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Blick nach Nordosten auf Ballrechten mit Fohrenberg (links) und Castelberg (rechts) am 28.1.2007

 

Uwe Tellkamp: Nicht mehr länger schweigen
Am Ende genügte ein einziger Satz, um die Empörung in Gang zu setzen: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent“, sagte der Schriftsteller Uwe Tellkamp („Der Turm“) bei einer Veranstaltung vorigen Donnerstag im Kulturpalast Dresden mit seinem Kollegen Durs Grünbein unter dem Motto: „Streitbar! Wie frei sind wir mit unseren Meinungen?“
Prompt twitterte der Suhrkamp-Verlag nach dem Auftritt seines Erfolgsautors Tellkamp: „Aus gegebenem Anlaß: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlages zu verwechseln.“ Um das Obszöne und Regressive in diesem Vorgang zu erfassen, muß man einen Blick in die Geschichte des Verlags werfen.
Namensgeber Peter Suhrkamp hatte im KZ eingesessen, auch weil er mißliebigen Autoren die Treue hielt. Nachfolger Siegfried Unseld schützte die Autoren des Hauses stets mit seinem breiten Kreuz. Die aktuelle Verlagsleitung hingegen hielt es für angebracht, Tellkamp wegen regierungskritischer Äußerungen öffentlich zur Disposition und indirekt seine ökonomische Existenz in Frage zu stellen.
Die Ironie der Geschichte: Eben dieser plumpe Tweet sollte der medialen Jagdmeute, die schon Fährte aufgenommen hatte, die Lust an der Hatz verderben. Der Instinkt sagte ihr, daß Suhrkamp es mit dem vorauseilenden Gehorsam und der politischen Unterwürfigkeit übertrieben hatte und es unklug wäre, damit fortzufahren. Das hätte Tellkamps Rede über Meinungskorridore, Medienhetze und linken Einschüchterungsterror nur bestätigt und dem Widerwillen gegenüber dem Gesinnungsjournalismus neue Nahrung gegeben.
Außerdem wäre es in den östlichen Bundesländern zu einer Solidarisierungswelle mit dem aus Dresden stammenden Autor gekommen, und der Vertrauensverlust der westlich dominierten Presse hätte sich weiter beschleunigt. Deshalb haben die meisten Medien sich beeilt, ihr Unverständnis für die Illoyalität des Verlags auszudrücken. Der politisch-ideologische Rahmen aber, in dem solches Verhalten eher die Regel als die Ausnahme bildet, ist dabei unreflektiert geblieben.
… Alles vom 16.3.2018 von Thorsten Hinz bitte lesen auf
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/nicht-mehr-laenger-schweigen/

 

 

Die Freiheit des Schreibens ist unantastbar
Denken macht einsam. Schreiben erst Recht. … Wer schreibt und dabei nur wiederholt, was herdenhaft schon gesagt und geschrieben worden ist, der schreibt nicht wirklich. Der käut wieder, der macht es sich bequem im Meinungs-Konsens. Der hat die Zustimmung und die Zugehörigkeit im Auge, anstatt sich strategisch immer wieder in die Einsamkeit der eigenen Meinung zu begeben, die keine Zugehörigkeiten kennt. Schreiben verfolgt nicht zuletzt den Zweck, mögliche Zugehörigkeiten leichtsinnig und notwendigerweise zu sabotieren und abzuschütteln. …. Alles von Markus Stegmayr vom 8.4.2016 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/artikel/die_freiheit_des_schreibens_ist_unantastbar

 

Eingeschneit und viel Zeit zum Lesen?
Dann lassen Sie sich von Ralf Isau’s “Der Kreis der Dämmerung Band 1 – 4 komplett” faszinieren: Das Jahrhundertkind Der Wahrheitsfinder Der weiße Wanderer Der unsichtbare Freund
http://www.isau.de/ads/Kreis_2013-01.html

 

Günter Grass – zum Tod des Literaturnobelpreisträgers im April 2014

Günter Grass suchte gerne die politische Auseinandersetzung
Mit Wonne in die Schlacht: Sein Roman “Die Blechtrommel” war ein früher Geniestreich, Danach wurde Grass auch literarisch politischer. ….
Alles zu “Mit Wonne in die Schlacht” von Bettina Schulte, vom 14.4.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/guenter-grass-suchte-gerne-die-politische-auseinandersetzung–103305482.html

Unersetzbare Stimme für Gerechtigkeit und Mut
Günter Grass war einer der wenigen deutschen Intellektuellen, die nicht schwiegen. Er sagte, was noch gesagt werden muss. Ich schrieb ihm nach seiner Veröffentlichung seines Gedichtes einen Solidaritätsbrief, und er bedankte sich in einer Warmherzigkeit, wie ich sie selten erlebt habe. Ich traure um eine unersetzbare Stimme für Gerechtigkeit und Mut. Ja, er suchte die politische Auseinandersetzung, und das war gut so! Eine Gnade, dass er sein Vermächtnis “Vonne Endlichkait” noch fertig stellen konnte. Auch sein letztes Interview in “El País” zeigt seine tiefe Sorge um die Welt und die Zukunft der Menschheit. Deutschland hat seinen größten Literaten und Denker verloren. Günter Grass sollte ein Staatsbegräbnis, das einem einmaligen Literaturpreisträger würdig ist, erhalten!
24.4.2015, Evelyn Hecht-Galinski, Malsburg-Marzell

Ein überschätzter, besserwisserischer Egomane
Was hat dieser Autor eigentlich so Großartiges für Deutschland geleistet, außer einen grundlegenden Beitrag zu liefern, die Diskurshegemonie der Linken in Kultur und Politik zu zementieren?
“Er akzeptierte… die Teilung als das Ergebnis historischer Gerechtigkeit und lehnte die Wiedervereinigung konsequent ab”: Allein diese Haltung disqualifiziert ihn als die moralische Autorität, zu der ihn seine Anhänger/innen jetzt hochspielen. Denn damit akzeptierte er mitleidslos die Drangsalierung Millionen Deutscher im sozialistischen Terrorregime der DDR und machte sie so zu Opfern der Geschichte.
Was berechtigte ihn, es gutzuheißen, dass die Menschen in Ostdeutschland allein die Strafe für den deutschen Irrweg ertragen mussten? Auch sein Einsatz “gegen ein Asylbewerbergesetz” in den 90er Jahren zeugt von wenig politischer Weitsicht, denn die Probleme, die Deutschland heute mit Unterbringung und Integration der zahlreichen Migranten hat, zeigen, wie dringend notwendig eine bedarfsgerechte Regelung der Zuwanderung heute ist und damals schon war.
Ich persönlich kann beim besten Willen keine Trauer über das Ableben dieses besserwisserischen Egomanen empfinden und hoffe, dass die Nachwelt diesem doch sehr überschätzten Künstler einen Platz in der Literaturgeschichte jenseits aller Elogen und Hagiographie zuweisen wird.
24.4.2015, Matthias Gruneisen, Pfaffenweiler

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