weitere Entwicklung benannt wird. „Global denken, lokal handeln“ ist seitdem wegweisendes Motto auch für Freiburg. Nun folgt im Juni 2012 die neue UN-Weltkonferenz zu nachhaltiger Entwicklung „Rio+20“. Auch in Freiburg gibt es entsprechend viele Möglichkeiten und Notwendigkeiten, die Zukunftsfähigkeit der Stadt gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern zu erarbeiten.

Aktionsbündnis NachhaltigkeitsTage Freiburg 2012 / Tag der Erde 2012:
Dr. Georg Löser, ECOtrinova e.V. Vorsitzender, Leiter Samstags-Forum Regio Freiburg
Jaime Timoteo-Gonzalez, für das Klimabündnis Freiburg
Dr. Susann Reiner, Eine Welt Forum Freiburg, Regenwald-Institut e.V.
Walther Moser, BUND Ortsgruppe Freiburg
Maria-Luisa Werne, für mehrere mitwirkende Energiewende-Vereine
Andreas Andrick, Netzwerke Gemeinwohl-Ökonomie Freiburg und Freiburg im Wandel
Eva Georg, Planetenkinder e.V., Vorsitzende
Dietrich Limberger, Leiter Agenda 21 Büro Freiburg

Infos: ecotrinova@web.de und freiburger-agenda21@freenet.de

 

Forum für Verantwortung – Stiftung für Nachhaltigkeit

Die Stiftung Forum für Verantwortung möchte den Zivilgesellschaften die wissenschaftlichen Hintergründe und Zusammenhänge einer erstrebenswerten nachhaltigen Entwicklung verständlich machen. Klaus Wiegandt hat daher mit seiner Stiftung die Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ im Jahre 2006 ins Leben gerufen. Das Konzept besteht aus drei Teilen:
Buchreihe zu 13 zentralen Zukunftsthemen
Entwicklung umfangreicher Bildungsmaterialien aus den Inhalten der 13 Bücher
Angebot eines umfassenden Seminar- und Bildungsprogramms zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ in der Europäischen Akademie Otzenhausen (Saarland)

http://www.forum-fuer-verantwortung.de/

www.forum-europa.lu
http://www.asko-europa-stiftung.de/index.php?lang=de
http://www.eao-otzenhausen.de/
http://www.europrofession.de/
http://www.stiftung-ekb.de/

 

GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Maßgeschneiderte Lösungen für herausfordernde Fragestellungen entwickeln: Das bietet die GIZ ihren Auftraggebern. Als kompetenter Dienstleister unterstützt die GIZ die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer Ziele in der internationalen Zusammenarbeit. Wir bieten nachfrageorientierte, maßgeschneiderte und wirksame Dienstleistungen für nachhaltige Entwicklung an.
www.giz.de

 

NaWis – Nachhaltige Wissenschaft

Klima- und Umweltherausforderungen sprengen Disziplinengrenzen. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Natur- und Technik- mit Sozial- und Kulturwissenschaften. Nur so lassen sich Übergänge zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten. Die Herausforderungen sind dabei nicht nur wissenschaftstheoretischer und methodologischer Art; sie umfassen auch umfassende institutionelle Weiterentwicklungen im Wissenschaftssystem:
(1) die strategische Weiterentwicklung von Universitäten und Forschungseinrichtungen,
(2) die Schaffung von spezifischen Karriere- und Qualifizierungspfaden und
(3) den Aufbau neuer Qualitätssicherungssysteme transdisziplinärer Wissenschaft. Diese institutionelle Dimension ist in der wissenschaftspolitischen Debatte bisher wenig beleuchtet.
Hier setzen zwei Netzwerke von Pioniereinrichtungen im deutschen Wissenschaftssystem an:
(1) die von den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) getragene „NaWis“-Runde, sowie
(2) das “Ecological Research Network” (Ecornet, www.ecornet.eu) als Netzwerk von Pionierinstituten einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung, bestehend aus
dem Ecologic Institut,
dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu),
dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE),
dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW),
dem Öko-Institut,
dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) sowie
dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. www.wupperinst.org
Der vorliegende Blog gibt einen Überblick über die Aktivitäten beider Netzwerke sowie über Initiativen und Projekte zu einer nachhaltigen Wissenschaft auf nationaler und internationaler Ebene.http://nachhaltigewissenschaft.blog.de

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