Kreiselkunst – Demontage

Im November 2011 verfügte das Landesverkehrsministerium, gefährliche Kunstwerke in der Mitte von Kreisverkehren zu entfernen. Um Verkehrsunfälle zu vermeiden (Beispiel: 2008 zwei Tote, als ein betrunkener Fahrer auf eine Betonstele im Kreisel kracht). Gegen die Demontage-Verfügung bildeten sich viele Bürgerinitiativen. .

 

Mahnkreuze anstatt Demontage von Kreiselkunst und Abholzen von Alleebäumen
Die meisten Unfälle auf einer Allee passierten auf der B 73 zwischen Hamburg und Cuxhaven. (Im Urlaub oft gefahren) ” Für den Bereich zwischen Hechthausen und Cuxhaven hatte man mit einer anderen Rechnung das Problem plastisch dargestellt: Legt man die Verkehrsunfälle von 1995 bis 2000 zu Grunde, passierte alle zwölf Meter ein Verkehrsunfall, wurde alle 120 Meter ein Mensch schwer verletzt und alle 1200 Meter ein Mensch getötet. ”
” 2001 wurde darauf das Verkehrssicherheitsprojekt B 73 gegründet. Im Rahmen dieser Aktion wurden an der B 73 für jeden Toten ein weißes Holzkreuz aufgestellt. Zusätzlich wurden verunglückte Fahrzeuge an der Straße ‚ausgestellt‘, die aber nicht unbedingt aus realen Unfällen, oder definitiv von der B 73 stammten. ”
Die Unfälle gingen um die Hälfte zurück, die Anzahl der Toten um 2/3. Man muß also nicht Alleebäume fällen.
23.6.2013, Peter Scholl
Wie die Bilderstürmer im Mittelalter
Wie die Bilderstürmer im Mittelalter befehlen heutige Entscheidungsträger die Zerstörung der kreativen Werke inmitten der Kreisverkehre. Begründet werden die rabiaten Maßnahmen mit der Sorge um betrunkene Autofahrer, die ungehindert Kreisverkehre überqueren wollen. Vor zirka 40 Jahren hat man dieser Wählerklientel zuliebe die schönsten Allee-Bäume geopfert, um freie Fahrt in die angrenzenden Felder zu gewähren. Sind demzufolge nach den Kunstwerken in Kreisverkehren als nächstes die restlichen Bäume am Straßenrand auf der Agenda?
22.6.2013, Gerhard Deist, Emmendingen

 

Kein Tannenbaum als Weihnachtsbaum mehr im Kreisel
Allerdings gibt es doch einen – wenn auch kleinen – Problemfall: die Anlage beim Breisgau-Center (Real-Süd) im Ortsteil St. Georgen, die eher ein Ovalverkehr ist. Gebüsch und Bäumchen dürfen zwar stehen bleiben, aber aus Sicherheitsgründen wird das städtische Garten- und Tiefbauamt künftig darauf verzichten, den Tannenbaum zur Weihnachtszeit aufzustellen. Das ist das einzige Ergebnis des Vor-Ort-Termins mit der Polizei. ….
Alles vom 8.2.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/funktional-und-ganz-ohne-kunst–68949214.html 

Keine starren Hinternisse in Kreiseln außerorts
Auslöser für die kommende Demontage ist eine von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Auftrag gegebene Studie. Sie bescheinigt 54 Verkehrskreiseln im Land ein hohes Gefährdungspotenzial. Per Erlass ist nun geregelt: In Kreisverkehre außerorts dürfen grundsätzlich keine starren Hindernisse eingebaut werden. Denn die Straßenführung solle individuelle Fahrfehler “auf gar keinen Fall verschlimmern” … Alles vom 3.2.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/streit-geht-weiter-ist-kunst-im-kreisverkehr-gefaehrlich–68822247.html 

 

Ortseingang von Küssaberg (Hochburg der Kunstschmiede ) bei Waldshut-Tiengen: Zehn Metallstelen mit Schmiedekunstwerken ragen seit 2008 auf der Kreisverkehrsinsel in den Himmel.  Bild: privat

Kreisel – EU-Verordnung von 2008
Kreisel, die durch ihre Möblierung ein Gefährdungspotenzial darstellen, sollen von den gefährlichen Innereien (Skulpturen, Kunstwerke, stattliche Bäume) befreit werden. Von 2008 datiert eine EU-Verordnung, wonach Sicht und Fahrtweg von Verkehrsteilnehmern nicht beeinträchtigt werden dürfen:

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