Haltungsjournalismus

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Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates und Ahmad Mansour (rechts) auf der 4. Islam-Konferenz am 28.11.2018

Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates und Ahmad Mansour (rechts) auf der 4. Islam-Konferenz am 28.11.2018

Medienkrise – Dumont verkauft Zeitungen: Haltung bis zuletzt
Für Mitarbeiter traditioneller Medien könnte 2019 später einmal als schwarzes Jahr in die Chronik eingehen. In der letzten Februarwoche kündigte die DuMont Mediengruppe an, sich von sämtlichen Zeitungen zu trennen: von der Hamburger Morgenpost, dem Kölner Stadt-Anzeiger, dem Kölner Express, der Berliner Zeitung, dem Berliner Kurier und der Mitteldeutschen Zeitung in Halle. Nach Branchenschätzungen wäre das Paket vor zehn Jahren noch gut eine Milliarde Euro wert gewesen.
… Alles vom 5.3.2019 auf
https://www.achgut.com/artikel/medienkrise_haltung_bis_zuletzt
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Man schwimmt nur noch im Mainstream mit: Haltung statt investigativer Journalismus
Was ist mit einem Produkt, das nicht mehr gekauft wird? Entweder ist es aus der Zeit gefallen, oder seine Qualität hat sich verschlechtert. Bei den Print-Medien trifft beides zu. Es gibt bei den herkömmlichen Medien keinen investigativen Journalismus mehr. Man schwimmt nur noch im Mainstream mit und vergisst, dass der Bürger auch gerne mit Hintergrundwissen versorgt werden möchte, nicht mit Märchen. Und da er das bei den Mainstream-Medien nicht mehr erhält, wendet er sich den alternativen Medien zu. Es ist schon erstaunlich, dass nicht eine einzige überregionale deutsche Zeitung den gewissen Flair und Geist ausstrahlt, der sie international zitierfähig machen würde. Die FAZ? War einmal. Die Süddeutsche Zeitung? War einmal. Die Welt? War einmal. Die Zeit? War einmal. Und unsere Magazine? Ein Auflagen-Negativ-Rekord nach dem anderen. Einseitiger Journalismus ist schlechter Journalismus. Und wenn diese Einseitigkeit nur den Regierenden gewidmet ist, umso schlimmer. Hanns Joachim Friederichs dreht sich im Grab herum.
4.3.2019,S.K., AO
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Wenn ich Regierungspropaganda brauche, gehe ich in die Kirche
Wenn ich Regierungspropaganda brauche, gehe ich in die Kirche; da ist sie wenigstens umsonst. Und was sich wirklich in der Welt tut, finde in ausländischen Medien.
Wie einst im Sozialismus verschweigt die Systempresse die relevanten Informationen; die Älteren werden sich erinnern. – Wussten Sie beispielsweise, dass es in der Europäischen Union 27 Regierungen gibt, die in der Migrationsfrage eine zu Frau Merkel völlig konträre Position vertreten? Oder bei Energie und Verteidigung.
Davon liest man hier nichts, weder in Print noch Online.
5.3.2019, W.K., AO SELBST

“Ihr jubelt über die Macht der Presse
– graut euch nie vor ihrer Tyrannei?“
( Marie von Ebner-Eschenbach )

 

 

 
Verklärung der GEZ-Zwangsgebühr zur «Demokratie-Abgabe»
Der andere Blick: Manipulationen aufgedeckt – doch der öffentlich-rechtliche Rundfunk beweihräuchert sich selbst
Die staatlich alimentierten Sender haben sich mit Moral gepanzert: Wir sind die Guten, die für die Demokratie sorgen. An diesem Schutzwall prallt alle Kritik ab. Es ist Zeit, das zu ändern.
Nur zur Erinnerung: Der Staat zwingt die Bürger, eine steuerähnliche Abgabe zu leisten, damit der öffentlichrechtliche Rundfunk neutral und umfassend über Politik informiere. So soll ein wichtiger Beitrag zur politischen Meinungsbildung in Deutschland geleistet werden. Der Fernsehdirektor des WDR, Jörg Schönenborn, bezeichnete die Rundfunkgebühr deshalb vollmundig als «Demokratie-Abgabe». Die Demokratie in der Berliner Spielart: Manipulation der Zuschauer, um einen Politiker zu diskreditieren, der wegen seiner für einen Grünen unkonventionellen Ansichten zur Migrationspolitik umstritten ist.
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Das Problem der Rundfunkanstalten sind nicht einzelne Fehlleistungen. Keine Redaktion ist unfehlbar, auch nicht die der «Neuen Zürcher Zeitung». Die Sender mit Staatsgarantie kultivieren jedoch das Gefühl der moralischen Überlegenheit: Niemand berichtet so unabhängig und neutral wie sie. Niemand vermag so genau zwischen richtig und falsch, sachlich und polemisch zu unterscheiden wie sie. So wussten ARD und ZDF 2015 und 2016 auch ganz genau, dass Angela Merkels Flüchtlingspolitik richtig und jede Kritik daran Populismus sei.
Das öffentlichrechtliche System strotzt vor Selbstgerechtigkeit. Die Verklärung einer Zwangsgebühr zur «Demokratie-Abgabe» ist nur ein Beispiel dafür.
… Alles vom 1.3.2019 von Eric Gujer bitte lesen auf https://www.nzz.ch/international/deutschland/der-andere-blick-manipulationen-aufgedeckt-doch-der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk-beweihraeuchert-sich-selbst-ld.1463811

 

 

BDZV-Chef Döpfner zu Relotius: Haltung für Journalisten oft wichtiger als Handwerk
Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) fordert im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur eine schonungslose Aufarbeitung des Skandals und warnt vor falscher Branchensolidarität. Sonst, so der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer (u.a. WELT, „Bild“), drohe das Grundvertrauen in die Medien weiter zu erodieren.
Das Problem dieser „Spiegel“-Affäre (Relotius) liegt tiefer. Man sitzt auf dem hohen Ross und beschreibt in schöner, fast literarischer Sprache die Welt, wie sie sein soll. Haltung ist oft wichtiger als Handwerk, Weltanschauung wichtiger als Anschauung. In einem solchen Klima gedeiht Erfindung.
Relotius hatte ja Vorboten. Wir erinnern uns an den Reporter, der Seehofers Modelleisenbahn anschaulich beschrieb, ohne in dem Keller gewesen zu sein, in dem Seehofer sie aufgebaut haben soll. Relotius verstand immer besser, welchen Sound man liefern musste, um Ressortleiter und Jurys von Journalisten-Preisen zu bedienen. Erfindung war da am Ende effizienter als Recherche. Und das interessiert die Bürger im höchsten Maße. Weil es Grundvertrauen erschüttert.

Dieser (Relotius-)Fall ist ja wesentlich schlimmer als die Hitler-Tagebücher. Der Name war zwar damals spektakulärer, aber der Vorgang beim „Spiegel“ ist natürlich ein viel tiefergehender. Hier ist ein Klima geschaffen worden, in dem Relotius über einen langen Zeitraum mehr als fünfzig Texte im Heft und auf „Spiegel“-Online, darunter zum Teil fast komplett erfundene Geschichten, veröffentlichen konnte. Kontrollmechanismen haben wiederholt versagt. Inklusive der legendären „Dokumentation“, mit der der „Spiegel“ immer wieder geworben hat.
… Komplettes Interview mit BDZV-Chef Mathias Döpfner vom 14.1.2019 bitte lesen auf
https://www.welt.de/kultur/medien/article187009630/Mathias-Doepfner-Luftgewehr-der-Fantasie.html
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Mathias Döpfner (DIE WELT) ist Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV

 

Schändung einer Bildschirmikone durch Haltungsjournalismus
Haltungsjournalismus in Bestform: Wie der „Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises für Fernsehjournalismus e.V.“ das Vermächtnis seines Namensgebers mit Füßen tritt.

Man könnte ihn, etwas überspitzt, als den kategorischen Imperativ der Vierten Gewalt unseres Staates bezeichnen: „Einen guten Journalisten erkennt man daran,
dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache,
auch nicht mit einer guten.“
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Seine Urheberschaft wird dem 1995 „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim (Hajo) Friedrichs zugeschrieben

Ende November 2018 war es wieder soweit: Fanfarenschall aus allen Mainstream-Newsrooms, „Tagesschau“-Hauptausgabe inklusive: „Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Anja Reschke“. Ein Hochfest des schulterklopfenden Haltungs-Journalismus ging uns mal wieder gehörig auf den Geist.

Beistand in ihrem medialen Bekenntnisdrang bekommt Frau Reschke durch Georg Restle, seines Zeichens Chef des WDR-Magazins „Monitor“. In der Hauspostille seines Arbeitgebers, des WDR, war Restle einem „Journalismus im Neutralitätswahn“ auf die Schliche gekommen. Aus seinem Befund hat er die postwendende Forderung abgeleitet, dass „wir endlich aufhören sollten, nur abbilden zu wollen, was ist’“.
Alexander Wallasch hat ihn dafür einfühlsam gewürdigt. Herr Restle ist sich mit Frau Reschke, mit der er die gemeinsame Echokammer teilt, völlig einig, daß „Hajo Friedrichs´ berühmter und oft missinterpretierter Satz“ dem stürmisch ans Licht drängenden Haltungsjournalismus nur im Wege ist. Und daher schleunigst durch einen zeitgemäßeren kategorischen Imperativ ersetzt gehört. Ziffer eins des deutschen Pressekodex´ müsste also künftig wie folgt lauten: „Wichtigste Aufgabe des deutschen Journalisten ist es, Haltung zu zeigen.“
… Alles vom 8.1.2019 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/schaendung-einer-bildschirm-ikone/

 

 

 

 

 

Verdummung: Medien verorten Autoritäten weit unten
Diese Autoritäten können sich aufgrund ihrer quantitativen Übermacht zwar noch immer Geltung verschaffen, doch in der geistigen und moralischen Hierarchie werden sie immer häufiger weit unten verortet. Der Absturz im Windschatten der Flüchtlingskrise dürfte irreversibel sein. Zur Erinnerung ein paar Pressestimmen aus den Jahren 2015 und 2016 zu den wirtschaftlichen Aussichten:
1) „Die Zuwanderungswelle, die nun in ihr siebtes Jahr geht, bildet das demographische Fundament für das zweite deutsche Wirtschaftswunder“ (Spiegel Online),
2) „Flüchtlinge. Sie arbeiten am nächsten Wirtschaftswunder“ (Süddeutsche Zeitung),
39 „86 Prozent von ihnen (den syrischen Migranten) haben einen Oberschul- oder Universitätsabschluß. Die größten Gruppen stellen Studenten und Fachkräfte, darunter Lehrer, Rechtsanwälte, Ärzte, Bäcker, Designer, Friseure und IT-Fachleute“ (Focus).
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Die faktenfreie Dauerkampagne und die gleichzeitige Beschimpfung von Merkel-Kritikern hat sich – entgegen sonstiger medialer Schnellebigkeit – ins kollektive Gedächtnis eingegraben, so daß die Kluft zwischen Quantität und Qualität des politischen Diskurses offenliegt. Das eröffnet die Chance für neue Autoritäten und Diskurse. Andererseits ist der bestehende Diskurs fest mit politischen Machtstrukturen verwoben. Deshalb kann es auch geschehen, daß aus der hirnlos-heiteren Huxley-Realität eine brutale Orwell-Wirklichkeit erwächst.
… Alles von Thorsten Hinz zu “Lieber über Blutwurst diskutieren – Die öffentliche Debatte ist fest mit politischen Machtstrukturen verwoben”
bitte lesen auf Junge Freiheit,4.1.2018, Seite 14, http://www.jungeFreiheit.de

 

Blick in den Spiegel: Relotius Haltungsjornalismus
Die vor Weihnachten vom Spiegel eingeräumte Affäre um seinen Redakteur Claas Relotius ist der größte Medien-Skandal seit 1983. Damals flog dem Hamburger Magazin Stern die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher um die Ohren. Während Konrad Kujau 62 Kladden mit „Erinnerungen“ des „Führers“ in Sütterlin vollmalte, erfand Relotius in ähnlich großer Zahl Reportagen und Interviews, die sich jetzt als teilweise haarsträubend zusammenphantasierte Geschichten entpuppten. Für diese Räuberpistolen wurde er mit Preisen überhäuft.
Ist der Fall Relotius ein bedauerlicher Einzelfall, wie er in jedem System vorkommen kann? Handelt es sich um den Betrüger, vor dem sich niemand wappnen kann, wenn dieser mit ausreichend krimineller Energie vorgeht? Der Spiegel hätte das gerne und stilisiert sich mit großem Aufwand als Opfer, verweist pathetisch auf das ihn verpflichtende und in ehernen Lettern im Verlagshaus angebrachte Motto des Magazingründers Rudolf Augstein: „Schreiben, was ist.“
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Die Wahrheit ist: Relotius ist die Spitze des Eisberges. Er flog auf, weil er zu dreist und zu hanebüchen log. Er wurde, was er ist, wohl auch, weil seine Masche in geringeren Dosen zum Alltag nicht nur beim Spiegel, sondern in vielen Redaktionen gehört. Was nicht paßt, wird passend gemacht. Um zum Beispiel Donald Trump in einer ganzen Serie von primitiven Titelschichten als kompletten Vollidioten hinzustellen. Relotius erfand dazu wunschgemäß die adäquaten Reportagen über Trumps verblödete Wähler.
Alexander Wendt ordnet den Fall Relotius treffend ein als Symptom eines „guten medienwirklichkeitsschaffenden und sehr unvielfältigen Milieus“, das Relotiosiaden am laufenden Band produziere. Die erfundenen „Hetzjagden“ in Chemnitz sind hierfür nur eines von vielen Beispielen. Relotius ist der zur Kenntlichkeit entstellte „Haltungsjournalist“. Georg Restle, Leiter des WDR-Magazins „Monitor“, der sich noch vor kurzem über „Journalismus im Neutralitätswahn“ mokierte („Warum wir endlich damit auhören sollten, nur abbilden zu wollen, ‘was ist’.“) – dürfte dies nun peinlich sein.
Juan Moreno ist der Spiegel-Redakteur, der Relotius’ Lügengebäude zum Einsturz brachte. Er erinnert daran, daß die Wahrheit immer grau sei, „nie schwarz oder weiß“.
So sieht es aus: Zwei Tage vor Silvester verletzten im bayerischen Amberg in einer Prügelorgie vier Asylbewerber willkürlich zwölf Passanten und beleidigten diese teils rassistisch. In der Silvesternacht fuhr ein 50jähriger Deutscher in Bottrop und Essen in mutmaßlich fremdenfeindlicher Absicht seinen Wagen in Fußgängergruppen mit Ausländern – hier wurden fünf Personen teilweise schwer verletzt. Das ist die graue Realität. Wie berichten Journalisten über diese Ereignisse? Wie ordnen wir sie ein? Bleiben wir bei der Wahrheit.
…. Alles von Dieter Stein vom 4.1.2018 bitte lesen auf http://www.jungeFreiheit.de, Seite 1

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Gerechtigkeit für Claas Relotius
In keinem der aufgezählten Fälle führten die Erfindungen, Auslassungen, Verdrehungen und unbewiesenen Behauptungen (von Claas Relotius) zu irgendwelchen personellen Konsequenzen. Vielfach folgte noch nicht einmal eine Korrektur, oder sie wurde im Kleingedruckten versteckt. Alle aufgezählten Varianten der Wirklichkeitsbearbeitung stehen für die Verdrängung der Beschreibung durch das so genannte Narrativ und der Distanz durch das Wichtigmachen des Erzählers, sie stehen also für das Typische und Erwünschte und nicht für die Ausnahme und den Unfall. Warum sollte also ausgerechnet an Claas Relotius ein Exempel statuiert werden? Es gibt schon Gründe:
Was andere Journalisten Relotius eigentlich übelnehmen, ist der Umstand, dass seine Texte sich wie eine Parodie hunderter anderer Moderationen und Meterwarentexte aus dem Reschke-Restle-Stokowski-Wirkungskreis lesen.
Der Spiegel-Mann konzentrierte die Beize,
in der die gesamte Branche schwimmt,
nur ein wenig stärker als üblich,
und wies damit auf die Existenz der Beize überhaupt erst wieder hin.

Seine Texte beschreiben Migranten als Menschen mit goldenem Herzen, Trump-Wähler als hinterwäldlerisch, den Osten als düster („es war, als ob dunkle Wolken über uns aufgezogen wären“, legte er einem Interviewpartner in den Mund), aber man muss dem jungen Mann zugutehalten, dass er sich nicht auch noch nach dem bekannten Schema über die AfD und Israel ausließ.
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In einem Land, in dem keine angestammten Öffentlichkeitsrollen mehr eine Rolle spielen,
in dem Journalisten als Hilfspolitiker auftreten und Politiker als Falschnachrichtenproduzenten,
in dem EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm mühelos die Kommentare der “Süddeutschen” und Heribert Prantl die Predigten der EKD schreiben könnte,
in einem Mediendeutschland, in dem es bei Qualitätsmedien als geradezu irre Idee gilt, eine Nachricht über Migranten, die AfD, Trump und Ostdeutschland nicht zu stauchen, zu strecken, zu drehen, zu wenden, zu färben und mit einem Spin zu versehen,
in dem es als üblich gilt, die Medien als „Missionsriemen“ (Cora Stephan) zu verstehen und als lässlich, notfalls für das Gute zu lügen,
in diesem Land muss es auch einen angemessenen Platz für Claas Relotius geben.
Er verdient eine Kolumne, wenn nicht beim Spiegel****, dann anderswo. Oder einen Posten bei „Monitor“, dessen Chef Georg Restle weiß, dass Journalisten sich nicht erst mit der guten Sache gemein machen müssen, weil sie selbst schon die gute Sache sind.
Sollte der althergebrachte deutsche Medienbetrieb Claas Relotius verstoßen: dann nur, um sich einen Belastungszeugen vom Hals zu schaffen.
… Alles vom Alexander Wendt zu “Gerechtigkeit für Claas Relotius” vom 31.12.2018 bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2018/12/gerechtigkeit-fuer-claas-relotius/
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Die Erinnerung an die „Relotiosiaden“ jenseits von Claas Relotius
ist eine nützliche, aber leider nicht vergnügliche Zusammenfassung am Jahresende. Dabei sind das nur die Höhepunkte aus der im weitesten Sinne überregionalen Presse – im Umfeld meines Regionalblattes sieht es auch nicht besser aus, obwohl die dortigen „Pressbengels“ (Karl Kraus) nicht ganz über die Erfahrungen der Menschen vor Ort hinweggehen können. Auch hier herrscht der selbstauferlegte Zwang zum Konformismus in Sachen “Gutsein” – und wer steht schon nach dem Zoff mit Verleger oder Chefredakteur gerne auf der Straße, auch und gerade, wenn er nur freier Mitarbeiter ist. Der Satz “In dem Moment, in dem Klaus Brinkbäumer, Heribert Prantl und Jakob Augstein die Reportagen von Relotius lasen, glaubten sie ihre eigenen Kommentare.” bringt es auf den Punkt. Das gegenwärtige Pressewesen ist eine um sich selbst kreisende Gesinnungsinszenierung, die nur dann funktioniert, wenn die zirkuläre Blase keine Berührung mit der Realität erfährt. Folgt man modischen Theoremen der Postmoderne, so ist Wahrheit eh nur ein subjektiv konstruierbares Konstrukt – was soll dann die Aufregung. Jeder historisch Arbeitende weiß: Quellenarbeit ist mühselig – Finden schwieriger als Fingieren. Was hängen bleibt zählt – so funktioniert die Beihilfe der genannten Medien und ihrer Betreiber im ideologischen Kampf. Funktioniert aber nur, weil man auf eine unkritisch gemachte Leserschaft zählen kann, die auch mehr glauben möchte, als sich mit dem kritischen Fragen zu behelligen. In der angelsächsischen Medienlandschaft ist auch nicht alles Gold was glänzt – im Vergleich zu den dortigen Verhältnissen ist allerdings der deutsche Journalismus auf eine Weise heruntergekommen, der selbst Karl Kraus die Sprache verschlagen hätte. Umso mehr: Ihnen Herr Wendt viel Kraft im neuen Jahr, wir brauchen Medien wie Publico!
31.12.2018, Stephan, PO
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… es ist Vorsatz im Spiele
Ach, wenn es nur “Mist” wäre, allein, es ist Vorsatz im Spiele. VORSATZ. Sie wissen also, was sie tun, Allerdings bedenken diese skrupellosen Leute nicht ihre Folgen. Übrigens: Typisches Verhalten von Kindern, die ebenfalls die Folgen nicht abschätzen können. Im Gegensatz zu den Kindern sind den sog. “Erwachsenen” diese Folgen absichtlich “schnuppe”. Es drohen ja kaum bis keine Konsequenzen, und sie sind auch selten betroffen.
1.1.2019, Libkon, PO
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Haltungsjournalismus pur
Wie immer arbeitet Alexander Wendt mit bewundernswerter sprachlicher und argumentativer Präzision das Wesentliche heraus: Gerechtigkeit für Claas Relotius!
Warum hatte dieser Starreporter solche Erfolge? Warum kam die Enttarnung so spät und war mit so viel Mühe verbunden? Die Antwort muss, ganz im Sinne Alexander Wendts, so lauten: Wenn ein Journalist die moralischen Zeitgeist-Standards des in den deutschen Medien dominierenden Mainstreams optimal erfüllt (er ist das Gegenteil eines rechten Rassisten, Haßpredigers und Panikmachers, eines islamophoben und homophoben Ausländerfeindes, eines Gegners der Willkommenskultur; er liebt die Vielfalt und Buntheit unserer offenen Gesellschaft, verehrt und bewundert die Kanzlerin wie der in Frau Merkel vernarrte Martin Walser, ist tolerant und aufgeschlossen usw. usw.), wenn seine Wahrnehmungen, Begegnungen und Erlebnisse jene moralischen Standards aufs schönste bestätigen, wenn er es versteht, seine Sicht auf Welt und Wirklichkeit in emotional „anrührender“ Weise mit wunderbar passenden Einzelheiten und feinsinnigen kleinen Beobachtungen zu veranschaulichen und literarisch einigermaßen anspruchsvoll zu gestalten, wenn seine Geschichten „etwas Tröstendes“ haben (Juan Moreno in der Süddeutschen Zeitung), wenn er geflissentlich alles übersieht oder schönredet, was sogenannte „rechte Populisten“ in den Fokus rücken, dann genießt er mit geradezu naturgesetzlicher Notwendigkeit solches Vertrauen, solch liebevolle und begeisterte Anerkennung, dass allzu penible Faktenkontrolle nicht nur überflüssig, sondern bösartig und geschmacklos erscheint.

Aber auch andere, so Alexander Wendt, übten sich im kreativen Schreiben; mit einer überaus phantasievollen Interpretation des berühmten „Zeckenbiß-Videos“ tat sich besonders Angela Merkel hervor. Wenn ich in letzter Zeit irgendwo in den Medien jenes Video erwähnt finde (inzwischen wurde ja die Aussage der Frau, die es aufgenommen hat, bekannt), dann stellt sich mir, einem fleißigen Nutzer auch der alternativen Medien, allerdings die folgende Frage: Warum hört man eigentlich nichts mehr von der sensationellen Enthüllung der Wahrheit über die Vorgeschichte und die Entstehung des Videos? Müßte nicht jeden Tag, wirklich jeden Tag, ein vom Mainstream unabhängiger und der Gerechtigkeit verpflichteter Journalist oder Blogger oder Politiker hartnäckig und unaufhörlich das folgende „Ceterum censeo“ rufen: „Übrigens meine ich, daß sich die Bundeskanzlerin und ihr Sprecher bei der Stadt Chemnitz und bei Maaßen entschuldigen sollten für die populistische und skandalöse Fake-News-Instrumentalisierung eines 19 Sekunden dauernden Videoschnipsels“? Wäre es nicht angebracht, bei den großen Zeitungen und Fernsehanstalten anzufragen, warum sie die sensationelle Wahrheit verschweigen über ein Video, dessen Mißbrauch durch die Kanzlerin immerhin zur Entlassung des Geheimdienstchefs führte, ja zu einer Regierungskrise? Die Antworten dieser Medien (oder ihr beharrliches Schweigen) sollten von den Alternativen veröffentlicht werden!
Langsam hege ich den Verdacht, daß irgendetwas nicht stimmt. Hat die „Hase-du-bleibst-hier“ – Ruferin ihre Aussage zurückgenommen? Ist vielleicht ihr Leben bedroht?
1.1.2018, Wolfgang Illauer,PO

All das beschriebene beginnt noch früher. Ich habe Anfang des Jahrtausends Journalismus in Leipzig studiert. Der Leiter des Bereichs Journalistik, damals Mitte/Ende 50, war ein Mann der Recherche. Zumindest der Theorie der Recherche. Sein “Standardwerk” dazu war bei uns Grundlage des Studiums der Recherche.

Dann kam ein jüngerer Professor ans Institut, Typ Sunnyboy. Er hatte in Harvard studiert und übernahm einen Teil des Bereichs Jounalistik. Die Macht wurde aufgeteilt. Er vertrat eine ganz andere Richtung. Seiner Überzeugung nach war die Zukunft des Journalismus die PR. Es bildeten sich Anhänger des einen und des anderen. Nach meiner Zeit kam es zu immer heftigerem Streit zwischen den beiden Chefs. Am Ende übernahm der junge Harvard-Mann den gesamten Bereich. PR-Journalismus hatte den Recherche-Journalismus abgelöst.Schlimm war es auch mit den Kommilitonen. Etwa 60% waren weiblich. Ihre Art, an Themen heranzugehen war von einem ganz anderen Geist geprägt. Schon damals war zu ersehen, dass es ihnen nicht darum ging, das überraschende Moment herauszuarbeiten, die große Unbekannte aufzudecken, Mut zu beweisen oder gar jemanden ernsthaft zu konfrontieren. Sondern vielmehr darum, mit ihren Beiträgen das Wohlwollen der Dozenten und Professoren zu erlangen. Was von den Damen kam, war in der Regel vorausberechenbar und weniger mutig.
Was nicht bedeuten soll, dass die männlichen Kollegen sich hier besonders hervorgetan hätten. Nein, was da frisch vom Gymnasium kam waren weichgespülte Menschen, geleitet vom sicheren Instinkt, durch welche äußere Darstellung sie sich selbst in ein Licht zu stellen vermochten, das ihnen den größtmöglichen Karrierevorteil verschaffte.
Den Butlerismus und andere “Haltungen” hatten die jungen Leute bereits zu Beginn des Studiums ziemlich sicher drauf. Also mussten sie ihn schon aus dem Gymnasium mitgebracht haben. Ich beobachtete damals das Milieu und ahnte, wenn das, diese meine Kommilitonen, die Zukunft des Journalismus ist, dann wird es in nicht mehr allzu langer Zeit sehr schlecht bestellt sein um die Zunft.
Und genau diese Zustände haben wir heute.
1.1.2019, Kopekenstudent, PO

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Deutsche Bischofskonferenz – Biotop der Haltung
Ein Rechtfertigungsdruck erfasst auch die deutsche Bischofskonferenz: Die DBK erkennt Relotius den Katholischen Medienpreis ab. “Wir distanzieren uns!”, rufen sie nun empört. Aber ist diese DBK zusammen mit anderen Hochgrad-Guten nicht die ausgelegte Leimrute für solche Relotii? Ist die DBK mit anderen nicht ein ideales Biotop für solche Wahrheits-Schänder? Sie möge sich prüfen!
1.1.2019, Jürg Rückert, PO
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Desinteressiertes Wahlvolk will Meinungstatt Fakten
Auch dieser Artikel greift zu kurz. Gehen Sie eine Stufe weiter: Und wer ermöglicht es den Chefredakteuren und Politikern, ihre ideologisch begründete realitätsverdrehende Meinungsdiktatur weiterzuverfolgen? Es ist das desinteressierte Wahlvolk, das sich mit “panem et circenses” abspeisen lässt. Daher wird sich in diesem Land auch nichts mehr ändern.
1.1.2018, Milton F., PO
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Relotius nur die Spitze des Eisberges
Aus meiner Sicht eine völlig korrekte Bestandsaufnahme. Es ist nur nichts Neues. Politischen Gesinnungsjournalismus gibt es in Deutschland – wie überall auch – schon lange. Spätestens seit 1946, Gründung des Axel Springer Verlages u. a. mit CIA-Geld, haben wir eine transatlantische Komponente, d. h., die Tentakel des Anglo-Amerikanischen (Geld/Macht-)Establishments in der deutschen 4. Kolonne. Die letzten Jahre, es wird hier ja treffend der Finger in die offene Wunde des Deutsches Herbstes 2015 gelegt, ist die Volkserziehung nur noch dreister grün-links (= das aktuelle Hilfsmittel der Wahl, nachdem SPD und jetzt auch Union verbraucht sind) geprägt.
Wie formuliert, ist Relotius nur die Spitze des Eisberges. Es ist mitnichten sicher, dass der Mann verbrannt ist. Gäbe es Gerechtigkeit, müsste er für Mindestlohn (oder AG-II) die Toiletten in Flüchtlingsheimen reinigen. Die Farbe Gold wird er dann jedenfalls nur noch selten mit Flüchtlingen assoziieren… Als Gesinnungsmacher kann dieser Überzeugungstäter aber noch für so manche Geschichte herhalten. Bis jetzt ist ja auch keine wirkliche Einsicht in sein falsches Handeln erkennbar. Das Interview bei Tichy mit ihm – so nicht erfunden – spricht denn auch Bände. Und in einer Zeit, wo Medien detailliert beschreiben, wie man am besten “Influencer” bei Youtube wird, um so seine 30 Silberlinge zu verdienen, sollte einen nichts mehr wundern.
1.1.2019, Calibrator, PO
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Spiegel gibt lüge zu – Wahrheitskredit – Leser glauben ihm umso mehr
Ein geschickter Lügner gibt immer mal eine Lüge zu. Das verschafft ihm den Ruf der Ehrlichkeit, und er kann munter weiter lügen. Der SPIEGEL hängte Relotius hin und verschaffte sich Wahrheitskredit. Jetzt dürfen Augstein & Co wieder lügen, was die Lettern hergeben. Spiegelleser werden ihm glauben.
Aber fiel nicht eine ganze Interpreten-Generation auf Gustav Janouchs “Gespräche mit Kafka” rein, nutzte die Quelle für Dissertationen und Habilitationsschriften bis tief in die 70er Jahre? Jedem Kenner mussten die peinlich schwülstigen Äußerungen Kafkas auffallen. Schließlich kannte man seine Tagebücher und Briefe. Aber Janouch lieferte nur, was erwünscht war. Gefällige oder interessante Lügen werden lieber geglaubt als die nüchterne Wahrheit. Und sicher ist, dass Relotius nicht der letzte gewesen ist, der “log, aber nicht betrog” (Danisch).
1.1.2019, Jens Richter, PO
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Wann ist der Sättigungsgrad beim Lügen erreicht?
An der Fake-Story “Neonazis ertränken Kind” hat auch der in den Medien häufig als “Kriminologe” geführte SPD-Politiker Christian Pfeiffer kräftig mitgestrickt. Jener Pfeiffer, der seine kriminologische Phantasie bis aufs äusserste strapaziert, um über den Fakt hinwegzutäuschen, dass Migranten proportional sehr viel häufiger gewaltkriminell sind als Deutsche. Bis zur kriminologisch vollkommen unbewiesenen Behauptung (die einschlägigen Arbeiten dazu sind nicht eindeutig), dass Migranten von bösen Deutschen einfach lieber angezeigt würden als deutsche Täter ( – zeigen Mordopfer deutsche Mörder nicht an??).
Die Frisiererei und Verdreherei von Fakten ist leider nicht mehr auf die Medien beschränkt, sie hat längst die geisteswissenschaftlichen Fakultäten erreicht. Gibt es bei öffentlich propagierten Einheits-Lügen einen “Sättigungsgrad”, ab dem die Leute beginnen, sie schal, abgeschmackt, und schliesslich unerträglich zu finden? Die Geschichte der DDR lässt hoffen.
1.1.2019, Werner Bläser, PO
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Kujau Relotius
Über 50 Geschichten soll ein preisgekrönter SPIEGEL-Journalist teilweise oder komplett erfunden haben. Angeblich täuschte er sehr geschickt. Auch das stimmt nicht: er manipulierte grob – weil er sich sicher sein konnte
Der SPIEGEL-Journalist Claas Relotius war in der Zeit nach 2015 nicht nur der Mann der Stunde, sondern der Jahre. Er lieferte die perfekten Geschichten ab.
1) Über einen syrischen Asylbewerber Mahmoud Abdullah, der in Deutschland auf der Straße ein Sparbuch mit zwei eingelegten 500-Euro-Scheinen findet, aber den Finderlohn ablehnt: „Da, wo er herkomme, sagt er, sei man nicht ehrlich, um eine Belohnung zu bekommen, ‚sondern um ein guter und gerechter Mensch zu sein’. Mahmoud Abdullah hat seine Heimat verloren, seine Freunde, seine Arbeit und sein Haus, aber er sagt, er habe sich nie reicher gefühlt als in diesem Moment.“ („Verlust“, 2. Oktober 2015)
2) Oder über zwei syrische Flüchtlingskinder:
“Ahmed und Alin sind zehn und elf Jahre alt, als ihre Eltern in Aleppo starben. Sie fliehen in die Türkei und arbeiten hier, getrennt voneinander, als Schrottsammler und Näherin. Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel.“ („Königskinder“, 9. Juli 2016).
3) Oder eben den Text, mit dem seine Praxis spätestens hätte auffliegen können, ja müssen: Er besuchte im August 2018 die inzwischen 99jährige Traute Lafrenz in South Carolina, das letzte noch lebende Mitglied der Weißen Rose, und kehrt mit einem Interview zurück, indem die alte Dame tagesaktuell – wie sich zeigen wird, ein bisschen zu aktuell – die deutsche Innenpolitik kommentiert. Eine Frau aus der berühmtesten Widerstandsgruppe gegen Hitler, die ehemalige Freundin von Hans Scholl, prangert Rechtsradikalismus in Deutschland an und warnt vor der AfD – es war wieder einmal das perfekte Stück Journalismus. Der Text setzt mit dem typischen Relotius-Sound ein: „Ich fuhr zu ihr. Das Haus, in dem sie wohnt, liegt auf einer weitläufigen Ranch, wo das Spanische Moos der Südstaaten wie Lametta von den Bäumen hängt. An einem Sonntagnachmittag im August, am selben Tag, als mehr als 7000 Kilometer entfernt in Deutschland, im sächsischen Chemnitz, ein Stadtfest eskaliert und Neonazis aufmarschieren, sitzt Lafrenz im Schaukelstuhl auf ihrer Veranda und blickt auf einen Zufluss des Atlantiks.”

Auch Relotius war eine Investition. Hoch bezahlt, hoch dekoriert mit Journalistenpreisen. In der Laudatio des Reemtsma-Preises hieß es, seine Texte läsen sich eigentlich „wie Literatur“.
Claas Relotius war der Dealer, der die moralinsüchtige Chefredaktion des SPIEGEL mit hochreinem Stoff versorgen konnte. Er wusste, dass sie ab 2015 ihre Dosis brauchten. Und er kannte offenbar den Satz aller begabten Händler: „Ich hab genau das Zeug, das du brauchst.“
…. Alles vom 20.12.2018 von Alexander Wendt bitte lesen auf
https://www.publicomag.com/2018/12/kujau-relotius/
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Da ist einer erwischt worden. Doch im Grunde hat er ja nur seinen Auftrag erfüllt. Und leider hat er es etwas übertrieben. Darum musste der Stern klein beigeben. Doch ändern wird sich nichts. Kurze Kostprobe der Welt? “Polizist auf AfD-Veranstaltung verletzt.” “Kontrolle von Asylbewerberhandys überführt nur wenige Betrüger” und sehr lesenswert… “Verfassungsschutz will stärker gegen Rechtsextreme vorgehen.” Niemand ist mehr an ausgewogener Berichterstattung interessiert.
31.1.2018, B.Rolling, PO
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“Ich hab genau den Stoff, den du brauchst!”
Danke für Ihren erhellenden “close reading approach”, Herr Wendt. “Ich hab genau den Stoff, den du brauchst!” – Sehr richtig: Es war genau der Stoff, den das Gute Deutschland brauchte, um seine Halluzinationen von der neuen Buntheit im Lande zu stimulieren. Und alle bedienten sich seiner und schrieben von einander ab – schamlos, in völliger Verblödung, die Süddeutsche, die Zeit, die taz, die Rundschau, die Allgemeine, das ZDF … die ganze deutsche “Qualitätsmedien”-Mischpoke. Diejenigen, die diese Halluzinationen hinterfragten und sie mit der stahlgrauen Wirklichkeit kontrastierten, wurden als dumpfbackenes Pack denunziert. Wenn 2 oder 3 Deutsche beginnen zu halluzinieren, dann wird’s brenzlig, dann kann man nur noch Stiften gehen (In Abwandlung eines alten Bibelworts). Das ist meine Lehre aus der deutschen Geschichte. Heute lebe ich im Ausland, möglichst weit weg von der kontaminierten Heimat.
21.12.2018, Albert Schultheiß, PO
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Relotiusse
Man könnte über diesen Eulenspiegel Relotius herzhaft lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Es gibt schon den Begriff “relotiussen” für dreiste linksdrallige Fälschungen. Wer weiß, wieviele Relotiusse so in den Redaktionen herumsitzen und sich Märchen ausdenken, um dem Medienmainstream zu willen zu sein und unserer Superhumanistin einen schönen Gefallen zu tun!
21.12.2018,DS, PO
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“Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’!
“Vierte Säule der Demokratie”? Welchen Zustand mögen dann wohl die anderen Säulen (generell, Ausnahmen bestätigen die Regel) aufweisen? Steht doch alles in komplexer Wechselwirkung miteinander… Warum, am Ende, überrascht mich das Ganze nicht? Heißt es nicht, dass, wer am lautesten “Haltet den Dieb!” schreit, selbst der Dieb (in diesem Fall der, der jedes übrig gebliebene Vertrauen gestohlen hat) ist? Menetekel…
21.12.2018 W.M.Schröter
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Unter der Nazi Laterne gesucht, nicht unter der roten Sonne.
Auch der Spiegel ist eine kapitalistische Firma die auf Profit aus ist. Das Klientel der roten, ideologischen Junkies will ihren täglichen Fix zum Wohlfühlen und Rechthaben. Die Bestätigung lieferte Relotius mittels rührenden, erfundenen Schmierenstories. Wenn die Realität ernste Kriminalität aufzeigt, muss man halt gefühlsdusselige Schmierenstücke dagegen erfinden. Alle Fakten-Checker haben nur unter der Nazi Laterne gesucht, nicht unter der roten Sonne. Die Luft ist raus, aus dem heiligen Medien Ballon und recht hatten die “Lügenpresse” Schreier. Mal sehen was noch so Alles rauskommt. Schade dass den Kommunisten die Zerstörung einer weiteren demokratischen Institution gelungen ist.
21.12.2018, Fugg Censor, PO
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Ideologisch Veblendete verstehen keine Fakten, weil sie fühlen
Interessant ist nicht mehr dieser Herr Relotius; der war nur einfach zu gut. Interessant ist oder wird sein die Frage, ob und welche Reaktion das bei denen auslöst, die seine Geschichten konsumieren. Meine Vermutung: gar nichts wird das bei denen auslösen. Sie werden eben künftig jemand anderes zitieren, wenn sie denen, die in ihren Augen den rechten Fake-News aufsitzen wieder mal den Beweis des Gegenteils – “so stand es aber im Spiegel!” – entgegenhalten.
Wir haben schon immer den Fehler gemacht, den ideologisch Verblendeten mit Fakten beikommen zu wollen. Sie verstehen aber keine Fakten, weil sie fühlen. Und dieses Gefühl wurde von den Relotiussen dieses Landes, dieser Welt bestens bedient. Manchmal glaube ich, diese Relotius-Geschichte ist so dermaßen plump, dass sie von solchen Akademiemitgliedern wie jenen vom ZPS in die Welt gesetzt wurden, um “uns” und unsere Reaktion darauf vorzuführen.
21.12.2018, Horst Schran

“Hetz- und Menschjagden” 
Wenn ein Herr Relotius beim Erfinden von Geschichten ertappt wird, dann hat das wenigstens Konsequenzen.
Wenn die Bundeskanzlerin und das BK-Amt Geschichten von “Hetz- und Menschjagden” erfinden und auf internationaler Bühne das eigene Land diskreditieren, dann bleibt das völlig folgenlos – das ist doch der eigentliche Skandal. Vielleicht sollte sich Herr Relotius jetzt bei dem Nudging-Team im Bundeskanzleramt bewerben – seinen Befähigungsnachweis hat er ja erbracht.
21.12.2018, Timo Leary, PO

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