Klimagerechtigkeit

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Blick nach Norden vom Höhenweg zum Schauinslandturm am 28.11.2013 – erster Schnee

 

 

 

Die fünf größten CO2-Emittenten – Grafik: EU

 

 

Die Zeit läuft uns davon – Herausforderung weltweit
Wenn wir Deutschland und nur zwei seiner Nachbarn vergleichen – Frankreich, das sich zur Energieversorgung auf Atomkraftwerken verlässt, Polen auf Kohle, Deutschland hingegen investiert in erneuerbare Energien –, dann wird deutlich, wie schwer eine freiwillige Absprache zur Senkung der CO2-Emissionen selbst in der EU zu erzielen ist. Dabei werden die meisten unserer energieintensiven Güter in China hergestellt, sind global 90 Konzerne für zwei Drittel der Emissionen verantwortlich. Daher mus die Herausforderung weltweit gesehen werden. ….
alles von Christiane Dahrendorf vom 27.11.2013 bite lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/die-zeit-laeuft-uns-davon

 

 

 

 Klimagerechtigkeit über globalen Emissionshandel herstellen

(1) Klimagerechtigkeit gründet in der ungleichen Verteilung der Folgen der globalen Erwärmung
Wer einen Bach umleitet, um sein schönes Haus trocken zu bauen, und damit das Haus des Nachbarn unter Wasser setzt, bekommt Ärger. Wer mit Millionen anderer EU-Bürger CO2 in die Atmosphäre pustet, um sich ein schönes Leben zu machen, bekommt vermutlich niemals Ärger: Die Verursacher des Klimawandels wohnen in den Industrieländern, die Hauptleidtragenden hingegen in den Entwicklungsländern weit weg. Wir wissen um die Folgen unserer Treibhausgas-Emissionen, wir wissen, wie man sie vermeiden könnte: “Wenn wir nicht unsere Verhaltenweisen ändern und politische Strategien entwickeln, um sie abzuwenden, dann verletzen wir die grundlegenden Rechte zukünftig lebenden Menschen – auf schlimme und vorwerfbare Weise ungerecht.”, so Lukas Meyer vom Institut für Philosophie der Uni Graz.

(2) Klimagerechtigkeit impliziert, den zur globalen Erwärmung führende Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und auf alle Länder einheitlich aufzuteilen.
Man könnte jedem Erdenbürger ein Jahresbudget von 1-2 Tonne CO2 zubilligen. Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien lehnen dies mit dem Hinweis auf die “historischen Emissionen” der Industrieländer ab, denn diese haben ein belastetes CO2-Konto sowie einen Hochtechnisierungs-Vorsprung. Auch wir lehnen dies ab mit unserem CO2-Ausstoß von derzeit 10.6 t/Jahr.
Deshalb ist Klimagerechtigkeit nur über einen globalen Emissionshandel erreichbar – wie der CO2-Handel in der EU, aber nicht auf der Ebene von Unternehmen, sondern von Staaten. Jedes Land hat entsprechend seiner Einwohnerzahl sein nationales CO2-Budget. Und Staaten mit hohen CO2-Emissionen müssen den ärmeren Ländern teure Emissionsrechte abkaufen.

(3) Globaler Handel von Emissionsrechten miit dem Pro-Kopf-Ziel von einer Tonne CO2 jährlich
In seinem Buch “Klimaschutz nach dem Atomausstieg” hat Felix Ekardt von der Forschungsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Leipzig diesen globalen Handel skizziert:
– Ziel von 1 t CO2 pro Person und Jahr bis zum Jahr 2050 weltweit
– Der heutige weltweite Durchschnittswert von 5 t CO2 wird sinken.
– Kohle-, Öl- und Gasfirmen müssen Emissionsrechte ersteigern, fossile Energiepreise steigen stark an.
– Die Preise sagen überall die volle Wahrheit: Fleischkonsum, Flugreise, Heizpilz, Parfum, …
– Finanztransfer in Entwicklungsländer initiiert dort eine klimafreundliche Wirtschaftsentwicklung.
– UN-Klima-Sekretariat als Institution mit weitreichenden Kontroll- und Sanktionsbefugnissen.
Dem Einwand wirtschaftlicher Folgen durch hohe Kosten entgegnet Ekardt: “Die Kosten eines Klimawandels oder gar von Klimakriegen stellen die der Umverteilung durch ein globales Klimaschutzkozept bei weitem in den Schatten.”
2.11.2013

 

 

 

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