Langeweile in Medien: Print, TV

Lesen Sie Spiegel, Zeit, Focus, Welt, Bild, SZ, Stern, FAZ oder taz – überall steht zur Tagespolitik (fast) dasselbe drin. Nicht anders in den TV-Talkshows – überall die (fast) gleiche Meinung. Öde und Langeweile macht sich breit in den sog. Mainstream-, Qualitäts-, GEZ- bzw. Leitmedien. Diskurs, Debatte, Diskussion und Streit, alles Grundvoraussetzungen einer funktionierenden Demokratie, sind rar geworden.
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Kritik gilt als anstößig bis Nazi. Die gleiche Gesinnung gilt. Mediale Bequemlichkeit bringt dazu, sogar ungeprüft voneinander abzuschreiben. Jüngstes Beispiel: DPA titelt “Grundschulverbot für Kinder , die kein Deutsch können” und die Mainstreammedien übernehmen, um die überall verbreitete Titelzeile dann zwei Tage später als Fake News zu widerrufen.
So informieren sich immer mehr Bürger im Internet, in den alternativen bzw. freien Medien oder im Ausland. Man fragt sich, was das Ziel der Mainstreammedien wohl ist: Deutschland den Anschein einer Scheindemokratie alias Öko-Diktatur mit 97,5% Meinungsgleichheit und 2,5% abweichender Meinung verpassen? Ganz allmählich wird es sogar den Medienforschern zu eintönig: Zeitungen “müssen wieder diskursiv werden und nicht einseitig berichten, wenn sie überleben wollen” , fordert Prof Haller (s.u.). Aber bis dahin ist es noch in langer Weg. Da müssen noch viele Redaktionsnetzwerke “entnetzt” werden. Damit man nicht die FAZ kaufen muß, um zu lesen, was in der Welt steht.
12.8.2019

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Prof. Haller: Leitmedien müssen wieder diskursiv werden, wenn sie nicht verschwinden wollen
Leitmedien wie die überregionalen Tageszeitungen in Deutschland müssen wieder diskursiv werden und nicht einseitig berichten, wenn sie überleben wollen. Nach Meinung des Medienforschers Prof. Michael Haller müssen die großen Tageszeitungen zurückkehren zur „Perspektive des diskursiven Qualitätsjournalismus“ und als Maßstab ihrer Berichterstattung anlegen. „Das gilt insbesondere für den tagesaktuellen Informationsjournalismus, andernfalls macht er sich selbst entbehrlich“, sagte Haller im Gespräch mit dem Magazin Tichys Einblick des früheren WirtschaftsWoche-Chefredakteurs Roland Tichy.
Die Aufgabe der Leitmedien sei es, die öffentliche Debatte zu organisieren. Und das gehe nur, wenn der Informationsjournalismus „vom Katheder des Besserwissers herabsteigt und sich um den Diskurs kümmert. Hierzu muss er auch systematisch trennen zwischen Information und Meinung. Und er muss die in der Gesellschaft angetroffenen Positionen und Standpunkte thematisieren.“
Weil die großen Tageszeitungen diese Rolle aber nicht erfüllen, hätten sich alternative Medien im Internet gebildet, die eine wichtige Rolle einnehmen, weil sie „als Störer die im Diskurs der Leitmedien übergangenen Argumente, Meinungen und Stimmungen artikulieren“, so Prof. Haller. „Hier öffnet sich eine breite Lücke im politischen Meinungsspektrum. In diese Lücke stoßen die alternativen Medien.“
… Alles von Prof Haller vom 10.8.2019 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/prof-haller-leitmedien-muessen-wieder-diskursiv-werden-wenn-sie-nicht-verschwinden-wollen/
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Die 1968er haben die Medienlandschaft zubetoniert
Meiner Meinung nach sind die Medien ein Spiegel der Politischen Landschaft, des Systems. Von den Anfängen 1968 bis heute war es ein langer Weg, dieser ist bereits vollbracht und wird gerade betoniert. Dummerweise haben sie sich mit den – meist moslemischen – Flüchtlingen die Säge für ihren Ast, auf dem sie sitzen, selbst ins Land geholt. Lernen werden diese Schreiberlinge nichts mehr, den sie wissen ja schon alles.
11.8.2019, SCH, TO
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Früher las ich im täglichen Wechsel FAZ und taz
sowie wöchentlich den Spiegel. Das ist mittlerweile Jahrzehnte her. Die Gründe für meine Abstinenz brauche ich der geschätzten Leserschaft wohl kaum erläutern. Informationen beziehe ich seit Jahren ausschließlich aus dem Internet, bei der „Achse, Tichy, Sezession“ etc.. Gern spende ich regelmäßig für diese Form des Journalismus. Gegen die Zwangsabgaben für das öffentlich-rechtlichen Fernsehen kann ich leider nichts machen, außer Tier- und Naturdokus sehe ich dort nichts mehr. Den Fernseher nutze ich zu mehr als 90% für YouTube und als Bildschirm für die Wiedergabe von DVDs. Gut, dass es Internetradio gibt, mein augenblicklicher Favorit: Blues Radio Chicago. Mein Vertrauen in die MSM ist nachhaltig ruiniert, ihren Niedergang haben sie sich redlich erarbeitet. An deren Auferstehung glaube ich nicht, ich wünsche sie auch nicht.
11.8.019, D.R.
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Diskurs – wie denn?
Erstens haben mehrheitlich die heutigen „Journalisten“ die Fähigkeit verloren kritisch zu hinterfragen und Zweitens sind es überwiegend Auftragsjournalisten. Das heißt ihr Einkommen hängt davon ab, ob ihr Geschreibsel veröffentlicht wird. „Springer-CEO Mathias Döpfner: «Viele Journalisten verhalten sich zutiefst unjournalistisch» https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/springer-ceo-doepfner-viele-verhalten-sich-unjournalistisch-ld.1457143
Aber schon 2011 war zu lesen: „Das Triumfeminat – Angela Merkel, Friede Springer, Liz Mohn“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=8146
11.8.2019, ELL
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Prof. Haller sieht das zu einfach
Ich war mal ein begeisterter Leser der FAZ. Die haben aber damals (Ukraine Putsch) schließlich ihre eigenen Leser aktiv beschimpft und ich musste den Rückzug antreten. Ich schaue dennoch online auf die Titelseiten der überregionalen Zeitungen (außer FAZ), um zu sehen, was sie gerade vermitteln wollen. Aber selbst das geht nicht. FOCUS geht nicht, weil der soviel Werbung zu laden versucht, dass ich solange nicht warten will (schließlich wohnen wir hier knapp 30 km von Zentrum FFM entfernt und da kann man kein gutes Netz erwarten). BILD läd sofort und ich sehe auf meinem gesamten Display nur: „Knutschspiele mit Jasmin und Tobi“ – nein, das geht auch nicht, da ich weder Jasmin noch Tobi kenne. Also welt.de: zwei Artikel mit Bild der klugen Baerbock dann zwei Artikel mit Bild der armen Greta dann: „Heul doch Ai Weiwei“ und der Autor meint in der Bikdunterschrift, Ai Weiwei hätte wissen müssenm dass Berlin nicht die Hauptstadt der Warmduscher ist. Berlin ist ausschließlich die Hauptstadt der Warmduscher und war es schon, als man dort dem Wehrdienst entgehen konnte. Nein, das kann man nicht lesen.
11.8.2019, GA
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Die sog. Leitmedien und das ÖR haben keine Fehler gemacht
sondern sie haben ganz bewusst die Mehrzahl ihrer Leser für dumme kleine Kinder gehalten und waren der Meinung die Aufgabe der Verkünder der Wahrheit zu sein. Sie haben die Realität in der sich viel Menschen befinden einfach nicht akzeptieren wollen. Und das verrückte ist, das sie immer noch so weiter machen, obwohl täglich die Leser weniger werden. ….
Professor Haller wagt den Blick in die Zukunft. Was er da sieht, sieht gut aus – dass die Leitmedien wieder diskursiver werden. Aber ob das wirklich die Zukunft ist, weiß der gute Professor natürich genausowenig wie alle andern. Schau’n mer mal. Die NZZ ist jedenfalls schon diskursiv, und sie ist ein Leitmedium, soviel steht fest.
11.8.2019, EN
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Die Leitmedien werden überhaupt nichts machen,
höchstens das Gegenteil von dem, was sie jetzt machen. Sie werden im aggressiver und schlagen um sich. Warum? Sie haben im entscheidenden Moment versagt, und wer gibt schon gerne zu, daß er sich total geirrt hat. Der zweite Grund ist der, daß es in diesem Bereich mittlerweile an Bildung und Intelligenz fehlt, die man nicht durch Haltung oder besser ideologischen Fanatismus ersetzen kann. Wenn die Auflagen nicht mehr reichen, um davon gut und gerne zu leben, werden halt Rechercheverbünde gegründet. Sollte das auch nicht mehr reichen für Prantls Pension, wird die Demokratieabgabe halt erweitert. Kostet sicher wieder nur ne Kugel Eis.
11.8.2019, WI
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ÖR Medien ade
Vergessen werden die ÖR Medien, die sich gewiss für viele Menschen „entbehrlich“ gemacht haben, deren Überleben jedoch durch Zwangsfinanzierung gewährleistet ist. Dieser skandalöse Zustand führt jeden „unabhängigen“ Journalismus ad absurdum. Darüberhinaus sichern sich auch große Zeitungen durch Staatsgelder ab (Kooperation Süddeutsche/WDR als ein Beispiel).
11.8.2019, G.F., TO
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Framing
Meiner Erfahrung nach wird das Framing in den Massenmedien immer schlimmer und die Haltungsjournalisten immer aggressiver. Welt-Online lässt ja inzwischen so gut wie gar keine Kommentare mehr zu.
11.8.2019, RA
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„Die Silvesternacht (in Köln, die Red.) war der Einbruch der Realität ins Träumerland der universalistisch denkenden Journalisten.„ Tut mir leid, aber die Gesellschaft kann nicht darauf warten, bis kognitiv defizitäre, dafür aber mit Ideologie vollgepumpte Systemschreiberlinge die Realität erkennen. Im Grunde genommen ist das eine riesige Frechheit.
11.8.019, K.N.
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Wie man Glaubwürdigkeit erzeugt nach Jahren der Propaganda,
das können sich die Medien mal beim Jugendfernsehen zum Ende der DDR anschauen. Mit einmal wurde life gesendet und berichtet und die Zeitungen mussten, ob sie wollten oder nicht, mitziehen. Die parteihörigen Redakteure wurden von einem Tag auf den anderen ersetzt. Heute wird propagiert: Zu sagen was ist! Eine hohle Phrase genau wie Fakten, Fakten, Fakten! Damals, kurz vor dem Ende der DDR, konnten die Medien einfach nicht mehr anders, zuviel der Lügen, zuviel des Vertuschens; jeder sah, der Kaiser ist nackt und die Medien zeigten ihn so wie er war, nackt! Dafür hat heute kein Journalist mehr einen Gedanken, man ist in seiner Blase beschäftigt.
Für mich haben die Medien, besonders die ÖRR, jegliche Glaubwürdigkeit verloren und mit jedem Tag ihrer Propaganda bestätigt er mich in meiner Meinung.
11.8.2019, H.P
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Konservative müssen intelligenter werden
Dazu muss aber auch die gesamte Kultur wieder diskursiv werden. Das geht nur, wenn auch Konservative aktiv an allen kulturellen Debatten teilnehmen und sich nicht ständig ins Private zurückziehen. Konservative hatten das Heft in der Nachkriegszeit bis ca 1970, teils bis 1980 in der Hand, danach gab es dann einen Diskurs mit den Progressiven. Heute herrschen Neoliberale, die sich mit linken Thesen kaschieren und schmücken. Ernsthafte Linke mit liberalen Grundmuster gibt es nicht mehr, und Konservative sind meist blanke Besitzstandswahrer. Da haben es die Neoliberalen sehr leicht, ihre Ego-Agenda der ganzen Gesellschaft aufzudrücken. 90% der Massenmedien sind Teil dieser egomanischen Neo- Welt. Fazit/:: Konservative müssen intelligenter, weniger egoistisch, belesener oder gebildeter werden. Dann gibt es auch wieder einen Diskurs in der Gesellschaft und in den Medien.
11.8.2019, W.X.
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Mainstream-Medien verbreiten intellektuelle Langeweile
„Es gibt keinen Grund, in Universitäten und in der Studienstiftung des deutschen Volkes Sarrazin, Wendt und Kubitschek nicht reden zu lassen, im Suhrkamp-Verlag Tellkamp zu desavouieren und im Bundestag der AfD zu verweigern, was einer Fraktion traditionell zusteht. Die Einführung des Mainstreams, die Kommunikationslosigkeit zwischen ihm und den Rechten und der AfD hatte und hat ihren Preis. Sie hat die Rechten und die AfD nicht schwächer gemacht, sondern stärker. Sie hat auch dem Mainstream nicht gutgetan. Als er weit, offen, vielfältig war, war er lebendig. Je enger er wurde, desto moralisch anmaßender und intellektuell langweiliger wurde er.“
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Bernhard Schlink, Schriftsteller und Professor für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin,
in der „FAZ“ vom 1. August 2019, http://www.faz.net

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