Massenschlaegerei nach SC-Spiel – Fans – Gewalt – Hass

Am Samstagnachmittag nach dem Regionalligaspiel SC Freiburg II gegen Eintracht Trier entlud sich vor der Shell-Tankstelle an der Schwarzwaldstraße rohe Gewalt.  Die notorischen Problemfans aus Trier sollten eigentlich mit ihren Kleinbussen  Richtung Autobahn rollen, als sie zufällig eine Gruppe SC-Fans – darunter auch Ultras – erspähten. Sekunden später flogen die Fäuste. Eine junge Frau, die sich zu dem Zeitpunkt des Zusammenstoßes gerade in der Tankstelle aufhielt, beschreibt die Szenerie: “Wie die Irren sind die aufeinander losgegangen. Die Schläge waren so heftig, dass es richtig krachte. Das sah gefährlich aus, man konnte den Hass spüren. Auf das Regionalliga-Spiel folgte die Prügelorgie: Die gewaltsame Attacke Trierer Ultra-Fans gegen Anhänger des SC Freiburg war der denkbar hässlichste Auftakt, den man sich zur Fußballsaison 2012/13 vorstellen konnte. Selbst die Polizei war für einen Moment überrascht.
Autos mussten anhalten, das war denen aber völlig egal, die schlugen immer weiter, Mann gegen Mann. Warum niemand flüchtete, war mir schleierhaft”, erinnert sich die 29-Jährige. Die meisten hätten kurze Haare und Sonnenbrillen gehabt, keine Trikots. “Man konnte die Gruppen optisch nicht voneinander unterscheiden”, so die Zeugin. Die Gruppen kamen immer näher Richtung Tankstelle. “Da bekam ich es richtig mit der Angst zu tun”, sagt sie.  Dank Pfefferspray und hartem Eingreifen von rund 40 Beamten bekam die Polizei die Lage kurz darauf in den Griff. Dass Problemfans unterwegs seien, war bekannt. Doch da die Kampfhandlung so plötzlich losbrach und die Lage unübersichtlich war, hatten die Beamten Mühe, schnell genug zu reagieren, wie Polizeisprecher Mirko Steffl zugibt. Offenbar hatte die Polizei nicht damit gerechnet, dass die Randalierer so dreist waren, einfach eine Vollbremsung hinzulegen und loszuprügeln. Der Einsatzwagen der Polizei befand sich zu dem Zeitpunkt in Sichtweite der Kolonne aus Trier.
Die Bilanz: Schürfwunden, Brüche, Platzwunden und zerrissene Kleidung sowie elf vorübergehende Festnahmen (neun Trierer, zwei Freiburger). Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch. Die Polizei sucht nach Zeugen. Eintracht Trier distanzierte sich in einer Pressemitteilung vom Fehlverhalten “der angeblichen Anhänger aufs Schärfste”. Der SC möchte sich zu dem Fall  nicht äußern, da der Verein nicht mehr wisse als das, was in der Polizeimeldung steht. Generell gelte, dass Gewalttäter beim SC keinen Platz hätten.
Stellt sich die Frage, ob eine Saison der Massenprügeleien droht? Laut Polizei geht man von einem Ausnahmefall aus. Doch generell sei Gewalt rund um den Fußball immer möglich.  Der problematische Kern der  Freiburger Ultras umfasse rund 60 Personen. Darunter 40 bis 50 potentiell gewaltbereite Anhänger der Kategorie B und 10 bis 15 notorische Gewalttäter der Kategorie C. “Es ist eine  wachsende Klientel, die zugleich im ständigen Wandel ist. Die passen in kein simples Schema, da sind auch Studenten und Bankkaufleute dabei”, berichtet Steffl. Die Polizei kündigt eine strikte “Null-Toleranz-Politik” an. Sven Meyer
Sven Meyer,9.8.2012, www.freiburger-wochenbericht.de

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