Muettersproch

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Buggi 50 am 13.11.2010 in Weingarten: Tele-Blick nach Norden aufs Lehener Bergle

 

 

Muettersproch-Gsellschaft

S ALEMANNISCH isch sozial. S verbindet. S isch e gemeinsami Ebeni, au wenn der ein e “hoche” un der ander e “normale” Mitmensch isch. Wemmir alemannisch mitenander schwätze, derno gilt für uns der Mensch, nit s Amt. S isch e guets Zeiche, aß grad in eso viel Ämter unser Kläberli hängt “BI UNS CHA ME AU ALEMANNISCH SCHWÄTZE”. S isch e Iladig zum Mensch si Mitenander.
Si hen alli s gliich Aliege gha. Si hen welle, daß unsri, im “Dritten Reich” für “Blut und Boden”-Zweck mißbruchti Heimetsproch, us em politische Verruf ruskunnt. Het nit s “Kampfblatt der Nationalsozialisten am Oberrhein” DER ALEMANNE gheiße? Si hen sich also gegesitig gstützt in ihre dichterische Arbet, sich Muet gmacht un sich nit in e falschi Ecke dränge losse.
Dodrus het sich im Johr 1967 d Muettersproch-Gsellschaft entwicklet, en Verein, wo sich d Mundartdichterinne un dichter un d Fründ von ene zemmegfunde hen. Erhalt un Pflege vo de alemannische Mundart isch as gmeinsam Ziel in der Satzig gstande, so wie s au hüt noch drin stoht.

Muettersproch-Gsellschaft, Wilhelmstr. 14, 79379 Müllheim
Präsi: Franz-Josef Winterhalter, ehem. Bürgermeister von Oberried
c/o Friedel Scheer-Nahor, scheer-nahor at t-online.de
www.alemannisch.de

Arbeitskreis “Mundart in der Schule”, c/o Muettersproch-Gsellschaft,
www.mundart-in-der-schule.de
c/o Wolfgang Miessmer, Oberes Feld 5, 77960 Seelbach, Tel 07823/2324,
miessmer at web.de

Präsi bis 4/2007: Walter Möll, Schienerbergstraße 24, 78224 Singen, Tel 07731/85-245
Präsi bis 2002: Klaus Poppen, Am Hofacker 15, 79256 Buchenbach-Unteribental, Tel 07661/1236

 

 

Versammlung in Heitersheim – Mundart als Kulturgut bekannter machen

 

Die Muettersproch-Gsellschaft in Südbaden erstreckt sich von Oberkirch bis Bad Säckingen und vom Kaiserstuhl bis Lindau. Mitten im Herzen ihres Einzugsgebietes – in der Heitersheimer Malteserhalle – trafen sich kürzlich etwa zehn Prozent der 3000 Mitglieder sowie Freunde aus dem Elsass und der Schweiz zur Mitgliederversammlung. Präsident Franz-Josef Winterhalter möchte die Mundart als Kulturgut bekannter machen, vor allem im Hörfunk – und vielleicht sogar im Fernsehen.
Auf das, “was gschafft worde isch” konzentrierte sich Geschäftsführerin Friedel Scheer-Nahor in ihrem Rückblick. Die Pflege der Internetseite nehme viel Zeit in Anspruch, gestand sie. Aber der Auftritt müsse für jüngere Generationen attraktiver werden. Nach dem alemannischen Wörterbuch gibt es nun das grenzüberschreitende alemannische Liederbuch “Woni sing und stand” von Liedermacher Uli Führe und Vorstandsmitglied Stefan Pflaum. Man habe Arbeit und Probleme unterschätzt, erklärte Scheer-Nahor. Die Finanzierung war plötzlich gefährdet, weil der Antrag auf Interreg-Fördermittel abgelehnt wurde. Die Muettersproch-Gsellschaft fühle sich dort häufig “stiefmütterlich behandelt”. Dank des Arbeitskreises Alemannische Heimat, des Regierungspräsidiums und einiger Spender wurde das Projekt dann doch noch geschultert.
“Mir läse alemannisch” heißt der Vorlesewettbewerb für Schüler, an dessen Vorentscheidung sich vier Regionalgruppen beteiligt haben. Die drei Erstplatzierten nehmen am 16. Mai an der Kür der Sieger in Freiburg teil. Der Arbeitskreis “Mundart in der Schule” ist eine Kooperation der Muettersproch-Gsellschaft und dem Verein Schwäbische Mundart. Mit Hilfe des Regierungspräsidiums und des Arbeitskreises Alemannische Heimat startete “Mundart in der Schule” den Wettbewerb “Naseweis und wunderfitzig”. Für Schulveranstaltungen wurden Mundartkünstler vermittelt, die kreative Projekte anstießen.
Das alles kostete Geld und hat die Kasse strapaziert, berichtete Schatzmeisterin Anita Edelmann. Das Haushaltsvolumen von 75 000 Euro musste mit 12 000 Euro aus den Rücklagen ausgeglichen werden. Die sind nun auf 4000 Euro geschrumpft. Grund genug, den Mitgliedsbeitrag von 15 auf 18 Euro zu erhöhen. Das wurde akzeptiert, mit der Bitte, zusätzlich fantasievolle Mitgliederwerbung zu betreiben. Der “Alt-Präsi” vom Kulturverein Elsass-Freunde-Basel, Jürg Burkhardt, wurde spontan Mitglied und berichtete vom Dreiländer-Dichterweg Basel-Hunigue-Weil-Basel, der 2014 eingeweiht werden soll.
Franz-Josef Winterhalter warnte vor der Gefahr, die heimatliche Kultur aus Bequemlichkeit zu verlieren. “Wir müssen mehr in den Medien präsent sein, vor allem im digitalen Radio und TV, um die Jugend zu erreichen”, forderte er und wünschte sich regionale Nachrichten auf Alemannisch und nicht nur Nischen mit Gedichten und Liedern. Man müsse, gemeinsam mit dem SWR, versuchen, Mundart besser rüberzubringen. In Norddeutschland sei das in Regionalsendern längst üblich. In der Schweiz werde sowieso überall Dialekt gesprochen. In diesem Sinne warb Pius Jauch, stellvertretender Vorsitzender vom Kooperationspartner Schwäbische Mundart, für den Kurzfilm-Wettbewerb “Sebastian-Blau-Preis 2014″. Er soll die Verwendung der schwäbischen und alemannischen Mundart in Film und Fernsehen fördern.
Der Malteser-Fanfarenzug, Manfred Schlegel, Frank Huttelmeier und Oskar Mangold unterhielten die Mitglieder mit Musik, Geschichte(n) und Gedichten. Am 5. April 2014 wird es in Konstanz die nächste Jahresversammlung geben. Bis dahin muss für Anita Edelmann eine Nachfolge gefunden werden. Nach 30 Jahren perfekter Buchführung möchte sie das Amt abgeben. Besitzer Stefan Pflaum, Liedermacher und Autor, wurde diesmal auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand verabschiedet. Von 1997 bis 2012 war er Leiter der Gruppe Dreisamtal. Der Vorstand dankte ihm für inspirierende Mitarbeit.
25.4.2013, Sabine Model

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