Musik

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Blick von Lindenberg nach Süden ins Ibental und Dreisamtal (rechts) am 6.1.2008 um 12.05 Uhr

 

Deutschland, warum bist du so unmusikalisch geworden?

Deutschland, die Quelle er klassischen Musik, warum bist du so unmusikalisch geworden? Musik gibt einem Halt. Mit Musik geht man mit Zuversicht durchs Leben. Für und Japaner war die überwiegend deutsche klassische Musik Kulturimport, aber mir scheint es mittlerweile so, dass die Zahl der Japaner, die diese Musik im Alltag lieben und praktizieren, vielleicht sogar höher sein könnte als die Zahl der hiesigen Musikliebhaber. Wie merkwürdig. Es wäre zu schade, in diesem Land geboren zu sein und im Grab zu landen, ohne jemals die h-Moll-Messe von Bach gehört zu haben. Das muss geändert werden.
10.1.2013, Ai Kretschmer-Nakashima, Berlin-Wilmersdorf, www.zeit.de

 

 

 

Techno

Beim Musikstil Techno ist Deutschland weltweit führend. Techno bezeichnet mit dem PC synthetisch produzierte, rhythmusorientierte Tanzmusk im 4/4-Takt, wobei jedes Viertel durch eine elektronische Bass Drum betont wird. Bässe sind wesentlicher Bestandteil von Techno. Techno ohne Bässe ist vergleichbar mit Rock ohne Gitarre – geht also nicht. Bei Techno findet häufig der Subwoofer Verwendung. Ein Subwoofer ist eine spezielle Lautsprecherbox, die von ihrer Konstruktion her für die alleinige Wiedergabe tieffrequenter Schallwellen, dem so genannten Bass oder sogar nur Tiefbass, konzipiert ist.

Gitarre, Schlagzeug oder gar Keyboard/Klavier spielen ist mühsam, da man lange üben muß. Techno spielen ist einfach: Auf einer Wiese Laptop, Mischpult und Lautsprecherboxen aufstellen, Software starten und dann Knöpfe und Schieber betätigen.

Eine Techno-Party ist mit Lärm-Zwangsbeschallung verbunden und mag als singuläre Großveranstaltung geduldet werden (Beispiel: Alljährliches Pfingstsportfest in Stegen). Solange das KuCa der PH in Freiburg-Littenweiler jedes Zusammensein als Techno-Party definiert und bei Demos mit dem Subwoofer-Karren durch die Straßen zieht, solange ist die Littenweilermer Bevölkerung gegen das KuCa eingestellt.

Musik-Berieselung ist passe: Eines der größten Einkaufszentren weltweit, das “Saw Grass Mills” bei Ft. Lauderdale/Florida, hat die einst hochmoderne Musikberieselungsanlage (Dosierung dezentral in Abhängigkeit von Uhrzeit, Branche, Besucheranzahl, Wetter, Saison, …) abgestellt.In Freiburg drosseln sogar Ikea und Galerie Kaufhof die Hintergrundmusik. Gasthaus Lindenmatte wie Szenelokal Casa Espanol verzeichnen nach Musikverzicht außen wie innen deutliches Umsatzplus. Junge Leute wollen kommunizieren und diskutieren – wenn Musik, dann nicht aus der Konserve, sondern live und unplugged.

In der „technischen Anweisung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) hat der Gesetzgeber definiert, ab welchen Dezibel-Werten die Grenze zu einer wesentlichen Beeinträchtigung überschritten wird. So dürfen Geräusche in Wohngebieten tagsüber maximal 50 dB(A) und nachts 35 dB(A) erreichen. Gesetzlich geregelt ist die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Gleichwohl hilft dies den Betroffenen aber auch nur bedingt. Denn erstens kann der Normalbürger in der Regel nicht beurteilen, welche Dezibelwerte ein Geräusch verursacht, und zweitens ist im nachhinein schwer nachweisbar, dass der Lärm der vergangenen Nacht wirklich über den Grenze lag.

Beispiel: Den Nachbarn eines Dorfgemeinschaftshauses ging die Musik gehörig auf die Nerven. In einem größeren Saal des Gemeindehauses fanden an Wochenenden private Feiern, Vereinsfeste, Disko-Abende und Techno-Partys statt. Anwohner zogen vor Gericht und verlangten, Veranstaltungen mit einem Geräuschpegel von mehr als 35 dB müssten verboten werden. Zwei Sachverständige maßen im Auftrag der Justiz den Geräuschpegel im Haus der Nachbarn: während einer Hochzeitsfeier und beim Abspielen von Techno-Musik. Beide Male lag der Wert annähernd bei 50 dB. Das überschreite den vorgeschriebenen Grenzwert der TA Lärm, stellte das Oberlandesgericht Koblenz fest (5 U 279/01 vom 4.9.2003, Nr. 46569). Nachts zwischen 22 und 6 Uhr liege die kritische Grenze in einem Wohngebiet bei 35 dB (A). Also hätten die Anwohner Anspruch darauf, dass die Gemeinde künftig für Abhilfe sorge. Auch mit dem Einwand, die klagenden Nachbarn hätten ihr Einfamilienhaus “in den Lärm hineingebaut” und vorher gewusst, was sie erwartete, kam die Gemeinde nicht durch: Die Maßstäbe der TA Lärm beträfen bebaute und unbebaute Grundstücke gleichermaßen, so die Richter.
4.8.2013

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