Medien – einseitige vierte Gewalt

Die Medien sehen sich gerne als 4. Gewalt der Demokratie – neben Legislative, Exekutive und Juresdiktion. Gut so bei objektiv neutraler Information. Doch zur Massenmigration berichtet die Presse erschreckend einseitig zugunsten “Wir schaffen das”. So zeigt die Hamburg Media School auf, dass 82 % der Beiträge der reichweitenstarken Medien zur Flüchtlingswelle „positiv konnotiert“ gewesen seien mit Merkels Sozialprojekt: Unkontrollierte Grenzen, Gesinnungsethik, Willkommenskultur, Migration über Asylrecht lösbar.
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Stolze 82 % für Merkels Flüchtlingspolitik, ärmliche 18 % dagegen – das sind Prozentzahlen, die eher an DDR-Zensur, Presse in der früheren Sowjetunion bzw. Chinas Gleichschaltung erinnern als an eine offene, freie Diskussionskultur in einer Demokratie. So verwundert nicht, dass es diese krachende Medienklatsche z.B. nicht auf Spiegel Online gefunden hat: Die Mainstream-Medien ignorieren und verheimlichen auch Medienkritik – aber auch Verheimlichen kann Lüge sein.
Unsere mediale Diskussions(un)kultur kennt weder Opposition noch Differenzierung, sondern nur “für Flüchtlinge” oder “gegen Flüchtlinge”, etwas so wie schwanger oder nicht. Wer opponiert, wird medial zum Nazi, Islamophoben usw.. Wer differenziert, wird für dumm erklärt. So wie Peter Altmeierr (CDU), der in HartAberFair ganz im Ernst sagte, im Vergleich zu 2015 kommen in diesem Jahr “so gut wie keine Flüchtlinge mehr an” – dabei erwartet das BAMF zwischen 300.000 und 400.000 für 2016.
12.9.2016
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Flüchtlingsberichterstattung – Apropos Willkommenskultur
Diese Studie eckt an: Die Hamburg Media School hat untersucht, wie die Medien zur Flüchtlingskrise berichteten. Es zeigt sich, dass Angela Merkels „Wir schaffen das“ lange wirkte. …
Mit dem wachsenden Zustrom von Geflüchteten sei die Berichterstattung, welche die Willkommenskultur thematisierte, regelrecht explodiert: Für das Jahr 2015 zählte Haller 19.000 Beiträge, 4.000 mehr zum Thema als in den sechs vorherigen Jahren zusammen. Zwischen Juli und September 2015, als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt erreichte, hätten einzelne Zeitungen im Durchschnitt sieben entsprechende Beiträge pro Tag gebracht . Insgesamt seien 82 Prozent aller Beiträge zur Flüchtlingsthematik positiv konnotiert gewesen, zwölf Prozent rein berichtend, sechs Prozent hätten die Flüchtlingspolitik problematisiert. Reichweitenstarke Medien hätten sich das Motto der Bundeskanzlerin – „Wir schaffen das“ – zu eigen gemacht. Haller zitiert die „Zeit“, die im August 2015 mit „Willkommen!“ titelte. …. Alles vom 11.9.2016 bitte lesen auf
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/studie-wie-ueber-fluechtlinge-berichtet-wurde-14378135.html

Denkverbote zur Flüchtlingswelle statt Diskussionskultur
Wie sieht es heute aus mit dem Zwang zur moralischen Konformität? Kürzlich sprach die Publizistin Cora Stephan hier von “Denkverboten statt Debatte”. Sie beschreibt das Phänomen einer sich verengenden Meinungsäusserungsfreiheit in Europa, bei Reizthemen wie Islam, Migrationspolitik oder Gender. Tatsächlich scheinen nicht wenige Leute das Gefühl zu haben, irgendwo da draussen gäbe es eine fürsorgliche Aufklärungs-Gendarmerie, die zwar nicht über totalitäre Strukturen verfügt, doch aber über eine massenmediale Schwarmintelligenz. Was bedeutet das für unser Selbstverständnis als säkulare Gesellschaft? Säkularismus meint ja nicht nur die Trennung von Staat und Religion, von Gesetzgebung und persönlicher Weltanschauung. Sondern die Erkenntnis, dass eine liberale Gesellschaft allen Mitgliedern eine gedanklich-moralische Sphäre der Freiheit garantieren muss. Das geht nicht ohne Trennung von Macht und Moral ….
Nur folgerichtig, wenn es dann zur journalistisch verpackten Propaganda für gesinnungsverwandte Regierungsprogramme kommt, wie eine aktuelle Studie der Hamburg Media School zeigt. Die Auswertung von 34 000 Pressebeiträgen zwischen 2009 und 2015 zum Thema Flüchtlinge ergab: 82 Prozent der Beiträge waren positiv, nur 6 Prozent hinterfragten kritisch die Flüchtlingspolitik der Regierung. Leider gibt es keinen Grund zur Annahme, dass eine solche Regierungsnähe nur in deutschen Medien oder nur beim Thema Migration vorkommt. So wenig wie die Verfolgung des sogennaten „Hate speech“ nur bei Facebook stattfindet.
… Alles von Guiseppe Gracia vom 10.9.2016 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/artikel/gefaehrliche_liebschaften_zwischen_macht_und_moral

Giuseppe Gracia ist freier Autor und Infobeauftrager des katholischen Bistums Chur/Schweiz

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