Lokaljournalistenpreis an BZ

Die Badische Zeitung BZ ist in Bonn mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet worden.  Prämiert wurde das Projekt “BZ-Stadtteilcheck” der Freiburger Stadtteilredaktion: Zeitungs-Doppelseiten mit Infos zum Quartier, darunter die Telefonumfrage “BZ fragt nach”, Porträts von Menschen, Vereinen und historischen Gebäuden aus dem Stadtteil. Bundestagspräsident Lammert ging bei der Preisverleihung ein auf das Spanungsfeld Internet – Tageszeitung: Der Zeitungsleser widme sich den Dingen, die er zuvor gesucht habe – der Internetnutzer hingegen werde mit Nachrichten überschwemmt, die andere für wichtig erachten.

Digitale Sorgenfalten bei der Verleihung des Deutschen Lokaljournalistenpreises
Bundestagspräsident Lammert: Tageszeitungen durch veränderte Mediennutzung herausgefordert
Bundestagspräsident Professor Nobert Lammert sieht angesichts der immer stärkeren Verbreitung des Internets in Deutschland die Tageszeitungen vor großen Herausforderungen, weil sie mit einer qualitativen und quantitativen Veränderung der Mediennutzung einhergehe – nicht immer zum Besseren. Zwar würden sich Reichweiten des Internets und der Zeitung auf den ersten Blick ähneln, bei genauerer Betrachtung offenbarten sich aber gravierende Unterschiede. Ein Beispiel dafür sei der „verbale Überbietungswettbewerb“ im Netz. Der teilweise erschreckende Umgangston in Kommentaren in Blogs und Foren lasse ein Abfärben auf die öffentliche Kommunikation befürchten. „Dabei sollten doch in der realen Welt dieselben Regeln gelten wie in der wirklichen Welt“, so der Bundestagspräsident. Zwiespältig sei auch die durch das Netz hinzugewonnene Breite an journalistischen Angeboten. Diese sei nicht uneingeschränkt ein Gewinn. Trotz der großen Fülle an Informationen fühlten sich heute viele weniger informiert als früher, weil Orientierung schwierig geworden sei. „Man sieht oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr“, so Lammert. Dieses Problem verschärfe sich dadurch, dass Zeitungsleser und Internetnutzer unterschiedliche Absichten verfolgten. Der eine widme sich den Dingen, die er zuvor gesucht habe. Der andere werde mit Nachrichten konfrontiert, die andere für wichtig erachtet und nach Relevanzkriterien gewichtet hätten. Auch den „Zwang zu Schnelligkeit“ im Internet beobachtet Lammert skeptisch. Dieser Trend führe dazu, dass Bildern und Schlagzeilen gegenüber Texten und Analysen Vorrang gegeben werde. Umso wichtiger seien Wettbewerbe wie der um den Deutschen Lokaljournalistenpreis, ermuntere er doch die Redaktionen an die Errungenschaften der für eine Demokratie so wichtigen Informationsaufbereitung festzuhalten.
Alles vom 2.10.2012 auf http://www.kas.de/wf/de/33.32229/ 
www.kas.de , www.konrad-adenauer-stiftung.de

Echte Graswurzelarbeit
Bei einem Workshop der Preisträger am Vorabend hatte BZ-Redakteur Thomas Jäger, der den “BZ-Stadtteilcheck” federführend betreut, betont, dass das Projekt eine besondere Form von “Graswurzeljournalismus” darstelle: “Alle Angaben, die wir zuvor durch Online-, Unterlagen- und Telefonrecherche zusammengetragen haben, haben wir Straße für Straße vor Ort überprüft.” Weit mehr als 1000 Kilometer seien so zu Fuß und per Rad zurückgelegt worden: “Ein ausgesprochen analoger Zugang in einer zunehmend digitalen Medienwelt.” …. Alles vom 2.10.2012 auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburger-stadtredaktion-erhaelt-deutschen-lokaljournalistenpreis–64185888.html 
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