Kinderkriegen noch unattraktiver

Die Geburtenzahl von 1,39 Kindern pro Frau erklärt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in einer Studie, die erstmals nict nur finanzielle Aspekte, sondern auch die Gefühlslage der Deutschen berücksichtigt. Norbert Schneider, Direktor des BiB: “Der hohe gesellschaftliche Erwartungsdruck sowie die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen die Elternschaft in Deutschland unattraktiv”. Anders als in anderen Ländern werde von Vater und Mutter verlangt, rund um die Uhr für das Kind da zu sein.
“Die Mutter gehört zum Kind und es sollte bis zum dritten Lebensjahr nicht in Kindertagesstätten betreut werden, weil die Mutter erwerbstätig sein will. Wählen Frauen nicht diesen Weg, gelten sie in Westdeutschland schnell als „Rabenmütter“. In einer solchen Situation, in der weder das traditionelle Hausfrauenmodell noch die Erwerbstätigkeit mit Kindern als attraktiv erscheint, werden Entscheidungen gegen Kinder begünstigt.”….
Studie des BiB zur Geburtenzahlen in Deutschland, veröffentlicht 17.12.2012
www.bib-demografie.de

Broschüre „(Keine) Lust auf Kinder?“ runterladen:
www.bib-demografie.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Download/Broschueren/keine_lust_auf_kinder_2012.pdf 

Geld macht keine Kinder – Frauen haben Angst, als Rabenmütter zu gelten
Berufstätige Frauen entscheiden sich demnach lieber gegen als für Kinder – weil sie befürchten müssen, als Rabenmutter verunglimpft zu werden. Paare leben lieber ein entspanntes Leben mit vielen Hobbys, als entnervt um Krippenplätze rangeln zu müssen. Die Folge ist, dass die Wiegen leer bleiben. … Alles vom17.12.2012 bitte lesen auf
 http://www.sueddeutsche.de/politik/sinkende-geburtenzahlen-geld-macht-keine-kinder-1.1552513

Gestresst oder stinkfaul?
Diesen Bericht sollte man 2-3 mal lesen, man kommt dann zum Schluß, dass er politisch korrekt geschrieben wurde. Ist man in der Lage zwischen den Zeilen zu lesen, erkennt man die brutale Wahrheit. Egal ob Geburtenrate, oder Pflegebetreuung von den den “Alten”, wir sind alle überfordert, gestresst, so klingt es politisch korrekt. Die Wahrheit volkstümlich ausgedrückt: Wir sind STINKFAUL!
Es fing an, als die Frauen den Spruch initiierten: Mein Bauch gehört mir. Es ging weiter, als Familien mit mehr als zwei Kindern zu asozialen gestempelt wurden, die Vermieter Familien mit mehreren Kindern  ablehnten, die Personalchefs von Firmen Singles bevorzugten, da Mitarbeiter mit Kindern als unberechenbar galten, auch und vor allem an deren Mobilität zweifelten, der absolute Jugendwahn ausbrach und dafür sorgte, dass Freizeit nicht für familientauglich galt, sondern in Discos, Events, Urlaubsfernziele, Partys, Exkursionen und Selbstverwirklichung die wahre Welt wären. Dazu kommt unsere Politik mit Karriere für die Frau, also z.B. die Frauenquote ,bei der Kinder nur hinderlich sind, es sei denn Frau ist aus so “gutem Hause” wie z.B. Frau von der Leyen und andere.
Beispiel: Zwei Schulkameradinnen treffen sich nach vielen Jahren, die Eine hat Familie mit zwei Kindern und der Ehemann Techniker bei Daimler, die Andere ist Frau von einem Anwalt, aber auch selbst Anwältin, jedoch kinderlos. Frage von der Mutter der Kinder: Wieso bist du nicht Mama geworden? Antwort: Ach weißt du bei den vielen Terminen, Montag und Donnerstag abends Tennis, am Wochenende Golf, dann die Besuche bei Vernisagen, Theater, und die vielen Einladungen zu Partys sowie die dreimaligen im Jahr nötigen Urlaube zu meiner Erholung vom Stress. Da ist für Kinder keine Zeit und kein Platz, aber ich habe eine Patenschaft für ein Kind in  Haiti und überweise monatlich 50 €. Da erwidert die Mutter der Kinder: wooooow hast du es gut, das könnte ich mir nieeeee leisten! Antwort der Anwältin: Das hättest du dir früher überlegen müssen, bist selbst schuld!
Frage von mir zum Schluß: Bin ich so daneben und sind das Hirngespinste?
Bert Pavel, 17.12.2012

Ideologische Grabenkämpfe “Gute Mutter contra Rabenmutter”
Das BiB liefert zwei wahrlich bedrückende Ergebnisse zum Kindetrkriegen in Deutschland: (1) Kinder stellen für immer breitere Schichten bzw- weit über die Hälfte der Deutschen keinen zentralen Lebensbereich mehr dar. (2) Der Kampf ums richtige “Lebensmodell mit Kindern” wird nirgends in Europa so erbittert und intolerant geführt wie in Deutschland.
Zu (1): Beruf/Karriere, Freunde/Bekannte und Freizeit/Hobbies sind wichtiger als Kinder. Windeln wechseln, auf quengelnde Kleinkinder eingehen bzw. Einschlaflieder singen werden abgelehnt, die Elternschaft wird als erdrückende und einzwängende Pflicht wahrgenommen. Dieser Trend wird sich bis 2020 weiter verstärken, er wird nicht aufzuhalten sein.
Zu (2): Mütter, die ihre Kinder in Hort bzw. Kita abgeben, um möglichst rasch nach der Geburt die Berufstätigkeit wieder fortsetzen wollen, erfahren eine ähnliche Mißbilligung wie Frauen, die gerne aus dem Beruf aussteigen, um bei den Kindern zu bleiben. Die einen werden als “neumodische Rabenmütter” verschrien, ihnen wird die gesellschaftliche Anerkennung versagt. Die anderen werden als “altmodische gute Mütter” abgetan, die nicht mehr in die heutige moderne Zeit zu passen haben. Beide Lager hacken jeweils erbarmugslos aufeinander ein. Die einen stempeln das Betreuungsgeld als Mittelalter-Salär fürs Heimchen am Herd ab, die anderen sprechen der berufstätigen Frau schlicht und einfach die Mutterliebe ab. Hier wäre mehr Toleranz zu wünschen und zu praktizieren: Warum darf nicht jede Frau das “Lebensmodell mit Kindern” wählen, das sie will. Warum wird ihr “Lebensmodell mit Kindern” nicht toleriert, sondern mit Kopfschütteln quittiert, mit Fingerzeit angeprangert und verhöhnt? Warum werden die ideologischen Grabenkämpfe um “Gute Mutter contra Rabenmutter” in Deutschland so ausgiebig und genüsslich gepflegt? Warum sind wir Deutschen nicht bereit, Toleranz zu üben?
18.12.2012, Ekke

Nicht alles liegt in unseren Händen
Kinder aufzuziehen, bedeutet erst einmal Kontrollverlust: Da ist ein kleiner Mensch, der mein Leben gewaltig durcheinanderbringt. Für diese Entscheidung gibt es “lebenslänglich”, ohne Hintertürchen. Die Anforderungen, die ein Kind an einen gut saturierten Erwachsenen stellt, scheinen schwer kalkulierbar.
Was wird aus meiner Freiheit, meinem Freundeskreis, meinen Abenteuerreisen, meinen Festen, meinen Hobbys? Was macht das mit uns als gut eingespieltem Liebespaar? Dass Kinder unvorstellbare Freuden bereithalten, wird da gerne übersehen, beziehungsweise ist, wie gesagt, unvorstellbar. Langeweile kommt indes keine auf: Kinder sind das größte Abenteuer auf der Reise zu sich selbst. Sie zwingen uns zur Wahrhaftigkeit uns selbst gegenüber. Wenn wir auf ihre Fragen einmal keine Antwort wissen, ist das keine Schande, sondern bringt uns weiter. Etwas schwieriger ist der Punkt, dass wir durch unsere Liebe zu solch einem Kind angreifbar werden: Es soll ihm nichts Schlimmes zustoßen. Wir erleben Angst und Sorge und die Grenzen unserer Macht. Aber selbst diese Grenze ist etwas Wertvolles. Sie führt uns vor Augen, dass nicht alles in unseren Händen liegt.
27.12.2012, Carola Horstmann, Denzlingen

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