Illegale Kleidercontainer

Auch im Stadtgebiet von Freiburg gibt es immer mehr Kleidercontainer, die ohne Genehmigung illegal aufgestellt sind und von dubiosen Firmen geleert weren. Denn Altkleider sind gesucht in unserer Wegwerfkultur. Auf legalen Containern finden sich immer Adresse und Telefonnummer der sammelnden Organisation. Fehlen diese An­ga­ben, sollte man wachsam sein. Hier Beispiele für Freiburg-Littenweiler.

 

Bitte nichts einwerfen – illegale Kleidercontainer in Freiburg-Littenweiler: Heinrich-Heine-Strasse, neben der Alar-Tankstelle sowie Schlesierstrasse, gegenüber Feinkostladen

In der Heinrich-Heine-Straße neben der Tankstelle steht er, beige mit roter Aufschrift. Textilverbund AG Frankfurt PF 560331 60407 Frankfurt 0180/500 4318 14 Cent/Minute kann man lesen. Ans Telefon geht nur ein AB, der versprochene Rückruf erfolgt nicht. Die Firma AG Textilverbund führt gewerbliche Altkleidersammlungen durch. Sie ist bundesweit schon mehrfach wegen der illegalen Aufstellung von Containern aufgefallen. Im Internet sind  keine genauen Angaben über die Firma zu finden. Es gibt nur einen blog: www.agtextilverbund.wordpress.com , das ist allerdings keine richtige Webseite…kein Ansprechpartner, keine Kontaktdaten, kein Impressum, keine Steuernummer, nichts ist dort verzeich­net. Nur der lapidare Vermerk: „Arbeitsgemeinschaft Tex­tilverbund ist ein Zusammenschluss von mehreren Unter­nehmen, die sich auf Textilrecycling spezialisiert haben. …“

Das Garten- und Tiefbauamt Freiburg meint dazu: „Der Containerstandort der Textilverbund AG Frankfurt in der Heinrich-Heine-Straße (bei der ARAL-Tankstelle) ist der Stadt bekannt. Dieser Container befindet sich jedoch auf dem Privatgrundstück Flst. Nr. 14355/11, Gemarkung Freiburg. Demnach kann die Stadt Freiburg hiergegen nicht vor­gehen. Der Besitzer dieses Grundstückes müsste privatrechtliche Schritte gegen die Firma einleiten.“ Allerdings sind hier die Besitzverhältnisse grenzwertig.
Zunächst stand der Container auf dem Tankstellengrundstück. Nach einer Beschwerde hat die Firma ihn nach links in Richtung Stiftungsverwaltung Freiburg versetzt. Die AWO-Baden ist erbpachtberechtigt. Die Zuständigkeiten sind hier noch nicht ganz geklärt, aber sicher ist, dass weder AWO noch Stiftungsverwaltung diesen Container genehmigt haben.

In der Schlesierstraße gegenüber „Frisch und Fein“, auf dem Grundstück des Bauvereins, steht der zweite illegale Container mit der Aufschrift einer angeblichen Firma KSB Papelallee 78/79 10437 Berlin, 0180 50 157 21, 14 Cent/ Minute. Auch hier geht nur der AB dran. Alle Leitungen sind an­geb­lich belegt, es erfolgt kein Rückruf. Es sind keine weiteren Kontaktdaten angegeben. In der Pappelalle in Berlin (mit pp) hat unter anderem der Suhrkamp Verlag seinen Sitz. Dort war keine weitere Firma zu finden. Die Papelallee (mit einem p) gibt es nicht. Auf unsere Anfrage hin  antwortet die Haus­verwaltung: „Für diesen Container haben wir keine Ge­neh­migung erteilt; wir möchten die Container auch nicht, weil um diese herum sehr schnell andere Dinge illegal abgelegt werden….Wir werden die Firma anschreiben, die Lage be­obachten und würden im Extremfall den Container nach angemessener Frist entsorgen lassen.“ Auf legalen Containern finden sich immer Adresse und Telefonnummer der sammelnden Organisation. Fehlen diese An­ga­ben, sollte man wachsam sein!

Aber wo sollen wir nun hin mit unseren Alt-Kleidern?
Die erste Wahl sind Gemeinnützige Sammlungen!: DRK, Malteser, Johanniter, Friedensdorf oder ASF
Das Geschäft mit Altkleidern ist lukrativ. Auch viele gemein­nütz­ige Organisationen nutzen das. Früher gab es noch Haus­sammlungen, heute gibt es die unterschiedlichsten Sammelbehälter. Sie stehen oft auf Grundstücken der Stadt. Die Organisationen zahlen eine jährliche Sondernutzungsgebühr von 40.- Euro an die Stadt für den Platz. Wer dort Kleidung oder Schuhe einwirft, weiß, dass der Erlös für einen guten Zweck verwendet wird.

Beim DRK wird gut erhaltene Kleidung auch direkt weiterver­wendet, in den Kleiderkammern zum Beispiel. Ansonsten gehen die Kleider an eine Verwertungsgesellschaft und der Erlös kommt den Einrichtungen zugute. Das DRK arbeitet mit der regionalen Verwertungsfirma TEREC (Renchen). Die Firma arbeitet auch mit verschiedenen anderen karitativen Organisationen, zusammen. www.terec.de.

Die Malteser arbeitet mit TEXAID – Textilrecyclig zusammen. Texaid sortiert und verwertet Altkleider, Textilien und Schuhe für karitative Zwecke. 16 Rotkreuz-Re­gio­nal­stellen, über 400 Samaritervereine, mehr als 40 Kolpingfamilien sowie einige unabhängige Vereine und gemeinnützige Or­ganisationen sammeln aktiv für TEXAID. Die Mitglieder der Basisgruppen betreuen die rot-weißen Sammelcontainer. Der Erlös kommt den sozialen und karitativen Aufgaben zu­gute. Anja Ihme vom Pressereferat der Malteser Hilfsdienst e.V.meint dazu: „Die Menschen sparen und tragen ihre Kleidung länger. In die Container werden heute mehr als früher un­tragbar gewordene, zerschlissene Kleidungsstücke geworfen, die sich nur noch zu Putzlappen oder sogenannter Reiß­wolle verarbeiten lassen. Dennoch sind wir aktuell in der Lage, in FREIBURG ca. 400.- Euro pro Container (nach Ab­zug der Gebühren) zugunsten unserer Dienste zu erlösen“. www.texaid.ch

Die Johanniter Unfallhilfe Der Landesverband Baden-Württemberg nimmt pro Jahr ca. 60.000.- Euro mit Altkleidern ein. Der Erlös fließt in die soziale und karitative Arbeit des Vereins. Die Johanniter arbeiteten mit dem Textilverwerter Humana zusammen. Deren Hauptkunde im Inland ist die HUMANA Second-Hand-Kleidung GmbH mit ihren rund 25 Second-Hand-Kaufhäusern, der die gespendeten Kleider weiterverkauft. www.humana-kleidersammlung.de.

Aktion Friedensdorf Ein Großteil der gesammelten Kleidung – vor allem Kinderkleidung – wird im Oberhausener Friedensdorf unmittelbar genutzt. Ein anderer Teil wird in den Interläden des Friedensdorfes (Secondhand-Läden, deren Erlös in die Friedensdorf-Arbeit fließt) zu günstigen Preisen verkauft. Seit 1967 setzt sich Friedensdorf Internatio­nal für kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisen­ge­bieten ein. www.friedensdorf.de.

Die ASF GmbH sammelt seit vielen Jahren gebrauchte Tex­ti­lien auf den städtischen Recyclinghöfen und ist mit 22 Sammelcontainern im Freiburger Stadtgebiet vertreten. Nach ihrer Sortierung werden die noch tragfähigen Altkleider vermarktet. Mit einem Teil des Erlöses aus dem Altkleiderverkauf unterstützt die ASF GmbH kulturelle und soziale Projekte in Freiburg.

 

Von der Stadt Freiburg genehmigte Container
DRK: Littenweiler Str. (Parkplatz am Friedhof), Höllental­str./Sachsenstr., Schulhof RHS, Heinrich-Heine Straße, – Kappel Großtalstraße (am Sportplatz) Löwen (Haltestelle) – Ebnet Im Gänderle (Haltestelle).
DRK und Aktion Friedensdorf: gegenüber vom Treff in der Reinhold-Schneider-Straße.
Malteser: Höllentalstraße/Alemannenstraße, Höllentalstr./ Sachsenstraße
Johanniter: Am Bahnhof Littenweiler
ASF: Littenweiler, Zenlinweg (Bushaltestelle)

Gewerbliche Container sind die zweitbeste Möglichkeit
Die Sortierbetriebe bezahlen für eine Tonne Altkleider ca. 450.- Euro. In der Regel stehen gewerbliche Container auf privaten Grundstücken. Der Grundstücksbesitzer erhält ein Entgelt für das genehmigte Aufstellen der Container, es liegt bei ca. 600.- Euro im Jahr.
In Littenweiler findet man Container der Firma Doll Textilrecycling. Die Container stehen in Freiburg mehrheitlich auf privaten Grundstücken, oft bei Einkaufsmärkten. Doll ar­beitet mit der Textilverwertungs GmbH TopTex zusammen. Gut erhaltene Kleidung wird weiterverkauft, zum Beispiel auf Second-hand Märkten, der Rest wird zu Decken oder Putzlappen verwertet. Das Unternehmen ist seit 1989 am Markt. www.textilrecycling-thomas-doll-gmbh.de

Standorte in FR-Littenweiler Treff 3000, Reinhold-Schneider-Str. und Edeka aktiv markt Gitzinger, Hansjakobstraße.

In der nächsten Ausgabe des Littenweiler Dorfblatts berichten wir über weitere Möglichkeiten gebrauchte Kleider direkt abzugeben oder anderweitig sinnvoll zu verwenden.
8.8.2013, Anja Lusch, Littenweiler Dorfblatt

 

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