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Fahrrad nach Rahmenbruch und Sturz am 12.9.2018

Fahrrad nach Rahmenbruch und Sturz am 12.9.2018

 

 

 

dpa erfindet den Besuch eines AfD-Manns auf Lesbos
Und die halbe Medien-Republik schreibt ab
Der Besuch auf Lesbos war dann doch nicht so erfreulich, wie AfD-Politiker Oliver Kirchner ihn sich vorgestellt hatte“, berichtete die „taz“ am Sonntag über einen angeblichen Besuch des AfD-Manns auf der griechischen Insel, die Ziel vieler Migranten ist:
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„Der AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt hatte mit dem rechten Blogger Oliver Flesch auf einer antifaschistischen Demo in der Inselhauptstadt „agitiert“ und wurde daraufhin von Antifaschist*innen eingekesselt. Retterin in der Not: die griechische Polizei. Voller Dankbarkeit zeigt sich der AfD-Politiker für seine Befreiung aus den Fängen der Antifa.“
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„Stern Online“ machte aus dem Vorfall eine größere Geschichte mit der der Überschrift „Lesbos: AfD-Politiker gerät bei Demo mit Linken aneinander“. Und der Unterzeile: „Die Krise an der EU-Außengrenze zieht Rechte und Rechtsextreme aus Deutschland an. Ein AfD-Politiker berichtet nun, er sei von antifaschistischen Demonstranten „eingekesselt“ worden.“
Ähnliche Beiträge veröffentlichten auch „Zeit Online“, „Merkur“, „NOZ“, der „Mitteldeutsche Rundfunk“ und andere. Die „Stern“-Geschichte las sich („ein AfD-Politiker berichtet nun“) zumindest in der Unterzeile so, als hätte der „Stern“ mit Kirchner gesprochen, und verfüge über Informationen aus erster Hand. Hatte er allerdings nicht.
Die Geschichte von der Kirchner-Visite auf Lesbos ist falsch. „Ich war noch nie in meinem Leben in Griechenland“, sagt der Politiker auf Nachfrage von TE. Er habe inzwischen rechtliche Schritte gegen verschiedene Medien eingeleitet. Dpa zog die Meldung mittlerweile zurück. Kirchner sagte, eine dpa –Mitarbeiterin habe ihn angerufen und sich bei ihm entschuldigt.
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Die Fehlmeldung zeigt gleich drei Probleme vieler deutscher Medien.
Erstens schreiben oder senden ihre Journalisten gern ohne Überprüfung, wenn ein Sachverhalt zu passen scheint. AfD-Mann, auch noch aus dem Osten, macht Stimmung gegen Migranten auf Lesbos – da erübrigt sich eine Nachfrage. Die wäre in Kirchners Fall sehr einfach gewesen: Seine Mobilfunknummer findet sich auf der Website seiner Fraktion gleich neben seinem Foto.

Das zweite Problem besteht in der Medien-Monokultur. dpa und Dienste wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) versorgen dutzende Blätter und Sender mit Material, das Redaktionen, wie der Fall zeigt, ohne Überprüfung und eins zu eins übernehmen. Ihre Beiträge unterscheiden sich nur durch die Überschriften, die suggerieren sollen, die jeweiligen Medien hätten einen eigenen Zugang zu dem Thema. Die deutsche Medienvielfalt, von der Verlagsmanager und Medienforscher gern schwärmen, besteht in Wirklichkeit vor allem in einer Vielfalt der Vertriebskanäle für identische Inhalte aus wenigen Händen. Viele Online-Redaktionen von Blättern, die wirtschaftlich unter Druck stehen, beschäftigen eigentlich keine Redakteure mehr, sondern Textverarbeiter, die angelieferte Text-Fertigprodukte für das eigene Portal umpacken.
Unter diesen Bedingungen verbreiten sich Falschmeldungen viral, nicht nur im Fall des falschen AfD-Manns auf Lesbos. Ende 2019 behauptete beispielsweise ein Journalist der „Kieler Nachrichten“, der Kabarettist Dieter Nuhr habe bei seinem Auftritt Greta Thunberg mit Hitler und Stalin verglichen. Obwohl er überhaupt kein passendes Nuhr-Zitat lieferte, wanderte die Unterstellung via RND zu dem Online-Auftritt dutzenden Blättern, die das Stück ohne Rückfrage nach einem Beleg übernahmen, erst Recht ohne eine Rückfrage bei Nuhr. Später korrigierten die Zeitungen reihenweise die Meldung.
Was zum dritten Problem führt: den Korrekturen. Der „Stern“ löschte einfach kommentarlos seine Meldung über Kirchner auf Lesbos. Wer https://www.stern.de/fluechtlingskrise-lesbos–afd-politiker-geraet-bei-demo-mit-linken-aneinander-9173932.html
anklickt, gelangt zu einer Fehlermeldung: „Sorry, wir finden den Artikel nicht.
… Alles vom 9.3.2020 von Alexander Wendt bite lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/fake-nuss-dpa-erfindet-den-besuch-eines-afd-manns-auf-lesbos-und-die-halbe-medien-republik-schreibt-ab/
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Kommentare:
Inzwischen wird gradezu schamlos gelogen
Das Schlimme an einem Konsens in den meisten Medien ist, dass er in alle Richtungen funktioniert. Ist der Konsens: Alle gegen rechts, wird er auch schnell zu: Alle gegen links. Dafür müssen diese Medien und ihre Belegschaft nicht mal ausgetauscht werden. Das zeigt die ganze Unschärfe von Informationen, soweit sie von wechselnden Haltungen abhängig gemacht und damit gefiltert weitergegeben werden. Der Begriff Lügenpresse kam erst verstärkt auf, als die Filter zu durchlässig wurden. Dann griff man zu „Relotius“, und eine Zeit lang sickerte nichts durch. Inzwischen wird gradezu schamlos gelogen, da die Gesellschaft eine Bereitstellung von Informationen durch Pressemedien nicht mehr als „für sie gemacht“ begreift. So können die betreffenden Medien Informationen zum reinen Selbstzweck ihrer eigenen Existenz benutzen. Der Aktie Information haben Spiegel & Co einen wahren Bärendienst erwiesen.
9.3.2020, cfp
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Gibt es schon das goldene Relotiusblatt als Auszeichnung?
Was der eine nicht weiß, das schreibt er bei einem ab, der auch nix wusste und nur abgeschrieben hat, bei einem, der sich das ausgedacht hat. Oder falsch interpretiert. Gibt es schon sowas wie das goldene Relotiusblatt als Auszeichnung ? Besonders erstaunlich finde ich, dass sogar die Rechtschreibfehler bei diesen Aktionen mit übernommen werden. Das ist wirklich peinlich.
Er war ihr seinen Mantel über den Arm. Er warf, müsste es heißen. Da haben dann scheinbar alle den Fehler übernommen. 3. Klasse, Grundschule.
9.3.2020, C.M.
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Die scheinen auch gar nicht mehr so Welt- oder Lebenserfahren sein zu müssen
– bei der Einmischung bestimmter Kreise von außen: „Hier der artikel, ändert das bitte.“ https://twitter.com/ErikMarquardt/status/1237294562420436992
Dass die Zeit ist, wie sie halt nun mal ist, braucht jetzt dann auch nicht mehr zu wundern. Gab es so was nicht schon mal bei einem EX-BP, der das aber telefonisch erledigt sehen wollte und dessen Anfang vom Ende damit eingeleitet wurde?
9.3.2020, Cas
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Ganz offensichtlich ist dpa kein Medium, das Nachrichten und Neuigkeiten recherchiert,
sondern eines, das Nachrichten und Neuigkeiten „al gusto“ erfindet und dann veröffentlichen lässt. Ich vermisse da ganz besonders „Correctiv“, das es sich doch nach Selbstdarstellung zur Aufgabe gemacht hat, solche „Nachrichten“ als Fake News zu entlarven. Die Medien versinken doch geradezu in einem Morast aus lügen- und lückenhaften Nachrichten und werden nicht müde, sich selbst als „Qualitätsmedien“ zu feiern. Bald auch noch mit finanzieller Unterstützung des Steuerzahlers. Man kann es kaum noch ertragen.
9.3.2020, A.L.
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Newsaggregatoren wie „Google News“ erfassen die Lügen?
Was auch gerne gemacht wird: eine Falschinformation oder eine Hetzüberschrift raushauen und wenige Stunden später klammheimlich wieder entfernen oder ändern. So hat vor ein paar Tagen BILD Online den frisch gewählten Parlamentsvize von Thüringen, Prof. Kaufmann, in der Überschrift eben mal so als „Rechtsextremen“ diffamiert. Wenige Stunden später war er dann nur noch „Rechtspopulist“. Möglicherweise spekulieren die Lumpenpresseprotagonisten darauf, dass Newsaggregatoren wie „Google News“ dann die Hetzüberschrift schon erfasst haben und sie in Suchergebnissen weiterhin anzeigen.
9.3.2020 A.R.
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Die Vorgehensweisen gewisser Medien sind zumeist keine Versehen,
sondern systematische Volksverdummungen mit der Annahme, „Es wird schon was hängenbleiben“, womit das Ziel erreicht wäre. Schaut man sich, hier die politischen Kenntnisse, von lauthals tönenden Parteien-Nachläufern an, so stellt man fest, daß außer Nachgeplappere, meist nichts Sach- konkretes herauskommt. Ganz schlimm sind Kinder/Jugend-Verführungen, wenn die Protagonisten nicht genauer wissen wofür sie herhalten sollen.
9.3.2020, Rau
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Das System ist seit ewigen Zeiten bekannt:
„audacter calumniare, semper aliquid haeret, „verleumde nur dreist, es bleibt immer etwas hängen““ Francis Bacon (1561 bis 1626) englischer Philosoph und Staatsmann.
9-3-20020, hum
Auch die „Hetzjagden von Chemnitz“ waren eine Medienerfindung,
die niemand hinterfragte, alle verbreiteten und die die Regierung weiterhin als Wahrheit behauptet. Einen wichtigen Beleg, dass es tatsächlich eine Lüge war, lieferte dieses freie Medium hier.
Es wurde jedoch trotzdem beschlossen, die Erfindung zur Wahrheit zu erklären Es wurde einfach von der Regierung und ihren mächtigen Medien so festgelegt. Macht. Deshalb bleibt es zwar eine Lüge, es gilt jedoch als wahr und die Regierung und ihre Medien müssen sich nicht rechtfertigen. Die Bürgerrechtlerin Frau Lengsfeld hatte Einblick in Stasi-Lehrschriften. Dort wurde genau dieses Vorgehen gelehrt: Durch die ständige Wiederholung einer Lüge wird diese irgendwann in den Köpfen der Masse zur Wahrheit. Auch wenn die hier besprochene Lüge berichtigt wurde, ist doch eine Wirkung erreicht worden. Allein das zählt.
9.3.2020, t.SCH
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Zitat von der dpa-Website:
“Die Berichterstattung der dpa will sich qualitativ an drei Begriffen messen lassen: Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit.“ Auch dies geriert zur Lüge. Im Übrigen gehört die dpa zu einem großen Teil dem ÖR-Rundfunk (laut Wikipedia 11,64%, laut dpa-Website bis zu 15%). Dazu kommen noch die ganzen Mainstream-Medien, die je bis zu 1,5% besitzen dürfen. Da kommt schon deutlich mehr als ein Drittel zusammen, grob gerechnet (was Genaueres gibt die dpa-Website nicht preis). Da die freien Medien wohl keine Gesellschafter der dpa sind, herrscht hier sicherlich Einigkeit unter dem Dach der dpa bezüglich der korrekten politischen Einstellung, zumal Besitzer und Kunden überwiegend identisch sind.
Kein Wunder, dass der 17-köpfige Aufsichtsrat, die 3-köpfige Geschäftsleitung und die 4-köpfige Chefredaktion (bei 677 Angestellten!) so herzerfrischend lachen auf der dpa-Homepage. Mit dem rund 15%igen Gesellschafter ÖR-Rundfunk hat man einen treuen Kunden (mit dem nach Auflage bzw. Zuschauern (?) abgerechnet wird) und damit einen schönen Weg gefunden, an den ÖR-Zwangsgebühren teilzuhaben.
Fazit: Mainstream-Medien, ÖR-Rundfunk und dpa sind ein und dasselbe.
9.3.2020, R.B.

Seltsamerweise berichten MSM nicht, wenn eine Reisegruppe der AfD sich auf nach Syrien macht,
um sich unvoreingenommen ein Bild über die Lage dort zu erarbeiten und versucht, Kontakte zu Politik und Unternehmen zu bahnen. Mehr über die Reise der Abgeordneten erfährt man auf youtube.
9.3.2020, Lan
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Und die halbe Medien-Republik schreibt ab!
Ein reichliches Jahr war ich im Leserbeirat einer größeren Lokalzeitung. Dort wurden auch die einzelnen Rubriken behandelt. Ich habe in Vorbereitung einer solchen Analyse-veranstaltung die Ausgaben einer Woche untersucht und dann die Inhalte der Herkunft zugeordnet. Vom Ergebnis war ich erstaunt. So deutlich hätte ich es nicht erwartet. Im Bereich Politik kamen 80%, beim Deckblatt 50% , Leben&Stil 65%, Wirtschaft 70%, Panorama 82% usw. der Artikel von der dpa. Auf meine Frage, warum man nicht auch andere und internationale Agenturen verwendet, wurde der Preis als Grund für diese Einseitigkeit genannt. Ich denke, dies beweist, dass die halbe Medien-Republik abschreibt. Denn warum sollte es bei anderen Blättern anders ablaufen?
9.3.2020, Bud
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Die beiden älteren Damen,
die ich letztes Jahr noch öfter traf, winken jeweils ab, wenn ich auf Alternativmedien verwies – wiewohl mit smartphones bestückt. Auch der Hinweis, dass sie doch intelligent wären und somit sich einen eigenen Reim auf das, was vor ihren Augen passiert, machen können, fiel nicht auf fruchtbaren Boden. Seitdem mag ich mich nicht mehr auseinander setzen…
Die AfD findet man im Original wie Trump auf twitter. Der Kanal, der die „kleinen Anfragen“ sammelte, soll leider abgeschaltet werden: https://kleineanfragen.de/bundestag/fraktion/afd
9.3.2020, Kas
Das Blöde am Presserecht ist, daß man den Anspruch einer Gegendarstellung nur gegenüber einem konkreten veröffentlichenden Medium hat. Eine Gegendarstellung durch dpa oder RND würde ja auch niemand veröffentlichen müssen.
Da kann man also ein paar Dutzend Eilverfügungen erlassen lassen, aber am Ende verliert man gegen dieses System eben „systembedingt“.
9.3.2020, C.N.
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Relotius hat sein Zeug wenigstens noch selber erfunden.
Stern, Zeit , taz und Kumpanen schreiben einfach ab, was ihnen dpa an Märchen serviert- Ich bin jetzt mal ganz nett und sage diese Presseorgane betreffend, „Grimms Märchen Presse“, preisverdächtig für die „Schmutzige Ente“.
9.3.2020, Bab
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Dies ist eine neue Form der Verleumdung.
Etwas behaupten was nicht stimmt, es groß verteilen, der Dummichel liest nur die Schlagzeile und schon ist es in den Köpfen. Entschuldigt wird sich dann klammheimlich und die Löschung hat keinerlei Wert. Das Deutschland mit diesen Blockparteien und diesen Medien kann wirklich „verrecken“ und ist ein „mieses Stück Scheisse“.
9.3.2020, End
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Auf neudeutsch spricht man aktuell von Fake News.
Das ist Journalismus der ganz üblen Art. Da hilft mir dann am Ende auch die Entschuldigung der dpa Mitarbeiterin nicht, weil es eine gezielte, voller Absicht rausgegebene Falschmeldung gewesen ist.
9.3.2020, D.n.P.
Ende der Kommentare

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Fake News und Lüge der Medien am Beispiel “Faschist”
Vorbemerkung: Mir geht es hier nicht um die AfD, nicht um Höcke, nicht um Thüringen. Mir geht es darum, wie wir von den Medien und in den Social Media belogen werden. Einfach mal so um zu zeigen, wie Medien arbeiten.
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Ich habe heute ziemlich viele Zuschriften zu meinem Artikel von gestern bekommen, wonach die in Medien, Presse usw. ständig repetierte und dem Namen dauerattributierte Aussage, das Verwaltungsgericht Meiningen habe durch Urteil festgestellt, dass man Höcke einen Faschisten nennen dürfe, schlicht falsch ist und einer Nachprüfung (Mediensprech: „Faktencheck”) nicht standhält.
Das war kein Urteil, sein ein Eilbeschluss innerhalb von eineinhalb Stunden, an dem Höcke nicht einmal beteiligt war, und in dem es nur darum ging, dass der Widerspruch gegen eine Auflage der Stadt Eisenach, die den Gebrauch des Begriffs „Faschist” untersagt hatte, aufschiebende Wirkung hat, weil er auf den ersten schnellen Blick nicht so aus der Luft geholt wäre, dass das Rechtsmittel missbräuchlich wäre, also der normale Rechtsweg mit aufschiebendem Widerspruch stattfände.
Ich bin mir zwar sicher, dass ich diese Behauptung eines Gerichtsurteils in den letzten Tagen und Wochen in der normalen Presse – besonders zu Thüringen – mindestens ein Dutzend Mal (eher zwei), gehört habe, hatte mir aber die Quellen nicht notiert. Ach, wär das schön, wenn wir mit der KI so weit wären, dass wir automatisch Mitschriften aller Fernseh- und Radiokanäle bekämen und dann darin suchen könnten, wer wann was in welcher Sendung gesagt hat. Ich habe jetzt auch nicht die Zeit, das alles nochmal durchzuschauen. Weil aber viele gefragt haben, habe ich nochmal etwas zusammengesucht.
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Der Anne Will-Trash
Anne Will hat sich zur Trash-Sendung gemacht. Jede Menge Müll, alle schreien durcheinander, Anne Will rührt um und kassiert. Die Sendung von gestern, 9.2.2020, war ja der Grund, warum ich überhaupt mal nach diesem „Urteil” gesucht hatte. Hier mal die Stelle, die mir im Ohr weh getan hat:
https://www.danisch.de/blog/wp-content/uploads/2020/02/2020.02.09_AnneWill_Hoecke_spar6_h264.mp4
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Das muss man sich mal klarmachen, wieviele Fehl- und Fake-Informationen Anne Will – ehemalige Tagesthemen-Moderatorin – in einem oder wenigen Sätzen unterbringt:
1. „Urteil des Verwaltungsgerichts Meinungen”: Es war ein Beschluss, kein Urteil.
2. „ungestraft”: Es war ein Verwaltungs- und kein Strafgericht, das Verwaltungsgericht kann nicht darüber entscheiden, ob sich jemand der Verleumdung, Beleidigung usw. strafbar machen kann.
3. „als Faschisten bezeichnen darf”: Haben die auch nicht entschieden. Die haben eine Eilprüfung gemacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass über den Widerspruch noch entschieden werden muss und der Widerspruch bis dahin die übliche aufschiebende Wirkung hat, weil er nach erster Schnellprüfung nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Ob er berechtigt ist, war nicht Gegenstand der Entscheidung.
4. „Dem hat er nicht widersprochen”: Wie auch, Höcke war ja nicht Verfahrensbeteiligter. Weder konnte er formal widersprechen, noch von der Entscheidung wissen. Und nach der Demo konnte er auch nicht mehr widersprechen, weil die Sache vorbei war. Will macht daraus aber, dass er es damit akzeptiert habe.
5. „Dieser Mann ist ein Faschist, man darf ihn so nennen”: Hat das Gericht weder entschieden, noch könnte es das als Verwaltungsgericht, noch war Höcke verfahrensbeteiligt.
6. Selbst wenn das so wäre: Es ist nicht ersichtlich, ob man ihn mehr „Faschist” nennen könnte als jeden anderen, ein Gericht könnte ja auch meinen, dass man einfach jeden Menschen „Faschist” nennen darf, es hat so also keinerlei Inhalt. Man müsste schon zeigen, dass man ihn Faschist nennen darf und die meisten anderen nicht, er sich also irgendwie unterscheidet.
Ständig macht die ARD, vor allem der NDR, für den Anne Will ja produziert, einen auf Faktenchecker und Fake-News-Kämpfer, und dann trasht die Will da einfach so drauf los.
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Was ist ein „Faschist”?
Ist jemand aufgefallen, dass nicht ein einziger sagt, was er unter einem „Faschisten” versteht oder was das bedeuten soll, sondern es immer nur um „Ein Gericht hat erlaubt, ihn Faschisten zu nennen!”, völlig egal, was der Begriff bedeuten soll?
Im Prinzip geht es um Lynchjustiz. Jemand wird angeschmiert, stigmatisiert, zum Abschuss freigegeben, und dann meinen alle, sie dürfen jetzt frei draufhauen, wie im Mittelalter bei einem, der für vogelfrei erklärt wurde. Ausgerechnet die, die sich auf die Fahnen schreiben, gegen Nazis zu sein, arbeiten genau so, wie der Nationalsozialismus damals funktioniert hat: Man stigmatisiert jemanden als böse, markiert ihn, stellt es als legitimiert hin und haut drauf. Und reihenweise machen sie mit.
Es ist das, was ich immer schreibe: Man hat den Nationalsozialismus und das Dritte Reich historisch-geschichtlich auf ein Gerippe aus Symbolen und Bezeichnungen reduziert, an dem man sich abarbeiten kann, aber man sagt nichts über die Methoden, weil man die nun selbst nutzt.
… Alles vom 10.2.2020 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2020/02/10/fake-news-und-deren-verbreitung-unter-dem-makroskop/#more-34029
Fake News: Das Gerichtsurteil, jemanden als Faschisten zu bezeichnen
Fake-News im Fernsehen?
Eigentlich mache ich hier gerade was sinnvolles, aber ich hatte nebenbei noch den Fernseher laufen, und lief gerade das unsägliche Weibergekeife, an dem auch Männer teilnehmen, genannt „Anne Will”. Alle schreien durcheinander, alle beschimpfen sich, und Anne Will bekommt einen Haufen Geld dafür. Gerade eben schrien sie alle durcheinander, dass man Björn Höcke laut eines Gerichtsurteils „Fachist” nennen darf. Was mich daran erinnerte, dass ich in den letzten Tagen der Thüringen-Diskussion mindestens 20 oder 30 Mal gelesen und im Fernsehen/Radio gehört habe, dass man AfD immer im Kontext Höcke sieht, und man Höcke stets mit dem Satz beschreibt, dass man ihn laut Gerichtsurteil einen Faschisten nennen dürfe.
Was allerdings meiner juristischen Erfahrung zum Recht der Meinungsfreiheit überhaupt nicht entspricht. Es würde da nicht reinpassen, dass ein Gericht urteilen würde, dass eine Person X generell mit dem Schimpfwort Y belegt werden könne. Das geht schon deshalb nicht, weil es keine Allgemeinurteile gibt, und es immer darauf ankommt, aus welchem Kontext das erfolgt, also im Einzelfall entschieden werden muss. Es gibt keine Urteile der Form „Jeder darf den X einen Y nennen”, weil sich Urteile immer nur auf den Kläger des jeweiligen Falles beziehen.
Weil die da gerade alle wieder rumschreien, habe ich mal gesucht, was in diesem „Urteil” denn nun eigentlich drinstehen soll. Man kommt da etwa auf diesen ZEIT– oder diesen SPIEGEL–Artikel, oder auch die FAZ. Wobei sie teilweise selbst angeben, dass einer vom anderen abgeschrieben hat. Aber es stammt alles vom Zeitraum Ende September 2019. Beim Spiegel gibt es einen Download der Entscheidung.
https://cdn.prod.www.spiegel.de/media/64a8f9a1-0001-0014-0000-000000044935/media-44935.pdf
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Das ist absoluter Käse, was da gestreut wird.
1. Erstens ist es ein Beschluss und kein Urteil.
2. Es ging um einen Eilantrag und nicht um ein normales Gerichtsverfahren.
3. Zweitens ist es ein Verwaltungsgericht, und das ist gar nicht dafür zuständig, was Person A über Person B sagen kann.
4. Es ging nicht darum, jemandem konkret diese Aussage zu verbieten, sondern darum, ob ein Widerspruch aufschiebende Wirkung hat und einstweiliger Rechtsschutz gewährt wird.
5. Höcke war nicht mal Partei in der Streitsache, es kann also keine Entscheidung gegen Höcke sein, dass man ihn so nennen dürfe.
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Warum geht es da? Jemand hatte eine Demonstration mit dem Titel „Protest gegen die rassistische AfD, insbesondere gegen den Faschisten Höcke” angemeldet. Die Stadt Eisenach hatte die Demo nur unter der Auflage genehmigt, dass die Bezeichnung „Faschist” im Rahmen der Versammlung untersagt wird.
Und nun muss man sich das mal im Detail anschauen: Jemand von den Demo-Veranstaltern beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt Eisenach, gegen die Auflage.

machen Presse und Fernsehen das Dauergeprassel, dass man Höcke nach einem Gerichtsurteil als Faschisten bezeichnen dürfe.
Was schlichtweg falsch ist. Wenn es um diese Entscheidung geht, und eine andere habe ich nicht gefunden, dann ist das schlichtweg falsch, Fake News, denn das steht da nicht ansatzweise. Da steht, dass eine Auflage der Stadt Eisenach im Eilverfahren erst mal ausgesetzt wird, bis darüber entschieden wird
… Alles vom 9.2.2020 bitte lesen auf
https://www.danisch.de/blog/2020/02/09/fake-news-das-gerichtsurteil-jemanden-als-faschisten-zu-bezeichnen/

 

 

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Marc Jongen – Die 11 Stufen zur Hatespeech:
https://www.youtube.com/watch?v=J0GOhyMrh7g&t=419s
LpB meldet Fake News zu Fukushima
Unser Land war einst für seine Bildung berühmt. Selbst Absolventen einer Dorfschule beherrschten Grundbegriffe der Mathematik, kannten naturwissenschaftliche Zusammenhänge, wussten um die Geschichte und konnten Goethegedichte rezitieren. Jeder Dorfschüler hätte mühelos einen Kraftwerksunfall von einem Unwetter unterscheiden können, selbst wenn ersterer die Folge des letzteren gewesen sein sollte.
Heutzutage können das die Verantwortlichen für politische Bildung in Baden Württemberg nicht mehr. Oder wollen es aus Propagandazwecken nicht. Gestern twitterte die Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg: „Heute gedenken wir der vielen tausend Opfer der #Atomkatastrophe von #Fukushima. Am 11. März 2011 […]“
Damals hat ein Tsunami unvorstellbaren Ausmaßes die japanische Küste verwüstet. Dabei kam es auch zu einer Havarie eines Atomkraftwerkes, das von der Monsterwelle erfasst worden war. Es kam aber eben nicht zu einem GAU. Es gab keinen einzigen Toten infolge der Havarie der Kühlsysteme. Alle Toten waren Opfer des Tsunamis.
Möglich ist aber auch, dass die Verantwortlichen dieses Tweets das genau wussten, aus ideologischen Gründen aber bewusst gelogen haben. Ich weiß nicht, was schlimmer ist, die grassierende Unbildung oder die wachsende Propaganda.
…. Alles vom 12.3.2019 bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/03/12/deutschland-steigt-ab/

https://twitter.com/lpbbw/status/1104985301804449792
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Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg:
https://twitter.com/lpbbw/status/1104985301804449792

Javier Salas‏ @kirmestechno · 2h2 hours ago
Ui ui ui – das soll politische Bildung sein? Es gab in Fukushima soweit ich weiß keinen einzigen Toten durch Strahlung. Aber knapp 20.000 Tote durch den Tsunami. So werden Opfer instrumentalisiert. Kommt der Tweet evtl. vom “Ministerium für Wahrheit”? #1984
Frank Wagner‏ @FraDiavo · 1h1 hour ago
Es gab maximal 1 (in Worten: ein) Opfer des Reaktorunfalls, aber ca. 19.000 Opfer von Erdbeben und Tsunami. Was für eine unglaubliche Fehlmeldung!
Jörg Viermann‏ @s04paps · 1h1 hour ago
Nicht einmal das, Herr Wagner. Dieser eine Arbeiter, um den es da geht, hatte nicht nur in Fukushima gearbeitet, die Dosis, die er bei Arbeiten in anderen japanischen Kernkraftwerken erhalten hatte war ähnlich hoch wie dort und zudem ist er an Lungenkrebs gestorben, der nicht.
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Replying to @lpbbw
Ist das Euer Ernst? Die @lpbbw (Landeszentrale für politische Bildung) erklärt 20.000 Erdbeben- und Schockwellen-Opfer zu Opfern der #Atomenergie? Was für eine widerliche Instrumentalisierung und historische Lüge. – @hfiechtner

 

Fake New: Handy-Checks von Migranten bringen nichts
Diese ganz normalen Fake News sind so zahlreich, dass sie sich nicht alle aufführen und anmahnen lassen, auch wenn wir uns auf der Achse noch so sehr bemühen. Sie sind oft kaum erkennbar und mögen im Einzelfall nicht besonders bedeutsam erscheinen. Aber in der Summe können sie zur großen Lüge werden. Nicht selten werden sie es auch.
Alles wahr – und alles Lüge
Ein besonders feines Exemplar solcher unscheinbar daherkommenden Fake News möchte ich Ihnen hier aufzeigen. Die Besonderheit daran ist, dass an der Nachricht tatsächlich alles wahr ist – und gleichzeitig nicht. Ja, das gibt es, Nachrichten, die einer juristischen Vivisektion standhalten und die trotzdem eine einzige Lüge sind. Diese Lüge hätte im konkreten Fall jeder Journalist leicht aufdecken können. Er hätte dafür weder vor die Tür gehen noch zum Telefon greifen müssen. Eine halbstündige Internetrecherche hätte genügt. Es hat sich nur keiner die Mühe gemacht. Und so wurde die Story ungeprüft und kritiklos übernommen und über die ganze Republik verbreitet. Bevor wir ins Detail gehen, empfehle ich Ihnen, das nicht besonders lange Stück im Original zu genießen. Natürlich sind Sie jetzt aufgrund der Einleitung voreingenommen und als Achse-Leser oder -Leserin ohnehin besonders sensibilisiert. Trotzdem, versuchen Sie den Artikel so zu lesen, wie Sie tausend andere Artikel lesen. Lesen Sie schnell, nur einmal, überfliegen Sie meinetwegen. Und wenn es irgend geht, versuchen Sie sich darüber hinaus vorzustellen, wie ein durchschnittlicher Medienkonsument den Beitrag wohl wahrnehmen würde. Bitte hier entlang:
https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-auswertung-von-handys-bringt-kaum-nutzen-1.4046049
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Schön, dass Sie wieder da sind. Wie Sie gesehen haben, handelt es sich um einen Exklusivbericht der „Süddeutschen Zeitung“, über den ich im Sommer gestolpert bin. Fassen wir zusammen (für alle, die den Pfad nach Prantlhausen erschrocken sofort wieder verlassen haben):
Am 8. Juli 2018 brachte die „SZ“ exklusiv eine Meldung zur Identitätsfeststellung von Migranten mit der Überschrift „Auswertung von Handys bringt kaum Nutzen“. Die Kernaussagen setzte die „SZ“ in Aufzählungspunkten vor den Artikel: „Seit September 2017 wertet das Bamf Daten von Mobiltelefonen aus, die Flüchtlinge bei sich tragen. Ganz offensichtlich bringt die aufwendige Aktion nicht viel: Offenbar haben sich in den neun Monaten seit September 2017 Hinweise auf Widersprüche nur in 100 Fällen ergeben. Die Linke sieht damit ein verbreitetes Vorurteil als widerlegt an.“
Im Artikel heißt es: „Die Auswertung der Auswertung belegt auch nicht den verbreiteten Verdacht, dass Flüchtlinge in größerem Ausmaß versuchen zu tricksen oder zu lügen bei ihren Angaben zu Identität, Herkunft und Staatsangehörigkeit.“
Und weiter: „Lediglich in zwei Prozent, also in rund 100 Fällen, ergaben sich Widersprüche. Unbekannt ist allerdings, ob sich diese Widersprüche im Gespräch mit den Antragstellern auflösen ließen oder auf diese Weise Lügen enttarnt wurden. Laut Bundesregierung lasse sich dies statistisch nicht ermitteln – es flössen ,viele andere Aspekte‘ in die Bewertung ein.“
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„Vorurteil widerlegt“
Im letzten Absatz setzt die „SZ“ noch einmal nach: „Für Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linken, liefern die Auswertungen der Pilotphase dennoch wichtige Erkenntnisse: Sie ,widerlegen ein verbreitetes Vorurteil: Ein Missbrauch oder falsche Angaben von Asylsuchenden in einer relevanten Größenordnung lassen sich damit gerade nicht belegen‘. Die Zahlen ,unterstreichen die Unverhältnismäßigkeit dieser massenhaften Verletzung des Rechts auf informelle Selbstbestimmung‘.“
Was bleibt beim Leser hängen (abgesehen davon, dass die „SZ“ offenbar den Unterschied zwischen informeller und informationeller Selbstbestimmung nicht kennt)?
Erstens: Die umstrittenen und mit hohem Aufwand eingeführten Handyauswertungen zur Identitätsklärung von Asyl- und sonstigen Schutzsuchenden sind im Grunde überflüssig, weil sie nichts bringen. Nur bei zwei Prozent der kontrollierten Mobiltelefone ergaben sich überhaupt „Widersprüche“. Selbst bei denen ist aber nicht klar, ob sie zur Aufdeckung einer Identitätstäuschung führten.
Damit ist zweitens ein „verbreitetes Vorurteil widerlegt“, wie die „SZ“ gleich dreifach einhämmert. Das Vorurteil nämlich, dass Schutzsuchende in großer Zahl bei Identität und Herkunft lügen – so zumindest dürften es die allermeisten Leser verstehen. Der Umkehrschluss liegt auf der Hand: Ali Normalasylant ist eine ehrliche Haut, wie die Handyauswertungen beweisen.
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Auf diese frohe Botschaft sprang die willkommensergebene dpa dankbar auf, und so verbreitete sich Frau Jelpkes „Widerlegung eines Vorurteils“ quer durch die Medienlandschaft. „Welt“, „Focus“, „Nürnberger Nachrichten“, „WAZ“, „Heise Online“, „Schweriner Volkszeitung“, „Greenpeace Magazin“, „Oberbayerisches Volksblatt“ und andere brachten das „SZ“/dpa-Stück praktisch gleichlautend.
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Der Jelpke-Spin? Geschenkt
Nun mag der aufmerksame Leser einwenden: Aber Frau Jelpke hat doch gar nicht behauptet, dass laut Handyauswertungen die allermeisten Schutzsuchenden ehrlich seien. Sie hat nur gesagt, dass mit den Handyauswertungen „ein Missbrauch oder falsche Angaben von Asylsuchenden in einer relevanten Größenordnung“ nicht zu belegen seien. Und das stimmt sogar.
Die Aussage von Frau Jelpke ist, genau betrachtet, korrekt und unangreifbar. Die Linke-Abgeordnete weiß als ehemalige Journalistin mit Worten umzugehen. Ihr Zitat ist clever, weil es den oben beschriebenen Eindruck „Ali ist ehrlich“ erweckt, ohne dies ausdrücklich zu sagen. Das ist natürlich manipulativ, aber das wollen wir Frau Jelpke nicht ankreiden. Als Linke-Abgeordnete ist sie eine Lobbyistin, eine Promoterin der Ansichten, Standpunkte und Ziele ihrer Partei. Sie ist „parteiisch“ im eigentlichen Wortsinn.
Dies aufzuzeigen, einzuordnen und geradezurücken ist Aufgabe von Journalisten. Beziehungsweise wäre es, theoretisch. Dass die „Süddeutsche“ hierbei versagt, ob aus reinem Unvermögen oder ganz bewusst – geschenkt. Was will man erwarten von einem Blatt, das selbst so erkennbar parteiisch ist und sich längst von den Grundsätzen eines ehrlichen, unvoreingenommenen Journalismus verabschiedet hat. Seien wir dankbar, dass der aufmerksame Leser den manipulativen Dreh in diesem Fall immer noch relativ leicht selbst enttarnen kann. Ginge es nur um den Jelpke-Spin, würde ich Sie hier nicht mit ein paar hundert Wörtern belästigen.
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Alles hängt an einem Wort
Nein, es geht hier um mehr. Ich weiß nicht, ob Ihnen beim Lesen des „SZ“-Artikel das eine, das alles entscheidende Wort aufgefallen ist. Das eine Wort, das die komplette Story aushebelt. Gleichzeitig ist es das Wort, das der „SZ“ wie zufällig dazu dient, bei eventuellen unangenehmen Nachfragen antworten zu können: Aber es steht doch im Artikel! Wir haben nichts, aber auch gar nichts verschwiegen!
Falls Ihnen das ominöse Wort nicht aufgestoßen ist, dürfen Sie gerne noch einmal lesen. Ob ja oder nein – sagen Sie es mir im Kommentarbereich. Es interessiert mich wirklich. Und bitte, Sie müssen sich nicht dämlich vorkommen oder gar schämen, wenn Sie nicht wissen, wovon ich rede. Das alles entscheidende Wort ist so unauffällig und breit auslegbar, dass es völlig normal ist, wenn Sie es übersehen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es wahrgenommen hätte, hätte ich nicht Vorkenntnisse gehabt.
Und hier, ta-taaa, ist das Wort: „gebeten“. Der vollständige „SZ“-Satz lautet: „Wer als Flüchtling keinen Pass vorlegt, wird um die Herausgabe seines Mobiltelefons gebeten.“ Nun kann man eine – auch behördliche – „Bitte“ durchaus als Aufforderung verstehen, die trotz aller Höflichkeit verbindlich ist. Ist sie aber in diesem Fall nicht. „Gebeten“ bedeutet hier „unverbindliche Bitte“. Der Antragsteller, dessen Identität zweifelhaft ist, kann sein Handy herausgeben. Muss er aber nicht. Dieser Umstand, den die „SZ“ so geschickt versteckt, ändert alles.

Und nun die echten Fakten
Dass „gebeten“ wirklich „gebeten“ bedeutet und nicht „verbindlich aufgefordert“ oder „gezwungen“, ergibt sich aus der Originalquelle, also der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linke-Abgeordneten Jelpke. Die Antwort ist nicht auf Anhieb zu finden, denn Frau Jelpke ist eine sehr fleißige Oppositionspolitikerin. Sie stellt Kleine Anfragen am laufenden Band und erhält entsprechend viele und umfangreiche Antworten. In unserem Fall versteckt sich die Antwort der Bundesregierung in einem 80-seitigen Dokument namens „Drucksache 19/3148“ vom 3. Juli 2018.

Dort können Sie auf Seite 27 nachlesen: „Kann der Antragsteller bei der Asylantragstellung keinen Pass oder Passersatz vorlegen, wird nach mobilen Datenträgern gefragt und um Herausgabe gebeten. Wird ein Datenträger ausgehändigt, wird dieser ausgelesen.“
Im Umkehrschluss: Wenn der Antragsteller auf die Bamf-Bitte keinen mobilen Datenträger aushändigt, wird nicht ausgelesen und ausgewertet. So einfach ist das.

Fassen wir die Fakten zusammen, diesmal die echten: Die große Mehrheit der Schutzbegehrenden meldet sich hierzulande ohne Pass oder vergleichbare Dokumente. Anfang 2016 waren es nach Angaben der Bundespolizei fast 80 Prozent. Laut BAMF-Schätzungen von Anfang 2017 sind es im Mittel ungefähr 60 Prozent, die ohne ein Identifikationsdokument Asyl oder Flüchtlingsschutz beantragen. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil das BAMF dieses Merkmal statistisch nicht erfasst.
Die Zahlen? Absolut unerheblich
Die knapp zwei Drittel, die sich ohne (echten oder gefälschten) Ausweis beim Bamf melden, werden seit September 2017 in einem Pilotprojekt „gebeten“, das Handy zur Auswertung abzugeben. Von diesen „Gebetenen“ kommt nur ein Drittel der Bitte nach. Von diesem Drittel der Gebetenen sind wiederum zwei Drittel der Handyauswertungen nicht aussagekräftig (also bei etwa 20 Prozent der Gebetenen).
Das kann zum Beispiel daran liegen, dass die Auswertungstechnik unvollkommen ist oder wegen rechtlicher Hindernisse scheitert (unter anderem dürfen Fotos aus Datenschutzgründen nicht betrachtet werden). Die mangelnde Aussagekraft kann aber auch daran liegen, dass der Antragsteller sein Handy vor Aushändigung „resettet“ (auf den Auslieferungszustand zurückgesetzt) hat oder ein Smartphone übergibt, das er eine Woche zuvor in Deutschland beim O2-Shop seines Vertrauens erworben hat.
Bei einem Drittel des aushändigenden Drittels der „Gebetenen“ (also bei etwa jedem zehnten Zweifelsfall) bestätigt die Handyauswertung die Angaben des Antragstellers. Das kann daran liegen, dass seine Angaben wahr sind. Oder auch daran, dass er vom Schlepper seines Vertrauens ein perfekt vorbereitetes Handy mit schlüssiger Fluchtstory erhalten hat, wie die „Welt“ erst vor ein paar Tagen meldete.
Aber selbst bei dieser aktuellen und kritischen „Welt“-Story bleibt der entscheidende Umstand unerwähnt: Die Zweifelsfälle müssen ihr Mobiltelefon zur Identitätsprüfung nicht aushändigen. Allein dies macht die ganzen gerade aufgeführten Prozentzahlen obsolet. Sie sind völlig unerheblich.
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Die echte Nachricht: Farce, Placebo, Nebelkerze
Noch einmal, um jedes mögliche Missverständnis auszuschließen: Wie viele Zuwandererhandys bei der derzeitigen Auswertungspraxis welches Ergebnis liefern, hat keinerlei Aussagekraft.
Denn eine freiwillige Telefonauswertung zur Aufdeckung von Identitätstäuschern ist ähnlich sinnvoll wie eine Alkoholkontrolle, bei der nur Autofahrer ins Röhrchen blasen, die aus eigenem Antrieb mitmachen.
Oder eine Radarkontrolle, bei der nur geblitzt wird, wer vorher zugestimmt hat.
Oder eine Steuerprüfung, die nur bei denen stattfindet, die bereit sind, ihre Belege auszuhändigen.
Alle anderen – sprich: im Zweifel alle Übeltäter – bleiben unbehelligt.

Um auf die Ausgangsmeldung der „Süddeutschen“ und ihrer treuen Zuträgerin Jelpke zurückzukommen: Statt „Auswertung von Handys bringt kaum Nutzen“ hätte die Überschrift nach allen journalistischen Standards lauten müssen: „Handyauswertung kann kaum Nutzen bringen“. Mindestens.

Richtiger, angemessener – und als journalistische Zuspitzung absolut zulässig, wenn nicht sogar notwendig – wäre die Überschrift gewesen: „Handyauswertung ist eine Farce“. Meinetwegen statt „Farce“ auch gerne „Augenwischerei“, „Nebelkerze“, „Placebo“, „Beruhigungspille“ oder „Wählertäuschung“.

All das würde den Kern der Wahrheit eher treffen als die bisherige Berichterstattung zum Thema. Im Umkehrschluss: Jede Story, die die Freiwilligkeit der Handyauswertung weglässt oder nicht prominent hervorhebt, geht am Kern der Wahrheit vorbei. Und damit ist sie was, ob beabsichtigt oder nicht? Richtig: Fake News. Beziehungsweise in Deutschland: ganz normale Fake News.
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Die Spitze des Eisbergs
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Je mehr ich darüber nachdenke, desto ungeheuerlicher erscheint mir dieses scheinbar so unbedeutende Beispiel, das ich Ihnen hier geschildert habe. Ungeheuerlich auch und gerade deswegen, weil es so einfach zu entlarven war und es trotzdem keiner getan hat. Im Gegenteil, die hauptberuflichen Kollegen haben es in großer Zahl besinnungslos weiterverbreitet. Die Frage drängt sich auf, was die hauptberuflichen Kollegen eigentlich hauptberuflich machen.
Hätte ich nicht noch einen Day Job, könnte ich monatlich x weitere solcher Beispiele aus meiner persönlichen Sammlung auf der Achse sezieren (und damit meine ich nicht die bereits hinreichend demontierten Fehlberichterstattungen); von bewussten Auslassungen (nennen wir sie „Omitted News“) über Verdrehungen (nennen wir sie „Twisted News“) bis zu den zahlreichen in den Medien widerspruchslos wiedergegebenen falschen „Narrativen“ (nennen wir sie „Sneaky News“). Sie alle sind Teil der Fake News. Der ganz normalen Fake News.
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Alles von Robert von Loewenstern vom 27.12.2018 bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/die_taegliche_fake_new_oder_kein_anschluss_unter_dieser_nummer

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