Kirchzarten Buergerentscheid

Ruhe sanft, mein geliebtes Kirchzarten! Auch wenn’s schmerzhaft ist, wissen die Verantwortlichen und Ehren-amtlichen für den Mountainbikesport, aber auch die politisch Verantwortlichen der Gemeinde jetzt, welchen Stellenwert ein Großteil der Bevölkerung dem Mountainbikesport zugesteht. Im Übrigen einem Sport, der Kirchzarten europaweit bekannt und beliebt gemacht hat und der alljährlich Tausende ins Dreisamtal zum „Black Forest Ultra Bike Marathon“ lockt. Viele davon kommen immer mal wieder, um die herrliche Landschaft und ihren Sport hier zu genießen. Sie alle wissen seit Sonntag: Unser Engagement, unser Sport und unsere Freizeitbeschäftigung sind in Kirchzarten nicht willkommen! Auf ihrer Homepage und in Flyern hat die IG Giersberg das immer wieder deutlich gemacht, zuletzt noch mit einer unsäglichen Karikatur als „bezahlte Anzeige“ im Gemeindeblättle. Wenn die IGG allerdings zugelassen hätte, dass die Frage am Sonntag den tatsächlichen Sachverhalt, nämlich die Zustimmung der Bevölkerung zum am „Runden Tisch“ erarbeiteten Kompromiss zum Inhalt gehabt hätte, wäre das Ergebnis anders ausgefallen. Eine „Bike-Arena“ will nämlich schon lange niemand mehr!
Das Votum ist aber auch eine schallende Ohrfeige, ja geradezu ein „Misstrauensvotum“ gegenüber dem Gemeinderat. Der hatte es sich nicht leicht gemacht. Seine Zustimmung zum Kompromiss war aber Ausdruck der Berücksichtigung aller Interessen im Ort – und deshalb gut für das Gemeinwohl. Das sahen am Samstag 57,9 Prozent der Wähler anders. Jetzt hat der Gemeinderat mit dem Bürgermeister die Aufgabe, den entstandenen Scherbenhaufen zu bearbeiten. Mit Spannung wird erwartet, ob sie zu ihrer Entscheidung stehen und Sport und Naherholung nur im Gesamtpaket umsetzen.
Deutlich wurde am Sonntag auch, dass ein Großteil der Bevölkerung vor allem Ruhe im Ort will. Schließlich zahlt „man“ ja auch viel Geld fürs Grundstück oder die Miete. Junge dynamische Sportler oder dreimal im Jahr eine Veranstaltung können da schon gewaltig stören. Ich mag noch nicht von einem aufkommenden Generationenkonflikt in Kirchzarten reden. Aber da bahnt sich etwas an. Und deshalb sollte der Gemeinderat überlegen, ob er das geplante Neubaugebiet „Kurgebiet II“ nicht umwidmet. Statt günstigem Bauland für junge Familien mit sportlich aktiven Eltern und lauten wilden Kindern sollten die Grundstücke an betuchte ältere Herrschaften zu gutem Preis verkauft werden. Das bringt wenigstens Geld zur Schul- und Kindergartensanierung in die Gemeindekasse. Und, dass der Bürgerentscheid Konsequenzen für Ultra-Bike und Nachwuchsförderung hat, ist allen Nein-Sagern hoffentlich klar. Doch das ist denen – auch wenn sie das Gegenteil beteuern – eigentlich egal. Ruhe sanft, mein geliebtes Kirchzarten!
6.3.2013, Kommentar von Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

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