Kromer Ehrenbuerger Kirchzart

Politik aus Liebe zum Menschen betrieben. Mit Franz Kromer ist ein bekennender Kirchzartener, 1946 hier geboren und immer hier wohnhaft gewesen, am 20.12.14 zum Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde ernannt worden. Bürgermeister Andreas Hall brachte bei seiner Laudatio während der würdigen Feierstunde in der Talvogtei mit Gästen aus Politik, Gesellschaft und Familien- und Freundeskreis das jahrzehntelange Wirken des 68jährigen Gemeinderates auf den Punkt, als er Konfuzius mit dem Satz „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen“ so zitierte: „Herr Kromer, Sie haben nicht nur ein Licht angezündet, Sie haben mit Ihrem Tun die Gemeinde Kirchzarten hell erleuchtet.“

Bürgermeister Andreas Hall, der dem alemannischen Liedermacher Uli Führe für die musikalische Einführung und Begleitung durch den Abend dankte, erinnerte an den beruflichen Werdegang Franz Kromers als Notariatsbeamter. 2005 wurde er Pensionär. Eine beispiellose politische Karriere liege hinter Kromer, der 1971 in die SPD eintrat. Seit dem 16. Juni 1980 gehört er dem Kirchzartener Gemeinderat an, so lange wie bisher keiner – und seit 1995 war er bei jeder Wahl immer „Stimmenkönig“. Dreißig Jahre übte er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters aus, ist seit 1986 SPD-Fraktionssprecher. In Gremien wie EWK-Aufsichtsrat, Dr. Gremmelsbacher-Hilfswerk oder Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal vertrat Kromer den Gemeinderat. Im SV Kirchzarten begleitete er nach einer langen aktiven Fußballerzeit verschiedenste Vorstandsposten, verkaufte den bisher einzigen Kirchzartener an einen Bundesligisten. Bei den Contra-Brüdern lebte er die Fasnet aus und engagierte sich von Anfang an in der Integrationsarbeit des Hofgutes Himmelreich. 1998 bekam Franz Kromer die Goldene Ehrennadel der Gemeinde und 2010 die Goldene Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg.

„Grundlage für Ihr Engagement“, so Hall, „ist Ihr ehrliches und umfassendes Interesse am Wohlergehen all Ihrer Mitbürger.“ Und zu Kromers Politikstil stellte der Bürgermeister fest: „Sachpolitik steht für Sie in beeindruckender Weise im Vordergrund. Sie wollen nicht das individuell Maximale erreichen, sondern einen Kompromiss finden, der ein maximales Miteinander ermöglicht.“ Eine Kraftquelle Kromers vermutet Hall darin, das „Ehrenamt froh macht“, so wie Mutter Teresa gesagt habe: „Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du.“ Und bevor er Franz Kromer gemeinsam mit seinem Vorgänger, Ehrenbürger Georg-Wilhelm von Oppen, die Urkunde überreichte, dankte Hall: „Ihr ehrenamtliches Engagement, Herr Kromer, ist Ausdruck einer Haltung. Sie sind Gestalter, nicht Konsument. Menschen wie Sie sind ein Geschenk für ihre Gemeinde.“ Es verstand sich von selbst, dass Hall auch Kromers Ehefrau Inge mit einem großen Blumenstrauß für die Unterstützung dankte.

Altbürgermeister Georg-Wilhelm von Oppen gratulierte Kromer herzlich und dankte für „24 Jahre, die wir gut mit gegenseitiger Hochachtung zusammengearbeitet haben“. Er erinnerte an Kromers Onkel Albert Kromer, ebenfalls Kirchzartener Ehrenbürger und ein politisches Vorbild für den Neffen. Die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Rita Schwarzelühr-Sutter erinnerte daran, dass Franz Kromer von Altbundeskanzler Willy Brandt zur Politik motiviert worden sei. „Als Sozialdemokrat hast du immer Flagge gezeigt“, dankte die Abgeordnete, „und Politik ist für dich die Liebe zum Menschen.“ Die Wertschätzung des Gemeinderates sprach Walter Rombach aus. Er dankte Kromer für eine parteiübergreifende Politik und seine enorme Nähe zu und Verbundenheit mit den Menschen. Peter Meybrunn als Sprecher der SPD-Gemeinderäte drückte mit einem Alltagsbeispiel die Realitätsnähe von Kromer aus: „Ein Nachbar ruft bei Franz Kromer an und sagt, der Gully vorm Haus sei verstopft. Wen müsse er jetzt bei der Gemeinde anrufen? Kromer habe geantwortet: Holen Sie einen Eimer, ich bringe die Schaufel mit und dann bringen wir das gemeinsam in Ordnung.“

Und für den Freundeskreis von Franz Kromer sprach der ehemalige Bürgermeister von Hinterzarten und alter Kirchzartener Hansjörg Eckert „Glückwunsch, Kompliment und Hochachtung vor deiner Leistung“ aus. Kromer habe viel Kraft aus dem Glauben geholt. Für seinen regelmäßigen Samstagsgottesdienstbesuch am Giersberg ernannte Eckert seinen Freund Franz zum „Pfarradministrator am Giersberg“. Franz Kromer bekannte am Ende, dass dies ein „sehr emotionaler Moment“ in seinem Leben sei: „Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel.“ Er sei stolz, dass es in Kirchzarten Menschen gebe, die die Ansammlung von Häusern und Straßen zu einem lebenswerten Gemeinwesen machten. Und er rief „meckernde Zuschauer am Rande“ auf: „Macht endlich mit.“ Er sei stolz, dass er an vielen gelungenen Werken seines Heimatortes mitgewirkt habe. Der Bürgerstiftung überreichte er einen Scheck über 500 Euro. Bevor der hervorragende Service vom Hotel Sonne die Gäste weiter verwöhnte, dankten die Gäste ihrem Ehrenbürger mit langen „Standing Ovations“.

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Franz Kromer (2.v.l.) bekam von Bürgermeister Andreas Hall und seinem Vorgänger Georg-Wilhelm von Oppen die Urkunde zur Ehrenbürgerschaft. – Blumen gab’s für Inge Kromer. – Rita Schwarzelühr-Sutter (2.v.r.), SPD-MdB und Staatssekretärin, freute sich mit ihrem Parteifreund Franz Kromer über die hohe Ehrung.

14.1.2015, Gerhard Lück, Dreisamtäler

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