Individuelles – globales Problem

Einzelschicksale berühren. Deshalb berichtet die Presse lieber über ein individuelles Problem (Auswirkung der Abschiebung für das Flüchtlingskind Reem) als ehrlich über das globale Problem der Migration von Nahost und Afrika gen Norden (Ursachen der Flüchtlingsbewegungen bekämpfen). Deshalb auch wird Politikern so gerne Kälte und Hartherzigkeit  vorgeworfen – von Gutmenschen, Helferkreisen und Kirchen (Kirchenasyl).

 

 

Bundeskanzlerin streichelt Palästinensermädchen
Reem weint.
Gerade hat das Mädchen palästinensischer Abstammung Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von ihrem Schicksal erzählt. Dass sie und ihre Familie jüngst kurz vor der Abschiebung standen und dass sie seit Jahren den Rest ihrer im Libanon lebenden Familie nicht mehr gesehen hat. … Merkel geht zu der Sechstklässlerin und streichelt ihre Wange…..
Alles vom 16.7.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/weinendes-palaestinensermaedchen-bringt-merkel-aus-der-spur
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Einzelschicksal von Reem – globales Problem von 500000 Flüchtlingsmädchen
So viel Ehrlichkeit würde man von der Kanzlerin gerne öfters sehen. Es ist nun mal ein Unterschied, ob es um ein einzelnes Flüchtlingskind geht, oder ob die Frage von einer Million gleicher Schicksale zu beantworten ist. Die Kanzlerin hätte natürlich die Macht, diesem einzelnen Mädchen und seiner Familie die Zukunft zu sichern, genauso wie Deutschland die Macht hätte, 200.000 Flüchtlingen jedes Jahr eine sichere Heimstatt auf unserem Lebensstandard zu bieten.
Die Kanzlerin hat aber nicht die Macht 500.000 Flüchtlingsmädchen eine bessere Zukunft in Deutschland zu versprechen, und Deutschland ist wirtschaftlich nicht in der Lage, 500 Millionen Menschen, die gerne bei uns leben würden, auch bei uns aufzunehmen.
Daher ist die kleine Reem für uns kein Problem. Sie ist aber Teil eines Problems, welches mindestens 500 Millionen andere Menschen auch noch betrifft. Und das überfordert uns, wenn wir es in Deutschland lösen sollen. Dass Reem sich für die Probleme ihrer Leidensgenossen nicht interessiert, ist nachvollziehbar. Wenn sich die Bundeskanzlerin nicht dafür interessieren würde, wäre das unverantwortlich.
16.7.2015, R. Brombach

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