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Reife Kirschen am 1.Juli 2013, während der benachbarte Esskastanienbaum (erst) in voller Blüte steht

 

 

E-Books

E-Books haben in D einen Marktanteil von 3% in 2013, für 2016 wird er auf 20% geschätzt.

E-Book: Dienstleistung oder Buch/Kulturgut?
E-Books gelten rechtlich als Dienstleistung, die übers Internet bezogen wird, nicht aber als Buch bzw. Kulturgut. Beim geplanten Freihandelsabkomen zwischen den USA und der EU soll die Kultur auf Frankreichs Drängen hin ausgenommen bleiben – auch E-Books?

In den USA ist Amazon seit 7/2013 bereits Monopilist
In den USA hat Amazon einen Anteil von 75% bei Print-Büchern und 90 % bei E-Books. Amazon ist also Monopolist, der demnächst die Buchpreise hochsetzen wird.

Interoperabilität “Jedes Gerät kann jedes E-Book lesen”
Amazon bietet über seine Shops ein geschlossenes System an: “Wer auf dem Kindle liest, kauft bei Amazon. Wer sein Lesegerät wechselt, verliert seine ganze im Internet deponierte Buchbibliothek.” Die Buchhändler sind hilflos – sie können für die marktführenden Geräte gar keine E-Books verkaufen. Deshalb fordern sie, dass das geschlossene System von Amazon zugunsten einer Interoperabilität geöffnet wird: Bücher können von jedem Händler gekauft und auf jedem Gerät gelesen werden.

 

Stationäre Buchhandlungen …..
– sind wichtig sind für die kulturelle Vielfalt
– sind eingebunden in den demokratischen Selbstverständigungsprozess der Gesellschaft
– spielen mit Lesungen und Veranstaltungen für die Lebendigkeit von Stadtzentren eine Rolle
– bieten eine persönliche Beratung
– stellen mit dem Stöbern im Regal eine wertvollere Kulturtechnik dar als ein Empfehlungsalgorithmus von Amazon,
– gehören zu den seltenen Fällen schöner Geschäfte, die das Ökonomische mit dem Kulturellen versöhnen

 

 

 

 

Kartellverfahren gegen Amazon auf nationaler Ebene

Und so fordert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, nun ein Kartellverfahren gegen Amazon auf nationaler Ebene anzustrengen. Tätig werden und Amazon zwingen, sein geschlossenes System zu öffnen, könnte das Kartellamt, wenn das Unternehmen mehr als ein Drittel des Marktes beherrscht. Nach einer vom Börsenverein in Auftrag gegebenen Studie ist das der Fall. Da kam Amazon für das Jahr 2012 auf einen Anteil am deutschen E-Book-Markt von 43 Prozent. Einen Haken hat die Sache allerdings: Ist das E-Book-Geschäft überhaupt als gesonderter Markt zu betrachten? Oder ist es nur ein Segment des übergreifenden, Printtitel einschließenden Buchmarktes? Von dieser juristischen Unterscheidung hängt die Zukunft des Buchhandels gerade entscheidend ab. …. Wenn es gelänge, den Durchmarsch von Amazon in Deutschland zu bremsen, hätte das Signalwirkung für ganz Europa. Es wäre der erste große Gegenschlag: Der Konzern würde den Nimbus des Unaufhaltsamen verlieren.

Die entscheidende Schlacht – In Amerika hat Amazon den Durchmarsch zum Quasimonopolisten geschafft. In Europa kann das noch verhindert werden. Für Buchhändler und Verleger geht es um alles. Alles vom 25.7.2013 bitte lesen auf http://www.zeit.de/2013/31/buchhandel-verlage-amazon/seite-3

 

 

E-Book ist nicht Buch
Es wird hier offenbar nicht verstanden dass E-Books nicht identisch sind mit dem simplen Buch, sondern Interaktivität, FIlm usw. beinhalten können. Interoperabilität kann es vielleicht für normale Textbücher geben, würde aber den Fortschritt für Lexika, Sachbücher und Kunstbücher bremsen, wenn man auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gehen muss. Apple ist mit iBooks Author absolut führend, schon deshalb kann es da keine Interoperabilität geben. Das Buch wird gerade neu erfunden, eigenartig dass das kaum eine Rolle spielt bei all den Diskussionen.
28.7.2013, Sysie

Kein hochsubventioniertes Buchhandels Disneyland
“Wer glaubt, dass stationäre Buchhandlungen wichtig sind……”: Die Autoren dieses Artikels mögen dies glauben, die Buchhändler auch – aber offenbar immer weniger Kunden. Anderenfalls würde besagtes Buchhändlersterben nicht derart massiv um sich greifen. Denn die in Jahrhunderten gewachsene Buchkultur ist offenbar in dieser Form nicht mehr zeitgemäss und erlebt einen Wandel, der nicht vom sinistren Wirken Amazons, sondern von Faktoren dominiert ist wie technologischem und sozialem Wandel, die Amazon zwar für sich nutzt, die aber unabhängig von unternehmerischen Entscheidungen ablaufen. Faktoren, die zu nutzen der im Jahrzehnte alten status quo verharrende Buchhandel schlicht und einfach verschlafen hat. Die Kunden können offenbar zunehmend ohne besagte Buchhandelslandschaft leben, was in letzter Konsequenz dazu führt, dass deren Repräsentanten nun laut “systemrelevant” schreiend nach staatlichen Subventionen und Interventionen verlangen. Wie das in Europa üblich ist, wo Unternehmen und Strukturen offenbar umso bedeutender sind, je weniger der Kunde von Ihnen wissen will und je weniger sie imstande sind, sich selbst am Leben zu erhalten. Man kann den o.g. Prozess auch als völlig normalen Strukturwandel sehen – und nebenbei damit auch das Votum der Kunden respektieren. Abgesehen davon ist Europa schlicht zu pleite, um sich nun auch noch ein hochsubventioniertes Buchhandels-Disneyland zu leisten.
26.7.2013, Aktutan

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