Hass

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Blick von der Dachterrasse des Österreichischen Palais nach Südwesten zum goldenen Felsendom am 26.10.2013

Blick von der Dachterrasse des Österreichischen Palais nach Südwesten zum goldenen Felsendom am 26.10.2013

 

Hass und Hetze: Polizisten als Müll entsorgen – taz
Die Wortformel “Hass und Hetze” verbreiten die Medien seit der Grenzöffnung Budapest 9/2015. Jegliche Diskussion über die Migration wird hinfällig, wenn z.B. hinter der bildlichen Aussage “Das Boot ist voll” angeblich Hass und Hetze steckt. Zwei Drittel der deutschen Wohnbevölkerung über 16 Jahre ist der Meinung “Heutzutage muß man sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich äußert” (Demoskopie Allensbach). Es könnte ja schnell als Hass und Hetze ausgelegt werden. Da stellt sich die Frage, wer nun recht hat:
Die Bürgerschaft, die sich mit ihrer Meinungsäußerung zurückhält?
Oder der politisch-mediale Sektor, der verkündet, daß sich unter dem Deckmantel der angeblichen Meinungsfreiheit “Hass und Hetze” ausbreiten?
Deutschland soll ein Land voller “Hass und Hetze” sein, in dem Rassismus, Klimawandelleugnung, Fremdenfeindlichkeit, Nazi, Energieveschwendung usw. gedeihen.
Warum und wozu diese Lust der Linken, alles Deutsche schlecht zu machen (siehe dazu unten den Hass-Beitrag in der taz, der Polisten als Müll entsorgen will)? Kein Land der Welt hält einen solchen Hass und Selbsthass auf Dauer aus.
Wozu überhaupt noch Deutschland?
17.6.2020

Abschaffung der Polizei: All cops are berufsunfähig
Von ihrer formalen Auflösung in Minneapolis bis hin zur angekündigten Reform in New York: Die Polizei gerät nach internationalen Black-Lives-Matter-Protesten in Erklärungsnot. Auch in Deutschland. ….
Ich hingegen frage mich: Wenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen? Schließlich ist der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset in dieser Berufsgruppe überdurchschnittlich hoch. Oder haben Sie schon mal von einem Terrornetzwerk in der Backshop-Community gehört? Ich nämlich auch nicht. Wohin also mit den über 250.000 Menschen, die dann keine Jobs mehr haben? … Ob Behörden, Lehrer_innen, Justiz, Politik, Ärzt_innen oder Sicherheitskräfte: Machtpositionen gegenüber anderen Menschen kommen nicht infrage. Streng genommen möchte man sie nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen. … Über (Bio-)Bauernhöfe brauchen wir gar nicht erst zu sprechen, die sind jetzt schon zu Szenejobs für Neonazis avanciert. Und wenn man sie einfach Keramik bemalen ließe? Nein. Zu naheliegend, dass sie unter der Hand Hakenkreuz-Teeservice herstellen und sich mit den Einnahmen das nächste Terrornetzwerk querfinanzieren. Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.
…. Alles vom 15.6.2020 bitte lesen auf
https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584&s=all+cops+are/

Die Autorin der Polizisten-auf-den-Müll-Hetze war Gast des Bundespräsidenten
Die taz-Autorin Yaghoobifarah, die Polizisten auf den Müll wünschte, war 2019 zu Gast beim Bundespräsidenten. Medien und Politiker stellen sich nicht hinter die angegriffenen Beamte, kritisiert Polizeigewerkschafter Rainer Wendt.

„Wir sind entsetzt über die volksverhetzenden Worte, mit denen über 300.000 Menschen aufs Übelste diffamiert und beleidigt werden“, sagte der Berliner GdP-Landesvorsitzende Norbert Cioma: „Wer meine Kolleginnen und Kollegen ganz gezielt mit Nationalsozialisten vergleicht und sie auf einer Mülldeponie unter ‚ihresgleichen‘ entsorgen möchte, der ist nicht mal im Ansatz besser als jeder Nazi.“ Über die Entgleisung der taz hatte sogar die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet. Das Schweizer Blatt stellte der linksradikalen Zeitung die rhetorische Frage: „Mehr Klicks durch Volksverhetzung? Die neue, trübe TAZ“
….
Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich zu dem taz-Vergleich von Staatsdienern mit Müll nicht äußerte, verwundert allerdings nicht. Zur Hundertjahrfeier des Frauenwahlrechts 2019 hatten er und Steinmeiers Frau Elke Büdenbender 2019 auch Hengameh Yaghoobifarah ins Schloss Bellevue zu einer festlichen Matinee eingeladen.
Auf Anfrage von TE bestätigte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes: „Ja, sie war eingeladen.“ Yaghoobifarah war schon damals für ihre Hassausbrüche in der taz bekannt. In ihrer Kolumne hatte sie schon 2017 unter der Überschrift „Deutsche, schafft euch ab!“ die deutsche Kultur als „Dreckskultur“ bezeichnet.
… Alles vom 17.6.2020 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/die-autorin-der-polizisten-auf-den-muell-hetze-war-gast-des-bundespraesidenten/

Schon mal so etwas Menschenverachtendes gelesen? Etwas so Hasskrankes?
Wer glaubt ernsthaft, dass ein Autor, eine Redaktion, die so etwas schreibt, überhaupt noch irgendeinen tageslichttauglichen Text zustandebringt? Wie zutiefst, wie geradezu genetisch verankert kriminell muss jemand sein, um einen solche Ansicht von der Polizei haben zu können? Das liest sich doch wie von jemand, der es kaum abwarten kann, Ladendiebstahl zu begehen, mit Drogen zu handeln, zu betrügen.
Überlegt Euch mal, stellt Euch mal vor, jemand hätte genau denselben Text veröffentlicht, aber mit „Muslim” statt „Cop”. Was dann los wäre.
Und dann meinen die, wir müssten so jemanden als Migranten hier willkommen heißen, der sich so über unsere Gesellschaft, unser Rechtssystem, unseren Staat äußert.
… Alles vom 16.6.2020 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2020/06/16/die-taz-und-die-polizei/

Beitrag in der „taz“: Polizisten werden zu Müll erklärt
Die taz-Hasssprecherin kommt zu dem Schluss, dass ehemalige Polizisten in der Gesellschaft nirgends geduldet werden dürfen: … Da hilft, schon klar, nur eine endgültige Entsorgung: „Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“
… Alles vom 16.6.2020 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/beitrag-in-der-taz-polizisten-werden-zu-muell-erklaert/

Ulrike Meinhof lässt grüßen: Hass und Hetze in der taz
Die Presse sollte zum friedlichen Meinungsdiskurs beitragen. Ausgerechnet die linke taz hält sich nicht daran. Dort finden Hass und Hetze ihren Weg in die Welt. Das könnte den Staat dazu zwingen, die Meinungsfreiheit auf Kosten aller zu beschneiden. Wollen wir das?
….
Die umstrittene Kolumne in der taz zeigt nun beispielhaft, was dabei herauskommt, wenn Journalisten sich das Credo von Philipp Oehmke (“Die Zeit der Neutralität der Presse ist vorbei“) zu eigen machen. Dabei könnte man diese flott geschriebene Polemik auch als Geständnis interpretieren. Hier dokumentiert sich nämlich nicht „moralische Indifferenz“, sondern das Fehlen jeder moralischen Urteilsfähigkeit. Im Grunde ist es ein postmoderner Aufguss der alten These von Ulrike Meinhof, dass Bullen Schweine sind, „kein Mensch, und so haben wir uns mit ihm auseinanderzusetzen.“ Nur war damals nicht die Veröffentlichung dieses Pamphlets im Spiegel das Verbrechen, sondern die Straftaten der RAF. Das ist bei Hengameh Yaghoobifarah wohl nicht zu befürchten. Allerdings gibt es Grund zur Sorge, dass sich der Ungeist des Neoautoritarismus auf Kosten der Meinungsfreiheit in allen Lagern festsetzt. Wo der Kampf gegen Hass und Hetze den Staat in die Lage versetzt, um die Meinungsfreiheit auf Kosten aller zu beschneiden. Dann fehlt wirklich nur noch eine App, die uns vor den „Scheiß-Liberalen“ von einst warnt.
… Alles vom 17.6.2020 bitte lesen auf
https://www.cicero.de/innenpolitik/kommentar-taz-hass-hetze-rassismus-blacklivesmatter-demonstration-diskriminierung-toleranz-kritik-protest-liberal

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Thorsten Hinz: Den Haß fixiert, wer die Macht besitzt
Bürgerkriegsrhetorik: Das widerständige Meinungslager soll sprachlos gemacht werden
von Thorsten Hinz
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Wenige Themen beschäftigen die staatlichen Organe und die Parteien, die sie in Besitz genommen haben, so intensiv wie der Kampf gegen den Haß. Das bedeutet keineswegs, daß sie einen Blumenteppich der Liebe über das Land legen wollen. Im Gegenteil, es geht um Meinungsmacht und um die Macht überhaupt.

Haß ist ein starker, sehr menschlicher Affekt. Damit das Zusammenleben friedlich bleibt, muß man seine Abneigungen und negativen Empfindungen in den Griff bekommen. Dem Individuum gelingt das durch eine gute Kinderstube und Selbstdisziplin, dem Kollektiv durch den „Prozeß der Zivilisation“ (Norbert Elias).

Keine Frage, daß die Digitalisierung Teile der Gesellschaft in vorzivilisatorische Verhaltensweisen zurückwirft. Geschützt durch Anonymität, durch die Filterblase in der Wahrnehmung beschränkt und angefeuert durch Beifall aus der Echokammer, lassen manche ihren inneren Schweinehund in den sozialen Netzwerken freien Lauf. Goldene Regeln dagegen sind noch nicht gefunden. Der Prozeß der digitalen Zivilisation braucht seine Zeit.

Gemeint ist in der Tat nur ein bestimmter Haß. So waren nach Angaben des Bundeskriminalamtes in den Jahren 2017 und 2018 rund drei Viertel der strafbaren Haßkommentare dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Kann man daraus folgern, daß es sich bei den Linken um die liebevolleren Menschen handelt? Alle Erfahrungen sprechen dagegen. Den Haß fixiert, wer die Macht besitzt!

Der britische Historiker Timothy Garton Ash hat im Buch „Free Speech“ die Versuche überprüft, Haßrede per Gesetz einzudämmen, und konstatiert, daß die Anwendung solcher Gesetze „unberechenbar und oft unverhältnismäßig war. … Genau jenes Gleichheitsprinzip – insbesondere der Anspruch auf gleiche Behandlung durch den Staat –, mit dem solche Gesetze gerechtfertigt werden, wird durch ihre willkürliche Anwendung untergraben.“

Aus dem öffentlichen Wortschatz verschwunden
Es geht also darum, ein widerständiges Meinungslager wehrlos zu machen, indem man es sprachlos macht. Das geschieht unter anderem durch die gezielte Kontaminierung von Vokabeln mit inkriminierenden Begriffen wie „menschenverachtend“, „rassistisch“, „fremdenfeindlich“ oder eben „Haßrede“. Im Zuge und Nachgang der Grenzöffnung 2015 sind zweiffellos unschöne Formulierungen gefallen, doch meistens handelte es sich um emotionale Ausbrüche im Gefühl eigener Ohnmacht und der politisch-medialen Übermacht der Gegenseite.

Durch die Beschränkung des Wortschatzes soll erschwert werden, Sachverhalte adäquat auszudrücken. Der Begriff „Ausländer“ oder „illegaler Ausländer“ – für jene, die sich gesetzeswidrig in Deutschland aufhalten – ist aus dem öffentlichen Wortschatz so gut wie verschwunden, obwohl die Unterscheidung zum „Inländer“ den grundlegenden rechtlichen Unterschied markiert. Gebräuchlich ist nun der „Migrant“, der einen gleichsam natürlichen Vorgang der Ortsveränderung insinuiert. Er transzendiert geltendes Recht und Gesetz und hebt sukzessive die Sonderung zwischen drinnen und draußen auf. In der Folge begibt sich jeder, der das Attribut „illegal“ verwendet, in eine Zone der Unsicherheit und der potentiellen „Haßrede“. Auf diese Weise weicht die politisch-mediale Klasse der politischen Auseinandersetzung einerseits aus und radikalisiert sie gleichzeitig, indem sie sie auf das Feld der Moral verlegt. Statt zwischen „richtig“ und „falsch“ wird nun zwischen „gut“ und „böse“ unterschieden. Als nächster Schritt wird das Böse kriminalisiert und schließlich verboten.

Über die Effizienz des Verfahrens sind Zweifel kaum mehr möglich. In Bertolt Brechts „Rede über die Widerstandskraft der Vernunft“ heißt es: „Tatsächlich kann das menschliche Denkvermögen in erstaunlicher Weise beschädigt werden. Dies gilt für die Vernunft der einzelnen wie der ganzer Klassen und Völker. Die Geschichte des menschlichen Denkvermögens weist große Perioden teilweiser oder völliger Unfruchtbarkeit, Beispiele erschreckender Rückbildungen und Verkümmerungen auf. Der Stumpfsinn kann, mit geeigneten Mitteln, in großem Umfang organisiert werden. Der Mensch vermag unter Umständen ebenso gut zu lernen, daß zwei mal zwei fünf, als daß es vier ist.“ Man muß nur lange und oft genug wiederholen, daß zwei mal zwei gleich vier die toxische Geheimformel eines hegemonialen, weißen, männlichen Machtdiskurses ist, der schließlich zu diversen Orten des Schreckens geführt hat, um sie schließlich unter allgemeinem Beifall verbieten zu können.

Die ehemalige Stasi-Informantin Anetta Kahane, die der mit Steuergeldern ausgestatteten Amadeu-Antonio-Stiftung vorsteht, hat in schöner Unbedarftheit preisgegeben, was die Triebkraft der Bewegung ist und wohin die Reise gehen soll. Für eine 2015 herausgegebenen Broschüre zum Umgang mit „Hate Speech“ (Haßrede), die – so der damalige Justizminister Heiko Maas im Geleitwort – helfen soll, „Haßredner und ihre Codes zu identifizieren“ und „Anregungen zum Widerspruch“ zu geben, verfaßte sie unter dem Titel „Kulturkampf der Gegenwart“ eine kurze Einführung, in der 27mal die Worte „Haß“ beziehungsweise „hassen“ vorkommen.

Ein Auszug: „Das ist eine weitere Spezialität des Menschen, die ihn von Tieren unterscheidet: Er haßt wirr um sich herum und weiß oft nicht, weshalb und wen er aus welchen Gründen damit treffen will. Dabei zieht er ganze Gruppen von Menschen in den Dreck, diffamiert, beschimpft und bedroht sie. Und weil Haß sich niemals verbraucht, nie aufhört oder von allein verschwindet, macht er immer so weiter, genau wie ein Tier, das zwar keinen Haß kennt, aber seinen Reflexen ausgeliefert ist. Menschen also, in denen ein tiefer Haß brennt, dessen eigentliche Ursache sie aber nicht verstehen wollen, sind am Ende dieser Kette eher animalisch als human. Das ist auch so, wenn dieser Haß sich politisch ausdrückt.“

Plädoyers für das „richtige“ Hassen
Der Text weckt Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit seiner Verfasserin. Sie stellt fest, daß die Fähigkeit zum Haß den Menschen vom Tier unterscheide, um wenige Sätze zum Schluß zu kommen, daß der hassende Mensch sich auf der Stufe des Tieres befinde. Der Vorwurf der „Haßrede“ entlarvt sich als Projektion eines hysterisierten Selbst. Man könnte Frau Kahane auch mit Adorno antworten: „Auschwitz beginnt da, wo sich einer hinstellt und sagt: ‘Das sind doch nur Tiere’.“
Eben dieser Ton wird in den großen, von linken und liberalen Wortführern und Zuarbeitern bestückten Medien hoffähig. Während auf breiter Front gegen Haß von rechts vorgegangen wird, durfte der Pop-Journalist Jens Balzer im Deutschlandradio – das Medium ist Teil der Botschaft – unwidersprochen seinen Traktat „Umgang mit Rassismus – Hassen? Ja, aber das Richtige!“ zu Gehör bringen. Balzer ist intelligenter als Kahane und verfällt trotzdem in ihren Sound: „Haß, überall Haß. Er ist allgegenwärtig. In den Medien; in den sozialen Netzwerken; in den verzerrten Fratzen der Wutbürger; im Gehirn des Mannes, der in Halle eine Synagoge zu stürmen versuchte und nach dem Scheitern dieses Versuchs zwei Menschen erschoß. Der Haß zerstört unsere Gesellschaft, es muß etwas gegen ihn getan werden usw.“
Es gibt in dieser Darstellung keine falsche, destruktive Politik, sondern nur ein falsches Bewußtsein, das sich in der Dreiheit aus „Rassismus, Nationalismus, Suprematismus“ entäußert. Dagegen müsse der Haß als „Ressource“ mobilisiert werden, der in dem Fall kein Affekt, sondern Ausdruck „kompromißloser Entschiedenheit“ sei „zur Verteidigung des Individuums und der Freiheit gegen die Tradition und den Zwang“. Balzer schließt mit dem Aufruf zum – vorerst nur – geistigen Bürgerkrieg: „Wir müssen wieder hassen lernen – und zwar richtig.“

Acht Wochen zuvor hatte der Feuilletonist und Romanautor Felix Stephan in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Plädoyer für den Haß: Wir haben lang genug geliebt“ bereits einen ähnlich gearteten Traum vom gefährlichen Leben publiziert. Er las sich wie die unfreiwillige Parodie auf Brechts „Seeräuber-Jenny“. Fehlte nur noch, daß er den Befreiungstheologen Ernesto Cardenal zitierte: „Revolutionäre sind Liebende. Revolutionäre weinen, wenn sie töten.“

Hass aus Panik über eine Gesellschaft im Abstieg
Tatsächlich vertreten die kleinen Haßtrompeter den Standpunkt, einen guten, weil reaktiven Haß als Antwort auf die rechte Bedrohung ihrer hohen Ideale einschließlich der Liebe zu propagieren. Auch das ist nichts Neues unterm geteilten Himmel. Der Lyriker und Parteibarde Helmut Preißler hatte vor über fünfzig Jahren Jahren in dieselbe Kerbe geschlagen:
„Aber der Haß/
ist der starke Bruder der Liebe/ (…) /
Gut ist der Haß/( …) /
gegen die Menschen, die /
Not und Elend verschulden …“
1989 guckten Leute wie Preißler sehr dumm aus der Wäsche. Zudem stellte sich heraus, daß er seit 1960 intensiv Kollegen bespitzelt hatte. Die letzte Leidenschaft, zu der die Bundesrepublik nach 70 Jahren ihrer Existenz anscheinend noch inspiriert und begeistert, ist der Rückfall in DDR-Stereotype.

Als Ausdruck eines Zeitgeistes sind solche Texte dennoch ernst zu nehmen. Aus ihnen spricht eine hohe Emotionalität, die mühsam zurückgestaute Panik über eine Gesellschaft im Abstieg. Weiterhin kennzeichnet sie eine eklatante Schwäche, die Unfähigkeit nämlich, sich dem Abstieg zu stellen: der Masseneinwanderung aus fremden Kulturräumen, der Demographie, dem Schwinden der inneren Sicherheit, der Erosion des Rechtsstaates, der Absenkung der Bildungsstandards, dem permanenten Abfluß kluger Köpfe im Tausch gegen Analphabeten, der Verluderung des öffentlichen Raums. Stattdessen flüchten die Autoren sich in Halluzinationen über „rechten Haß“ als das Grundproblem unserer Epoche. Das ist zwar verrückt, doch weil sie sich mit der etablierten Politik darin einig sind, besitzt ihre Bürgerkriegsrhetorik das Potential, in offizielles staatliches Handeln übersetzt zu werden. Das macht sie so unheimlich und bedrohlich.

22.11.2019, Thorsten Hinz: Den Haß fixiert, wer die Macht besitzt”
Junge Freiheit, 48/19, Seite 14, http://www.jungeFreiheit.de

 

Wir haben lange genug geliebt!
Hass erscheint derzeit als prinzipiell antidemokratischer Affekt. Aber seine Tabuisierung schadet der Demokratie – er kann schließlich eine ungeheure gestalterische Kraft haben.

Kann man die Demokratie gegen ihre Feinde von oben verteidigen, wenn man den Hass ächtet? Hass kann eine produktive, gestalterische Kraft sein, er kann Werke, Bewegungen, Revolutionen hervorbringen und die Gier und Selbstherrlichkeit der Mächtigen zähmen. Die Tabuisierung des Hasses hingegen unterstellt, dass man über alles reden kann und es für Hass im Grunde keinerlei Anlass gibt.
….
Der politische Hass, den die Linken, die Bürgerlichen und die Liberalen unangetastet verfallen lassen, steht derzeit der Rechten zur freien Verfügung. Wie erfolgreich sie ihn kanalisiert, lässt sich nicht übersehen.
… Alles vom 29.8.2019 von Felix Stephan bitte lesen auf
https://www.sueddeutsche.de/kultur/hass-fremdenfeindlichkeit-liebe-1.4567186

Zwei Kommentare:
Aus Hass entsteht nie etwas Gutes
Beim Bergsteigen kann es passieren, dass man sich versteigt. Beim Experimentieren im Labor kann es passieren, dass alles mit einem lauten Knall endet. Man hat mit falschen Substanzen gearbeitet. Auf dem Experimentierfeld entfesselter Intellektualität fehlt jedoch das Korrektiv, fehlt der Knall meist, doch in diesem Artikel spürt man ihn. Zitat: “Wie soll man die Demokratie verteidigen gegen ihre Feinde von oben, wenn der Hass zur Mobilisierung nicht mehr zur Verfügung steht?” Das ist ein nicht zu überhörender Knall: Nicht falsche Substanzen waren es, sondern falsche Begriffe und falsche Wertungen.
Allgemein pflegt man der Moral das Unmoralische gegenüberzustellen, der Liebe den Hass, der Wertschätzung die Verachtung usw. In dieser moralischen Mengenlehre kann es passieren, dass man die Orientierung verliert. So ist es offensichtlich hier passiert. Ganz deutlich muss gesagt werden: Aus Hass entsteht nie etwas Gutes! Wer das behauptet, begibt sich auf eine bizarre Argumentationsebene, in der das Positive einer Bombe dadurch beschwört wird, dass man doch hinterher alles noch schöner aufbauen kann. Toleranz: ja! Wachsamkeit: ja! Widerstand: ja! Hass: nein!
9.9.2019, Prof. Dr. J.H., SZO
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Verwirrung über die Begriffe Wut, Zorn, Hass und Liebe
Felix Stephan leistet einer weit verbreiteten Verwirrung über die Begriffe Wut, Zorn, Hass und Liebe weiteren Vorschub. Sein Verweis auf den Vormärz-Dichter Georg Herwegh – “Wir haben lang genug geliebt” – und seinen Zeitgenossen Georg Büchner ist nicht hilfreich, haben doch Worte heute eine ganz andere Bedeutung als vor dreihundert Jahren. Wenn Steinmeier, Macron, Maas und Obama sich mit Coca-Cola gegen Hass aussprechen, dann wollen sie ihn nicht als solchen tabuisieren, sondern versuchen, die Wut auf die Zustände zu delegitimieren, indem sie Wut, Zorn und Hass in einen Topf werfen. Auch für die bereits schleichende Einführung einer Internetzensur ist das scheinheilige Gejammer über Hass im Netz nützlich.
Die erwähnten Zustände – gemeint ist die weltweite Umverteilung der schwindenden Ressourcen von Unten nach Oben, befeuert durch den von Technologie begünstigten Vormarsch einer menschenverachtenden Profitideologie – sind das “eigentliche Problem”, der “globale Siegeszug eines rassistischen Nationalismus” ist nur eine Folgeerscheinung.
9.9.12019, F.K., SZO

 

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