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Apfelblüte im Eggenertal am 19.4.2015

Apfelblüte im Eggenertal am 19.4.2015

 

 

 

 

Warum kein europäisches Internet der Dinge?
In naher Zukunft werden die Menschen ständig online sein, nonstop Dienste im Internet abrufen und im Gegenzug Daten übers eigene berufliche wie private Leben liefern. Zudem findet das Web nicht nur wie bisher am Bildschirm von PC, Tablet bzw. Smartphone statt, sondern über Sensoren von Dingen unserer Umgebung wie Kühlschränke (die das Essverhalten überwachen), Uhren (die Körperfunktionen checken), Brillen (die das Blickfeld erweitern) und Autos (die selbst fahren). Das “Internet der Dinge” als weltweites Netz von Sensoren wird einerseits Vorteile bringen , wie z.B. beim Energie sparen, Verkehr organisieren, Crowdsourcing. Andererseits jedoch gibt es für den Menschen als User kein Entkommen mehr, er ist offline kaum noch  überlebensfähig; der Tip von Hans Magnus Enzensberger, einfach das Smartphone wegzuwerfen, funktioniert nicht mehr, da dann jede Küchenmaschine mehr kann als unsere heutiges Smartphone.
Der Google-Direktor Ray Kurzweil sieht im “Internet der Dinge” das Verschmelzen aller digitalen Technologie zu einem Gebilde, zu einer ‘Singularität’ – in der sich wenige IT-Konzerne und Geheimdienste wie die NSA die Macht über uns User teilen werden. Was kann Europa tun, um diese ‘Singularität’ abzuwenden und eine Pluralität aufzubauen?
1) Endlich die vom EU-Parlament geforderte Aufteilung von Google in getrennte Unternehmen rechtlich und organisatorisch umsetzen.
2) Ein “Europäisches soziales Netz” etablieren, in dem EU-Recht gilt. Die Mrd Euros für das öffentl. deutsche TV besser in den Aufbau dieses EU-Netzes investieren.
3) Derzeit hat Silicon Valley das weltweite Monopol auf digitale Entwicklungen im Internet. Diesem muß die EU ein Gegengewicht bieten. 100 IT-Professuren schaffen, über die Start-Ups entstehen, die dann der US-Dominanz Paroli bieten.

Deutschlands Google-Chef Eric Schmidt sagt vorher, dass jedes geschriebene Wort öffentlich sein wird – also nicht nur die Privatsphäre, sondern die gesamte Sozialsphäre mit allen zwischenmenschlichen Kontakten. Dabei heißt “öffentlich” so viel wie “unter Kontrolle von Facebook & Co”. Schon heute ist Facebook dabei, das komplette Online-Verhalten der User zu speichern und zu analysieren.
Dass das “Internet der Dinge” den öffentlichen Raum beherrschen, steuern und kontrollieren wird, daran kommt niemand vorbei. Dass diese Kontrolle ausschließlich von IT-Konzernen aus USA bzw. via Silicon Valley kontrolliert wird, daran sind die Europäer selbst schuld.
6.4.2015

 

 

 

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