Hilfsbereite Jugend – 72 Stunden

„Ich freu mich, dass es bald los geht und hoffe, dass viele mitmachen werden.” So wie Markus war die Vorfreude bei vielen Jugendlichen auf den heutigen Donnerstag 13.6.2013  in den letzten Tagen groß. Pünktlich um 17.07 Uhr fällt im  Freiburger Stadtgarten und in ganz Deutschland der Startschuss für die Aktion „72 Stunden“. In diesem Jahr geht die deutschlandweit größte Sozialaktion, die der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) organisiert, zum ersten Mal bundesweit an den Start. Zigtausende werden sich drei Tage lang ohne Pause für besondere Projekte engagieren. In Freiburg findet die Aktion seit 2001 schon zum vierten Mal statt. „Der Boom ist groß“, berichtet Daniela Bailer-Schöffmann, Dekanatsjugendreferentin in Freiburg.
Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für die Sozialaktion. Anfang Mai wurde ein Videoclip mit dem Namen „Sozialaktion Style“ im Internet veröffentlicht, der für die Aktion werben soll. Der Film von Regisseur Christoph Peters hat bereits zahlreiche Freunde im Netz gefunden.
Im Dekanat Freiburg werden sich an der 72-Stunden-Aktion 38 Gruppen beteiligen, mit 853 Kindern und Jugendlichen. Neun der Gruppen haben sich für ein bereits vorher feststehendes „Do-it“-Projekt entschieden. Die anderen 29 Gruppen werden heute Nachmittag im Stadtgarten jeweils einen Umschlag erhalten, der die Aufgabe für die Gruppe enthält. Die Spannung ist groß. Sobald die Teilnehmer den Umschlag mit ihrem sozialen, ökologischen oder interkulturellen Auftrag in den Händen halten, heißt es: planen, organisieren und loslegen. 72 Stunden mit wenig Schlaf, aber jeder Menge zu tun warten auf die Aktiven. Im Dekanat Freiburg sind einige Gruppen zum ersten Mal dabei, andere haben schon bei den vergangenen Aktionen seit 2001 manche Vision wahr werden lassen. Daniela Bailer-Schöffmann hat 2001 selbst als Ehrenamtliche an einem Projekt mitgearbeitet. „Es ist einfach toll, wenn man gemeinsam mit seiner Gruppe durchschafft und auch in der Nacht was macht.“ Auch heute findet sie es „faszinierend, wie sich Leute reinhauen“. Für die Ehrenamtlichen, die die Gruppen unterstützen, ist es ebenfalls oft ein Kraftakt. Die Schüler sind während ihrer Einsätze von der Schule befreit – und für den Fall der Fälle auch versichert.
Zu den heute beginnenden Projekten gehört zum Beispiel ein „Kritischer-Konsum-Fahrrad“, wie der Stadtkurier erfuhr. Die Kindergruppe Kunterbunt aus Opfingen wird den Außenbereich einer Freiburger Kindertagesstätte verschönern. Eine andere Aktionsgruppe wird Bewohnern einer Seniorenwohnanlage einen Tanzkurs anbieten. Wegen der aktuellen Hochwasserlage in Teilen Deutschlands hat der BDKJ Aktionsgruppen bundesweit dazu aufgerufen, bei der Linderung der Flutschäden mitzuhelfen. Als Folge haben sich in ganz Deutschland zahlreiche Gruppen gemeldet, die 72 Stunden lang Menschen in Notunterkünften beiseite stehen, Keller, Dörfer oder Städte aufräumen oder ein Fest für ehrenamtlich Helfende organisieren. „Mir gefällt die 72-Stunden-Aktion, weil sie zeigt, was viele jungen Menschen in kurzer Zeit bewegen können, wenn sie zusammen halten.” So wie Daniel dürfte die Aktion nicht nur die Teilnehmer überzeugen.
Neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Bischofskonferenz sind das bischöfliche Hilfswerk Misereor und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ Hauptunterstützer der 72-Stunden- Aktion. In der Erzdiözese Freiburg wird die Aktion von der Initiative Wert-volle Zukunft, dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, dem Diözesancaritasverband, dem Europa- Park und DM-drogeriemarkt unterstützt. Das Internetportal „katholisch. de“ wird 72 Stunden live senden.
13.6.2013, Nils Kickert, www.stadtkurier.de

 

 

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