Steinturm

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Dreisam zwischen SC-Stadion und Sandfang am 11.7.2012

 

 

Steintürme im Bild

 

 

 


(22) Steinturm 30.6.2013

 

Steinmännchen an der Dreisam – Landart

Wo Steine im Bett stehen – In der flachen Dreisam bauen junge Künstler vergängliche Türme und Türmchen
Wie fremdartige Skulpturen ragen sie aus dem Dreisamwasser: Junge Künstler und Künstlerinnen errichten auch in diesem Sommer wieder stabile oder auch wacklige Steintürme und -türmchen im Freiburger Flussbett. „Nach unten müssen flache, möglichst breite Steine, die oben nicht so abgerundet sind“, erklärt der elfjährige Schüler Philipp Schwendemann, der mit einigen Nachbarskindern nahe des Hirzbergsteges badet. Schon neun „Steinmännchen“ haben sie errichtet. „Letzten Sommer hab’ ich es auch schon probiert, das hat da aber noch nicht so geklappt“, erinnert sich Philipp. Für heute aber kann er mit seinen zierlichen Bauten zufrieden sein. Auch Anna Rauh (21) interessiert sich für „Land-Art“. Zum Steinturmbauen inspirierte die Ergotherapie-Schülerin der britische Künstler AndyGoldsworthy. „Ich habe aber woanders schon Steine getürmt“, erzählt sie – etwa bei einem Kunstprojekt im Bayerischen Wald. Die Dreisamtürme sind für Anna „eine freie Kunst, die man selbst mitgestalten kann“. In der Sommerhitze die bloßen Füße im Wasser zu kühlen und mit Konzentration einer kreativen Tätigkeit nachzugehen, sei schon „ganz arg schön“. Gerade hat sie aus Flusssteinen eine Brücke aufgebaut, die zwei kleinere Türmchen trägt. Ringsum glitzert die Sonne im flachen Wasser. Vorsichtig befestigt Anna noch ein kleines Blatt auf dem rechten Turmhelm – fertig. Wer weiter nach Westen vorbei an der Ochsenbrücke wandert, sieht das imposante Opus des Steinkünstlers Corin Fischer (21) aus dem Fluss ragen. Eine Woche hat der gebürtige Freiburger an seinen rund 30 Türmen gearbeitet. Da er abends als Koch jobbt, kann sich Corin nachmittags kontinuierlich seinen Kunstwerken widmen. Bei den zum Teil kürbisgroßen Steinen mit etlichen Kilo Gewicht, die er bis zu Höhen von 1,60 Meter auftürmt, ist die Gefahr einer Fußverletzung oder Oberarmzerrung nicht zu unterschätzen: „Man darf dann einfach nicht loslassen“, sagt Corin. Die Steine müssen so zusammengesetzt werden, dass sie auch einer stärkeren Strömung trotzen können. Aber gerade das findet Corin reizvoll: eine Kunst zu schaffen, die ganz den Umwelteinflüssen und damit der Vergänglichkeit ausgeliefert ist. Allerdings stellt auch die menschliche Zerstörungswut eine ständige Bedrohung dar: „Erst letztens haben Kinder mit Steinen geworfen.“ Um Stabilität zu erreichen, legt Corin im Flussbett Fundamente aus kleinen Steinen an, die auch Schwankungen ausgleichen können. Auf ihnen baut er dann steil in die Höhe. Wichtig sei vor allem, den Druck zu nutzen – denn „Gewicht von oben schafft Stabilität“, erklärt Corin. Die fertigen Türme bekommen Namen, „Waterleg“ oder „Elfenbeinturm“ zum Beispiel. Er kam im vergangenen Jahr eher spontan auf die Idee mit den Türmen: „Komm, jetzt bauen wir was“, beschloss er mit Freunden. Von Passanten habe er schon viele positive Reaktionen erhalten, und einige kämen sogar extra zum Fotografieren vorbei. Das ist auch Corins Traum: ein eigener Fotoband nur mit seinen Steintürmen. Bis dahin will er weiterbauen, auch nächstes Jahr. Immer in der Hoffnung, dass nicht morgen schon alles zerstört ist. 
Badische Zeitung vom 14. August 2001, NP

Steine ausbalancieren – gravityglue.com

Gravity Glue is designed to record and share Michael Grab‘s experience and journey through the art of Stone Balance. Gravity is the only “glue” that holds these structures in equilibrium.
www.gravityglue.com

 

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