Nachhaltigkeit = Enkeltauglichkeit

Nachdem die Strompreiserhöhungen zugestellt sind, wird die Notwendigkeit, über die Energiewendeproblematik nachzudenken und Weichen zu stellen immer dringender. Es ist für alle nachvollziehbar, dass das Vorhaben nur durch den erheblichen Einsatz von sehr unterschiedlichen regenerativen Energien erfolgen kann. Hierzu ist unsere Volkswirtschaft in der Lage, alle technologischen Voraussetzungen sind beherrschbar.

Wir bezahlen 800 Millionen Euro im Jahr an Energiekosten die “abfließen” und unserer regionalen Wirtschaft fehlen. Wir müssen den Energiemix realisieren, auch wenn das einigen Ideologen schwer fallen muss. Es ist keine Lösung, einen fernsehfreien Tag einzufordern, um Energie und Kosten zu sparen. Es sind High-Tech-Lösungen gefragt, also Energiewende nur mit Köpfchen.
Unser größtes Potential ist die Einsparung oder besser: der überlegte Umgang mit dem Energieverbrauch. Meine Erfahrung ist, dass die Einsparung als Option, nur an der abgreifbaren staatlichen Förderung orientiert wird. Deshalb sind wir bisher von den gesteckten Zielen sehr weit entfernt. Dabei nur auf grünen Strom zu setzen, ohne zu wissen, wie sich dieses Angebot zusammensetzt und wie er ins Netz kommt, ist so, als säße man am Rheinfall in Schaffhausen und wartete auf Donauwasser. Ein warmer Popo im Winter von einer Gasheizung mit Biogasanteil ist schön; ohne nachdenken über die ethischen Zusammenhänge, ist dies in meinen Augen dekadent.  Ich traue der kommunalen Politik dies immer weniger zu, da ein gutes Management von Wertekonflikten nicht erkennbar ist und ein Interessenausgleich nicht autoritativ lösbar ist. Wir sind gefordert, “nachhaltige Entscheidungen” zu treffen. Was ist Nachhaltigkeit? Am besten beschrieben mit der Deutung “Enkeltauglichkeit” ist dies der Wert vor allen Werten. Es ist unabdingbar von den kommunalpolitisch Verantwortlichen die Energiewende “nur mit Köpfchen” einzufordern, auch wenn dies vielen gegen die politische Grundüberzeugung geht, und man gerne der neuen politischen Struktur ein Machtspiel liefern möchte. Die Verantwortung von uns allen ist, die Enkeltauglichkeit von Entscheidungen im Kopf zu haben und sinnlose politische Grabenkämpfe zu unterlassen.

4.12.2012, Gerd Baum, Sölden

Zu.”Preissprung beim Strom”, Beitrag von Jörg Buteweg (Wirtschaft, 13. November):

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