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Zwischen Hinterzarten und St.Maergen: Tele-Blick vom Brosihof nach Südwesten über Schweighöfe, Spirzen und Dreisamtal (links) zum Rheintal im dichten Nebel und den Vogesen am 19.12.2007

 

 

Kunst und Künstler in Freiburg

 

Manifest zur „Erklärung der Vielen“
Erinnern Sie sich noch an die „Erklärung der Vielen“? Das ist eine der vielen Bekenntnisschriften, mit der unser Land überzogen wird, wie einst die DDR mit Bekenntnissen zum Sozialismus. Wenn damals die neueste Variante herumgereicht und die Unterschrift eingefordert wurde, konnte sich niemand, der nicht aus der sozialistischen Menschengemeinschaft ausgestoßen werden wollte, verweigern. Genauso funktionierte die Verbreitung der „Erklärung der Vielen“. Eine Institution, die sich nach Anfrage geweigert hätte, der Erklärung beizutreten, wäre sofort der Rechtslastigkeit verdächtigt worden. Heute hängt die Erklärung in Theaterfoyers, Bibliothekseingängen und Vorräumen von Konzerthallen – etwa so unbeachtet, wie seinerzeit die sozialistischen Losungen.
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Wohlfeil und gedankenlos – eine Erklärung der Propaganda gegen Kultur
Sie soll ein Appell sein, ein veritabler Mahnruf, ein „Ich klage an!“ und ein „Empört Euch!“ in einem, die „Erklärung der Vielen“. Nachempfunden wohl den berühmten Empörungsschriften von Émile Zola oder Stéphane Hessel, verkündet im Internet und später – einem Virus gleich – in jedem Programmheft beteiligter Bühnen. Bejubelt natürlich, da sie sich gegen „rechte Hetze“, den „Rechtsruck in Deutschland“ und die AfD wendet. Dass diese demokratisch gewählt wird, immer mehr und nachhaltiger, wird mit dem Hinweis auf die 1933er Analogie abgetan.
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Doch diese „Erklärung“ ist ein aufgeblasenes Nichts. Wohlfeil und voller Diffamierungen. Sie ist Ausdruck gedanklicher Gratis-Mentalität, mit der man nur wie ein Schwamm aufsaugt, was der vermeintliche Mainstream an Impulsen zum Besser-Fühlen zur Verfügung stellt. Ein staatlich geförderter Verein verlegt regierungsamtliche Propaganda und die Kulturszene – vorrangig die mit staatlichen Geldern alimentierte – applaudiert eilfertig. Sie folgt bereitwillig der willkürlichen roten Linie quer durch das gesellschaftliche Spektrum, gemäß der rechts von ihr kein Diskurs mehr stattfinden soll. Was für eine billige Lösung!
Das war noch anders bei Zola im 19. Jahrhundert. Der musste noch von Paris nach London fliehen, als seine Anklageschrift gegen die infame Intrige um Albert Dreyfus, ihm Prozess und Haftstrafe bescherte. „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, schreibt Hölderlin. Bei Zola wuchs dadurch der Stil und „J’accuse“, seine Anklageschrift, rettete sich in die Weltbedeutung. Dieses Schicksal wird der „Erklärung der Vielen“ nicht zuteil werden . Aber es bestand ja auch keine Gefahr für ihre Verfasser. Und es gab dazu keine Debatte. Im Gegenteil: ihr Stil gleicht eher einer DDR- Ergebenheitsadresse. „Wer ist hier nicht für den Frieden? Na also!“ Belegschaften der Bühnen wurden oft nicht einmal in Kenntnis gesetzt und erfuhren das Votum ihrer Intendanten aus dem Spielplan.

Warum kommt es eigentlich den Orchester- und Theaterleuten nicht in den Sinn, über ihre aktuelle Funktion zu sinnieren, „vorurteilsfrei“, wie es Lessing anmahnte und im „Geist der Aufklärung“, der an „Kritik“ und „Vernunft“ appelliert? Warum fehlt die Kultur der Debatte, die Kontroverse? Jedes Theaterstück, jede Sinfonie findet Normalität in These und Antithese, in Einheit und Kampf der Gegensätze. Nur die Gesellschaft duldet keinen Widerspruch, keine Alternative?
Man hat vielmehr den Eindruck, dass die Vertreter der Kunst, die sich gern und oft als „Avantgarde“, als Kritiker von Obrigkeiten begreifen, nun zu diesen überlaufen und – sich zum Herold einer alternativlosen Illusionisten-Sicht machen wollen. Ganz freiwillig, und sogar ihren sonst unentbehrlichen Pluralismus selbst zensierend.

Da wird der vermeintliche politischen Gegner vom humanistischen Grundkonsens verbannt, vom „Diesseits“, wie es heißt, anstatt dessen Argumente genauso als Ausdruck humanitärer Verantwortung und bürgerlicher Tugenden zu begreifen, vor allem für für die eigenen Bürger, aber natürlich auch für die Menschen, die bei uns Hilfe suchen.
Da werden Gerüchte verbreitet, unkritisch und im Konsens mit immer wieder voneinander abgeschriebenen Regierungsparolen.

Die helle Glocke der „Willkommenskultur“ läutet doch auch im Kanzleramt längst nicht mehr, die Gutmensch-Positionen wurden auch von anderen rationalen Entscheidern weitgehend geräumt. Der wohlfeile Jargon der Weltoffenheit ist auf dem Wege in die nüchterne Realität. Die „Politik der offenen Tür“, ein Zustand der Rechtlosigkeit, der Ignoranz und Selbstzerstörung, wird nun sogar als Beginn größerer gesellschaftlicher Neuordnungen, in vielen Ländern Europas übrigens, allgemein diskutiert. Wo war die Avantgarde der Kunst in diesen Fragen?
In der „Erklärung der Vielen“ findet sich auch kein Wort darüber, dass schon jetzt Konzerne viele Irrwege der letzten Jahre als Belebung ihres Gewinns sehen, während die gigantischen Kosten die Aussichten für Rente, Bildung, Infrastruktur und den Stand unseres Landes insgesamt, weiter eintrüben.
Es scheint, als habe ein Abfluss an Wissen, Einsicht und Empathie, an Fähigkeit zur Differenzierung und zur Bestimmung der eigenen Aufgabe, auch an den deutschen Bühnen und Orchestern eingesetzt. Denn dort lieben sie offenbar nur noch die Wärme der Sonne statt den Wind der Kritik.
Gedankenverloren dienen sie sich der Obrigkeit an, haben sich eingerichtet in einer wohlfeilen, kostenlosen, gefahrlosen Gesinnungsethik ohne langfristige Verantwortung. Prothesen statt Thesen, Propaganda statt Diskurs, Ausrufe und Aussagen hallen schon – obwohl die Frage noch nicht zu Ende gestellt, geschweige denn verstanden wurde. Das ist keine Kunst!
Deutschland ist mit einer reichen Theaterlandschaft und u.a. drei der zehn weltbesten Orchester überaus reich an kulturellem Leben. Aber es gibt viel zu tun. Vieles steht unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit, Reihen werden eingestellt, Festivals ohne Budget ausgelobt, der ländliche Raum ist von dieser Lebendigkeit vielerorts ganz abgeschnitten.
Die Bürger „verstecken“ sich also nicht hinter der „Maske der Sorge“ sondern sorgen sich mit großer Berechtigung. Statt sich darüber zu empören, lohnte sich die Auslotung einer künstlerischen Reflexion hierüber. Jede Kunst kann dazu einen wichtigen und geschätzten Beitrag leisten. Propaganda wird keine Antwort sein. „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!“ (Bertolt Brecht)
Weisheit ist also keine Frage von Rechts oder Links!
26.3.2019, Matthias Moosdorf,
https://vera-lengsfeld.de/2019/03/26/manifest-zur-erklaerung-der-vielen/
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Erklärung der Vielen:
https://www.dievielen.de/erklaerungen/

 

 

Graffiti: In den USA Sachbeschädigung

Nach fast vier Jahrzehnten Leben in den USA, wo (meist) unpolitisches Graffiti, wie wir es heute kennen, Mitte der 70er Jahre begann, bin ich sprachlos, wie viele deutsche Städte, im Gegensatz zu den Staaten, Graffiti, egal ob Schmier-, Gang- oder ,Gemälde’-Graffiti, absolut gleichgültig entgegenstehen oder, noch schlimmer, es als cool oder normal anbieten, wie in Ihrer Spalte “Leute in der Stadt”.
Wer oder was gibt denn Anna M. das Recht, öffentlichen Raum zu verschmieren? Religiöses Graffiti ist innovativ und cool? Das grenzt an Trump-Realität, wo Normen, mit denen die Mehrheit der Bevölkerung gut gelebt hat, auf den Kopf gestellt werden. Hier wäre es: Verschmieren ist cool und hip, eine gestrichene (Haus)-Wand ist Freiwild. Ich bin Mieter, aber verstehe vollkommen die Frustration vieler Haus- oder Geschäftsbesitzer, deren Wände ruiniert sind, und dann noch von den zuständigen Stellen sich anhören müssen, man könnte nicht von Schaden sprechen, solange die Wand an sich noch intakt ist! Tut mir leid, USA-Fans, aber dort ist es weder cool noch progressiv, alles zu beschmieren. Es wird als Sachbeschädigung betrachtet. So haben selbst progressive Hochburgen wie San Francisco oder Seattle, längst immer größer werdende Handschrift-Dateien angelegt von Sprühern, was vor allem gegen Gang- und Schmier-Graffiti (tagging) erfolgreich ist, da meist die selben paar Wenigen verantwortlich sind. Es ist deprimierend zu sehen, dass meine Geburtsstadt, die sich ja nun als Green City verkauft (früher hieß das grün auf Deutsch und stand für grüne Lunge, Bäume & Schrebergärten), die letzten schutzlosen Bäume und sonstiges im Weg stehendes Grün, zur Ohnmacht der Bürger, abholzt (im Rathaus-Jargon hieß dies ja neulich: Stilllegen) , für noch mehr Luxuswohnungen oder genug Platz für Bagger, die Bankgebäude abreißen, aber Graffiti auf jedem erreichbaren Quadratzentimeter duldet. Was für eine verdrehte Welt, in der wir jetzt leben….
5.3.2018, Wolfgang Troullier, Freiburg

 

 

 

Der Schwarzwälder – von Peter Lenk
Der Bildhauer Peter Lenk ist bekannt für seine provokative und satirische Kunst. Doch während seine Arbeiten schon oft die Gemüter erhitzten, ist es vergleichsweise ruhig um den Nackten von Neustadt…..
Alles vom 5.2.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/provozierende-sandalen–80415138.html 

schwarzwaelder-titisee-neustadt2013

Peter Lenk: Der Schwarzwälder, 1998
Standort: Vor dem Schuhgeschäft Jungkind, Scheuerleinstraße 1, Titisee-Neustadt

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