Miteinander Stegen – Ergebnisse der Befragung zum Altern

„Miteinander Stegen e.V.“ stellt die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung während des Stegener Dorffestes vom 27. bis 29. Juli 2012 an einem Info-Stand vor und möchte dabei auch mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Detailliert werden die Ergebnisse dann auf einem Bürgerforum am 26. September 2012 vorgestellt.
„Schwerstpflegebedürftigkeit und Demenz nehmen rasant zu, wir müssen jetzt reagieren, um den Menschen in Stegen ein würdiges Altern zu ermöglichen“, so der Stegener Allgemeinmediziner Dr. Peter Krimmel. Seit Ende 2010 schon beschäftigte sich der Verein „Miteinander Stegen e.V.“ mit dieser speziellen Thematik, mit dem Ziel, einerseits die Bevölkerung zu sensibilisieren und andererseits bestehende Defizite in Stegen anzugehen. Um hier auch in die richtige Richtung zu gehen, hat sich innerhalb des Vereins eine Projektgruppe „Lebensräume – Miteinander auf neuen Wegen“ gegründet, die im Frühjahr mit Unterstützung der Gemeinde eine große Bevölkerungsbefragung durchführte. Mit ihr sollte erfasst werden, wie die Menschen in Stegen leben, wie sie alt werde wollen, ob sie Hilfe und Unterstützung brauchen oder diese auch anbieten können. Über 3000 Fragebögen wurden verschickt und 923 kamen ausgefüllt zurück. „Eine hohe Zahl,“ so Sebstian Vogl, Soziologe und leitend verantwortlich für das Projekts „Lebensräume“, „die zeige, dass immerhin ein Drittel der Bevölkerung sich der Problematik des Älterwerdens und zunehmender Hilfsbedürftigkeit bewusst ist und sich aktiv damit auseinandersetzt.“ Über die Hälfte der Befragten brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, in Stegen und damit zuhause alt werden zu wollen und mehr als drei Viertel der Befragten wollen auch einen Beitrag für ein gut funktionierendes Bürgernetzwerk leisten, sowohl ideell, als auch finanziell aber vor allem mit Rat und Tat. Als potenzielle Helfer äußerten 435 Bürger in der Befragung ihr Interesse. Eine ermutigende Zahl, stellt Dr. Peter Krimmel fest, dessen Fernziel ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mit Rund-um-die-Uhr-Pflege-Wohngruppe ist. „Uns geht es jedoch nicht darum, den Menschen solch ein Projekt einfach überzustülpen, es soll aus der Bevölkerung heraus entwickelt werden und auf ihre Bedürfnisse hin zugeschnitten sein. Wir streben nicht die Einfachlösung an, bei der ein Investor ein Objekt erstellt und dieses dann zu Höchstpreisen vermietet oder verkauft.“ Leben in einem Mehrgenerationenprojekt ist eine Möglichkeit des würdigen Lebens im Alter, jedoch nicht die einzige. Die Projektgruppe geht die Thematik deshalb sehr umfassend an. So wird in Bälde ein Bürgerbüro, das alle Bürger in sozialen Fragen berät, seine Arbeit aufnehmen. Es soll eine Anlaufstelle sein, die Hilfe in allen Lebenslagen leistet und vermittelt, auch was beispielsweise den behindertengerechten Umbau der eigenen Wohnung angeht. Ab Herbst wird über das Bürgerbüro ein regelmäßiges Café organisiert, in dem sich alle Stegener Bürger und die Senioren der Wohnanlage treffen können, um das Miteinander der Generationen zu fördern.
Momentan gibt es einen Probelauf für einen gemeinsamen Mittagstisch in der Pater-Middendorf-Anlage. Hier kochen Senioren der Wohnanlage gemeinsam mit kochbegeisterten Stegener Bürgern. Dass Entscheidende an diesem Konzept sei, so Vogl, dass über die Aktivität eine Initiative entsteht, die Bürgerinnen und Bürger zusammenführt und eine Ausgangssituation herstellt für weitere selbst verantwortete Schritte hin zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft.“
Dagmar Engesser, 18.7.2012, www.dreisamtaeler.de

 

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