MTB-Technikpark Kirchzarten

Technikpark für MTB beim Hexenwäldle. Gemeinderat Kirchzarten will den Mountainbikesport unterstützen und den Bürgerentscheid achten. Der „Raum des Gastes“ im  Kurhaus war gefüllt bis auf den letzten Platz. Einige Leute standen sogar auf  dem Flur. Mehr als 70 Kirchzartener Bürgerinnen und Bürger kamen am vergangenen Dienstag zur letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause. Grund dafür waren die Tagesordnungspunkte Nummer sieben und acht, die da lauteten „Bebauungsplan Mountainbike- Teststrecke“ und „Ultra Bike Marathon“. Bürgermeister Andreas Hall nahm sich zu Beginn die Zeit, ausführlich zu erklären, wie es zu dem neuen Konzept im Bereich „Hexenwäldle“ gekommen ist. Er machte deutlich, dass sich nach dem Bürgerentscheid im März an den Grundvoraussetzungen nichts geändert habe. Um einer neuen Debatte Anfang der nächsten Saison im Frühjahr vorzubeugen, habe man nach einer Lösung gesucht, mit der Verbesserungen in beide Richtungen erreicht werden könnten. Die Mountainbiker in Kirchzarten hätten mit Recht die Erwartung, geeignete Trainingsmöglichkeiten vorzufinden, wie es sie für Fußballer, Tennisspieler und andere Sportler gebe, erklärte der Bürgermeister. Andererseits müsse möglich gemacht werden, die Mountainbiker dauerhaft vom Naherholungsgebiet Giersberg fernzuhalten. Er sei ganz sicher, dass das neue Konzept „Kein Kompromiss vom Kompromiss“ sei, sondern er sei „der felsenfesten Überzeugung, mit einem solchen Konzept attraktive Trainingsmöglichkeiten zu schaffen“. Das gemeinsam mit Prof. Roth von der Sporthochschule Köln erarbeitete neue Konzept sieht vor, dass im Bereich „Hexenwäldle“ ein Technikpark mit unterschiedlichen Tracks und zwei Downhillstrecken eingerichtet wird sowie zwei Rundstrecken im Bereich „Hochwald“ oberhalb der Bickenreute Wiese.  Weiterhin soll es einen „Natur Sport Spielplatz“ für die kleinen Mountainbiker geben, dessen Lokalität noch nicht klar ist.

 

Das neue Trainingsgelände im Bereich „Hexenwäldle/Hochberg“ soll aus einem Technikpark und verschiedenen Trainingsstrecken bestehen.  Quelle: Gemeinde Kirchzarten

Um sich bezüglich der neuen Pläne rechtlich abzusichern, konsultierte die Gemeinde Rechtsanwalt Dirk Schöneweiß. Dieser sieht die Rechtslage so, dass der Bürgerentscheid sich gegen die ursprünglichen Pläne des SV Kirchzarten richtete, im Bereich Giersberg/Bickenreute eine sogenannte Bikearena zu errichten. Seiner Ansicht nach tangiert der Bürgerentscheid nicht den Bereich „Hochberg“, auf dem sich  ein Teil des  jetzt geplanten Trainingsgeländes befindet. Zwar sei die Rechtssprechung in diesem Gebiet ein wenig dünn, aber Schöneweiß ist der Meinung, „dass mit dieser Lösung der Bürgerentscheid gewahrt wird“.
Der betroffene Teil des Waldes zählt zum Gebiet der Stadt Freiburg. Gegen den ursprünglichen Plan der Gemeinde Kirchzarten, wie vom Landratsamt empfohlen eine Bebauungsplanänderung zu erstellen, wurden von der Stadt Freiburg Bedenken geäußert. Der weitere Verfahrensgang ist also noch nicht geklärt, so dass in der Gemeinderatssitzung das Konzept zunächst nur inhaltlich beschlossen wurde. Mit Ausnahme von zwei Enthaltungen der Grünen-Fraktion stellte sich der Gemeinderat geschlossen hinter die Pläne des Bürgermeisters. Rüdiger Althaus (CDU) machte deutlich, dass man in dem Thema endlich einmal weiter kommen müsse. „Ein deutliches Zeichen für den Mountainbikesport wird von uns erwartet“ Durch das Konzept könne gesichert werden, dass das der Giersberg für Fußgänger geschützt werde. Auch Peter Meybrunn (SPD) betonte, dass die „Lösung keine Notlösung“ sei und es seiner Ansicht nach nur möglich sei, den Giersberg mountainbikefrei zu halten, wenn es Alternativen gäbe. Meybrunn erklärte, dass die Pläne mit der Bikeschule und dem SV Kirchzarten abgesprochen seien. Auch die Freien Wähler äußerten sich positiv zum neuen Konzept. Die IG Gierberg hat ihrerseits auf ihrer Homepage Bereitschaft signalisiert, die Pläne unter bestimmten Voraussetzungen mitzutragen.

31.7.2013, Anja Scheiner, www.dreisamtaeler.de

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