Hanf-Labyrinth in FR-Opfingen

Hanf ist eine Nutzpflanze mit großem Potenzial – als Nahrung, Arznei, Genussmittel und Stoff für die Industrie. In Freiburg-Opfingen wird heute, 23. Juni 2019, ein Hanflabyrinth samt Bildungsparcours eröffnet, der sich am Beispiel des Hanfs der Frage nach dem guten Leben widmet. Nach der Schließung des Labyrinths wird der Hanf von Teikei-Hanf geerntet und zu hochwertigem, kaltgepresstem Hanföl weiterverarbeitet (siehe unten).
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Landwirt Erwin Wagner aus Opfingen ist immer für Neues zu haben. Vor Jahren schon wagte er sich an den Teeanbau am Tuniberg, mit großem Aufwand und vielen Rückschlägen, leider bislang nur mit mäßigem Erfolg. Sehr gut angenommen wird hingegen seit Jahren sein Maisfeldlabyrinth, in dem Erwachsene und Kinder während der Sommermonate ihren Orientierungssinn auf die Probe stellen können.
Da er wegen des Maiswurzelbohrers nicht jedes Jahr auf dem gleichen Feld Mais anbauen kann, sondern auf andere Kulturen ausweichen muss, hat er vor einigen Jahren einmal ein kleines Versuchsfeld mit Hanf angelegt – und ist gescheitert: Bei der Ernte streikte bereits nach wenigen Metern der Mähdrescher, weil er den reißfesten Hanffasern nicht gewachsen war, wie Wagner berichtet. „Durch einen Zufall habe ich vor gut eineinhalb Jahren die Leute vom ,Eine Welt Forum Freiburg’ kennengelernt, die ein Hanflabyrinth anlegen wollten, da war schnell klar, dass wir das zusammen machen würden“, sagt der Landwirt.
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Laura Becker und Jonas Bauschert koordinieren das Projekt als Hauptamtliche,unterstützt werden sie dabei von einem Team von bis zu 60 ehrenamtlichen Helfern. Sie haben die sieben Stationen des Bildungsparcours angelegt, der sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. „Es geht um die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, was wir selbst dafür tun können und wie es mit unserer Ernährung und unserem Umgang mit Ressourcen zusammenhängt“, erklärt Jonas Bauschert den Ansatz. Neben den sieben Stationen, die zum Nachdenken anregen, gibt es eine Bühne, auf der in der Zeit bis zum 22. September ganz unterschiedliche Veranstaltungen vom Vortrag übers Fahrradkino bis zum Mitmachtag mit Verarbeitung der Hanffasern stattfinden werden. Vor einiger Zeit hat sich die Initiative Hanffreunde Freiburg gegründet, um den Hanfmarkt voranzutreiben.
Neben Landwirt Wagner und dem „Eine Welt Forum“ gehört auch Gabriele Plappert vom Lernort Kunzenhof dazu und das Unternehmen TeikeiHanf. Anfang Mai hat Wagner den Hanf auf dem bisherigen Maisfeld gesät, die Hanffreunde haben sich um die erforderlichen Genehmigungen gekümmert, das Saatgut besorgt, die Wege ins Labyrinth geschnitten und die Stationen aufgebaut. „Hanf ist eine geniale Pflanze, sie liefert die Lösung für die Umweltprobleme unserer Zeit und könnte die Nutzpflanze des 21. Jahrhundertswerden“, schwärmt Gabriele Plappert. Sie zählt auf: Hanf bindet viermal mehr Kohlendioxid als eine vergleichbare Fläche Wald, er benötigt kaum Wasser, ist aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit auf nahezu allen Böden anbaubar und sorgt mit seinen bis zu drei Meter tiefen Wurzeln für eine optimale Bodenaufbereitung. Zudem gibt er dem Boden mehr Nährstoffe, als er ihm entzieht, und kann sich aus eigener Kraft gegen andere Pflanzen durchsetzen, braucht deshalb keinen Pflanzenschutz.
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„Nutzhanf ist vielseitig einsetzbar“, erläutert Laura Becker. Aus den Blättern und Samen werde Öl gewonnen, aus den Fasern entstünden Kleidung, Papier oder Seile. „Hanf wird als Dämmstoff verwendet, außerdem für Formpressteile in der Automobilindustrie und in Biokunststoffen in der Chemieindustrie.“ Tatsächlich ist Hanf eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, er wurde in China schon vor über 10000 Jahren genutzt. Bis es 1929 verboten wurde, hatman neben Flachs auch in Südbaden Nutzhanf angebaut. Erst seit 1996 darf in Deutschland wieder legal Hanf wachsen. „Doch es wird bislang nur wenig Nutzhanf kultiviert, es fehlt die Technik, um ihn zu verarbeiten,
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Hanf hat keine Lobby“, beschreibt Oliver Haury von den Hanffreunden Freiburg das Problem. So gebe es im Umkreis von vielen hundert Kilometern keine Aufschlussanlagen für Hanffasern. Dies mache den Anbau unwirtschaftlich und wegen der langen Transportwege unökologisch. Die Erntemaschine,die im Herbst die dann gut vier Meter hohen Pflanzen ernten wird, muss eigens aus dem Allgäu in den Breisgau fahren. 150000 Euro kostet das Projekt Hanflabyrinth, der Badenova Innovationsfonds fördert es mit 74000 Euro.

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Nach der Schließung des Labyrinths wird der Hanf von Teikei-Hanf geerntet und zu hochwertigem, kaltgepresstem Hanföl weiterverarbeitet. „Das Öl wird dann nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft verteilt. Die Käufer finanzieren die Erntemaschine und die Ölherstellung vor“, erklärt Lea Messmer von TeikiHanf. Ein Liter kaltgepresstes Hanföl entspricht dabei einem Ernteanteil. Die Anteile kann man sich über die Webseite www.teikei-hanf.de sichern.
23.6.2019, Gabriele Hennicke
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Hanflabyrinth, Waldmösle 2, Freiburg-Opfingen, http://www.maisfeld-opfingen.de.
Eröffnung heute, 23. Juni, ab 11 Uhr mit Musik der Samba-Percussion-Gruppe Brasilikum. Bis zum 12. Juli ist das Labyrinth von Freitag bis Sonntag ab 11 Uhr geöffnet, ab 12. Juli täglich ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang. Eintritt: 5 Euro, Kinder von 3 bis 15 Jahren 4 Euro.
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Am Samstag, 13. Juli 2018, von 13 bis 17 Uhr großer Mitmachtag „Hanffasern verarbeiten“. Info zum Veranstaltungsprogramm demnächst auf http://ewf-freiburg.de.
https://ewf-freiburg.de/hanflabyrinth/
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Flachsbearbeitung 28./29.Juni 2003,Dorfhock FR-Ebnet
Familie Eberhardt, Lagerstrasse 23, 72537 Mehrstetten
Tel 07381/2489
http://www.freiburg-schwarzwald.de/littenweiler/ebnet/dorfhock2003.htm#Erster%20Ebneter%20Dorfhock%20-%20Handwerklich%20gut%20gemacht

8.7.2004
http://www.freiburg-schwarzwald.de/littenweiler/kirchzarten1.htm#Seltene%20Pflanzen%20im%20Dreisamtal%20-%20Hanf

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