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Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände - links Zubringer Mitte mit Dreisam

Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände – links Zubringer Mitte mit Dreisam

 

Publico: Die Psychologie des grünen Erfolgs – Astroturf, Framing, Overton-Window
Warum schafft es die Partei, zu einer Kraft aufzusteigen, die tatsächlich den nächsten Kanzler stellen könnte? Auch deshalb, weil sie politische Techniken beherrscht, die ihre Konkurrenten noch nicht einmal erkennen
Von Dirk Schwarzenberg und Alexander Wendt
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Das Wahlergebnis der Grünen in Deutschland lässt sich nicht verstehen ohne drei Begriffe, die in der US-amerikanischen Politik seit Jahrzehnten eingeführt, hierzulande allerdings – zumindest zwei von ihnen – als Begriff noch weitgehend unbekannt sind. Als Technik selbst allerdings nicht. Die Grünen und ihr organisatorische wie mediales Umfeld bedienen seit etwa einem Jahr dreier Instrumente in Perfektion, während die anderen Parteien die Praxis noch nicht einmal begreifen: Astroturfing, Framing und gezielte Beeinflussung des Overton Windows.
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Um mit dem ersten zu beginnen: Bei Astroturf handelte es sich ursprünglich um einen Begriff für Kunstrasen in Stadien. Schon in den 90er Jahren benutzten Politiker und Politanalysten das Wort für öffentlichkeitswirksame Aktionen, die koordiniert und gewissermaßen im Ganzen ausgerollt werden, aber den Eindruck einer spontanen, an vielen Stellen gleichzeitig entstehenden Aktivität erwecken sollen. Also das Gegenteil eines Kunstrasens, nämlich eine urwüchsige Graswurzelbewegung. Der Begriff geht wahrscheinlich auf den texanischen Senator Lloyd Bentsen zurück, der 1985 plötzlich sehr viele Briefe und Postkarten bekam, scheinbar von normalen, unabhängig voneinander agierenden Bürgern, die ihn beknieten, sich besser um die Interessen der Versicherungswirtschaft zu kümmern. “A fellow from Texas“, meinte Bentsen, „can tell the difference between grass roots and AstroTurf… this is generated mail.” Mit simpler Briefpost betreibt heute niemand mehr Astroturfing. Die Instrumente sind unendlich wirkungsvoller, und die Praxis zielt auf die breite Öffentlichkeit: Mit vorgeblich von unten gewachsenen Bewegungen wie den „Schulstreiks für das Klima“, mit Youtube-Videos und mit Veröffentlichungswellen von Appellen.
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Mit dem Begriff Framing immerhin kann spätestens seit dem „ARD-Framing-Manual“ der Publizistin Elisabeth Wehling schon eine etwas größere Öffentlichkeit in Deutschland etwas anfangen. https://www.publicomag.com/2019/02/sie-werden-geframt-von-ihrer-ard/
Zur kurzen Erinnerung: Wehling, eine mit wohlklingendem eigenen Institut selbstnobilitierten Psychologin, hatte für die ARD 2017 ein so genanntes Framing-Manual verfasst, in dem sie dem Senderverbund riet, für eine höhere Akzeptanz des Gebührensystems moralisch aufgeladene Begriffe in Umlauf zu bringen. Etwa „Gemeinwohl-Funk“ für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Kritiker sollten folglich als Gemeinwohl-Feinde, Gebührenverweigerer als „vertragsbrüchig“ stigmatisiert werden.
Theoretiker und Praktiker des Framing (von Frame, Rahmen) erklären Sachverhalte als praktisch beliebig dekonstruierbar. Für sie gibt es keine Objektivität, selbst in der Naturwissenschaft nicht, sondern nur „Deutungsrahmen“, die, je nachdem, wie sie gesetzt werden, die öffentliche Diskussion leiten. Was ja auch zu einem gewissen Grad zutrifft. Es lenkt die Wahrnehmung vieler Medienkonsumenten erheblich, wenn etwa Demonstranten in Chemnitz als „Mob“ bezeichnet werden, gewalttätige Besetzer im Hambacher Forst dagegen als „Aktivisten“. Oder ob ein Medium von „Klimaentwicklung“ und „Klimawandel“ schreibt – oder von „Klimakrise“.
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Beides, scheinbar spontane Bewegungen wie Begriffsprägung beeinflussen wiederum das Overton-Window. Den Begriff des „Wahrnehmungsfensters“ prägte der amerikanische Politikwissenschaftler Joseph P. Overton (1960 -2003). Nach seinem Modell existiert ein Fenster der Wahrnehmung für gesellschaftliche Themen, das jedenfalls für die große Bevölkerungsmehrheit definiert, was als akzeptabel, umkämpft und außenseiterisch gilt. Overton entwarf folgende Skala:
Geltende Politik, populäre Ansicht, zunehmende Vernunft, noch akzeptable Ansichten, Radikalität und „undenkbare“ Ansichten („Policy, Popular, Sensible, Acceptable, Radical, Unthinkable“). Wie ein Blick in die Geschichte zeigt, ändert sich die Bewertung vieler Ansichten in diesem Fenster von Generation zu Generation, und zwar nicht selten grundlegend. Massenverfolgung, die im Dritten Reich oder in der stalinistischen Sowjetunion als „normal“ galt, gehört heute zu Recht zu den Schreckensvorstellungen. Aber auch etwas kleinere und abgegrenzte Themen gleiten auf die Skala. Zu DDR-Zeiten hatten sich beispielsweise mit der Stabilisierung der SED-Herrschaft die meisten im Land mit Enteignung und Kollektivierung abgefunden. Im Westen galt dieses Gesellschaftsmodell spätestens seit dem Erfolg des Wirtschaftswunders als undenkbar, mindestens als radikal.
Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der DDR 1989 überlebten Enteignungsphantasien bestenfalls noch im härtesten SED- und DKP-Funktionärsmilieu. Heute gleitet die Wahrnehmung gerade wieder in Richtung „empfindlich“ bis „akzeptabel“, wenn etwa Kevin Kühnert Kollektivierungspläne für BMW entwirft, und der Grünenvorsitzende Robert Habeck meint, über die Enteignung von Immobilien sollte ruhig einmal nachgedacht werden. Begriffe und Themen driften nicht nur einfach in dem Wahrnehmungsfenster. Sie lassen sich mit Geschick und Anstrengung auch ganz gezielt verschieben.
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Als klassisches Astroturf-und-Framing-Unternehmen dürfte das Unternehmen Greta einmal in Psychologielehrbücher eingehen. Der Blogger Don Alphonso hatte schon im März 2019 ein nicht für die Öffentlichkeit bestimmtes Strategiepapier veröffentlicht, das zeigt, wie straff und professionell die „Fridays for Future“-Bewegung tatsächlich organisiert wird – vor allem von den Grünen.
https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/plus189977675/Don-Alphonso-Zurueck-ins-Mittelalter-mit-dem-Friday-for-Future.html
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Bei deutschen Demo-Auftritten Thunbergs weichen zwei Personen der 16-Jährigen so gut wie nie von der Seite: Luisa Neubauer, eine Art Klimajugend-Beauftragte der Grünen, und Jakob Blasel, Greenpeace-Aktivist und Mitglied der Grünen Jugend. Zwei gutaussehende und mediengewandte junge Grüne, ein praktisch unkritisierbares Kind im Rang einer „Prophetin“ (Göring-Eckardt) – das Trio wirkt so smart zusammengecastet wie eine der notorischen Neunziger-Jahre-Boybands.
Zu den Schülerdemonstrationen kommt nicht nur eine fast durchgehend wohlwollende Begleitung durch die etablierten Medien, wo wiederum das Herz der Journalistenmehrheit für die Grünen schlägt. Dazu kommt, wie eine Recherche von Tichys Einblick zeigte, im Hintergrund eine NGO. https://www.tichyseinblick.de/meinungen/bestaetigt-fridays-for-future-finanziell-fremdgesteuert/

… Alles vom30.5.2019 von Alexander Wendt bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2019/05/publico-dossier-die-psychologie-des-gruenen-erfolgs/

 

… bereits mittendrin
Nun dürfte jedem klar werden: Einen Umsturz zum Sozialismuss mit den RotGrünen und all den anderen Roten einschließlich CDU wird keineswegs gewalttätig erfolgen, warum? Weil wir schon mittendrin sind in der kaum spürbaren gewaltlosen Umwandlung zum Sozialismus. Stück für Stück und immer ein bißchen mehr – mithilfe der Psychologie, gerichtet gegen das eigene Volk und mit versteckten Hebeln wie Framing, Astroturf und Co.
30.5.2019, LIB, PO
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Manipulationstechniken im Verbund mit Big Money
Vielen vielen Dank für diese wunderbare Analyse! Mein Gedanke: Moderne (oder wiederentdeckte) Manipulationstechniken im Verbund mit Big Money, starken und professionellen Lobbyverbänden, sozialen Echtzeitmedien, akademischen Kopflangern als Dienstleister, skrupellose Machtpolitikern und einer Presselandschaft in Selbstgleichschaltung oder finanzieller Abhängigkeit von Wenigen sind das potentielle Leichentuch der Demokratie. (Das Wort Demokratie wird voraussichtlich umdefiniert werden müssen, um zukünftig nicht aus dem Rahmen zu fallen)
Was passiert? Man besorgt sich die demokratischen Mehrheiten, indem man den Wählerwillen unmerklich in bestimmte Richtungen lenkt, sich mittels Astroturfing Kredibilität erschafft, Prozesse rationaler Analyse Abwägung durch Emotionsaufladung unter Gefühlsvorbehalt stellt und entwertet, einige Begriffe umdefiniert, ins nicht-sagbare verschiebt und negativ auflädt. Man skandalisiert das Triviale und trivialisiert den Skandal. Hinzu kommt der Gewöhnungseffekt und eine ganze anthropologische Schatzkiste an ungenutzten Möglichkeiten, wie der hier beschriebene “Panik-Keine-Zeit-Modus”, der zusätzlich Denkprozesse verkürzt und unter Zeitvorbehalt stellt. (Jeder Betrüger nutzt diese Technik)
Als Pegida mit ihrer “Lügenpresse” aufkam, wurden sie vielfach vom Establishment belächelt. Auch wenn der Vorwurf nur die großen Printmedien betraf, dückte er aus: “Wir merken, was ihr da treibt – und es gefällt uns nicht, verarscht zu werden”.
Ich bin ratlos, wie man diesem konzertierten Angriff standhalten kann und überhaupt noch mit eigener Meinung oder alternativen Erklärungen durchdringen kann, wenn vermutlich 2/3 aller Wähler geführt und eigenordet werden, um als Meinungs- und Narrativmultiplikatoren das gewünschte Wahlergebnis herbeizuführen. Eine Partei, die da nicht mitspielt, hat keine Chance.
Die EU-Wahl war die schmutzigste Wahl bisher und ich bin sehr auf die anstehenden Landtagswahlen gespannt, wenn unsere Gemeinwohl-Leitmedien wieder lenkend eingreifen und die Astroturfing-on-Demand Twitter- und Youtube-Erregungsspule brummt.
“Was ist Aufklärung? Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Was ist Unmündigkeit? Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.”
Wir sind zurückgefallen in die Unmündigkeit! Unter Vorherrschaft der Dekonstruktivisten ergibt die Kantsche Maxime “Sapere aude! ” keinerlei Sinn mehr!
31.5.2019, SMI, PO
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Ein sehr guter Artikel, der am Ende sogar Hoffnung macht,
weil sich so eine Panikmache nicht mehr steigern ließe und in ihrer Wirkung mit der Zeit verschleißen würde Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber die jüngere Geschichte lehrt, dass es da noch unendliche Steigerungsmöglichkeiten gibt, gerade wenn Kinder oder Jugendliche die Antreiber sind:
1. Kambodscha, Rote Khmer. Die „Guerillas“, verantwortlich für den Genozid mit 1,7..2,2 Millionen Toten, waren in der überwiegenden Mehrheit um 16 Jahre alte Kinder (Generation „Greta“)
2. China, „Kuturrevolution“, 65 Millionen Tote. Die „Revolutionäre“ waren fast ausschließlich Jugendliche um 25 Jahre (Generation „Rezo“).
1.6.2019, L.W., PO

Lieber Herr Schwarzenberg, lieber Herr Wendt,
Danke! Ihr obiger Aufsatz ist der beste politische Artikel der letzten Jahre und sollte in jeder Parteizentrale als Poster an der Wand hängen. Man fragt sich als Beobachter warum hochbezahlte Marketingleute der anderen Parteien den Sachverhalt und mögliche Gegenmaßnahmen nicht kommunizieren können. Das Personal gehört jedenfalls gefeuert und ausgetauscht. Ich teile ihren Optimismus der Abnutzungsthese jedoch nicht. Die Kampagne fand in einem der 20 kältesten Maimonate seit Beginn der Aufzeichnungen gegen den gesunden Menschenverstand statt und hat dennoch gezündet (der irrationale Feldzug gegen “den Diesel” passt übrigens auch noch analog gut dazu). Will man sich von den Grünen nicht restlos fertig machen lassen, muss zum propagandistischen Vergeltungsschlag ausgeholt werden. Die politische Kultur wird nach diesem Wahlkampf eine andere sein als zuvor oder wir marschieren in die grüne Nudging-Diktatur. Die Grünen zwingen dies den anderen Parteien auf. Die hilflosen Versuche von AKK die Musketen der Grünen wieder in den Schrank zu legen, scheint zudem von der anderen Seite der Partei der Grünen (inkl. Vorfeld, Medien etc.) abglehnt zu werden.
Treppenwitz der Geschichte: Die letzte Partei, die über eine damals neue Form der Propaganda an die Macht gelangte war die NSDAP. Sie war auch die letzte Partei vor den Grünen, die mit der Macht des Symbols im Parteiwappen hantierte (Sonnenblume heute, Hakenkreuz damals). Auch in den 1930ger Jahren hatten die anderen Parteien der Konzentration von inszenierter Propaganda und Medienübermacht (Hugenberg u.a.) nichts Entscheidendes entgegenzusetzen. Die Rolle der Kommunisten von damals muss nun abstruser Weise (da eigentlich nach den Wertvorstellungen der 1990er Jahre zutiefst bürgerliche Mitte) die AfD übernehmen, die aber der Übermacht der linken Seite unterlegen ist (natürlich ist das Szenanrio diesmal nicht geeignet Straßengewalt über die Angriffe auf Einzelne hinaus zu generieren; das wollen die Grünen tatsächlich nicht, niemand wird daran sterben).
31.5.2019, TH., PO

 

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Lesenswertes und informatives Buch:
Ramin Peymani:

Chronik des Untergangs
Ist es wirklich bereits 5 vor 12?
1.Aufl., 2019, 12.95 Euro
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Rezo-Video als Profi-Manipulation?

Seit ein paar Tagen wird von allen Mainstream-Medien ein junger Mann hoch gejazzt, der vorher angeblich ganz unpolitisch nur Musik gemacht hat und dem es plötzlich reichte und Ein Video gegen die CDU (ein bißchen auch gegen die SPD) produzierte, die angeblich untätig dem verheerenden Klimawandel zuschaue, zu wenig gegen die Ungleichheit tue und damit der jungen Generation die Zukunft verbaue. Wunderbarerweise hatte dieser bislang Unbekannte sofort an die Millionen Clicks.
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An seiner Originalität oder einer überraschenden neuen Botschaft kann das nicht gelegen haben, denn er präsentiert nichts als die grün-linken Stereotype, mit denen wir tagtäglich von den Medien, neuerdings auch von Unternehmen, die besonders politisch-korrekt sein wollen, berieselt werden. Wie Greta ist Rezo ein Unterstützer der herrschenden Politik, von der er nur noch mehr will, ohne anscheinend die blasseste Ahnung davon zu haben, welche Folgen das hätte. Würden seien Forderungen realisiert. Machen wir doch die Probe aufs Exempel: Folgen wir dem Vorschlag des Pro Lausitzer Braunkohle e.V. und schalten, wie Rezo, Greta und ihre Apologeten es wollen, ab Montag alle Kohle- und Atomkraftwerke ab! Mal sehen, wer als Erster das große Heulen bekommt.
Rezo ist ein typisches Propagandaprodukt der Weltretter und -verbesserer, die keine Ahnung haben, aber alles besser wissen und an deren Wesen die Welt genesen soll. Unsere grün-linke Presse, die sich immer mehr auf Propaganda verlegt, hat zu Rezo zum Ruhm verholfen.
Das witzige an der Geschichte ist, dass die Union, die dank Kanzlerin Merkel zur vierten linksgrünen Partei mutiert ist und alle grünen-linken Forderungen politisch durchsetzt, nun verschwinden soll. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr soll gehen. Grün-Links will jetzt die Sache selbst in die Hand nehmen und nicht mehr vom Katzentisch aus steuern.
…. Alles vom 25.5.2019 bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/05/25/rezo-und-die-manipulatoren/
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