Josefskrankenhaus

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Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände - links Zubringer Mitte mit Dreisam

Blick nach Osten über das Dietenbach-Gelände – links Zubringer Mitte mit Dreisam

 

Josefskrankenhaus in Freiburg-Herdern

St. Josefskrankenhaus, Sautierstraße 1, 79104 Freiburg-Herdern, Tel 0761/2711 – 1
info@rkk-sjk.de,   www.rkk-sjk.de

Das St. Josefskrankenhaus wirde bis 2013 für 60 Millionen Euro erweitert. Danach geben sich die Häuser ein neues Profil: Das Loretto wird die Chirurgische und Innere Abteilung aufgeben – diesen Part übernimmt das     Josefskrankenhaus. Dafür werden dann im Loretto die bereits bestehenden Schwerpunkte Orthopädie und Urologie noch ausgebaut, wie auch die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung,die Intensivstation und Anästhesie.

SJK im Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser
Zum Anfang 2000 gegründeten Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (Jahresumsatz 2006: 73 Millionen Euro) gehören in Freiburg das St. Josefs-, das Loretto- und das St. Elisabethkrankenhaus sowie das Hospiz “Karl Josef” und das Bruder-Klaus-Krankenhaus in Waldkirch.
Insgesamt stehen in den Kliniken 623 Betten zur Verfügung. www.rkk-ggmbh.de

 

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Josefskrankenhaus: Der tägliche Corona-Kampf auf einer Isolierstation
In Nahdistanz zum Coronavirus, Tag für Tag: Ein Team aus Ärzten und Pflegern arbeitet auf der Isolierstation des Freiburger St. Josefskrankenhauses – in der es manchmal auch nach Chili con carne riecht.
“Stop. Isolationsbereich. Kein Zutritt.” Rote Schilder an der Milchglasscheibe warnen vor dem Betreten der Isolierstation. Eine Station, die vor sechs Wochen im St. Josefskrankenhaus in Freiburg aus dem Boden gestampft worden ist. Hinter der Scheibe, in der roten Zone, kämpft seither Tag für Tag ein Team aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern in Zwölf-Stunden-Schichten gegen ein Virus, das die ganze Welt seit Wochen in Atem hält und die 1886 gegründete Institution des Freiburger Gesundheitswesens in einen Ausnahmezustand versetzt hat: Sars-CoV-2.
50 Patientinnen und Patienten werden aktuell im Josefs- und im ebenfalls zum Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RKK) gehörenden Lorettokrankenhaus behandelt. Zehn Infizierte sind in den vergangenen Wochen in den beiden Häusern an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, vorwiegend ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Die zwei RKK-Kliniken verfügen zusammen über 489 Betten, zehn Prozent davon im Intensivbereich. Derzeit befinden sich 15 Infizierte auf der Intensivstation, fünf weniger als Anfang April.
“Wir sind aber immer noch im Krisenmodus, weit weg vom Normalgeschäft”, sagt Thorsten Vowinkel, der Ärztliche Direktor. Mit Sorge blicken sie im “Josefs” auf die Flaneure in der Kaiser-Joseph-Straße und die Menschenschlangen vor den Eisdielen, vernehmen voller Skepsis die Rufe nach noch mehr Lockerungen. Es ist die Sorge vor der zweiten Welle. Davor, dass “dann unser System aus der Kurve fliegt”, wie der Medizinprofessor Vowinkel sagt. Deswegen hält das Josefskrankenhaus weitere Betten frei, auch wenn nun nach und nach ein Teil der wegen Corona verschobenen Operationen nachgeholt werden soll. Und nachdem es über Wochen kaum noch Brüche oder Verbrennungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu geben schien, ist auch die Notaufnahme wieder etwas stärker frequentiert.

Die vermeintliche Grippe war doch Covid-19: Der Autor dieses Beitrags, Joachim Röderer, hat sich Mitte März mit dem Sars-Cov-2 Virus infiziert. Es war ein langer Weg bis zum positiven Test – und glücklicherweise ein milder Krankheitsverlauf.

Wer als Patient ins Haus kommt, wird gleich am Eingang von zwei Mitarbeitenden durchgecheckt und einem von drei Bereichen zugeteilt: Grün heißt “kein Corona”, gelb “unklarer Status”. Rot bedeutet “infiziert”. Innerhalb von kurzer Zeit wurde das Innenleben des St. Josefskrankenhauses umstrukturiert und auf Corona ausgerichtet. Früh wurde zum Schutz von Patienten und Personal ein Besuchsverbot erlassen, seit Wochen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Pflicht – nicht nur auf der Covid-19-Station.

Dort, hinter der Tür mit dem Stoppschild, säumen Sauerstoffflaschen die Flure. Am Ende des langen Ganges lagern auf Holzpaletten gut 40 große Kisten. Dem Chefapotheker ist es gelungen, ausreichend Schutzmaterial zu besorgen. Kittel, Handschuhe und Hauben etwa für Krankenschwester Anna Tränkle. In voller Montur steht sie am Bett einer Patientin und richtet ihr behutsam die Atemschutzmaske. Sie gehe heute nicht besorgter zur Arbeit als zu Vor-Corona-Zeiten, sagt sie. Anfangs habe sie Angst gehabt vor der emotionalen Belastung. Doch die habe sich gelegt. “Auch durch die vielen Glücksmomente, die wir erlebt haben”, so Tränkle: Als etwa ein 89-jähriger Patient nach überstandener Corona-Infektion entlassen werden konnte. Gerührt habe sie auch das über 80 Jahre alte Ehepaar, das sich ein Zimmer teilte und sich immer gegenseitig beim Anlegen der Atemmasken unterstützte. Und für große Erleichterung sorgt in der Belegschaft auch, dass die Sicherheitsvorkehrungen wirken.
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Bisher gab es im RKK-Krankenhausteam nur drei Ansteckungen – bei 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zwei davon haben sich Thorsten Vowinkel zufolge im privaten Bereich angesteckt, nur einer im Krankenhaus. Der Schutz der Mitarbeiter sorgt für Zusatzkosten in Höhe von 50.000 Euro – pro Woche. Es sei kein Problem gewesen, genug Mitarbeitende für die Covid-19-Station zu finden, sagen die RKK-Pflegedienstleiter Andreas Bernhard und Pascal Kuske.
“Wir sind in dieser Zeit in unseren beiden Häusern über alle Berufsgruppen hinweg noch einmal unglaublich stark zusammengewachsen”, meint Kuske. Im Isolierbereich arbeiten auch Reinigungskräfte und Techniker. Die haben nicht nur Stationen umgesiedelt, Wände versetzt und Geräte besorgt, sondern in den Zimmern die Belüftung auf Unterdruck gestellt und in den Fluren und den Stationsräumen auf Überdruck. “So wird verhindert, dass die Virus-Aerosole über die Raumluft aus den Zimmern gelangen”, erklärt der Technische Betriebsleiter Jens Renzow.
Für das Team auf der Covid-Station sind Essen und Getränke kostenlos. Gerade ist Mittagszeit. Der würzige Duft von Chili con carne übertüncht den Desinfektionsmittelgeruch. Eine Tür, auf der ein weiteres Stoppschild klebt, führt auf die Intensivstation des Covid-19-Bereichs. Hier liegen die Patienten, die intubiert und an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Die Türen sind bunt, mit Fingerfarben sind Tintenfische, Schweine oder Marienkäfer aufgemalt. “Hier war bis vor kurzem noch eine Kinderstation”, erklärt Stephan Sorichter, der Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin.
Gleich zu Beginn der Corona-Krise sind die Intensivkapazitäten im Josefs- und Lorettokrankenhaus verdreifacht worden. Denn das war vor vier, fünf Wochen die große Angst: Reichen die in der Stadt und der Region vorhandenen Kapazitäten für die erste Welle an Erkrankten aus? Aktuell reichen sie. Dazu haben der Lockdown und die Disziplin der Menschen den entscheidenden Beitrag geleistet, da ist sich der Chefarzt sicher. So sei vermieden worden, dass es im Josefskrankenhaus zu Zuständen wie in Kliniken im Elsass oder in Oberitalien kam.
Grafiken: Das Coronavirus in Freiburg, Südbaden und Baden-Württemberg

Die RKK-Häuser hatten sich für den Fall der Fälle jedoch vorbereitet. Ein Ethikbeirat aus früheren Chefärzten wurde installiert, ein Triagekonzept erarbeitet. So sollte geregelt werden, wer ein Beatmungsgerät bekommt, wenn nicht genug für alle Patienten da sein sollten. Für Mitarbeiter gab es Schulungen, ein Sorgentelefon wurde geschaltet, Seelsorge angeboten. Seit fünf Wochen verstärken zwölf Bundeswehrsoldaten das Josefs-Team. “Das läuft wirklich sehr gut”, sagt Sorichter.
Und jeden Tage lerne man mehr über das Virus. So habe man beispielsweise nach den ersten Wochen mit Covid-19-Patienten die Therapie umgestellt, berichtet Stephan Sorichter, ein anerkannter Spezialist für Lungenkrankheiten. “Basierend auf den Erfahrungen in China und Italien haben wir uns entschieden, weniger Patienten zu intubieren.” Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten mit Lungenproblemen helfe auch das sogenannte CPAP-System. Dabei führt ein Schlauch zu einer Gesichtsmaske mit Virenfilter. Anders als ein Beatmungsgerät übernimmt CPAP die Atmung des Patienten nicht vollständig, unterstützt ihn aber dabei. Die Behandlung ist nicht invasiv, es braucht keine Narkose, der Patient muss nicht auf die Intensivstation. “Wir haben mit CPAP gute Erfolge erzielt”, so Chefarzt Sorichter.
Wenn sich der Zustand des Infizierten nicht bessert, kommt er an das Beatmungsgerät. Damit mehr Sauerstoff in die Lunge gelangt, werden die Patienten teils für 18 Stunden auf Bauchlage gedreht, erklärt der Intensiv- und Notfallmediziner Michael Müller. Solche und andere Erfahrungen tauschen die RKK-Kliniken in einem Arbeitskreis aus, zu dem sie sich mit der Freiburger Universitätsklinik, dem Diakoniekrankenhaus und sieben weiteren Akutkrankenhäusern aus dem Umland vernetzt haben. Mittlerweile wissen alle: Es gibt bei unterschiedlichen Patienten sehr unterschiedliche Symptome. “Das Virus scheint hinterlistig zu sein”, so Vowinkel. Und die Tests auf Corona brächten nicht immer die erhoffte Klarheit: Etwa 20 Prozent der negativen Tests seien falsch.
Die Corona-Krise ist für die Krankenhäuser ein riesiger finanzieller Kraftakt. Der Klinikchef hofft, dass die Politik das in den Blick nimmt. Die Lehren müssten gezogen werden, sagt Pflegedienstleiter Kuske mit Blick auf die Bedingungen fürs Personal. Natürlich seien die Transparente, sei der Applaus von den Balkonen toll. Über die Bezahlung müsse man sprechen. “Wir müssen vor allem mehr Kolleginnen und Kollegen ans Patientenbett bekommen”, stellt Pascal Kuske klar.
Josefs- und Lorettokrankenhaus haben ihr Personal aufgestockt. Auch weil die Teams auf den Stationen mehr mit den Patienten reden müssen, die ja keinen Besuch empfangen dürfen. Um diesen dennoch den Kontakt zur Familie zu ermöglichen, hat das “Josefs” zwei Tablets für Videotelefonate angeschafft. Liegt ein Patient im Sterben, darf ein Familienmitglied ans Krankenbett. “Das hilft, aber natürlich ist es für die Familien schwierig, die Wahl zu treffen”, weiß Professor Sorichter.
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Niemand in der roten Zone und auch niemand im Josefs- und Lorettokrankenhaus glaubt, dass die Corona-Krise auch nur ansatzweise durchgestanden ist. Ganz im Gegenteil: Damals bei der spanischen Grippe sei die zweite Welle die tödlichere gewesen, weiß Klinikchef Vowinkel, ein sachlicher Mediziner, der in keiner Weise zum Alarmismus neigt. Hier im Krankenhaus wissen sie auch, dass draußen viele die Sterberate in Frage stellen. Vielleicht, so mutmaßen manche, sei Covid-19 ja doch nicht so gefährlich, wie in den Medien und von der Politik behauptet. In der roten Zone kann Pflegedienstleiter Kuske darüber nur den Kopf schütteln: “Die können gerne alle mal einen Tag hier mitarbeiten. Dann würden sie ihre Meinung ändern.”
… Alles vom 24.4.2020 von Joachim Röderer bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/in-der-roten-zone-der-taegliche-corona-kampf-auf-einer-isolierstation–185111707.html

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