Kappel-Altlasten unten ausgraben und oben aufschuetten geht nicht

Altlasten vom Stolberger Zink in Freiburg-Kappel bzw. Kirchzarten-Neuhäuser: Kontaminiertes Erdmaterial unten ab- und oben wieder einzubauen, kommt jenem Schildbürgerstreich nahe, als Bürger in Behältern Licht in einen fensterlosen Raum tragen wollten. Geringste Erdverschiebungen, von was auch immer ausgelöst, können in den Schutzschichten des Lagerraumes Risse erzeugen, durch die das stets talwärts drückende Schichtwasser das vergiftete Material allmählich wieder dorthin zurückführt, wo es herkam, wahrscheinlich jedoch weitaus breiter gefächert. Von weiteren Kriterien, wie sintflutartigen Regenfällen, wie sie in unserer mehr und mehr klimaveränderten Umwelt vorkommen können und anderen von der Natur ausgehenden, nie umfänglich kalkulierbaren Erdvorkommnissen, gar nicht zu sprechen. Wenn trotzdem an jenem Platz gebaut werden soll, dann muss das Altmaterial an einem sicheren Platz deponiert werden und der kann niemals auf einem Berg sein. Dies zu beurteilen braucht es keines Gutachtens, dazu reicht der gesunde Menschenverstand.
13.8.2012, Hans Frieder Huber, Kirchzarten/Freiburg

Diese Last wird den Regeln der Schwerkraft nicht entkommen
Zu “Ein Bergkessel als Lagerstätte”, BZ vom 30. Juli: Zunächst meine Anerkennung für diesen Beitrag an die Autoren Uwe Mauch und Thomas Kunz. Es wurde versucht, möglichst viele Aspekte des Projekts auf verständliche Weise zu erläutern. Auch die Chronik ist sehr aufschlussreich. Das ist dankenswert. Aber wie kommen Sie zu dem Titel “Ein Bergkessel als Lagerstätte”? Die Grafik dazu ist überraschend und passt nicht dazu. Sofern die Grafik korrekt ist, gibt es auf dem Berg keinen Kessel. Ich denke, dass sich ein Normalleser unter einem Bergkessel eine umschlossene Absenkung des Geländes in einem Gipfelgebiet vorstellt. Da hinein giftigen Aushub zu lagern, klingt sehr beruhigend. Auch die Wortwahl im Text und in der Grafik stützt diese Vorstellung: es ist vom “Einbau” des Materials die Rede. Offensichtlich handelt es sich aber um ein Abschütten der “drückenden Altlast” auf einem schrägen Hanggelände und diese Last wird den Regeln der Schwerkraft nicht entkommen. Natürlich lassen sich mit einigem Aufwand mit Folien, Drainagen und weiteren technischen Mitteln die Risiken eines Abrutschens ins Tal erheblich reduzieren. Aber Matten und Folien können reißen und Drainagen können verstopfen. Spätere Erdbewegungen sind nicht vorhersehbar. Man denke nur an die immer heftiger werdenden Starkregenfälle. Sie zitieren Fachleute: “Wenn… keine Setzungen innerhalb der ersten zehn Jahre auftreten, dann ist damit auch später nicht zu rechnen.” Das bedeutet doch wohl, dass man solche Ereignisse nicht ausschließen kann. Wie soll man da eigentlich die Aussage des stellvertretenden Amtsleiters, Herrn Zähringer, bewerten: “Es gibt keine Garantie auf Ewigkeit”. Das klingt sehr flapsig und scheint mir der Sachlage nicht angemessen. Der Verantwortungshorizont in unserer Gesellschaft scheint in unserer Zeit auf wenige Jahrzehnte geschrumpft zu sein, was sich bei etlichen großen Bauprojekten der letzten 30 Jahre beobachten lässt. Längere Garantien sollte man schon erwarten dürfen. Mein Vorschlag wäre: Alles zurück in den Berg. Ein schönes Foto vom Stolleneingang haben Sie ja abgebildet. Alternative: Die Giftstoffe ruhen lassen – da ist man auf der sicheren Seite. Die Bauunternehmer werden schon woanders ein Plätzchen finden.
13.8.2012, Achim Wölfing, Freiburg

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