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Blick nach Nordosten auf Ballrechten mit Fohrenberg (links) und Castelberg (rechts) am 28.1.2007

 

Michael Esders: Sprachregime. Die Macht der politischen Wahrheitssysteme

Gewalt versteckt in weichen Worten
Michael Esders’ „Sprachregime“ als Lektüretip: Wie kommt es, daß die Bürger nicht aufbegehren?
Thorsten Hinz
Das „Sprachregime“ des Literaturwissenschaftlers, Philosophen und Marketing-Experten Michael Esders ist das Buch der Stunde und darüber hinaus eine der wichtigsten politischen Publikationen seit Rolf Peter Sieferles „Migrationsproblem“. Es ist – soviel vorweg – unerläßlich, um den Bolero des Irrsinns zu begreifen, der seit Jahren als Politische Korrektheit, Gender- und Klima-Ideologie, als „Kampf gegen Rechts“ und Willkommenskultur durch das Land tobt und sich gegenwärtig als Antirassismus zu ohrenbetäubender Lautstärke steigert.
So werden aus den größten Verrücktheiten Wahrheiten
Wie kommt es, daß Menschen mehrheitlich einer Politik zustimmend beipflichten, die sich so offenkundig gegen ihre Lebensinteressen richtet und absehbar zur Selbstzerstörung eines leidlich funktionierenden Gemeinwesens führt? Die NS-Vergangenheit, der verinnerlichte Schuldkomplex oder die allgemeine Dekadenz, so Enders, liefern dafür nur partielle Erklärungen. Entscheidend sei die „Macht der politischen Wahrheitssysteme“, von denen der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Nachgang der sogenannten „Ausschreitungen“ in Chemnitz 2018 sprach. Sie konstituiert einen „smarten Totalitarismus der Vielfalt und Differenz“, der vom Medienapparat verwirklicht und durch Sanktionen beziehungsweise Sanktionsdrohungen gestützt wird.

Im ersten Kapitel beschreibt und analysiert Esders die Struktur und Funktionsweise dieser Systeme. Die geballte Medienmacht modelliert ein verzerrtes, ideologisiertes Abbild der Realität und trägt es im 24-Stunden-Betrieb in die Öffentlichkeit mit der Folge, daß die Wahrnehmungen, welche die fünf menschlichen Sinne mitteilen, allmählich außer Kraft gesetzt werden und das Denken und Empfinden sich in die offizielle Matrix einfügt. Gustave Le Bon hatte die vorschnelle Verallgemeinerung, die spontane Verknüpfung oberflächlich zusammenhängender Sachverhalte, die emotionale Aufwallung, kurzum: die Schlamperei im Geiste, als Merkmale der Psychologie der Massen festgestellt.

Diese spontanen Reaktionen werden von den Wahrheitssystemen formalisiert und professionalisiert. Der berühmt-berüchtigte Satz, daß eine Lüge, um geglaubt zu werden, nur oft genug wiederholt werden muß, wird durch die Hirnforschung bestätigt. Die permanente Aktivierung der entsprechenden neuronalen Schaltkreise führt zu ihrer Verfestigung, so daß aus den größten Verrücktheiten geglaubte Wahrheiten, ja physische Tatsachen werden, die sich gegen alle Einwände und kognitive Dissonanzen behaupten.
Begriffe werden emotional aufgeladen – „geframt“ –, also gezielt mit positiven oder negativen Assoziationen verbunden. Absolut negativ besetzt sind die „Grenze“ und die „Abschottung“, die mit Bildern toter Kinder oder der Berliner Mauer verbunden werden. Der entscheidende Unterschied zwischen diktatorischer Einsperrung nach innen und schützender Abschließung nach außen wird dabei genauso manipulativ verwischt wie die technische Tatsache, daß herabgelassene Schotten auf einem leckgeschlagenen Schiff lebensrettend sein können.
Durch solche auf Dauerfeuer gestellte sprachlich-semantische Tricks wird die Aufhebung der eigenen Grenzen und damit der Staatlichkeit zunächst zum moralischen und schließlich sogar zum einzig verfassungskonformen Imperativ erhoben. Die „moralische Kohärenz“ ersetzt die Logik und das Kriterium der Widerspruchsfreiheit einer Aussage.

Damit gerät das freie Denken – nach Kant der eigenständige Gebrauch des Verstandes – zunehmend unter Verdacht. Es ist nur folgerichtig, daß der Königsberger Philosoph im Zuge der „Black Lives Matter“-Kampagne ebenfalls in das Visier der Bilderstürmer geraten ist. Der Vorgang korrespondiert mit allgemein sinkenden Bildungsstandards.

Wenn selbst Studenten keine mehrteiligen Sätze sinnentnehmend lesen, geschweige denn bilden können, ist das ein Hinweis, daß den nachwachsenden Funktionseliten die Fähigkeit zu logischen Verknüpfungen abhanden gekommen ist. Der Rückgriff zum simplen Gut-Böse-Raster ist nur konsequent.
Das Sprachregime ist antitopisch – gegen eine „ortende Begriffssetzung“ gerichtet.
Positiv besetzt sind Begriffe wie „Eine Welt“, „Weltoffenheit“ oder „Menschheit“,
während „Staat“, „Nation“, „Volk“ als willkürlich ausgrenzende Konstrukte unter Verdacht stehen.
Die ideologische und emotionale Grundierung dieser semantischen Verschiebungen liefert die „Hypermoral“, die Ausweitung der Familienmoral auf das „globale Dorf“. Ihren Narrativen geht Esders im zweiten Kapitel nach.

Ein Exzeß der französischen Postmoderne
Eine Variante ist die Kreierung künstlicher Mythen und mythischer Gestalten wie Greta Thunberg, eine andere die Personalisierung zur Beglaubigung ideologischer Wunschvorstellungen. Beispielhaft sind die Geschichten von syrischen Flüchtlingen, die prallgefüllte Geldbörsen auffinden, sie brav bei der Polizei abliefern und edelmütig auf Finderlohn verzichten. Solcher Haltungs-Journalismus à la Relotius & Co. hat die Hypermoral in eine Hyperfaktizität überführt. Die „Fake News“ waren bereits ein Instrument der Wahrheitssysteme, als noch niemand die Präsidentschaft Donald Trumps für möglich hielt.
Im dritten, dem anspruchsvollsten Kapitel, geht Esders den philosophisch-linguistischen Ursprüngen dieser aggressiven Sprachpolitik nach. Ihre Wurzeln identifiziert er bei den Theoretikern der französischen Postmoderne, die die verborgene oder verdrängte Bedeutung sprachlicher Zeichen durch die Dekonstruktion überkommener Diskurse und das Herausarbeiten der Differenz zur Geltung bringen wollten. Das ursprünglich berechtigte Anliegen wurde von der politischen Linken bis zum Exzeß gesteigert. Kollektive Verbindlichkeiten, die Geschlechter-Binarität und die Sprache selbst werden zu faschistoiden Zumutungen verklärt. Sprachverbote, ideologische Neologismen und Gendersterne formieren sich zu Orwells „Neusprech“. Unterm Strich läuft es darauf hinaus, erfahrbare Sachverhalte und Zusammenhänge unaussprechlich, schließlich undenkbar und Menschen zu Zombies zu machen, die nicht mehr wissen, wer sie sind.

Esders erforscht in tiefgründiger Weise ein stringentes, gegen die Wirklichkeit immunes Verfahren, einen Mechanismus der „stählernen Beliebigkeit“, der mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks fortschreitet – was freilich nicht vollständig erklärt, warum er akzeptiert wird. Denn im Unterschied zu früheren Totalitarismen fehlt ihm ein plausibles Zukunftsversprechen. Offenbar spielen auch transzendente Bedürfnisse und kulturmorphologische Entwicklungen eine Rolle. Esders hat einen signifikanten Baustein für die noch zu schreibende Theorie des postmodernen Totalitarismus geliefert, der vor unseren Augen Gestalt annimmt. Ein schwieriges, ein brisantes, ein unverzichtbares Buch!
… Alles vom 24.7.2020 von Thorsten Hinz bitte lesen auf JF, 31/20, Seite 16
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Michael Esders: Sprachregime. Die Macht der politischen Wahrheitssysteme.
(Die Werkreihe von Tumult).
Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Lüdinghausen 2020,
broschiert, 147 Seiten, 18 Euro

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Literatur: Worte erzeugen ein Zauberreich in unserem Kopf 
„Literatur hat ihren Charme, weil man beim Lesen in der Regel allein ist. Mit einer Handvoll Worten erzeugen wir ein Zauberreich in unserem Kopf – jeder Einzelne für sich. Wenn man sich diese Abläufe klarmacht, müßte man im Grunde sagen, daß Literatur die Fähigkeit und Bereitschaft zur Einsamkeit voraussetzt. (…) Der augenblickliche Ausnahmezustand könnte sich tatsächlich als gute Stunde für die Literatur erweisen.“
Rüdiger Safranski, Philosoph,
auf der Onlineseite des Kulturmagazins „Anbruch“ am 28. März 2020

 

Buch: “ODER – Ein deutsches Drama in 3 Akten”
Klappentext: Der gesellschaftliche Riss, der sich im Jahr 2019 mitten durch Deutschland und mitunter quer durch die Familien zieht, wird mit jedem Tag größer. Nichts ist, wie es scheint, Klischees scheinen nicht zu stimmen und das scheinbar Gute könnte auch böse sein.
Die Geburtstagsfeier von Großmutter Rosi wird von einem neuerlichen Anschlag – einem Messerangriff, der ihre Familie diesmal auch persönlich betrifft – überschattet. Allerdings bringt sie dadurch die vier Generationen, welche in Charakter und Ansichten unterschiedlicher nicht sein könnten, nach vielen Jahren wieder an einen Tisch zusammen. Rosi wartet mit einem opulenten Essen auf. Trotz der Spannungen unter der Oberfläche gibt sich jeder größte Mühe, ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, nämlich die Harmonie zu wahren. Jedoch angesichts unausgesprochener Leichen im familiären Keller, aber auch zutiefst verstörender Erlebnisse, wie die Kölner Silvesternacht 2015/16, die Rosis jüngste Tochter Dorothee zunächst zum Opfer und später zur Kämpferin gemacht hat, dauert es nicht lange, bis die Stimmung aus dem Ruder gerät. Sex, Gewalt, viel Alkohol, Tod und Tränen führen in dem Drama “ODER” zu völlig durcheinander geratenen Deutungsmustern, überraschenden Wendungen, neuen Allianzen, aber am Ende auch der Hoffnung, dass es doch noch einen alternativen Weg gibt, der sowohl diese deutsche Familie als auch das ganze Land aus seinem tragischen Dilemma befreien könnte.

Rezension von H.X:
Eine realistische Familiengeschichte im Bann von rechts-links, Ost-West und Süd-Nord. Wer die aktuelle Großwetterlage der Politik bzw. der Bevölkerungseinstellungen verstehen will, muss in Einzelfälle eintauchen, so wie in dieses Buch, das virulente Probleme anhand von unterschiedlichen Lebensgeschichten aufgreift und im Rahmen einer Familienaufstellung ganz individuell auf den Punkt bringt.
Wo gab es nach dem Krieg die meisten Nazis und warum wurde der Schuldkult zum bestimmenden Thema heute? Wir blicken mit Helene Lichtenberg in Abgründe des Westens, in dem eine 68er Generation die Nazi-Eltern bekriegte und heute ein System der globalen Träume verteidigt mit eben jenen Mitteln, zu denen ihre Nazi-Eltern griffen.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‘Ich bin der Faschismus’.
Nein, er wird sagen: ‘Ich bin der Antifaschismus’” (Ignazio Silone)
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Franz Werfel schrieb in seinem 1946 veröffentlichten Roman „Stern des Ungeborenen“ folgendes: „Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.“
Selbstlose Zudringlichkeit ist in “ODER” das Hauptthema von Jochen, der mit der Schuld hausieren geht und trotzdem fröhlich über die Stränge schlägt, ein typisches 68er Gewächs mit Nazieltern im Gepäck und umso lauter nach den Segnungen der Schuldkompensation rufend. „Hauptsache, immer schön menschenfreundliche Parolen schwingen und nichts als heiße Luft dahinter.“ Auf der anderen Seite sehen wir eine bodenständige und von der DDR-Diktatur geprägte Rosi, die versucht, ihre zerrüttete Familie irgendwie zusammenzuhalten und ihr Halt zu geben. Die Blase des Links- und Gutseins erhält in diesem Buch wohl dosierte Dämpfer aus der eigenen Familie und deutlich wird, wie sehr die westlichen Nazi-Jäger in ihren Verhaltensweisen ihren Eltern ähneln, nur mir antifaschistischer Attitüde.
Spannende, meines Erachtens realistisch unterfütterte Biografien, begegnen sich in der eigenen Familie und sind in der Lage, einen Ton zu finden, der Gespräche ermöglicht und tatsächlich jenen Zustand reaktiviert, in dem man ohne Beschimpfungen vernünftig und sachlich miteinander reden kann. Wo wäre dies wirklich noch möglich, wenn nicht in der Familie?
Dieser dramaturgische Trick nimmt einen sofort mit in ein spannendes Buch, das realitätsnah ist und klare Unterscheidungen bietet. Es mündet in dem Aufruf, links und rechts zu vergessen, zwischen Globalisten und Souveränisten zu unterscheiden.
Bei zunehmendem Desaster der Globalisten ist für mich klar, in welche Richtung unsere Zukunft weist. Sie ist nicht infantil bunt, nicht klimagefesselt, nicht blind tolerant, sondern sie steht auf dem Boden des vernünftigen, kreativen Menschen, der aus einer guten Position des Eigenen das Fremde ebenso schätzt, aber es darauf prüft, welche kulturellen Unterschiede einen Gleichklang des Zusammenlebens und der Kultur unmöglich machen. Er ist der kommende Souverän.
… alles vom 18.6.2019 von Vera Lengsfeld bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/06/18/buch-oder-ein-deutsches-drama-in-3-akten/
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Helene Lichtenberg:
“ODER – Ein deutsches Drama in 3 Akten”
2019, 3,99 Euro

 

 

Uwe Tellkamp: Nicht mehr länger schweigen
Am Ende genügte ein einziger Satz, um die Empörung in Gang zu setzen: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent“, sagte der Schriftsteller Uwe Tellkamp („Der Turm“) bei einer Veranstaltung vorigen Donnerstag im Kulturpalast Dresden mit seinem Kollegen Durs Grünbein unter dem Motto: „Streitbar! Wie frei sind wir mit unseren Meinungen?“
Prompt twitterte der Suhrkamp-Verlag nach dem Auftritt seines Erfolgsautors Tellkamp: „Aus gegebenem Anlaß: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlages zu verwechseln.“ Um das Obszöne und Regressive in diesem Vorgang zu erfassen, muß man einen Blick in die Geschichte des Verlags werfen.
Namensgeber Peter Suhrkamp hatte im KZ eingesessen, auch weil er mißliebigen Autoren die Treue hielt. Nachfolger Siegfried Unseld schützte die Autoren des Hauses stets mit seinem breiten Kreuz. Die aktuelle Verlagsleitung hingegen hielt es für angebracht, Tellkamp wegen regierungskritischer Äußerungen öffentlich zur Disposition und indirekt seine ökonomische Existenz in Frage zu stellen.
Die Ironie der Geschichte: Eben dieser plumpe Tweet sollte der medialen Jagdmeute, die schon Fährte aufgenommen hatte, die Lust an der Hatz verderben. Der Instinkt sagte ihr, daß Suhrkamp es mit dem vorauseilenden Gehorsam und der politischen Unterwürfigkeit übertrieben hatte und es unklug wäre, damit fortzufahren. Das hätte Tellkamps Rede über Meinungskorridore, Medienhetze und linken Einschüchterungsterror nur bestätigt und dem Widerwillen gegenüber dem Gesinnungsjournalismus neue Nahrung gegeben.
Außerdem wäre es in den östlichen Bundesländern zu einer Solidarisierungswelle mit dem aus Dresden stammenden Autor gekommen, und der Vertrauensverlust der westlich dominierten Presse hätte sich weiter beschleunigt. Deshalb haben die meisten Medien sich beeilt, ihr Unverständnis für die Illoyalität des Verlags auszudrücken. Der politisch-ideologische Rahmen aber, in dem solches Verhalten eher die Regel als die Ausnahme bildet, ist dabei unreflektiert geblieben.
… Alles vom 16.3.2018 von Thorsten Hinz bitte lesen auf
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/nicht-mehr-laenger-schweigen/

 

 

Die Freiheit des Schreibens ist unantastbar
Denken macht einsam. Schreiben erst Recht. … Wer schreibt und dabei nur wiederholt, was herdenhaft schon gesagt und geschrieben worden ist, der schreibt nicht wirklich. Der käut wieder, der macht es sich bequem im Meinungs-Konsens. Der hat die Zustimmung und die Zugehörigkeit im Auge, anstatt sich strategisch immer wieder in die Einsamkeit der eigenen Meinung zu begeben, die keine Zugehörigkeiten kennt. Schreiben verfolgt nicht zuletzt den Zweck, mögliche Zugehörigkeiten leichtsinnig und notwendigerweise zu sabotieren und abzuschütteln. …. Alles von Markus Stegmayr vom 8.4.2016 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/artikel/die_freiheit_des_schreibens_ist_unantastbar

 

Eingeschneit und viel Zeit zum Lesen?
Dann lassen Sie sich von Ralf Isau’s “Der Kreis der Dämmerung Band 1 – 4 komplett” faszinieren: Das Jahrhundertkind Der Wahrheitsfinder Der weiße Wanderer Der unsichtbare Freund
http://www.isau.de/ads/Kreis_2013-01.html

 

Günter Grass – zum Tod des Literaturnobelpreisträgers im April 2014

Günter Grass suchte gerne die politische Auseinandersetzung
Mit Wonne in die Schlacht: Sein Roman “Die Blechtrommel” war ein früher Geniestreich, Danach wurde Grass auch literarisch politischer. ….
Alles zu “Mit Wonne in die Schlacht” von Bettina Schulte, vom 14.4.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/guenter-grass-suchte-gerne-die-politische-auseinandersetzung–103305482.html

Unersetzbare Stimme für Gerechtigkeit und Mut
Günter Grass war einer der wenigen deutschen Intellektuellen, die nicht schwiegen. Er sagte, was noch gesagt werden muss. Ich schrieb ihm nach seiner Veröffentlichung seines Gedichtes einen Solidaritätsbrief, und er bedankte sich in einer Warmherzigkeit, wie ich sie selten erlebt habe. Ich traure um eine unersetzbare Stimme für Gerechtigkeit und Mut. Ja, er suchte die politische Auseinandersetzung, und das war gut so! Eine Gnade, dass er sein Vermächtnis “Vonne Endlichkait” noch fertig stellen konnte. Auch sein letztes Interview in “El País” zeigt seine tiefe Sorge um die Welt und die Zukunft der Menschheit. Deutschland hat seinen größten Literaten und Denker verloren. Günter Grass sollte ein Staatsbegräbnis, das einem einmaligen Literaturpreisträger würdig ist, erhalten!
24.4.2015, Evelyn Hecht-Galinski, Malsburg-Marzell

Ein überschätzter, besserwisserischer Egomane
Was hat dieser Autor eigentlich so Großartiges für Deutschland geleistet, außer einen grundlegenden Beitrag zu liefern, die Diskurshegemonie der Linken in Kultur und Politik zu zementieren?
“Er akzeptierte… die Teilung als das Ergebnis historischer Gerechtigkeit und lehnte die Wiedervereinigung konsequent ab”: Allein diese Haltung disqualifiziert ihn als die moralische Autorität, zu der ihn seine Anhänger/innen jetzt hochspielen. Denn damit akzeptierte er mitleidslos die Drangsalierung Millionen Deutscher im sozialistischen Terrorregime der DDR und machte sie so zu Opfern der Geschichte.
Was berechtigte ihn, es gutzuheißen, dass die Menschen in Ostdeutschland allein die Strafe für den deutschen Irrweg ertragen mussten? Auch sein Einsatz “gegen ein Asylbewerbergesetz” in den 90er Jahren zeugt von wenig politischer Weitsicht, denn die Probleme, die Deutschland heute mit Unterbringung und Integration der zahlreichen Migranten hat, zeigen, wie dringend notwendig eine bedarfsgerechte Regelung der Zuwanderung heute ist und damals schon war.
Ich persönlich kann beim besten Willen keine Trauer über das Ableben dieses besserwisserischen Egomanen empfinden und hoffe, dass die Nachwelt diesem doch sehr überschätzten Künstler einen Platz in der Literaturgeschichte jenseits aller Elogen und Hagiographie zuweisen wird.
24.4.2015, Matthias Gruneisen, Pfaffenweiler

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